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Goethe und der Pantheismus. Eine Analyse der Motive in drei ausgewählten Werken mit dem Fokus auf "Liebe" und "Natur"

Titel: Goethe und der Pantheismus. Eine Analyse der Motive in drei ausgewählten Werken mit dem Fokus auf "Liebe" und "Natur"

Bachelorarbeit , 2014 , 45 Seiten

Autor:in: Elisabeth Monika Hartmann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was hat Goethe mit dem Pantheismus zu tun, welche verschiedenen Formen und Auslegungen des Pantheismus gibt es, und wie sieht es mit der Problematik von Liebe und der Natur aus? Diese Fragen werden in dieser Arbeit sowohl anhand zweier Gedichte - dem "Mailied" (1771) als Erlebnislyrik und der mythologischen Hymne "Ganymed" - als auch anhand des "Brief vom 10. Mai" aus dem Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" (1774), erörtert. Dabei wird genauer auf die Ähnlichkeiten, Differenzen und Entwicklungen in Bezug auf das Göttliche der drei Texte eingegangen und hinterfragt, wo es eine Distanz vom Überschwang der Empfindungen gibt.

Der Beginn der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Religiosität in der Zeit der Empfindsamkeit und es wird genauer untersucht, was es mit dem Geniegedanken auf sich hat und von welchen Glaubensrichtungen der junge Goethe beeinflusst wurde.

Die Jahre von Goethes Anfängen als Schriftsteller - zwischen 1765 (dem Beginn seines Jurastudiums in Leipzig) und 1775 (dem Jahr seines Umzuges nach Weimar) - gelten in der Literaturgeschichtsschreibung als kritischer Zeitraum des Wandels von der Aufklärung zum Sturm und Drang. Für die Illustration dieses Prozesses wird Goethe mit seinem ganzen frühen Werk beansprucht wie kein anderer Autor seiner Generation. Das schriftstellerische Schaffen des jungen Goethe war der Anfang eines neuen Zeitalters der Dichtkunst (Poesie). Das Jugendwerk Goethes gibt deutlich etwas von seinem Naturverständnis preis. Hinzu komme - so Thorsten Valk - eine ausgeprägte Natursehnsucht, die nicht nur, aber auch auf die fortschreitende Verstädterung im späten 18. Jahrhundert reagiere. Im Rückgriff auf Jean-Jaques Rousseaus kulturkritische Schriften werde die unberührte Natur idealisiert, während der zivilisatorische Fortschritt als unumkehrbares Zerstörungswerk interpretiert werde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Religiosität in der Zeit der Empfindsamkeit

2.1 Der junge Goethe in der Genieperiode des Sturm und Drang

2.2 Goethes Bezug zum Pietismus

3 Pantheistische Denkweisen

3.1 Goethe und der Pantheismus

3.2 Verschiedene Auslegungen und Formen des Pantheismus

4 Analyse und Interpretation ausgewählter Texte des jungen Goethe

4.1 Das Gedicht „Mailied“ (1771) als Erlebnislyrik

4.2 Die mythologische Hymne „Ganymed“

4.3 Werthers „Brief vom 10. Mai“

5 Fazit

6 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das pantheistische Naturverständnis des jungen Goethe und analysiert, wie sich dieses in den Themenfeldern Liebe, Natur und dem Geniegedanken in ausgewählten literarischen Werken widerspiegelt. Ziel ist es, die Entwicklung dieser Konzepte sowie die Spannung zwischen individueller Subjektivität und göttlicher Einheit aufzuzeigen.

  • Pantheistische Naturphilosophie im 18. Jahrhundert
  • Einflüsse des Pietismus auf Goethes Weltbild
  • Strukturanalyse der "Erlebnislyrik" am Beispiel des "Mailieds"
  • Hymnische Dichtung und Geniekult in "Ganymed"
  • Subjektivismus und monologische Erzählweise in "Werthers Leiden"

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Gedicht „Mailied“ (1771) als Erlebnislyrik

Das Gedicht sei wohl im Mai / Juni 1771 entstanden. Goethe befand sich um die Pfingstzeit vom 18. Mai an in Sesenheim. Es gehört also zu der Sesenheimer Zeit, die Goethe in dem elsässischen Städtchen, nördlich von Straßburg, verbrachte. Dort absolvierte er ein Studium der Juristerei und pflegte auch Bekanntschaft mit Johann Gottfried Herder, der ihm Zugang zum Lyrischen und einer volkstümlichen und ursprünglichen Dichtung ermöglichte. Herder war auch Volksliedsammler und prägend für die Romantik (Vgl. „Des Knaben Wunderhorn“ (1805-1808). Diese Zeit ist von einer Gefühlsintensität geprägt, in der die Sprache schon fast defizitär einen Ausdruck sucht. Goethe war auf der Suche nach dem Ursprünglichen (Emotionalität als das Stärkere, das die Rationalität unterdrückt). Der Text (die Lyrik) ist ohne Musik nicht zu denken, da man beide miteinander verbinden muss. Die experimentelle Lyrik ist die Gattung des Sturm und Drang schlechthin. Dabei entsteht das Problem von Mündlichkeit (Mentalitätsunterschiede) und Schriftlichkeit (Variationsbreite geht verloren). Herder war für eine variationsarme Fassung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Wandel von der Aufklärung zum Sturm und Drang und führt den Pantheismus als zentralen Untersuchungsgegenstand ein.

2 Religiosität in der Zeit der Empfindsamkeit: Dieses Kapitel behandelt die religiösen Strömungen, insbesondere den Pietismus und den Geniebegriff, die Goethes frühe Entwicklung maßgeblich prägten.

3 Pantheistische Denkweisen: Es wird die philosophische Definition des Pantheismus erörtert und Goethes persönliches Verständnis von Gott, Natur und Kunst dargestellt.

4 Analyse und Interpretation ausgewählter Texte des jungen Goethe: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Untersuchung von „Mailied“, „Ganymed“ und dem „Brief vom 10. Mai“ hinsichtlich ihrer poetischen Struktur und ihres pantheistischen Gehalts.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie der Pantheismus als Bindeglied zwischen Goethes Naturverständnis, seiner Religiosität und seiner literarischen Ästhetik fungiert.

6 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Werkausgaben und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Pantheismus, Sturm und Drang, Pietismus, Natur, Liebe, Erlebnislyrik, Geniezeit, Ganymed, Mailied, Werther, Spinoza, Subjektivität, Metamorphose, Gott-All-Natur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Goethes Natur- und Gottesverständnis im Kontext des Pantheismus anhand dreier ausgewählter Texte aus der Zeit des Sturm und Drang.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der pantheistischen Naturfrömmigkeit, der Rolle der Liebe als kosmisches Bindeglied sowie dem Ausdruck individueller Subjektivität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung pantheistischer Denkweisen in den Texten "Mailied", "Ganymed" und "Werthers Brief vom 10. Mai" nachzuweisen und deren Verbindung zur zeitgenössischen Philosophie aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit kulturgeschichtlichen und philosophischen Kontextualisierungen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich der Interpretation der ausgewählten Gedichte und Briefe, wobei insbesondere die ästhetische Gestaltung des "Göttlichen" untersucht wird.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Pantheismus, Subjektivität, Naturerlebnis, Geniedichtung und die Verbindung von Gott, Welt und Mensch.

Wie beeinflusste Katharina von Klettenberg Goethes Denken?

Klettenberg prägte Goethe nachhaltig durch ihren radikalen Pietismus, insbesondere durch ihre leiblich-sinnliche Christuserfahrung und ihr Interesse an Naturmystik.

Inwiefern unterscheidet sich "Werther" von den anderen analysierten Texten?

Während im "Mailied" und in "Ganymed" eine harmonische Vereinigung mit der Natur angestrebt wird, zeigt "Werther" die Problematik einer grenzenlosen Subjektivität, die schließlich in das eigene Unheil führt.

Warum wird der Begriff "Hymne" als zentrale Gattung angeführt?

Die Hymne dient als Ausdrucksform für das "Hochgefühl" und die unmittelbare, freirhythmische emotionale Entäußerung des schöpferischen Genies.

Wird die Liebe in den Texten nur als zwischenmenschliches Gefühl gedeutet?

Nein, die Liebe wird bei Goethe zu einem kosmischen Prinzip erhoben, das Natur, Gott und Mensch in einer pantheistischen All-Einheit verschmilzt.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethe und der Pantheismus. Eine Analyse der Motive in drei ausgewählten Werken mit dem Fokus auf "Liebe" und "Natur"
Autor
Elisabeth Monika Hartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
45
Katalognummer
V983516
ISBN (eBook)
9783346339393
ISBN (Buch)
9783346339409
Sprache
Deutsch
Schlagworte
goethe pantheismus eine analyse motive werken fokus liebe natur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Monika Hartmann (Autor:in), 2014, Goethe und der Pantheismus. Eine Analyse der Motive in drei ausgewählten Werken mit dem Fokus auf "Liebe" und "Natur", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983516
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Leseprobe aus  45  Seiten
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