School Shootings. Eine Analyse zweier amerikanischer Studien mit dem Fokus auf der Prävention


Hausarbeit, 2020

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erste Studie: Syvertsen, A.; Flanagan, C.; Stout, M
2.1 Zusammenfassung der Fragestellung, des Themas und dem thematischen Kontext
2.2 Methode
2.3 Ergebnisse
2.4 Diskussion

3. Zweite Studie: Scheithauer, H. et al
3.1 Zusammenfassung der Fragestellung, des Themas und dem thematischen Kontext
3.2 Methode
3.3 Ergebnisse
3.4 Diskussion

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema School Shootings. Es werden genauer die Aspekte des Schulklimas, des Erkennen von Risiko bringenden Schülern und Schülerinnen und insbesondere der Aspekt Prävention behandelt. Zunächst stelle ich eine Studie zu einem typischen Peer Verhalten, dem Code of Silence, vor. Anschließend wird eine Studie zu einem Präventionsprogramm, dem NETWASS Programm, erörtert. Dies geschieht bei beiden Studien, indem die Fragestellung/Hypothese und der Kontext zusammengefasst, die Methode und Ergebnisse erläutert werden und anschließend die Diskussion durchleuchtet und reflektiert wird, in Hinblick darauf, welche Fragen offen bleiben für die zukünftige Forschung. Am Ende dieser Hausarbeit wird ein Fazit stehen, dass aus beiden Studien Schlussfolgerungen zieht und die wichtigsten Ergebnisse noch einmal vor Augen führt. Die erste Studie beschäftigt sich nicht nur mit dem Code of Silence, sondern eher mit der Bereitschaft ihn zu brechen, wenn das Schulklima gut ist.

Der Code of Silence ist das Schweigen unter Schüler und Schülerinnen, das Nicht Melden von Drohungen oder auffälligen Verhalten von Mitschülern an Lehrer, Eltern oder andere Autoritätspersonen.Die Gründe dafür sind verschieden.

Die zweite Studie führte ein Quasi Experiment im Rahmen des Network Against School Shootings (NETWASS) Programm durch.

Das NETWASS umfasst ein allgemeines Modell der Prävention von Notsituationen in Schulen. Dies geschieht durch frühzeitiges Eingreifen in persönlichen psychischen Krisen von Schülern und Schülerinnen, sowie der Schulung von Lehrern zur Erkennung von Warnzeichen für gezielte Interventionen.

Aufmerksam auf dieses Thema machte mich die Tatsache, dass schon seit den Spät-Neunzigern Amokläufe in Schulen ein wiederkehrendes Problem sind, mit den Vereinigten Staaten und Deutschland als traurigen Spitzenreitern.

Sie stehen in Zusammenhang mit vielen weiteren Feldern wie Gewalt, Mobbing, Schulklima oder auch der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Es ist ein sehr vielseitiges Thema, welches für eine konkrete Auseinandersetzung einer spezifischen Suche benötigt. Um dies umzusetzen haben wir uns im Seminar immer einen Aspekt nach dem anderen vorgenommen.

Ich habe mich für das Thema School Shootings und genauer den Code of Silence gemeldet, da auch in meiner Schulzeit Amokläufe ein immer wiederkehrendes Thema waren, welches sich nicht nur auf den Politikunterricht beschränkte.

Leider wurde auch an zwei meiner ehemaligen Schulen ein derartiger Angriff auf die gesamte Schüler- und Lehrerschaft angekündigt, was damals für jeden nicht nur ein Schock, sondern auch schwer nhaft angekündigt, was damals für jeden nicht nur ein Schock, sondern auch schwer nachzuvollziehen war.

Diese beiden Studien ergänzen sich bei der Bearbeitung mit Hinblick auf Prävention und Intervention gut, da die Studie zum Code of Silence viele Fragen offen lässt, wie die Schule, Lehrer oder auch Schüler und Schülerinnen zukünftig handeln können. Das NETWASS Programm hat seine Wirksamkeit bewiesen und bietet hiermit eine Möglichkeit der Schulung und gezielten Intervention.

Code of Silence: Students’ Perceptions of School Climate and Willingness to Intervene in a Peer's Dangerous Plan

Zusammenfassung der Fragestellung, des Themas und dem thematischen Kontext Im Folgenden wird die Studie von Syvertsen, A.; Flanagan, C.; Stout, M. aus dem Jahre 2009 vorgestellt. Die Studie beginnt mit der Aufführung eines Beispiel des Amoklaufes vom 5. März 2001, als Charles Williams in die Santana High School in Santee, Kalifornien ging und Schüsse eröffnete.

Einige Tote und mehrere Verletzte, sowie der Verlust eines Sicherheitsgefühls blieben zurück. Bis zu 20 Studierende waren in Williams' Absichten eingeweiht gewesen, doch dieses Datenmaterial wurden niemals an einen Erwachsenen weitergegeben.

Die Tatsache, dass Gleichaltrige Bescheid wussten, allerdings nicht intervenierten ist kein Einzelfall.1

Statistiken im Bericht der Safe School Initiative, finanziert vom US-Geheimdienst und des US- Bildungsministeriums, geben an, dass in 81% der Fälle von Schießereien an Schulen zwischen 1974 und 2000 der Angreifer weitestgehend jemandem von seinen Plänen berichtete.2 Doch jene junge Personen beschlossen, keine Autoritätsperson über den Angriff zu informieren. Während Fälle von tödlicher Gewalt in der Schule selten sind, gibt es trotz alledem Situationen, in denen Peers über die Pläne ihrer Mitschüler Bescheid wissen, seien sie gleichfalls nicht tödlich, nichtsdestominder indes gefährlich.

Das Ignorieren der gefährlichen Verhaltensweisen von Gleichaltrigen spielt sich jeden Tag in den Schulen ab.

Dies führte die Autoren zu der Frage welche Psychologie liegt der Untätigkeit von Kommilitonen zugrunde?3

Genauer; Wie beeinflusst das Schulklima Jugendliche in Hinblick auf ihre Bereitschaft zu intervenieren/einzuschreiten, wenn ein Mitschüler etwas Gefährliches plant?

Die Intention der Untersuchung ist es den Code of Silence besser zu verstehen.

Um zu verstehen, wie das Schulklima die Bereitwilligkeit junger Leute beeinflusst, in den gefährlichen Plan eines Gleichaltrigen einzugreifen wurde die Wahrnehmung der

Erwachsenenautorität in der Schule analysiert, sowie das Solidaritäts- und persönliche Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Schule.

Es wird eine hypothetische Situation analysiert, in der ein Peer plant, in der Schule etwas Gefährliches zu unternehmen.

Ferner wird überprüft, ob die Interaktion nicht nur durch die Schulklimafaktoren und die verschiedenen Reaktionsstrategien, sondern auch durch die Überzeugung der Schüler, dass der Besuch eines Lehrers mit ihren Zweifel zu mehr Problemen führen kann, beeinflusst wird. Die Hypothesen der Autoren sind zum einen, dass Schüler der Oberstufe weniger positive Wahrnehmungen des Schulklimas und daher weniger Interventionsverhalten zeigen, als Schüler der Mittelstufe.

Zum Anderen wird gleichfalls erwartet, dass Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit als ihre männlichen Mitschüler direkte Maßnahmen ergreifen oder mit ihrem Wissen über den Plan eines Peers zu einem Lehrer gehen.

Es wird folglich hiervon ausgegangen, dass sämtliche drei Indikatoren des Schulklimas das Engagement der Jugendlichen, direkt oder indirekt, positiv Vorhersagen. Es wird jedoch spekuliert, dass die positive Beziehung zwischen der Wahrnehmung einer demokratischen Autoritätsstruktur, der Solidarität der Schule und dem persönlichen Zugehörigkeitsgefühl und den Absichten der Jugendlichen, durch direkte Maßnahmen oder die Aussage eines Erwachsenen in der Schule einzugreifen, durch die Überzeugung der Schüler beeinflusst wird, ob sie glauben durch das Heranziehen eines Erwachsenen würden sie selbst oder die betroffene Person nur in Schwierigkeiten geraten.4 Zusammengefasst gesagt, beschäftigt sich die Studie mit dem Verhalten unter Schülern und Schülerinnen in Bezug auf die Kenntnis über den gefährlichen Plan eines Peers und bezieht dabei wichtige Aspekte des Schulklimas mit ein.

Methode In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen beschrieben, inklusive Stichprobe.

Die Studie befragt 1.933 Jugendliche aus 13 Schulen. Die befragten Schüler und Schülerinnen besuchen die Klassen 7 bis 12 (Middle School bis High School) in zwei verschiedenen Staaten.

Von den 1.933 Befragten der Erhebung besuchen 776 die Middle School und 964 die High School.

Das Durchschnittsalter der Mittelstufen Schüler und Schülerinnen beträgt 13,1 Jahre, und 54 % jener Schüler waren weiblich. Das Durchschnittsalter der High School Schüler und Schülerinnen betrug 15,8 Jahre und 53 % von ihnen waren weiblich.

Geschlecht und Herkunft der Befragten entsprechen der Verteilung in der Gesamtpopulation der Schuldistrikte.5 Ihnen wird ein Szenario über eine hypothetische Situation, in der ein Peer einen gefährlichen Plan hat, vorgestellt und es wird erfragt, wie sie handeln würden. Dazu gibt man ihnen einen Rahmen von vier verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten, die später noch erörtert werden. Die Durchführung erfolgt durch Umfragen, genauer durch Skalas.

Alle in der vorliegenden Untersuchung verwendeten Maßnahmen basierten auf den Selbsteinschätzungen der Schüler. Die Befragungen wurden im Frühling 2004 in einer 45-minütige Sozialwissenschaftsstunde an die Schüler verteilt.6

Befragt werden die Schüler und Schülerinnen nicht nur zu ihren Reaktionsmöglichkeiten, sondern auch zu der Wahrnehmung der Autoritätsstruktur in der Schule und des Gemeinschaftssinns, um das Schulklima zu erfassen.

Es existieren zwei Rubriken von Interventionsstrategien: direkte Intervention mit Gleichaltrigen und Meldung des Problems an Erwachsene in der Schule.

Es wird die Bereitwilligkeit der Schüler abgefragt unmittelbar mit ihren Mitschülern oder Freunden direkt beim Peer zu intervenieren oder seinen Freunden Bescheid gegeben wird und miteinander versucht wird, den Peer daran zu hindern.

Um die Neigung der Schüler festzustellen, mit ihren Vorbehalte zu einem Erwachsenen in der Schule zu gehen, bittet man die Schüler bei zwei Punkten die Wahrscheinlichkeit anzugeben. Einmal dass sie einem Lehrer etwas sagen und ob sie es dem Direktor sagen. Die Mitglieder sollen gleichermaßen die Wahrscheinlichkeit angeben, mit der sie eine dritte

Strategie wählen würden. Die Schüler werden gleichwohl gefragt, wie wahrscheinlich es ist, dass sie einem Freund vom Peer-Plan erzählen, einem Erwachsenen allerdings nicht.

Das suggeriert nicht, ob sie intervenieren oder bloß tratschen würden. Zusammen mit den weiteren Strategien wurden die Schüler gefragt, wie vermutlich es ist, dass sie den Plan ihrer Kollegen, in der Schule etwas Gefährliches zu tun, ignorieren.

Hierzu gehört die Angabe der Wahrscheinlichkeit, warum sie es ignorieren. Geschieht dies weil sie es nicht glauben, weil es sie nichts angeht oderweil sie sich schämen oder denken es würde nichts nützen, wenn sie intervenieren.7 Um die Wahrnehmung der Jugendlichen von der Struktur der Schule als demokratisch und offen nachzuempfinden und die Autoritätsstruktur zu erfassen werden verschiedenen Aussagen wie beispielsweise:“^ my school, students have an opportunity to debate and discuss issues“ (Syvertsen et al. 2009: 8) auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Doch wie bereits erwähnt, trägt nicht nur das zum Schulklima bei, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Dieses umfasst das Gefühl der Schüler und Schülerinnen im Punkt Eigenverantwortung und Zugehörigkeit zum schulischen Umfeld. In dieser Studie werden zwei einzelne Werte verwendet, um das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer mit Gleichaltrigen in der Schule zu bewerten, zum einen Schulsolidarität und zum anderen persönliche Zugehörigkeit.

Ersteres stellt die Wahrnehmung des von der Studentenschaft geschaffenen allgemeinen Klimas dar, und letzteres spiegelt ein persönlicheres Gefühl der Integration wider. Das Schulsolidaritätskonstrukt misst die Wahrnehmung der Teilnehmer, dass sich die Schüler ihrer Schule im Allgemeinen umeinander kümmern und ein gemeinsames Gefühl der Eigenverantwortung für die Aufrechterhaltung eines positiven Schulklimas empfinden. Alle Punkte sowohl in der Schulsolidarität, als auch in der persönlichen Zugehörigkeit werden wieder mit Skalas bemessen.

Der Mediator wird mit einem einzigen Element gemessen. Die Überzeugung, sich selbst oder den betroffenen Mitschüler damit Probleme zu machen, indem man sich an einen Erwachsenen wendet.

Die Kovariablen sind Geschlecht und Bildungsstand der Eltern. Fehlende Daten sind in dieser Studie gering. Bei den Konstruktelementen liegt der Prozentsatz der als fehlend eingestuften Fälle in der Stichprobe zwischen 1% und 5% und fehlt zufällig in Bezug auf Konstrukte, Altersstufen und Geschlecht. Anstatt die Fälle zu löschen, in denen etwas fehlt, analysierten die Autoren die Daten unter Verwendung der Schätzung der maximalen Wahrscheinlichkeit für vollständige Informationen.8 Die Analyse besteht aus drei Schritten.

Zunächst eine Bestätigungsfaktoranalyse, um zu zeigen, dass das Messmodell eine angemessene Übereinstimmung mit den Daten bietet.

Dann wird ein Strukturgleichungsmodell gemacht, in dem die Antwortstrategien auf die Wahrnehmung der Schüler hinsichtlich der Autoritätsstruktur ihrer Schulen, die Wahrnehmung der Schulsolidarität, das persönliche Zugehörigkeitsgefühl in der Schule zurückgeführt werden. Anschließend wird ein Strukturgleichungsmodell gebildet, das den Mediator zeigt. Die Mediationsanalyse soll prüfen, ob die Überzeugungen der Schülerinnen und Schüler, dass sie in Schwierigkeiten geraten könnten, ein Grund für die Verbindung zwischen Schulklima und ihrer Reaktion sind. Für jede Analyse wendet man Maximum-Likelihood-Parameter-Schätzungen mit konventionellem Standard Fehler und Chi-Quadrat-Teststatistiken an. Die Daten werden mit dem Statistik-Softwarepaket Mplus Version 4.2 analysiert.9 Zusammenfassend gesagt arbeitet die vorliegende Studie mit Selbstauskünften und Item Skalas, wobei die höchste Priorität auf den Reaktionsmöglichkeiten und der Mediatorvariabel liegt. Die Auswertung erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Schritten.10

[...]


1 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.1

2 s.o.

3 s.o.

4 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.6

5 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.6ff

6 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.7

7 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.8

8 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.9

9 s.o.

10 Syvertsen, A. K., Flanagan, C. A. & Stout, M. D. (2009): Code of Silence: Students'perceptions of school climate and willingness to intervene in a peer's dangerous plan. In: Journal of Educational Psychology, Volume 101, S.7ff

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Details

Titel
School Shootings. Eine Analyse zweier amerikanischer Studien mit dem Fokus auf der Prävention
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
23
Katalognummer
V983545
ISBN (eBook)
9783346339225
ISBN (Buch)
9783346339232
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Code of Silence School Shootings Peer Culture
Arbeit zitieren
Deniese Schulz (Autor), 2020, School Shootings. Eine Analyse zweier amerikanischer Studien mit dem Fokus auf der Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983545

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