Die Arbeit gibt eine Handlungsempfehlung für die Gewinnung junger Menschen für den Golfsport. Dabei stellt sich zunächst die Frage, was zu dieser Mitgliederverteilung führt bzw. warum die jüngere Bevölkerung im Golfsport unterrepräsentiert ist. Diese Frage ist Gegenstand der Arbeit.
Zur Untersuchung dieser Fragestellung wird ein Modell zu Exklusionsmechanismen aufgegriffen. Ob und in welcher Form diese Exklusionsmechanismen im Fall der Unterrepräsentanz junger Menschen im Golfsport vorliegen, wird mithilfe eines Onlinefragebogens in dieser Arbeit untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematische Einführung und Problemdarstellung
2. Forschungsstand
3. Exklusion der jüngeren Bevölkerung aus dem Golfsport
3.1. Direkte Exklusion
3.2. Indirekte Exklusion
3.2. Selbstexklusion
3.2. Exklusion durch Nicht-Erreichbarkeit
4. Empirie
4.1. Methodik
4.2. Hypothesen
4.3. Ergebnisse
4.4. Diskussion
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Unterrepräsentanz der jüngeren Bevölkerung im Golfsport durch die Anwendung eines theoretischen Exklusionsmodells. Ziel ist es, durch eine quantitative Befragung zu analysieren, ob Faktoren wie Passfähigkeit, Selbstexklusion und kommunikative Nicht-Erreichbarkeit die Partizipation junger Menschen negativ beeinflussen und daraus resultierende Handlungsempfehlungen für Sportverbände und Clubs abzuleiten.
- Analyse von Exklusionsmechanismen im Golfsport
- Untersuchung der Altersstruktur im DGV
- Empirische Validierung von Einstellungsunterschieden
- Bewertung der kommunikativen Erreichbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Direkte Fremdexklusion
Bei direkter Fremdexklusion werden explizit bestimmte Zugangsbedingungen zu einer Organisation, die eine selektive Wirkung haben, formuliert. Dies kann einerseits geschehen, indem bestimmte Merkmale von Personengruppen, wie Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Einkommen, etc. als Ausschlusskriterien genannt werden. Andererseits kann dies auch über die Formulierung von Mindeststandards, wodurch dann alle exkludiert werden, die diese Standards nicht erfüllen, auftreten (vgl. Bahlke et al., 2012).
Überträgt man dies auf Golfclubs, ist vor allem der Mitgliedsbeitrag als möglicher Exklusionsfaktor zu nennen, denn dieser kann nach dem Faktor „Einkommen“ exkludierend wirken. Während der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag in einem Sportverein bei 6,30 Euro im Monat liegt, zahlt man für eine Mitgliedschaft in einem Golfclub im Schnitt ca. 100 Euro (vgl. Deutscher Olympischer Sportbund, 2015). Zwar sind hierdurch keine Mindestanforderungen gesetzt, die explizit jüngere Menschen ausgrenzen, da das Einkommen von jüngeren Personen allerdings geringer ist als von älteren, kann hier eine Form der Exklusion von jüngeren Menschen vorliegen. Anzumerken ist allerdings, dass der Mitgliedsbeitrag für junge Personen erheblich geringer ist und dass im Kindes- und Jugendalter die Mitgliedbeiträge für Sportclubs häufig von den Eltern bezahlt werden. Eine Analyse dieses Aspekts sollte somit eher hinsichtlich junger Erwachsener getätigt werden.
Da der DGV sogar Konzepte entwickelt hat (vgl. Meschler, 2015), um den Nachwuchs für die Sportart zu gewinnen, ist von weiteren direkten Exklusionsmechanismen nicht auszugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematische Einführung und Problemdarstellung: Diese Einführung verdeutlicht die demographische Diskrepanz im Golfsport und skizziert die Notwendigkeit, Gründe für die Unterrepräsentanz junger Menschen zu untersuchen.
2. Forschungsstand: Hier werden bestehende Motive zur Ausübung oder Nicht-Ausübung des Golfsports basierend auf aktueller Literatur und Expertenbefragungen dargestellt.
3. Exklusion der jüngeren Bevölkerung aus dem Golfsport: Dieses Kapitel führt das theoretische Modell von Borggrefe et al. ein, um direkte und indirekte Exklusion, Selbstexklusion sowie Nicht-Erreichbarkeit als Erklärungsfaktoren zu systematisieren.
4. Empirie: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Online-Umfrage, stellt die Hypothesen auf und präsentiert die statistische Auswertung der Daten.
5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass verschiedene Exklusionsformen zur Unterrepräsentanz beitragen, und nennt Ansätze für weiterführende Studien.
Schlüsselwörter
Golfsport, Unterrepräsentanz, Exklusionsmechanismen, Selbstexklusion, Jugendmarketing, Sportsoziologie, Mitgliedergewinnung, Altersstruktur, kommunikative Erreichbarkeit, quantitative Analyse, direkte Exklusion, indirekte Exklusion, Sportpartizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der auffällig geringen Anzahl an jungen Menschen im organisierten Golfsport in Deutschland und sucht nach den soziologischen Ursachen für diese Unterrepräsentanz.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Exklusionsmodelle im Sport, demographische Strukturen des Golfsports sowie die Untersuchung von Barrieren wie Kosten, Image und Erreichbarkeit.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Identifikation von Exklusionsmechanismen, die junge Menschen davon abhalten, den Golfsport auszuüben, um daraus Ableitungen für die Nachwuchsgewinnung zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Online-Umfrage durchgeführt, deren Daten mittels statistischer Analysen (u.a. Mann-Whitney-U Test) zwischen zwei Altersgruppen verglichen wurden.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der vier Exklusionsformen nach Borggrefe et al. und die anschließende empirische Überprüfung dieser Formen anhand einer Datenerhebung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Selbstexklusion, indirekte Exklusion, Nicht-Erreichbarkeit und Passfähigkeit gegenüber einer Sportart.
Warum wird speziell das Alter von 27 Jahren als Trennwert genutzt?
Dieser Trennwert orientiert sich an der durchschnittlichen Altersverteilung anderer Sportarten, die im DOSB organisiert sind, um die signifikante Unterrepräsentanz der Jugend im Golf abzubilden.
Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede konnten festgestellt werden?
Die Studie ergab, dass insbesondere weibliche Teilnehmer eine signifikant geringere „Passfähigkeit“ zum Golfsport empfinden als männliche Teilnehmer.
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- Jannik Heine (Author), 2020, Unterrepräsentanz junger Menschen im Golfsport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983890