Die Arbeit vermittelt als Einstieg in die Thematik vorerst grundlegendes Wissen über Angsterkrankungen. Anschließend wird mit theoretische Erklärungsmodellen gezeigt, wie Angststörungen entstehen können. Dabei stehen die Konditionierung und die kognitiven Theorien im Vordergrund. Um die Probleme eines Angstpatienten adäquat veranschaulichen zu können, erfolgt der Praxis-Transfer der beschriebenen Theorien anhand eines selbst gestalteten fiktiven Fallbeispiels. Hieran knüpft der Lösungsvorschlag in Form der Kognitiven Verhaltenstherapie an. Weil insbesondere die kognitive Umstrukturierung als evidenzbasierte Methode der kognitiven Verhaltenstherapie gilt, wird sie detailliert und praxisbezogen erläutert. Schließlich folgt eine kritische Diskussion, die darauf eingeht, dass es trotz der häufigen Anwendung der kognitiven Verhaltenstherapie, insbesondere der kognitiven Umstrukturierung, durchaus Alternativen oder Ergänzungsoptionen gibt, die je nach Verfassung des Klienten und Patientenanamnese angezeigt sein können. Zuletzt wird in einem Fazit darauf eingegangen, welche Ziele die Arbeit verfolgt und erreicht hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Angststörungen
2.1 Grundkenntnisse über Angststörungen
2.2 Theoretische Hintergründe der Entstehung von Angststörungen
3 Praxis-Transfer
3.1 Fiktives Fallbeispiel einer Patientin mit sozialer Phobie
3.2 Anwendung der theoretischen Erklärungsansätze für das Fallbeispiel
4 Kognitive Umstrukturierung in der Verhaltenstherapie
4.1 Therapieeinstieg mittels ABC-Schema
4.2 Vorgehen der kognitiven Umstrukturierung
5 Diskussion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Angststörungen und transferiert diese Erkenntnisse auf ein fiktives Fallbeispiel, um die Anwendung der kognitiven Umstrukturierung als evidenzbasierte Therapiemethode in der kognitiven Verhaltenstherapie zu veranschaulichen.
- Grundlagen und Entstehungsmodelle von Angststörungen
- Kognitive Erklärungsansätze nach Beck
- Praxis-Transfer am Beispiel einer sozialen Phobie
- Durchführung der kognitiven Umstrukturierung mittels ABC-Schema
- Kritische Diskussion von Therapiemöglichkeiten und Alternativen
Auszug aus dem Buch
3.1 Fiktives Fallbeispiel einer Patientin mit sozialer Phobie
Die Studentin Katrin S. ist 24 Jahre alt und studiert im vierten Semester Medizin. Von zwei mündlichen Prüfungen am Semesterende hat sie sich jeweils mit einem ärztlichen Attest abgemeldet. Die Studentin hätte vier Referate halten sollen, von denen sie eines mit größter Anstrengung hinter sich gebracht hat. Dabei bekam sie neben Schweißausbrüchen einen hochroten Kopf, ihren Herzschlag spürte sie stark und bedrohlich, ihre Hände zitterten. Am Morgen des Referates musste sie sich übergeben. Sie hatte in der Nacht nur drei Stunden am Stück geschlafen. In den letzten Monaten hatte sie sich zunehmend zurückgezogen. Bevor sie das Haus verlässt, überlegt sie sich genau, was sie anzieht. Wenn möglich schreibt sie E-Mails anstatt zu telefonieren.
Bereits in der Schulzeit war Katrin S. eher ein ruhiges Kind und später eine unauffällige Jugendliche. Ihr Freundeskreis war nie besonders groß, in Gruppen hielt sie sich immer im Hintergrund. Sie verbrachte schon immer viel Zeit mit Lernen, jetzt im Studium hat sich der Fleiß noch intensiviert. Ein paar Mal haben sie Kommilitonen etwas scherzhaft als „Streber“ bezeichnet. Nachdem sie nur im ersten Semester eine Party besuchte hatte, fragt inzwischen niemand mehr, ob die Studentin auf eine Veranstaltung mitkommt.
Katrin S. erinnert sich immer wieder an ein Ereignis aus ihrer Schulzeit. In der elften Klasse hielt sie in Chemie ein Referat, bei dem sie auch ein Experiment vorführen sollte. Weil sie jedoch stark zitterte, fielen ihr immer wieder die Utensilien herunter, zwei Reagenzgläser zerbrachen. Katrin S. bekam einen hochroten Kopf, einen trockenen Mund und Schweißausbrüche. Als sie ein paar Klassenkameraden kichern hörte, stiegen ihr vor den anderen Tränen in die Augen. Sie schämte sich zutiefst für ihre Ungeschicklichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Relevanz von Angsterkrankungen und führt in die Zielsetzung ein, die theoretische Basis mit einem Praxis-Transfer zu verknüpfen.
2 Angststörungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Angststörungen sowie verschiedene theoretische Entstehungsmodelle, darunter Konditionierungstheorien und kognitive Aspekte.
3 Praxis-Transfer: Anhand eines fiktiven Fallbeispiels einer Patientin mit sozialer Phobie werden die zuvor beschriebenen theoretischen Konzepte praktisch angewendet.
4 Kognitive Umstrukturierung in der Verhaltenstherapie: Das Kapitel stellt die kognitive Verhaltenstherapie als evidenzbasierte Methode vor und beschreibt detailliert das ABC-Schema sowie die vier Schritte der kognitiven Umstrukturierung.
5 Diskussion: Es findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Methodik statt und es werden alternative Therapieformen sowie die Grenzen des gewählten Ansatzes erörtert.
6 Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert die Arbeit und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Pandemie.
Schlüsselwörter
Angststörung, soziale Phobie, kognitive Verhaltenstherapie, kognitive Umstrukturierung, ABC-Modell, Konditionierung, negative Schemata, dysfunktionale Kognitionen, Angstkreis, Fallbeispiel, Psychotherapie, psychische Erkrankung, Vermeidungsverhalten, Kontrollüberzeugung, Exposition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entstehung von Angststörungen und der praktischen Anwendung der kognitiven Umstrukturierung als zentrale Therapiemethode.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsansätzen für Angst, dem lerntheoretischen Modell der Konditionierung sowie der kognitiven Umstrukturierung bei sozialer Phobie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, theoretisches Wissen über die Genese von Angststörungen praxisnah auf ein Fallbeispiel zu übertragen und den therapeutischen Prozess der kognitiven Umstrukturierung zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu psychologischen Theorien sowie die fallorientierte Anwendung eines strukturierten Therapie-Models (ABC-Schema).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Angststörungen und Erklärungsmodelle), die Fallvorstellung und die detaillierte Beschreibung der kognitiven Verhaltenstherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Angststörung, soziale Phobie, kognitive Umstrukturierung, ABC-Modell und Kognitive Verhaltenstherapie.
Wie hilft das ABC-Schema im Fall von Katrin S.?
Das Schema hilft der Patientin, den Zusammenhang zwischen auslösenden Situationen, ihrer kognitiven Bewertung und den daraus resultierenden emotionalen Konsequenzen zu verstehen.
Was ist das zentrale Ergebnis der Diskussion?
Die Diskussion zeigt auf, dass die kognitive Umstrukturierung zwar hochwirksam ist, aber bei bestimmten Patienten durch andere Ansätze wie Psychodynamik oder Pharmakotherapie ergänzt werden muss.
- Arbeit zitieren
- Katharina Gross (Autor:in), 2020, Kognitive Verhaltenstherapie und kognitive Umstrukturierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983894