Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich damit, inwiefern sich der Business Angel (BA) und die Venture-Capital-Gesellschaft (VC) hinsichtlich ihrer Value-Adding-Fähigkeiten voneinander unterscheiden, was durch einen Vergleich der beiden Investoren in Bezug auf ihre Investitionsprozesse und ihre Investmentpraktiken geschehen soll.
Mehr als die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen in Europa überlebt die ersten fünf Jahre nicht. Die Frage ist: Woran liegt das? Etwa an zu wenig Kapital? Oder geht es doch um viel mehr? Das Gründen eines erfolgreichen Unternehmens stellt den Entrepreneur vor viele Herausforderungen. Die Beschaffung von Wachstumskapital ist eine da-von. In diesem Kontext kommt der Risikokapitalmarkt ins Spiel. Hier treffen sich Nach-frage und Angebot bzw. Unternehmer und Investor.
Mit Blick auf die geringe Überlebenswahrscheinlichkeit junger Unternehmen stellt sich jedoch die Frage, ob Geld allein schon ausreicht, um ein unternehmerisches Vorhaben erfolgreich aufzubauen. In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff
'Smart Money'. In diesem Kontext bezieht sich die Eigenschaft 'smart' zu sein jedoch nicht auf das Geld, sondern auf den dahinterstehenden Investor. Er bringt nämlich nicht nur das finanzielle Fundament, sondern auch die Expertise mit, darauf aufzubauen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Definitionen
2.1 Venture-Capital-Gesellschaft
2.1.1 Definition
2.1.2 Abgrenzung zu Private Equity
2.1.3 Der Lebenszyklus eines Venture-Capital-Fonds
2.2 Business Angel
2.2.1 Definition
2.2.2 Typologisierung
2.2.3 Business-Angel-Netzwerke
3 Theorien und Modelle
3.1 Stilisierter Prozess einer Business-Angel-Finanzierung
3.1.1 Deal Origination und First Meeting
3.1.2 Screening
3.1.3 Due Diligence
3.1.4 Vertragsverhandlungen
3.1.5 Hands-on-Involvement
3.1.6 Ausstieg
3.2 Stilisierter Prozess einer Venture-Capital-Finanzierung
3.2.1 Deal Origination und Initial Screening
3.2.2 Screening
3.2.3 Due Diligence
3.2.4 Vertragsverhandlungen
3.2.5 Hands-off-Monitoring
3.2.6 Ausstieg
3.3 Value-Adding-Rollen
4 Value-Adding-Fähigkeiten im Vergleich
4.1 Ressourcenbeschaffer
4.2 Zertifizierer
4.3 Finanzier
4.4 Experte und Berater
4.5 Überwacher und Forderer
4.6 Mentor und Coach
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen Business Angels (BA) und Venture-Capital-Gesellschaften (VC) im Hinblick auf ihre "Value-Adding-Fähigkeiten". Dabei wird analysiert, wie sich diese Investorentypen durch ihre jeweiligen Investitionsprozesse und Investmentpraktiken unterscheiden, um Portfolio-Unternehmen beim Überleben und Wachstum zu unterstützen.
- Vergleich der Finanzierungsprozesse von Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften.
- Identifikation und Kategorisierung zentraler Value-Adding-Rollen.
- Analyse des Einflusses von Investmentpraktiken auf das Value-Add-Potenzial.
- Untersuchung der komplementären Rolle von BA und VC im Risikokapitalmarkt.
Auszug aus dem Buch
3.1.5 Hands-on-Involvement
Der BA ist ein sogenannter Hands-on-Investor; d.h. er beteiligt sich aktiv an seinen Portfolio-Unternehmen. Die Tätigkeitsbereiche, die der BA dabei übernimmt, sind sehr vielfältig und umfassen sowohl strategische und operative, als auch zwischenmenschliche Aspekte. Sein Engagement kann mit der Einbringung eines unternehmerischen Antriebs beschrieben werden.
Zum einen leistet der BA umfassende Beratungsleistungen. Dies bedeutet, dass er den allgemeinen Pool an verfügbaren Managementressourcen vervielfacht. In diesem Kontext unterstützt er den Unternehmer unter anderem bei der Erstellung des Geschäftsplans. Darüber hinaus denkt er mit dem Unternehmer gemeinsam über Ideen nach und gibt Ratschläge, in welcher Art und Weise und zu welchem Zeitpunkt der Markteintritt erfolgen soll. Schwerpunkte seines Beratungsengagements liegen in den Bereichen Marketing, Produktentwicklung und Finanzbuchhaltung. Auch in das operative Geschäft ist der BA stark involviert. Folglich kann der BA als ein informelles Mitglied des Unternehmerteams angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des hohen Scheiterns junger Unternehmen in Europa ein und stellt die Relevanz der "Value-Adding-Fähigkeiten" von Frühphaseninvestoren zur Sicherung des Unternehmenserfolgs dar.
2 Theoretische Grundlagen und Definitionen: Das Kapitel definiert die beiden Investorentypen, Venture-Capital-Gesellschaften und Business Angels, grenzt sie voneinander ab und erläutert ihre jeweiligen Merkmale und Netzwerke.
3 Theorien und Modelle: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die sieben Schritte der Finanzierungsprozesse für Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften sowie die zentralen Value-Adding-Rollen.
4 Value-Adding-Fähigkeiten im Vergleich: In diesem Kapitel werden die Rollen der Investoren (Ressourcenbeschaffer, Zertifizierer, Finanzier, etc.) direkt miteinander verglichen, um Unterschiede in der Anwendung und Intensität ihrer Fähigkeiten aufzuzeigen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die komplementäre Natur von Business Angels und VCs und leitet daraus Empfehlungen für Gründer bei der Investorenwahl ab.
Schlüsselwörter
Business Angel, Venture-Capital-Gesellschaft, Value-Adding-Fähigkeiten, Finanzierungsprozess, Investmentpraktiken, Risikokapital, Seed-Phase, Startup-Phase, Hands-on-Involvement, Hands-off-Monitoring, Beteiligungsmanagement, Zertifizierungseffekt, Unternehmer, Mentoring, Netzwerk.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften in ihren Fähigkeiten unterscheiden, aktiv zum Wert eines von ihnen finanzierten Unternehmens beizutragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich von Investitionsprozessen, die Identifikation von Value-Adding-Rollen und die Analyse, wie sich die Investmentpraktiken (Hands-on vs. Hands-off) auf Portfolio-Unternehmen auswirken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwiefern Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften sich hinsichtlich ihrer Value-Adding-Fähigkeiten unterscheiden und welche spezifischen Unterstützungsmuster sie verfolgen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, um stilisierte Prozesse für die Finanzierung durch beide Investorentypen zu erstellen und die Value-Adding-Rollen zu kategorisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Finanzierungsprozesse, eine Systematik der Value-Adding-Rollen und einen systematischen Vergleich dieser Rollen in Kapitel 4.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Business Angel, Venture Capital, Value-Adding-Fähigkeiten, Finanzierungsprozess und Investmentpraktiken.
Warum betreiben VCs eine formalere Due Diligence als Business Angels?
Da VCs als Finanzintermediäre rational und professionell gegenüber den Fondsinvestoren agieren müssen, ist ein formaler und zahlenbasierter Prozess zur Risikominimierung für sie obligatorisch.
Wie unterscheidet sich das Engagement nach der Investition?
Während Business Angels (Hands-on) sich oft persönlich und intensiv als informelle Teammitglieder einbringen, agieren VCs eher (Hands-off) durch vertragliche Kontrollinstrumente und eine stärkere strategische Ausrichtung.
Welche Bedeutung hat die räumliche Nähe für Business Angels?
Die räumliche Nähe ist für Business Angels entscheidend, um Vertrauen aufzubauen, da ihre Unterstützung stark auf persönlichem, zeitnahem Austausch innerhalb ihrer regionalen Netzwerke basiert.
- Quote paper
- Marco Reinert (Author), 2020, Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften. Value-Adding-Fähigkeiten bei Frühphaseninvestoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984127