Wie überträgt sich der Rassismus Diskurs von Stuart Hall auf den Film Django Unchained? Gibt es eine Brücke zwischen Film und Theorie? Inwiefern kann man aus schulischer Sicht präventiv handeln? Dementsprechend wurde mit dem Film Django Unchained, ein Film aus der Popkultur ausgewählt, welcher diese Eindrücke und Beispiele in einem historisch-narrativen Kontext unterstreichen soll. Aufgrund der offenen Inszenierung von Gewalt und Rassismus auf mehreren narrativen Ebenen scheint die filmische Umsetzung prädestiniert für eine vergleichende Analyse von Stereotypisierungen und Rassismus.
Die Rolle der Schwarzen in der US-Amerikanischen Gesellschaft diente schon immer als Grundlage für Forscher um eine Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten von Rassismus und ihren Ideologien in den Cultural Studies. Vom teilweise 17. bis 19. Jahrhundert wurden die schwarzen als rechtlose Sklaven meistens als Arbeitskräfte zumeist in der Landwirtschaft eingesetzt, doch einige von Ihnen, besonders weibliche Sklavinnen kamen auch in Häusern und Unterkünften von Plantagenbesitzern und deren Familien unter, in denen sie typische häusliche Arbeit und Hilfe leisten mussten. Am bekanntesten und berüchtigtsten ist jedoch die Vorstellung der Sklavenarbeit auf den Plantagen des Südens der Vereinigten Staaten von Amerika, welche für europäische Zeitgenossen ein bis zum Einsetzen der Abolitionsbemühungen im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts ein Gewerbe wie jedes andere war, zwar außerordentlich risikoreich, dennoch äußert kapitalintensiv, welche mit Gewinnen lockten und ebenso transatlantische Geschäfte. Und doch ist die Ära der Sklaverei in den Vereinigten Staaten von Amerika eines der dunkelsten Kapitel der Nation.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rassismus, Stereotype und Gewalt Begrifflichkeiten
2.1 Gewalt Begriff
2.1.1 Gewalt und Film
2.2 Rassismus Begriff nach Stuart Hall
2.2.1 Kulturelle Identität
3 Die Südstaaten der USA im 19. Jahrhundert in Zeiten der Sklaven und Plantagenarbeit
3.1 Der Süden der USA
3.2 Sklaven und Plantagenarbeit
3.3 Die Diaspora nach Hall
3.4 Die Macht der "Whiteness"
4 Sklavenhandel und Plantagenarbeit am Beispiel des Rassismus Diskurs in Django Unchained
4.1 Kritik und Stereotypisierung des Bildes der Schwarzen
4.1.1 Giroux und die Kritik an Tarantino
4.1.2 Gewaltszenen und Bedeutung in Django Unchained
4.1.3 Das Unterwerfungsmotiv, Macht und Widerstand
4.1.4 Symbolik und Motive in Django Unchained
4.1.5 Evaluation über das Othering
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Rassismus, Stereotypen und Gewaltstrukturen im Kontext der Sklaverei und Plantagenarbeit des 19. Jahrhunderts in den USA, analysiert anhand von Quentin Tarantinos Film "Django Unchained" unter Einbeziehung der kulturwissenschaftlichen Theorien von Stuart Hall.
- Kulturwissenschaftliche Analyse von Rassismus und Identitätskonstruktionen.
- Historischer Kontext der Sklaverei und Plantagenwirtschaft in den amerikanischen Südstaaten.
- Dekonstruktion filmischer Gewaltinszenierung und deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Geschichte.
- Untersuchung von Stereotypisierungsprozessen (Othering) in modernen Hollywood-Produktionen.
- Pädagogische Reflexion zur Vermittlung dieser Themen im schulischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
4.1.4 Symbolik und Motive in Django Unchained
Frantz Fanon erklärt hingegen: "A man who possesses a language possesses an indirect consequence of the world expressed and implied by this language. You can see what we are driving at: there is an extraordinary power in the possession of language." Hieraus kann man entnehmen, dass Tarantino das Symbolik des Filmes vor allem die Minderwertigkeit von Schwarzen in Hollywood thematisieren will den er mit diesem Film herausfordern will. Musik spielt in Django Unchained ebenso eine große Rolle, in der man annehmen kann, dass durch Gesang der Sklaven die Emotionen und Unterwerfung gegen den weißen Herrn symbolisch durch Musik verkörpert werden soll. Albert Wirz erörtert dies, indem er die musikalische Symbolik als einen Akt der eigenen Verarbeitung beschreibt, der durch Lieder, Fabeln und anderen Erzählungen, die zu herausfordernden Lachen über die Herren, sich selber und die Welt anleiteten, in der die Sklaven leben mussten, ein Mittel, um sowohl die eigene Machtlosigkeit als auch die Übermacht der Herren wenigstens symbolisch zu überwinden, gilt. Als Django das Anwesen von Calvin Candie betritt, betritt er nicht nur sein Plantagenwesen, sondern überschreitet damit auch eine Grenze. Doch Calvin fürchtet diesen zu Beginn nicht, aufgrund der Stigmatisierung, dass Django am Ende des Tages nur ein einfacher schwarzer ist, der seinem Herrn dienen würde. Hier findet eine Form von Othering statt,
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Rassismusdiskurse im Kontext der Sklaverei in den USA und deren filmische Darstellung dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Rassismus, Stereotype und Gewalt Begrifflichkeiten: Hier werden theoretische Grundlagen definiert, insbesondere der Gewaltbegriff nach Hugger und Kleiter sowie das Verständnis von Rassismus und kultureller Identität nach Stuart Hall.
3 Die Südstaaten der USA im 19. Jahrhundert in Zeiten der Sklaven und Plantagenarbeit: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Bedingungen der Sklavenwirtschaft im Süden der USA, die Diaspora-Erfahrung und die Machtstrukturen der "Whiteness".
4 Sklavenhandel und Plantagenarbeit am Beispiel des Rassismus Diskurs in Django Unchained: In diesem Hauptteil wird der Film Django Unchained kritisch analysiert, wobei Stereotypisierung, die Gewaltdarstellung und das Motiv des Widerstands im Vordergrund stehen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen der filmischen Aufarbeitung historischer Traumata sowie die pädagogischen Implikationen für den Geschichtsunterricht.
Schlüsselwörter
Rassismus, Sklaverei, Django Unchained, Plantagenarbeit, Stuart Hall, Cultural Studies, Stereotypisierung, Othering, Gewalt, US-Südstaaten, Identitätskonstruktion, Filmkritik, Historisches Trauma, Machtverhältnisse, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Rassismus und der Konstruktion von Stereotypen über Sklaven und Plantagenarbeit im Kontext des US-amerikanischen 19. Jahrhunderts, reflektiert durch Quentin Tarantinos Spielfilm "Django Unchained".
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die kulturwissenschaftliche Untersuchung von Machtstrukturen, die historische Realität der Sklaverei, die filmische Inszenierung von Gewalt und die Frage nach der Identitätsbildung unterdrückter Gruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Stereotype über Schwarze in Hollywood-Filmen visualisiert werden, wie der Rassismus-Diskurs von Stuart Hall auf den Film "Django Unchained" übertragen werden kann und welche Rolle dies für die historische Aufarbeitung spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz (Cultural Studies), der theoretische Konzepte von Autoren wie Stuart Hall, Frantz Fanon und Henry A. Giroux mit einer film- und medienanalytischen Betrachtung verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Einbettung der Sklavenarbeit in den Südstaaten und untersucht spezifische Szenen und Motive in "Django Unchained", um Mechanismen wie das "Othering", die Symbolik von Gewalt und den Widerstand gegen Unterdrückung herauszuarbeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rassismus, Sklaverei, Othering, Cultural Studies, Identität, Machtverhältnisse, filmische Repräsentation und historisches Trauma.
Inwieweit hinterfragt die Arbeit die historische Korrektheit des Films?
Die Arbeit stellt klar, dass es sich bei "Django Unchained" um eine fiktive Darstellung handelt. Sie kritisiert, dass der Film historische Fakten mit Popkultur-Elementen vermischt, was die Gefahr einer Verharmlosung des wahren Leids der Sklaverei birgt.
Welche pädagogische Schlussfolgerung zieht die Autorin?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass solche Filme im schulischen Kontext nur sehr vorsichtig eingesetzt werden sollten, da die Gefahr besteht, dass das historische Narrativ durch die Unterhaltungsästhetik des Films überlagert oder verzerrt wird.
- Citar trabajo
- Manar-Marc Soukar (Autor), 2019, Rassismus und Stereotype in Hollywood-Filmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984323