Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristik des Sekretärs Wurm


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

3 Seiten, Note: 1


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Literarische Charakteristik des Sekretärs Wurm

In Schillers Inszenierung ,,Kabale und Liebe" spielt Wurm eine der Hauptfiguren, die in vielen wichtigen Szenen vertreten ist. Er ist Haussekretär des Präsidenten und man zählt ihn zu einer Personengruppe, die allzeit dienstbeflissen mit seinen Herrn intrigiert. Er tritt als williges Werkzeug und als Spitzel des Hofadels auf.

Wurm ist ein ränkesüchtiger Geselle , der auf sein Äußeres achtet, auch wenn er sich schon im mittleren Alter befindet und man ihn nicht als Schönling bezeichnen kann. Er versucht sich so gut wie möglich an den Adel anzupassen und sich durch vornehme Kleidung, wie Stock und Hut, vom Bürgertum abzugrenzen. (1.Akt 2.Sz.) Aber auch durch seine vornehme Haltung und seiner hochmütigen Sprache kann man dies erkennen. Sein Satzbau ist präzise und seine Wortwahl genau durchdacht. Ein Ansehen hat er jedoch nicht, da er selbst nur ein Bediensteter des Präsidenten ist.

Für ihn ist die gesellschaftliche Stellung wichtig, deswegen verändert er sein Verhalten in den unterschiedlichen Gesellschaften.

Vor dem Präsidenten hat Wurm Respekt, da der Präsident eine größere Macht als er ausübt. Er versucht sich bei ihm möglichst einzuschmeicheln um mehr Macht zu erlangen. Nie würde sich Wurm dem Präsidenten widersetzen, da sein eigenes Wohl ihm am wichtigsten ist. Er verhält sich gegenüber höheren Persönlichkeiten unterwürfig und ergeben. Zitat: Wurm: ,,Gnädiger Herr, ich bitte sehr um Vergebung." (1.Akt 5.Sz.)

An diesem Beispiel kann man sehen, wie Wurm dem Präsidenten unterliegt. Dennoch hat er Einfluß auf den Präsidenten und versucht ihn nach seinen eigenen Interessen zu beraten, was ihm auch meist gelingt. Zum Beispiel im 1.Akt 5.Sz.: Wurm erzählte dem Präsidenten von Ferdinands und Luises Beziehung. Wurm wußte, daß der Präsident mit dieser Beziehung nicht einverstanden war. Zitat: Wurm: ,,Ihro Exzellenz haben die Gnade, mir den Beweis zu befehlen." ; ,,Musikmeisters Millers Tochter."(1.Akt 2.Sz.) Auch er hatte selbst um Luises Hand angehalten und nur Ferdinand stand ihm im Weg. Sein Ziel war, es die beiden auseinander zu bringen, das aber konnte er nur mit Hilfe des Präsidenten.

Im Bürgertum verhielt er sich gegenüber den Leuten sehr arrogant und herablassend. Für ihn war das Bürgertum nur eine untergeordnete Schicht, die sich nach den Befehlen des Adels zu richten hatte. Er schätzt die Werte dieser Menschen nicht und sieht nur schwache Leute in ihnen. Immer wieder versuchte er sie als Spielfiguren zu nutzen. Er sieht die bürgerlichen Leute als dumm und ungebildet an. Er hat weder Respekt noch Anstand vor ihnen. Für ihn ist es selbstverständlich, daß das Bürgertum vor ihm Respekt hat und ihn als übergeordnet ansieht. Doch nicht immer kann er seine Vorstellungen so durchsetzen, wie er sie gerne hätte. Im 1.Akt 2.Sz. kann man erkennen, wie er mit dem Leuten im Bürgertum umspringt. Zuerst wendete er sich zu Miller, um Ansprüche auf seine Tochter Luise zu erheben. Er ging von vorn herein davon aus, daß Miller nicht nein zu einen solchen Schwiegersohn sagen würde, da er Geld hatte und er Luise alles bieten könnte. Doch als er dann als Schwiegersohn abgewiesen wird, wird er zornig und geht ohne sich zu verabschieden aus dem Haus, was er sich bei den Adligen nicht erlauben kann. Dies wollte er sich nicht von solchen Leuten gefallen lassen.

Aber Wurm konnte zu Menschen auch noch bösartiger werden. Wenn es sein mußte war ihm jedes Mittel recht um seine Ziele zu erreichen. Sogar vor Erpressung machte er keinen Halt, wobei er darin mit dem Bürgertum keine Probleme hatte. In der 6.Szene vom 3.Akt wird das deutlich. Luise konnte ihren Vater nur helfen, indem sie einen Brief fälschte. Man konnte dadurch sehen wie gehässig Wurm ist.

Er ist ein sehr großer Egoist und dazu ist er noch sehr gierig. Andere sind ihm egal. Sein Wohl und seine Vorteile sind die einzigen Dinge, die wichtig für ihn sind. Wurm hat aber auch noch sehr viele andere Eigenschaften, die ihn keineswegs zu einen besseren Mensch machen.

Als er hört, daß Luise in Ferdinand verliebt ist, ist seine Eifersucht so groß, daß er sogar rachsüchtig wird. Und wenn er Luise nicht bekommt, dann soll auch kein anderer sie kriegen. Er nimmt sich vor, die Liebe zwischen Ferdinand und Luise zu zerstören. Mit seiner falschen und hinterlistigen Art plant er eine Intrige zu seinem Gunsten.

Er reagiert beleidigt, wenn andere ihm vorschreiben, was er zu tun hat. In vielen Szenen sieht man, wie gut sich Wurm verstellen kann. Bei Leuten, die seinem Nutzen dienen ist er zunächst sehr freundlich und versucht sich von seiner besten Seite zu zeigen. Doch sobald er seinen Willen nicht bekommt, will er sich irgendwie rächen und den Leuten Schaden zufügen.

Auch von seinem Namen kann man Charaktereigenschaften ableiten. Wie ein Wurm kriecht er dem Präsidenten hinterher und versucht so viel wie möglich ,,abzustauben". Er ist durch seine äußere Erscheinung genauso häßlich anzusehen wie ein Wurm selbst. Im Gegensatz zum Hofmarschall hat er Verstand, den er auch gezielt einsetzen kann. Er weiß genau, wie man sich in verschiedensten Situationen verhalten muß.

Er kann es nicht leiden, wenn Menschen glücklicher als er sind. Gibt es jedoch Menschen die es schwer haben im Leben, freut er sich darüber. Er braucht immer etwas, an was er sich erfreuen kann und meist ist es das Leiden von anderen. Er ist sehr schadenfroh und man kann ihn auch als einem schlechten Verlierer sehen. Zum Schluß will er sogar die Geheimnisse des Präsidenten verraten nur um sein eigenes Haupt zu retten. Zitat: ,,Ich will Geheimnisse aufdecken, dass denen, die sie hören, die Haut schauern soll."(Letzte Szene) Er legt nur auf das wert, was er sich selbst ergattert hat. Außerdem ist er feige, da er sich nicht einmal traut selbst um Luises Hand anzuhalten. Lieber geht er zum Vater, der ein gutes Wort bei ihr einlegen soll. Zitat: Wurm: ,,Ein väterlicher Rat vermag bei der Tochter viel, und hoffentlich werden sie mich kennen, Herr Miller?"(1.Akt 2.Sz.)

Ursprünglich stammt Wurm aus dem Bürgertum. Doch er konnte sich bis zum Sekretär des Präsidenten hocharbeiten, was auch nicht ganz auf ehrliche Weise geschah. Durch den Umgang mit dem Adel vergaß er jedoch seine Herkunft und fühlte sich nun selbst als ein Adliger. Er verabscheut das Bürgertum, da er selbst auch aus einer solchen Schicht stammt und lieber als Adliger geboren wäre. Trotz dessen ist er kleinbürgerlich und kennt sich bestens im Bürgertum aus. Zitat: Präsident: ,,Einen Eid? Was wird ein Eid furchten, Dummkopf?" Wurm: ,,Nichts bei uns, gnädiger Herr. Bei dieser Menschenart alles."(3.Akt 2.Sz.) Wurm ist eine der wichtigsten Figuren und einer der Gegenspieler im Stück. Er war derjenige, der die Intrige plant und auslöst. Er soll den ,,Bösewicht des Dramas" verkörpern. Nur durch ihn ist es zu den Konflikten im Stück gekommen. In dieser Inszenierung hat diese Negativfigur einen sehr statischen Charakter. Seine schlechten Charaktereigenschaften verändern sich im Laufe des Stücks nicht, er bleibt von Anfang bis Ende der Schurke des Dramas.

1130 Wörter

3 von 3 Seiten

Details

Titel
Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristik des Sekretärs Wurm
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
3
Katalognummer
V98461
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kurzreferat, 3 Seiten.
Schlagworte
Schiller, Friedrich, Kabale, Liebe, Charakteristik, Sekretärs, Wurm
Arbeit zitieren
Andrea Koch (Autor), 2000, Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristik des Sekretärs Wurm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98461

Kommentare

  • Gast am 1.3.2001

    sehr gute ausarbeitung.

    sehr gute charakteristik, ich habe mir einige deiner stellen, z.b. zitate genauer angeschaut und in mein referat hineingenommen.glücklicherweise habe ich glatte 15 punkte bekommen, danke für deine hilfe

  • Gast am 13.1.2002

    sehr schlechte Ausarbeitung.

    Es tut mir leid, dass ich im Folgenden sehr hart kritisiere, aber diese Charakteris. ist einfach nur SCHLECHT u. unbrauchbar. Du schreibst sehr oft ohne Zusammenhang- der Bezug zum vorherigen Satz fehlt tw. gänzlich.
    Deine Ausdrucksweise ist zu umgangssprachlich.
    Deine Interpretationsansätze sind teils falsch, teils nicht weiter ausgeführt, sodass Verständnisschwierigkeiten auftreten. Ebenfalls bringst du viel zu wenig Zitate in den Text ein. So eine Charakteristik "lebt" von Zitaten. Beim Zitieren reicht es nicht aus, nur die Szene und den Akt anzugeben. Schreib lieber das Zitat heraus, damit auch jemand, der das Buch nicht kennt, die Möglichkeit hat, deinen Aufsatz zu verstehen. Wenn diese Charakterisierung auf deiner Schule die Note 1 verdient, dann beantrage ich sofort den Schulwechsel und brilliere zukünftig als Musterschülerin mit dem Notendurchschnitt von 1,0.

  • Gast am 14.3.2002

    MacGyver meldet sich.

    HALLO!!!!!!!!!!!!!!!!!! KÖNNTE NEN BISCHEN KÜRZER SEIN!!!!!!!!!!!!!!

  • Gast am 25.4.2002

    gut.

    es ist etwas widersprüchlich, dass wurm sich nie gegen den präsidenten erheben würde, wobei am ende des textes steht das er ihn aus schadenfreude oder um seinen kopf aus der schlinge zu ziehen(keine ahnug irgendsowas war es glaube ich)verraten hat...
    ansonsten richtig gut gemacht... wobei noch ein paar mehr textbelege kommen sollten

  • Gast am 31.10.2002

    hat mir echt geholfen!.

    Letztens mussten wir als Hausaufgabe 2 Leute aus "Kabale und Liebe" charakterisieren.Ich hatte keinen Plan aber dein Aufsatz hat mir sehr geholfen! Vielen Dank dafür!

  • Gast am 12.1.2003

    Sehr brauchbar.

    Also,

    machmal kann die Parataxe ein bischen ärgern, sonst finde ich die Arbeit aber sehr hilfreich.

    Die Ausarbeitung ist meiner Meinung nach zwar nicht gerade "sehr gut" (1), aber schon gar nicht "sehr schlecht" (5), sondern durchaus noch annehmbar (2/3) ;-)

    Der Inhalt hat mir jedoch sehr gut gefallen, da man durch zu viele Zitate leicht den Überblick verliert. Ausserdem nervt mich diese Pfennigfuchserei, die Manche bei der Bewertung an den Tag legen, ganz gewaltig.

    Naja vielen Dank fürs Veröffentlichen, mir hilft es sicherlich bei meiner Hausaufgabe "gestaltendes Interpretieren" *würg*

  • Gast am 20.11.2011

    Ich finde das wirklich eine sehr gute Charakterisierung. Es werden viele (alle?) Gesichtspunkte genannt. Sie ist flüssig und abwechslungsreich geschrieben.
    Mir hat sie auf jeden Fall geholfen (ich muss Wurm und den Marschall charakterisieren vor dem Hintergrund der allgemeinen höfischen Gestalt bzw. Leben im 18. Jahrhundert und darüber ein Referat halten >:( :/
    wirklich guter Text- verdiente 1! :)

  • Gast am 14.3.2013

    Insgesamt weist diese Charakterisierung noch erhebliche Mängel auf. Insbesondere fehlen für die Interpretationen die Belge im Text und deren Untermauerung durch Zitate. Auf sprachliche und formale Aspekte wurden kaum eingegangen. Sprachliche Mängel sind im Ausdruck zu bemerken und als groben "Schnitzer" ist die Formulierung im Präteritum anzusehen. Eine Charakterisierung schreib man immer im Präsens!
    Es ist mir ein Rätsel, wie dieser Aufsatz eine 1 bekommen konnte. (Das sage ich als Deutschlehrer)
    Mit ein paar Veränderungen hätte es eine sehr gute Leistung sein können, so wie der Aufsatz jetzt ist, kann man das nicht behaupten.

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