Ziele dieser Arbeit sind: Die sich aus protektionistischen Getreidepolitiken ergebende handelspolitische Konfliktsituation darzustellen, daraus die Notwendigkeit einer quantitativen Politikanalyse unter besonderer Berücksichtigung internationaler Zusammenhänge abzuleiten, quantitative Modellansätze zur Analyse von Agrarhandelspolitiken vorzustellen und auf der Grundlage dieser Ansätze die sich für den Weltgetreidehandel ergebenden Konsequenzen protektionistischer Politiken zu analysieren und die möglichen Effekte von Liberalisierungspolitiken auf den Weltgetreidesektor abzuschätzen.
The thesis examines the conflicts that result from protectionist measures in the international cereal markets and discusses the needs for quantitative economic policy analysis. Based on the results of quantiative agricultural trade models the impacts of market distorting policies are analysed and the potential effects of market liberalisation are quantified for the world cereal sector. International trade in cereals is subject to policy interventions. Agricultural protection policies are critized for their market distorting impacts.
Inhaltsverzeichnis des E-Books
- Verzeichnis der Abkürzungen
- Verzeichnis der Übersichten
- Verzeichnis der Schaubilder
- 1. Einleitung
- 2. Handelspolitische Probleme in einem vom Protektionismus geprägten Weltgetreidehandel
- 2.1. Zum Begriff "Protektionismus"
- 2.2. Formen und Umfang protektionistischer Maßnahmen im Weltgetreidehandel
- 2.3. Konfliktsituation im Weltgetreidehandel
- 2.3.1. Lage auf den Weltgetreidemärkten
- 2.3.1.1. Mengenentwicklung
- 2.3.1.2. Preisentwicklung
- 2.3.1.3. Zusammenfassender Überblick
- 2.3.2. Handelsstreit zwischen den Marktpartnern
- 2.3.2.1. Konflikt EG-USA
- 2.3.2.2. Betroffenheit von Drittländern und Beginn der neuen GATT-Runde
- 2.3.1. Lage auf den Weltgetreidemärkten
- 2.4. Bedarf an quantitativen Agrarhandelsmodellen zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger
- 3. Quantitative Modellansätze zur Analyse von Agrarhandelspolitik
- 3.1. Partiale Gleichgewichtsmodelle
- 3.1.1. Ein-Produkt-Modelle
- 3.1.1.1. Beispiel: Weizenhandelsmodell von PAARLBERG und SHARPLES
- 3.1.1.2. Beispiel: Weizenhandelsmodell von SARRIS und FREEBAIRN
- 3.1.1.3. Beispiel: Agrarhandelsmodell von ZIETZ und VALDES
- 3.1.2. Mehr-Produkt-Modelle
- 3.1.2.1. Beispiel: World Multi-Commodity System der OECD
- 3.1.2.2. Beispiel: Agrarhandelsmodell von ANDERSON und TYERS
- 3.1.1. Ein-Produkt-Modelle
- 3.2. Allgemeine Gleichgewichtsmodelle
- 3.2.1. Beispiel: Basic Linked System des IIASA
- 3.3. Zusammenfassender Überblick
- 3.1. Partiale Gleichgewichtsmodelle
- 4. Vergleich von Modellergebnissen – Liberalisierungseffekte
- 4.1. Definition der Szenarien
- 4.2. Unilaterale Liberalisierung in der EG
- 4.2.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 4.2.1.1. Weltmarktpreisniveau
- 4.2.1.2. Handelsvolumen und -struktur
- 4.2.2. Auswirkungen auf die Binnenmärkte für Getreide
- 4.2.2.1. Inlandspreise
- 4.2.2.2. Erzeugung und Verbrauch
- 4.2.3. Zusammenfassender Überblick
- 4.2.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 4.3. Multilaterale Liberalisierung in den OECD-Ländern
- 4.3.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 4.3.1.1. Weltmarktpreisniveau
- 4.3.1.2. Handelsvolumen und -struktur
- 4.3.2. Auswirkungen auf die Binnenmärkte für Getreide
- 4.3.2.1. Inlandspreise
- 4.3.2.2. Erzeugung und Verbrauch
- 4.3.3. Zusammenfassender Überblick
- 4.3.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 4.4. Multilaterale Liberalisierung in allen Marktwirtschaften
- 4.4.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 4.4.1.1. Weltmarktpreisniveau
- 4.4.1.2. Handelsvolumen und -struktur
- 4.4.2. Auswirkungen auf die Binnenmärkte für Getreide
- 4.4.2.1. Inlandspreise
- 4.4.2.2. Erzeugung und Verbrauch
- 4.4.3. Zusammenfassender Überblick
- 4.4.1. Auswirkungen auf den Weltgetreidehandel
- 5. Schlußfolgerungen
- 6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit zielt darauf ab, die handelspolitische Konfliktsituation aufgrund protektionistischer Getreidepolitiken im Weltagrarhandel darzustellen, die Notwendigkeit quantitativer Politikanalysen aufzuzeigen, geeignete Modellansätze vorzustellen und die Auswirkungen von Protektionismus sowie von Liberalisierungspolitiken auf den Weltgetreidesektor abzuschätzen.
- Analyse des Protektionismus im Weltgetreidehandel und seiner Auswirkungen.
- Darstellung und Untersuchung handelspolitischer Konfliktsituationen, insbesondere zwischen der EG und den USA.
- Vorstellung und Vergleich verschiedener quantitativer Agrarhandelsmodelle.
- Modellierung und Abschätzung von Liberalisierungseffekten auf globaler Ebene.
- Analyse der Auswirkungen von Politiken auf Weltmarktpreise, Handelsvolumen und nationale Binnenmärkte.
- Betrachtung internationaler Handelsverflechtungen und der Systematik der Agrarpolitik.
Auszug aus dem Buch
3. Quantitative Modellansätze zur Analyse von Agrarhandelspolitik
THOMPSON (1981) unterscheidet drei Gruppen von Zielen, die mit der Bildung von Agrarhandelsmodellen verfolgt werden: die Erklärung internationaler Handelsverflechtungen vor dem Hintergrund einer zunehmend komplexeren Weltagrarwirtschaft, die Überprüfung von Handelstheorien sowie die kurzfristige Prognose, die Politikanalyse und die Langzeitprojektion als Entscheidungshilfe für Politiker und andere Entscheidungsträger.
Nachfolgend sollen an einigen Beispielenmodellen, deren Hauptanliegen die Politikanalyse ist, die Grundelemente quantitativer Agrarhandelsmodelle erläutert und die wesentlichen Unterschiede zwischen den Modellen herausgearbeitet werden. Bei allen nachfolgend beschriebenen quantitativen Ansätzen handelt es sich um nichträumliche Gleichgewichtsmodelle. Sie unterscheiden einzelne Handelsregionen (Länder oder Ländergruppen), die entweder mit einer Nettoimportnachfrage oder einem Nettoexportangebot auf dem Weltmarkt auftreten. Der Preismechanismus sorgt für den Ausgleich von Nettoimportnachfrage und -exportangebot. Das heißt Preise und Mengen werden simultan so bestimmt, daß ein globales Marktgleichgewicht erreicht wird. Im Unterschied zu den räumlichen Gleichgewichtsmodellen treffen nicht-räumliche Gleichgewichtsmodelle keine Aussagen über die zwischen den einzelnen Ländern auftretenden Handelsströme.
Das PAARLBERG und SHARPLES Weizenhandelsmodell ist ein komparativ-statisches Gleichgewichtsmodell des Weizensektors. Die Modellstruktur ist in Schaubild 9 dargestellt. Das Modell differenziert folgende Handelsregionen: die USA, die EG, Japan (JAP), andere Exporteure (AEX) und andere Importeure (AIM). In der Ländergruppe AEX sind Kanada, Australien und Argentinien, in der Ländergruppe AIM alle anderen Länder aggregiert. Über lineare Angebots- und Nachfragefunktionen wird in Abhängigkeit von regionalen Preisen (PX) der Nettohandel einer Region (X) als Differenz der regionalen Nachfrage (N) und des regionalen Angebotes (A) bestimmt. Auf die Einbeziehung einer Lagerhaltungsfunktion wurde verzichtet. Die Differenz zwischen dem regionalen Preis und dem für alle Regionen gleichen Weltmarktpreis (P^ = PX - P^W) wird als modellexogene Politikvariable vorgegeben (siehe Schaubild 9). Damit wird unterstellt, daß regionale Preisunterschiede lediglich durch unterschiedliche Politiken, nicht aber durch unterschiedliche Qualitäten der in den einzelnen Regionen erzeugten und verbrauchten Weizens und unterschiedliche inter-nationale Transportkostenbelastungen hervorgerufen werden. Alternativ kann durch die modellexogene Vorgabe des regionalen Preises (PX) auch eine Politik abgebildet werden, bei der der Inlandspreis unabhängig von der Höhe des Weltmarktpreisniveaus festgesetzt wird (siehe Schaubild 9).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Protektionismus im Weltagrarhandel ein, beleuchtet die Konfliktträchtigkeit des Getreidesektors und skizziert die Ziele der Untersuchung, darunter die Analyse von Handelspolitiken mittels quantitativer Modelle.
Kapitel 2: Handelspolitische Probleme in einem vom Protektionismus geprägten Weltgetreidehandel: Hier wird der Begriff des Protektionismus definiert, dessen Formen und Ausmaße im Weltgetreidehandel erläutert und die daraus resultierenden Konfliktsituationen, insbesondere der Handelsstreit zwischen EG und USA, detailliert dargestellt.
Kapitel 3: Quantitative Modellansätze zur Analyse von Agrarhandelspolitik: Dieses Kapitel stellt die theoretischen und methodischen Grundlagen der Arbeit dar, indem es verschiedene quantitative Agrarhandelsmodelle (partielle und allgemeine Gleichgewichtsmodelle) vorstellt und deren Strukturen und Annahmen erläutert.
Kapitel 4: Vergleich von Modellergebnissen – Liberalisierungseffekte: In diesem zentralen Kapitel werden unterschiedliche Liberalisierungsszenarien (unilateral und multilateral) definiert und deren Auswirkungen auf Weltmarktpreisniveau, Handelsvolumen, -struktur sowie auf die Binnenmärkte für Getreide mittels der zuvor vorgestellten Modelle analysiert und verglichen.
Kapitel 5: Schlußfolgerungen: Dieses Kapitel präsentiert die wesentlichen Erkenntnisse und Folgerungen aus der Modellanalyse, beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen der Agrarpolitik und die Grenzen der Quantifizierbarkeit.
Kapitel 6: Zusammenfassung: Die Arbeit wird hier nochmals kurz und prägnant zusammengefasst, wobei die Hauptaussagen zu protektionistischen Politiken und den Auswirkungen von Liberalisierungsszenarien im Weltgetreidehandel rekapituliert werden.
Schlüsselwörter
Protektionismus, Weltgetreidehandel, Agrarhandelspolitik, Quantitative Modelle, Liberalisierung, Weizenhandelsmodell, Gleichgewichtsmodelle, Handelskonflikte, Agrarsubventionen, Marktpreis, Handelsvolumen, EU-Agrarpolitik, USA, OECD, Politikanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich grundsätzlich mit der Analyse des Protektionismus im Weltgetreidehandel und den Auswirkungen verschiedener Agrarhandelspolitiken, insbesondere Liberalisierungsstrategien, unter Verwendung quantitativer Modelle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Formen des Protektionismus, handelspolitische Konfliktsituationen im Getreidehandel, die Vorstellung und Anwendung quantitativer Modellansätze sowie die Untersuchung der Effekte von Liberalisierungspolitiken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Konfliktsituation durch protektionistische Getreidepolitiken darzustellen, die Notwendigkeit quantitativer Analysen abzuleiten, Modellansätze vorzustellen und die Konsequenzen protektionistischer sowie liberalisierender Politiken auf den Weltgetreidesektor abzuschätzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine quantitative Analyse wissenschaftlicher Agrarhandelsmodelle, die Gleichgewichtsbeziehungen zwischen Angebot und Nachfrage in verschiedenen Handelsregionen simulieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Beschreibung der handelspolitischen Probleme und Konflikte, die Vorstellung verschiedener quantitativer Modellansätze sowie eine umfassende Analyse und einen Vergleich der Modellergebnisse unter verschiedenen Liberalisierungsszenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Protektionismus, Weltgetreidehandel, Agrarhandelspolitik, Quantitative Modelle, Liberalisierung, Handelskonflikte, Gleichgewichtsmodelle, EU-Agrarpolitik, USA, OECD und Politikanalyse charakterisieren diese Arbeit.
Welche Arten von quantitativen Modellen werden in der Arbeit unterschieden?
Die Arbeit unterscheidet zwischen partiellen und allgemeinen Gleichgewichtsmodellen, welche wiederum in Ein-Produkt- und Mehr-Produkt-Modelle unterteilt sind.
Welche konkreten Modellansätze werden zur Analyse des Agrarhandels eingesetzt?
Konkrete Modellansätze sind unter anderem das Weizenhandelsmodell von PAARLBERG und SHARPLES, das World Multi-Commodity System der OECD und das Basic Linked System des IIASA.
Was ist der Unterschied zwischen unilateraler und multilateraler Liberalisierung, wie sie in der Studie untersucht werden?
Unilaterale Liberalisierung bezieht sich auf Maßnahmen eines einzelnen Akteurs (z.B. der EG), während multilaterale Liberalisierung gemeinsame Schritte mehrerer Ländergruppen (z.B. OECD-Länder oder alle Marktwirtschaften) impliziert.
Welche Rolle spielen "nicht-räumliche Gleichgewichtsmodelle" in dieser Untersuchung?
Diese Modelle bestimmen Preise und Mengen simultan, um ein globales Marktgleichgewicht zu erreichen, liefern jedoch keine Aussagen über die spezifischen Handelsströme zwischen einzelnen Ländern.
- Quote paper
- Gerald Weber (Author), 1987, Analyse des Protektionismus im Weltgetreidehandel auf der Grundlage quantitativer Agrarhandelsmodelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985304