Tourismus und das kulturelle Erbe


Ausarbeitung, 2000

20 Seiten


Gratis online lesen

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Definition des kulturellen Erbes
1.2 Definition des Kulturtourismus
1.3 Anforderungen an den Kulturtourismus

2.Geschichte des Kulturtourismus

3. Derzeitige Situation des Kulturtourismus
3.1 Profil des Kulturtouristen
3.2 Beweggründe der Touristen zum Reisen
3.3 Auswirkungen des Kulturtourismus für die Zielregion

4. Probleme im Kulturtourismus

5. Aktuelle Ansätze zur Verbesserung des Kulturtourismus
5.1 Angebotsgestaltung
5.2 Vermarktung
5.3 Informationsvermittlung

6. Das kulturelle Erbe Wartburg

7. Kulturtourismus in Europa

Literatur

Tourismus und das kulturelle Erbe

1. Einleitung

Im folgenden soll der Tourismus, der im Zusammenhang mit dem kulturellen Erbe steht näher untersucht werden. Dabei stellt sich zunächst die Frage, was unter kulturellem Erbe eigentlich zu verstehen ist.

1.1. Definition des kulturellen Erbes

Die UNESCO führt eine Liste des Weltkulturerbes. Die Kriterien, die auf Kulturgüter angewendet werden um zu prüfen, ob sie in diese Liste aufgenommen werden, sind zur Definition des kulturellen Erbes zweckdienlich.

Ein derartiges Objekt...

1. ist eine einzigartige künstlerische Leistung, ein Meisterwerk des schöpferischen Geistes,

2. hat während einer Zeitspanne oder in einem Kulturgebiet der Erde beträchtlichen Einfluß auf die Entwicklung der Architektur, der Großplastik oder des Städtebaus und der Landschaftsgestaltung ausgeübt,

3. stellt ein einzigartiges oder zumindest ein außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Zivilisation oder Kulturtradition dar.

4. Ist ein herausragendes Beispiel eines Typus oder architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die (einen) bedeutsame(n) Abschnitt(e) in der menschlichen Geschichte darstellt,

5. stellt ein herausragendes Beispiel einer überlieferten menschlichen Siedlungsform oder Landnutzung dar, die für eine bestimmte Kultur (oder Kulturen) typisch ist, insbesondere wenn sie unter dem Druck unaufhaltsamen Wandels vom Untergang bedroht wird,

6. ist in unmittelbarer oder erkennbarer Weise mit Ereignissen, lebendigen Traditionen, mit Ideen oder mit Glaubensbekenntnissen, mit künstlerischen oder literarischen

Werken von außergewöhnlicher universeller Bedeutung verknüpft (dieses Kriterium gilt nur unter außergewöhnlichen Umständen oder in Verbindung mit anderen Kriterien)

Auch wenn durch diese Kriterien Welterbestätten definiert werden, kann diese Definition auch für das kulturelle Erbe im Allgemeinen dienen.

1.2 Definition des Kulturtourismus

Die nächste Frage, die sich stellt, ist der Zusammenhang zwischen kulturellem Erbe und dem Tourismus. Hier stößt man in der Literatur häufig auf die Formulierung Kulturtourismus. Nach einer Definition des ETI zum Forschungsprojekt »Kulturtourismus in Europa/Demonstrationsvorhaben im Bildungs-/Kulturtourismus« definiert sich Kulturtourismus wie folgt:

„ Kuturtourismus nutzt Bauten, Relikte und Bräuche in der Landschaft, in Orten und in Gebäuden, um dem Besucher die Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsentwicklung des jeweiligen Gebietes durch Pauschalangebote, Führungen, Besichtigungsmöglichkeiten und spezifisches Informationsmaterial nahezubringen. Auch kulturelle Veranstaltungen dienen häufig dem Kulturtourismus “

Da das Thema dieses Referates „Tourismus und das kulturelle Erbe“ ist, kulturelle Veranstaltungen, wie z. B. Theaterfestspiele, nach der Definition der UNESCO aber nicht dem kulturellen Erbe zuzurechnen sind, möchte ich diesen Teil der Definition außer Acht lassen. Wenn im folgenden also von Tourismus die Rede ist, so ist damit Kulturtourismus nach obiger Definition gemeint, jedoch ohne die Berücksichtigung kultureller Veranstaltungen. Unter dieser Voraussetzung lassen sich die Definitionen des Weltkulturerbes der UNESCO und des Kulturtourismus der ETI gut in Einklang bringen.

1.3 Anforderungen an den Kulturtourismus

Der Kuturtourismus ist ein relativ neues Feld in der Tourismusforschung. Erst in den 80er Jahren wurde der Begriff des Kulturtourismus durch die EG in Deutschland eingeführt. Nichtsdestotrotz, oder gerade deswegen lassen sich hier gute

Wachstumschancen erwarten. Besonders in Mitteleuropa, mit seinem reichen kulturellen Erbe und der gleichzeitig geringen Anziehungskraft der natürlichen Attraktionen, ist der Kulturtourismus eine der Entwicklungschancen für den Tourismus. Nach Prof. Dr. Christoph Becker werden an den Kulturtourismus folgende Anforderungen gestellt:

- er soll ein gebietsspezifisches, authentisches Erlebnis vermitteln - es soll am Urlaubsort Kultur „live“ erlebt werden.
- Um das kulturelle Potential längerfristig zu sichern, muß nicht nur eben dieses Potential schonend genutzt werden, sondern das Angebot muß auch umwelt- und sozialverträglich gestaltet werden.
- Die Angebote im Kuturtourismus müssen sich durch ein hohes Maß an Sachkunde, Gründlichkeit und Phantasie auszeichnen.

Des weiteren stellt er fest, daß sich in Grenzgebieten eine besondere Vielfalt im Kulturtourismus entwickeln kann, da sich im Nachbarland oft eine andere kulturelle Entwicklung ergeben hat. Dies erhält eine besonderer Bedeutung, weil durch den Abbau der Grenzbarrieren die „ unterschiedlichen Entwicklungen oder auch Zeiten gemeinsamer Entwicklung besonders gut verfolgt werden “ können und die kulturellen Angebote wechselseitig genutzt werden können.

2.Geschichte des Kulturtourismus

Tourismus mit dem Ziel der kulturellen Weiterbildung ist kein Phänomen der neueren Zeit. So zeugen zum Beispiel noch heute die eingeritzten Namen Bildungsreisender der hellenischen Antike in den Pyramiden von Gizeh von der Anziehungskraft dieses kulturellen Erbes aus frühester Zeit der zivilisierten Menschheitsgeschichte.

Auch im römischen Kaiserreich war es üblich sich auf Reisen weiterzubilden. Die klassische Route führte damals von Athen über Korinth, Epidauros, Sparta, Olympia und Delhi zurück nach Athen und wurde jährlich von zehntausenden Touristen bereist.

Nicht zuletzt wegen des reichhaltigen Schatzes an kulturellem Erbe, an das damals wie heute, in Pausanias Beschreibung Griechenlands ist es zu lesen, Berichte über die Mythen und Götter, Sagen und Heroen gebunden sind. Bis heute existiert, zumindest zum Teil, dieses Erbe. Ein Grund dafür, daß auch heute noch Touristen diese Route wählen.

Im Mittelalter änderte sich das Bildungsreiseverhalten. Zur Bildung gehörte für die Studenten nicht nur das, was sie in Bibliotheken und in Schulstuben erlernen konnte. Unter dem aufkommenden Humanismus bedeutete Bildung auch »weltoffen und kosmopolitisch zu sein«. Das konnte man nur erreichen, indem man über den Kreis der Heimat hinausblickte und in die Ferne zog, seinen Horizont erweiterte. Am Abschluß des Studiums stand damals eine Reise zu den kulturellen Hochburgen Europas, die sogenannte peregrinatio erudita, oder auch Grand Tour. Bei dieser Reise stand allerdings nicht unbedingt das kulturelle Erbe im Mittelpunkt, sondern das ganze kulturelle Leben. Es wurden, neben den eigentlichen Studieninhalten, Fremdsprachen gelernt oder sich auch einfach mit dem gerade modischen Lebensstil vertraut gemacht. Zu den beliebtesten Zielen dieser Zeit gehörte Italien, seit dem 17. Jahrhundert aber auch Frankreich, das mit seiner Sprache und Kultur immer mehr Einzug in die europäische Gesellschaft fand. Von politologischem Interesse waren England, durch seine demokratischen Institutionen und die Niederlande, in denen man die Republikanische Staatsform erleben konnte.

Ein weiterer Wandel im Bildungstourismus ergab sich im 18. Jahrhundert. Die Interessen der Reisenden änderten sich. Man Interessierte sich nicht mehr so sehr für die status quo in anderen Kulturen, sondern mehr für das was die Kulturen hinterlassen haben, was aus ihrer Geschichte hervorgeht, ihr kulturelles Erbe. Die Bildungsreise zu jener Zeit ist, ähnlich wie heute, schon einigermaßen reglementiert. So gibt es beispielsweise eine Standardroute, die „ von Venedigüber Rom nach Neapel führt, dann möglicherweise weiterüber Marseille nach Paris “. Schon zu dieser Zeit stehen an den wichtigsten Stellen Reiseführer zur Verfügung. An der Göttinger Universität gibt es sogar eine Vorlesung über Land- und Seereisen.

Was die damalige Bildungsreise allerdings deutlich von der heutigen unterscheidet ist ihr zeitlicher Umfang: Damals dauerte eine Studienreise Monate oder Jahre, nicht wie heute höchstenfalls einige Wochen. Bedingt hierdurch, war natürlich auch der Rhythmus in dem eine solche Reise angetreten wurde ein anderer als der heutige, der eher von Jahreszeiten bestimmt wird und nicht von Lebensabschnitten, wie damals. Insgesamt war eine Bildungsreise damals auch wesentlich aktiver von dem Reisenden gestaltet, denn obwohl an einigen Standpunkten Reiseleiter zur Verfügung standen war es doch hauptsächlich die Aufgabe des Reisenden, sich vor Antritt der Reise mit dem fremden Land und dessen Kultur auseinanderzusetzen, eine Aktivität, die heutzutage nur noch rudimentär vorhanden ist. Vielmehr handelt es sich bei einer heutigen Studienreise mehr um eine Aneinanderreihung von organisierten Besichtigungen, die in einer geschlossenen Reisegruppe vonstatten geht, ein passives Erlebnis also.

3. Derzeitige Situation des Kulturtourismus

3.1 Profil des Kulturtouristen

Wie sich aus einer Studie des IRISH TOURIST BOARD entnehmen läßt ist der Kulturtourismus in Europa ein stabiler Markt mit guten Wachstumschancen. Hiernach sind 34.5 Mio. der Touristenankünfte in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft dem Kulturtourismus zuzuordnen. Das sind 23.5 % aller Ankünfte. Diese Kulturtouristen können noch näher unterschieden werden. Mit 90% (31 Mio.) haben den größten Anteil am Kulturtourismus die „General Cultural Tourists“, die das Besuchen von kulturellen Attraktionen als Teil ihres allgemeinen Urlaubs sehen. Die restlichen 10% (3,5 Mio.) gelten als „Specific Cultural Tourists“, die die kulturellen Attraktionen als Hauptgrund für ihre Reise sehen. Bei den deutschen Touristen rangiert der Kulturtourismus in der Beliebtheit an fünfter stelle nach dem Ausruhurlaub, dem Vergnügungsurlaub, dem Strandurlaub und dem Verwandten-/Bekanntenbesuch. 13,8% der deutschen Urlauber bezeichneten im Jahr 1991 ihre Haupturlaubsreise als Studienreise oder Bildungsurlaub. Bei einem Ost-West Vergleich fällt auf, daß die Ostdeutschen mit 17% wesentlich interessierter an Bildungsreisen waren als die Westdeutschen mit nur 13%. Die deutschen Kulturtouristen in den 80er Jahren wurden in einer detaillierten Marktanalyse von Albrecht Steinecke im Jahr 87 als junge gebildete und konsumfähige Touristen charakterisiert. Des weiteren seien sie mobile und auslandsorientierte Urlauber, die eine Pauschalreise, also ein Angebot, in dem Anreise und Unterkunft kombiniert werden, bevorzugen. Sie gelten als aktive Urlauber, wobei die Aktivitäten aus Besichtigungen, Ausflügen, Fotografieren, Landesspezialitäten essen und Einkaufsbummeln bestehen. Außerdem scheuen sie vor hohen Reiseausgaben nicht zurück und erwarten sich typischerweise von ihrem Urlaub Erlebnisse und Innovationen, Vergnügung und Geselligkeit sowie ein Ausleben ihrer Hobbys und Interessen.

Hieraus ist zu erkennen, daß die deutschen Kulturtouristen sich neben dem Kulturerlebnis an ihrem Ferienort auch anderes erwarten, wie z.B. Gourmet-, Konsumund Erlebniselemente.

3.2 Beweggründe der Touristen zum Reisen

Was bewegt diese Menschen aber dazu die kulturellen Attraktionen ihres Zielortes zu nutzen? Dazu sollte vorerst betrachtet werden, was einen Menschen überhaupt dazu bewegt zu Reisen, oder sich einen besonderen Ort als Reiseziel auszusuchen.

Wir reisen immer aus mindestens einem von zwei Gründen: Entweder, weil wir von etwas angezogen werden oder weil wir vor etwas flüchten wollen. Anders ausgedrückt begeht ein Mensch eine Reise immer mit einem hauptsächlichen Ziel, egal ob es sich dabei um eine Erholungsreise, eine Bildungsreise, eine Sportreise, etc. handelt: Er sucht nach einer Andersartigkeit, nach einer andersartigen Kultur, nach etwas was sich von seinem alltäglichen Leben unterscheidet. Warum sonst sollte er sein Zuhause verlassen? Und welches Ziel wäre dafür besser geeignet als eines mit einem reichhaltigen kulturellen Erbe, das uns diese Andersartigkeit sozusagen auf direktem Wege visuell serviert.

Zusätzlich bietet eine Reise zu einer Stätte kulturellen Erbes die Möglichkeit „mitzuhalten“, den Status aufzubessern, ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist.

Einige Touristen reisen hauptsächlich aus diesem Grund: Entweder um ein Reiseziel unbedingt bereist zu haben, das man gesehen haben muß, oder um den besonderen Status inne zu haben, ein Ziel bereist zu haben, das die Masse der Touristen noch nicht gesehen hat. Das erste dieser beiden Statusphänomene äußert sich dadurch, daß Touristen Paris, Venedig, etc. gesehen haben müssen, wodurch diese Stätten einen immer wachsenden Zulauf an Touristen erfahren. Ein Beispiel für einen solchen obligatorischen Besuchsort gibt Donald Horne: „In Italy one must see Rome. In Rome one must see the Vatican. In the Vatican one must see the Sistane Chapel.“

Forschung und Bildung bilden einen weiteren großen Anziehungsfaktor von Kulturerbestätten als touristisches Reiseziel. Die Bildung oder Forschung an Stätten kulturellen Erbes hat verschiedenste Ausprägungen. Sie reicht vom sammeln primärer Rohdaten von Spezialisten und Forschern, über studentische Exkursionen, bis hin zu Ausflugszielen auf schulischen Klassenreisen.

Nichtzuletzt ist natürlich auch die Freude und der Spaß als Urlaubsfaktor nicht zu vernachlässigen, denn wie weiter oben beschrieben suchen wir im Urlaub nach etwas, das wir in unserem alltäglichen Leben nicht haben, bzw. nicht ausleben können. Für eine Stätte kulturellen Erbes bedeutet das, daß der Tourist sich hier wohl fühlen muß und Spaß am lernen an diesem Objekt empfindet, um es für eine Reise attraktiv zu machen. Das Kapitel 5 beschäftigt sich näher mit den Ansätzen, die dies erreichen sollen.

3.3 Auswirkungen des Kulturtourismus für die Zielregion

Für die Zielgebiete des Kuturtourismus bilden sich verschiedene Vorteile heraus. Er bietet die Möglichkeit der Nutzung des endogenen Potentials, also des kulturellen Erbes, wie Bauten, Relikte, Brauchtum usw.. Die weiter oben beschriebene hohe Kaufkraft der meisten deutschen Kulturtouristen trägt zu einer großen Wertschöpfung für die Zielregion bei. Und zu guter Letzt ist der Kulturtourismus auch ein arbeitsintensiver Sektor, was wiederum die Möglichkeit der Beschäftigung für beispielsweise Reiseleiter und Gästeführer birgt.

Allerdings ist der intensive Tourismus auch mit Problemen behaftet, die im folgenden Kapitel näher Beschrieben werden sollen.

4. Probleme im Kulturtourismus

An vielen Orten in der Welt leiden die kulturellen Erbstätten schon heute an der Überlastung durch Touristen, während andere noch kaum erschlossen sind. Diese Erschließung bedeutet aber auch eine Gefahr für die Denkmäler. Betrachtet man zum Beispiel ein einzelnstehendes Baudenkmal als kulturelles Erbgut, so geht mit der Erschließung häufig der Bau von Parkplatzanlagen und Hotels oder ähnlichem einher. Das führt wiederum dazu, daß durch die Emissionen der anreisenden Fahrzeuge das Denkmal und die umgebende Landschaft beschädigt wird. Abgesehen von den direkten Einflüssen der Emissionen, stellt sich auch eine ästhetische Veränderung zum Negativen ein.

Es kann für Touristen eine Herausforderung sein eine kulturelle Stätte zu erklimmen oder auf ihr zu wandern. Als Beispiel könnte man hier die Chinesische Mauer nennen. Wer möchte eine weite Reise auf sich nehmen und sie sich dann nur aus der Entfernung ansehen. Wenn man schon davor steht möchte man auch auf ihr wandeln. Im Fall der Chinesischen Mauer wirkt das vielleicht wie kein besonders großes Problem, da sie sehr robust aussieht, aber auch hier kommt es, wenn die Einwirkung durch Menschen über einen langen Zeitraum besteht und von vielen ausgeht, zu Verschleißerscheinungen, zu anthropogener Erosion.

Bereits in der Präambel der UNESCO Konvention von 1972 steht geschrieben, daß das natürliche und kulturelle Erbe vermehrt von Zerstörung bedroht werde, und das nicht nur durch die klassischen Gründe der Verwitterung, sondern auch durch den Wandel von sozialen und ökonomischen Zuständen, die die Situation in Form einer noch stärkeren Zerstörung verschlimmerten. Zu diesen sozialen und ökonomischen Phänomenen gehört auch der Tourismus an diesen Orten.

Neben den weiter oben beschriebenen schädlichen Einwirkungen durch Begehung, können kulturelle Erbstücke auch einer Überdosis an Atem und Schweiß, Abgasen von Autos und toxischen und korrosiven Substanzen im allgemeinen auf Dauer nicht standhalten können. Hierbei ist natürlich zu beachten, daß unterschiedliche Erbgegenstände auch empfindlicher auf unterschiedliche Einwirkungen reagieren.

Während ein Gemälde stärker unter Atem und Abgasen leidet ist ein historisches Bauwerk stärker durch Menschen beeinträchtigt, die auf oder in ihm gehen.

Solche Einwirkungen haben schwere Folgen für das kulturelle Erbe, so daß es zum Beispiel an einigen Stätten in Rom und auch anderswo dazu gekommen ist, daß Besucher anstelle der originalen Skulpturen nur noch genaue Nachbildungen der Sehenswürdigkeiten sehen können, während die Originale fern der Sicht der Besucher an sicheren Orten verweilen. Die Piccadilly Statue mußte repariert werden, weil sich jemand auf ihren Arm schwingen wollte. Das Aquädukt von Segovia in Spanien, Teil einer Welterbestätte, zerfällt, weil es unter dem Einfluß von industriellen und Fahrzeugabgasen und der Verschmutzung durch Exkremente steht. Das römische Amphitheater in Sagunto wurde durch die Einwirkungen von Regenwasser erodiert und vorschnell renoviert, mit der Folge, daß die UNESCO wenig später um Hilfe gebeten wurde um es zu retten.

Zusammenfassend kann man sagen, daß es so weit wie möglich vermieden werden muß kulturelles Erbgut zu verschmutzen und zu belasten. Die Hauptansatzpunkte sind die Vermeidung von:

1. menschlichem Atem, menschlichen und tierischen Exkremente, Abgasen von Fahrzeugen und gefährliche Emissionen aus industriellen Prozessen

2. Einflüssen des Wetters und der Gezeiten; Fehlbehandlung bei Reparaturen, natürlicher Verwitterung und langem Verzug von nötigen Reparaturen oder Restaurierungen;

3. Erosion, Vandalismus und Miß brauch im Allgemeinen;

4. Verlust der Sicherheit (...) aus verschiedenen Gründen

5. unsachgem äß er Entwicklung

7. verschiedenen Arten des falschen Managements

Es ist auch deutlich, daß eine Konservierung und der Schutz von kulturellem Erbe, nicht zuletzt aufgrund hoher Kosten, auf ein gewisses Maß an öffentlicher Unterstützung angewiesen ist. Dieser Ansatz der Vermeidung der Zerstörung und der Erhaltung von Sehenswürdigkeiten ist nur einer unter vielen, wahrscheinlich aber der essentiellste, um das kulturelle Erbe weiterhin attraktiv und besucherfreundlich zu gestalten.

Außer den gerade Beschriebenen Problemen, die direkt mit dem Objekt des kulturellen Erbes und dessen Zerstörung verknüpft sind, gibt es auch Probleme bei der didaktischen Vermittlung im Kulturtourismus. So ist der Gegenstand des Interesses häufig nur isoliert und verschönt zu betrachten. Problematische Bezüge, die Geschichte des Gegenstandes oder des Landes, das ihn beherbergt betreffend, werden beim Sightseeing häufig nicht erwähnt. Die positiven Bezüge hingegen werden dem Touristen präsentiert, und somit eine „ heile, eine sonnige und heitere, eine konfliktfreie Welt “ vorgegaukelt. Eine touristische Reise in die Vergangenheit ist häufig nur eine Reise in die Nostalgie. In der tatsächlichen Vergangenheit mit allen negativen und harten Facetten kommt man als Kulturreisender nur selten an. Eine kulturtouristische Reise, die sich mit der Gegenwart beschäftigt ist eher selten. Diese Aussparung der Gegenwart ist ein weiterer Kritikpunkt am Kulturtourismus. Dr. Horst Martin Müllermeister beschreibt dieses Phänomen am Beispiel Ägyptens folgendermaßen: „ Da gibt esÄgyptenreisen aller Art, die dasÄgypten der Sphinxe und Pharaonen zeigen, dasÄgypten des Chephren, des Ramses, und der Nofretete, auch noch dasÄgypten der Kopten, der Fatimiden und der Mamelucken. DasÄgypten Sadats und Mubaraks dagegen kommt nirgendwo vor.“

5. Aktuelle Ansätze zur Verbesserung des Kulturtourismus

Der Kulturtourismus ist ein wichtiges Instrument, das zur Völkerverständigung beiträgt. Er hilft andere Kulturen kennenzulernen, bzw. überhaupt von ihnen zu wissen, sie zu respektieren und wenn möglich auch zu verstehen. Außerdem bieten kulturelle Angebote dem „Normalurlauber“ die Chance eine engere Beziehung zu seinem Urlaubsort aufzunehmen, so daß er gerne wiederkehrt und es weiterempfiehlt. Daher sollte möglichst jedem die Möglichkeit gegeben werden Zugang zum kulturellen Erbe zu haben, bzw. nur, wenn es zum Schutze des kulturellen Erbes unerläßlich ist, dieser Zugang verwehrt werden. Ein wichtiges Schlüsselwort ist diesbezüglich die

Angemessenheit. Das heißt, es muß für jedes Denkmal, Gemälde, etc. abgewogen werden, welche Behandlung angemessen ist.

Um dem steigenden Interesse an dem Feld des Bildungstourismus, der zum größten Teil aus Kulturtourismus besteht, Rechnung zu tragen gibt es verschiedene Ansätze.

5.1 Angebotsgestaltung

Zum einen gibt es den Ansatzpunkt der Angebotsgestaltung. Es wird als notwendig angesehen, den Kulturtourismus abwechslungsreich zu gestalten, da man hinsichtlich der Nutzung des Angebots nicht nur vom klassischen Bildungs- und Studienreisenden ausgehen kann sondern auch den Normalurlauber berücksichtigen muß, der im Rahmen seines Urlaubs Ausflüge zu kulturellen Attraktionen machen möchte. Dies kann dadurch erreicht werden, daß neben dem eigentlichen kulturtouristischen Angebot auch ein adäquates Rahmenprogramm geliefert wird. Dies könnte beispielsweise aus regionaltypischer Verpflegung oder einem Vergnügungsprogramm bestehen. Wichtig ist, daß, auch wenn der Kulturtourismus im Vordergrund steht, Bedürfnisse, wie Erlebnis, Abwechslung oder Geselligkeit nicht vernachlässigt werden. Es muß also zu einem Gleichwertigen nebeneinander von „ Hochkultur und Alltagskultur “ kommen. Für das Zielgebiet ist von Bedeutung, daß die Einheimische Bevölkerung bei der Angebotsgestaltung einbezogen wird, wobei eine Zusammenarbeit zwischen Kulturwissenschaftlern und Tourismuspraktikern bei der Produktentwicklung zu einer qualitativ hochwertigen Präsentation des kulturellen Erbes im Tourismus führen soll. Für das kulturelle Erbgut selbst gilt, daß es der Öffentlichkeit so präsentiert und derart positioniert wird, daß eine Konservierung des kulturellen Erbes und gleichzeitig die Möglichkeit zur Betrachtung gegeben sind.

5.2 Vermarktung

Hinsichtlich der Vermarktung kulturtouristischer Angebote im Tourismus gilt es, für die Zielgebiete größtmöglichen Nutzen zu erreichen. Dies ist auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz ein wichtiger Faktor und kann durch professionelle Vermarktung der Kultur im Tourismus erreicht werden. Des weiteren sollte versucht werden inhaltliche Schwerpunkte zu setzen und kulturtouristische Aktionen „ thematisch zu gestalten bzw. (zu) personalisieren “. Um eine umfassende Verbesserung der Wirtschaft in den Zielregionen zu erreichen, die nicht nur auf dem Tourismus basiert, müssen Schnittstellen zwischen dem Tourismus und anderen Wirtschaftszweigen bearbeitet werden, z.B. Tourismus und Weinanbau oder Tourismus und Einzelhandel, wie es in Göttingen beim Gänsellieselfest gemacht wird. Eine Vernetzung kulturtouristischer Angebote sollte Angestrebt werden. Eine gute Grundlage hierfür bietet der Abbau der Grenzen in Europa (Euregios) oder, im Kleineren, in der BRD. Praktisch kann diese Vernetzung durch die Einrichtung von Kulturrouten oder Geschichtsstraßen erreicht werden. Bezüglich der Buchungs- und Informationssysteme sollte versucht werden diese zu vernetzen oder zu kombinieren, so daß der interessierte Bildungstourist „ von der globalenübersicht bis hin zum Führer vor Ort “ alles mit geringem eigenen Aufwand erreichen kann.

5.3 Informationsvermittlung

Wenn von Bildungstourismus die Rede ist, darf nicht außer Acht gelassen werden, daß die Informationen, die im kulturellen Erbe enthalten sind, auch vermittelt werden müssen. Ein Menhir in der Bretagne sagt nur wenig aus ohne zumindest ein Schild, das seine Geschichte beschreibt oder eine Person, die sie uns vermitteln kann. Letzteres ist im allgemeinen der Reiseleiter, bzw. Gästeführer. Dieser sollte bei der Vermittlung zwischen Kulturen eine zentrale Rolle einnehmen. Es muß durch adäquate Ausbildung der Reiseleiter und kompetente Beratung sichergestellt werden, daß solide fachlich - inhaltliche Informationen für Kulturtouristen bereitstehen und vermittelt werden. Diese Informationen sollten mittels moderner Präsentationsformen für den Besucher attraktiv gestaltet werden, „ wobei Texte und Erläuterungen mehrsprachig sein müssen.“

Es sollte nach Möglichkeit auch versucht werden nicht nur das einzelne kulturelle Objekt besucherfreundlich zu gestalten, sondern es in das Ambiente eines Ortes einzubetten, so daß „ Kulturgenuß und Konsum miteinander kombiniert sind “. Letztlich muß auch noch dem Erholungscharakter eines Urlaubs Beachtung geschenkt werden und zwar dergestalt, daß ein kulturtouristisches Lernangebot auch Spaß- und Vergnügungselemente beinhalten sollte.

6. Das kulturelle Erbe Wartburg

Am Beispiel des Nationaldenkmals Wartburg läßt sich gut verdeutlichen, daß bei der praktischen Durchführung der theoretischen Ansätze häufig neue Probleme entstehen, bzw., daß die Theorie nicht einfach in die Praxis umgesetzt werden kann. Die touristische Nutzung der Wartburg begann in den 20er Jahren. 1922 wurde zu diesem Zwecke die Wartburg - Stiftung gegründet, die bis heute besteht. In den Jahren bis 1930 wurden schon mehrere hunderttausend Besucher auf der Wartburg gezählt. In den letzten Kriegsjahren wurde die Wartburg wieder für den Besucherverkehr gesperrt, dann aber schon Ende September 1945 durch den sowjetischen Stadtkommandanten wiedereröffnet.

Während der Zeit in der die Wartburg der Regierung der DDR unterstand wurde verfügt, daß die Finanzierung aus eigenem Aufkommen erfolgen sollte. Mittels dieser Finanzierung erfolgten zahlreiche nötige Restaurierungs- und Instandhaltungsvorhaben. Die Wartburg galt als Aushängeschild denkmalpflegerischer Arbeit in der DDR.

Mittlerweile kann man von einem touristischen „Sturm auf die Wartburg“ sprechen. Bis zur Öffnung der deutsch-deutschen Grenze im Jahr 1989 zählte man jährlich ca. 430.000 Besucher. Dabei sind solche Besucher, die, z.B. von einer zu langen Warteschlange abgeschreckt, nur die Außenanlagen des Burgareals begingen nicht eingerechnet. Schätzungsweise beläuft sich die Anzahl dieser Personen auf die gleiche Zahl, wie die der Besucher, die auch tatsächlich ein Eintrittskarte gekauft haben. Bis 1989 erstreckte sich die Hauptsaison der Wartburg von Pfingsten bis Anfang Oktober, wobei während der DDR - Ferien - Monate Juli und August, mit bis zu 3.000 Besuchern täglich, die stärksten Besucherströme zu verzeichnen waren. In der übrigen Zeit des Jahres konnten Restaurierungsarbeiten während des laufenden Betriebs durchgeführt werden, da sich hier die Besucherzahlen auf 400 Personen am Tag beschränkten.

Nach dem 24. Dezember 1989 änderte sich die Situation grundlegend. Am 26. Dezember wurden 1630 Menschen geführt, am 28. Dezember waren es bereits 2.550, am 12. Januar dann 2.950. Und das zu einer Zeit, in der normalerweise 400 Personen täglich erwartet wurden. In den ersten 10 Monaten des Jahres 1990 wurden 720.000 Besucher gezählt, was hochgerechnet eine Jahresbesucherzahl von 850.000 bedeutet. Das ist eine Steigerungsrate von 100%.

Dieser Ansturm hatte zur Folge, daß es zu einem Verkehrschaos rund um die Wartburg kam. Die nötigen Restaurierungsarbeiten konnten nicht durchgeführt werden. Auch standen zu wenig qualifizierte Gästeführer zur Verfügung, und ein Rundgang durch die Räume ohne erklärende Führung ist in der Wartburg nur schwer oder gar nicht zu realisieren. Ein Versuch der selbstführenden Gestaltung des Rundgangs schlug fehl und führte zu Stauungen und Informationsverlusten. Mittels verschiedener einschränkender Faktoren, wie Raumgrößen und Öffnungszeiten, wurde eine theoretische Obergrenze von 3660 Besuchern pro Tag errechnet, die schon jetzt durch verlängerte Öffnungszeiten überschritten wird. Würde man den Wünschen der Reiseleiter entsprechen, könnte die doppelte Besucherzahl vermittelt werden.

Betrachtet man die im Kapitel „Probleme im Kulturtourismus“ beschriebenen Auswirkungen einer übermäßigen Besucherfrequenz an kulturellen Erbstätten, wird klar, was dies für die Architektur und die ausgestellten Kunstgegenstände bedeutet. Langzeitschäden sind bei fehlender Regulierung des Besucherstroms nicht auszuschließen und sehr wahrscheinlich. Die ausgestellten Kunstgegenstände können zwar entfernt und magaziniert werden, was natürlich auch einen Verlust von Anziehungskraft mit sich bringt, die Wandmalereien und Architektur sind aber immobil. Eine mögliche Maßnahme zur Regulierung des Besucherstroms, und diese Regulierung ist unbedingt nötig um das kulturelle Erbe für die Nachwelt zu erhalten, wäre die Erhöhung des Eintrittspreises von zur Zeit maximal DM 6,- auf DM 15,- oder DM 20,-. Dies hätte allerdings eine Sortierung der Besucher nach finanziellen Mitteln zur Folge und ist für ein „Nationaldenkmal der Deutschen“ nicht vertretbar. Auch eine Kürzung der Führung oder eine Reduzierung des Raumangebots ist, aus technischen Gründen, nicht möglich.

Mit einer Dezentralisierung, d.h. einer Schaffung von mehreren Rundgangmöglichkeiten wurde 1991 zwar eine „Verteilung“ der Besucher erreicht, die Gefährdung der Architektur bleibt aber bestehen. Eine leider nur geringfügige Verbesserung der Situation soll durch das räumliche Ausgliedern kommerzieller Bereiche, wie Souvenirläden und Eintrittskartenverkaufskassen, erreicht werden. Die Besucherfrequenz wird das allerdings, wenn überhaupt, nur geringfügig ändern. Eine Limitierung des Eintrittskartenverkaufs auf eine bestimmte Anzahl von Karten pro Tag, wie es in Potsdam - Sanssouci und im Schweriner Schloß gemacht wurde, hätte zur Folge, daß der Individualtourismus kaum noch eine Chance zur Besichtigung hätte. In Potsdam und Schwerin wurde der überwiegende Teil der Karten durch Reisegruppen - Reservierungen verkauft. Auch hier wurden diese Maßnahmen nach kurzer Zeit eingestellt.

Eine endgültige Lösung des Problems gibt es für die Wartburg und andere Stätten kulturellen Erbes leider nicht. Die finanziellen Vorteile, die eine hohe Besucherfrequenz mit sich bringt, bedeuten auf der anderen Seite Nachteile für die Stätten kulturellen Erbes.

7. Kulturtourismus in Europa

Wie bereits weiter oben bemerkt spielt Kulturtourismus für Europa eine besonders große Rolle. Wie es mit der Durchführung und Organisation des Kulturtourismus in Europa aussieht soll dieses Kapitel zeigen.

Die Grundvoraussetzung für einen interaktiven Kulturtourismus in Europa schaffte die Parlamentarische Versammlung des Europarats im Jahr 1977. Sie erreichte eine Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich des Tourismus und Erleichterungen beim innereuropäischen Grenzübertritt, durch die Anerkennung des Personalausweises an den Grenzübergängen und die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Reisepasses.

Der Grund für diese Veränderungen war, daß man in dem Kulturtourismus ein Mittel sah, die einzelnen europäischen Staaten und ihre Bewohner einander näher zu bringen. Das Ziel ist es, „ dem europäischen Bürger nicht nur das vielfältige Mosaik der europäischen Kultur ( näherzubringen ) [...] , sondern es soll auch ihr multikultureller Hintergrund dargestellt werden. Dadurch soll erreicht werden, daß man sich dem anderen und seiner Kulturöffnet, diese toleriert und die Verschiedenheiten akzeptiert.“

Zum Erreichen dieses Näherbringens der Kulturen versucht der Europarat verschiedene Mittel einzusetzen. Das kulturelle Erbe spielt hierbei eine wichtige Rolle, daher wurde ein europäisches Expertenteam gegründet, das Planungs- und Entwicklungsprobleme vor Ort untersucht und ein Gutachten mit Empfehlungen erstellt.

Des weiteren wurden, zwecks der Instandhaltung des architektonischen Erbes der europäischen Gemeinden und Regionen im Jahr 1989 in einem Symposium mit Wissenschaftlern, Politikern und Verwaltungsfachleuten, Antworten auf folgende Fragen gesucht:

- Wie können die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus mit denökologischen Nachteilen in Einklang gebracht werden?
- Wie können die Einwohner und Touristen an der Erhaltung und Verbesserung der Umwelt gleichm äß ig beteiligt werden?
- Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Tourismusindustrie und den Gemeindevertretern gesichert werden?

Die Ergebnisse zeigten neue Wege in der Tourismuspolitik für die historischen Städte auf und forderten „ abgestimmte, globale Entwicklungskonzepte.

In der „Denkmalschutzkonvention“ von 1985 und der im Jahr 1992 neu ausgearbeiteten „Konvention für archäologische Stätten“ wurden Konzepte allgemein verbindlich gesichert, die zum Schutze des kulturellen Erbes und somit zur Förderung des Kulturtourismus von großer Bedeutung sind.

Ein weiterer Ansatzpunkt in der Förderung des Kulturtourismus in Europa ist die Wiederbelebung der großen europäischen Kulturstraßen. Hierdurch sollen folgende Punkte erreicht werden:

- „ den Europäern die gemeinsame europäische kulturelle Vergangenheit aufzeigen
und nacherleben lassen;
- historische Kulturgüter identifizieren und schützen;
- einen Kulturtourismus von Qualität entwickeln, der grenzüberschreitende und kontinentale Dimensionen hat.“

In diesem Rahmen bereits abgeschlossene Projekte sind die Seidenstraße, die Straße des Barock, die Sankt Jakobistraße von Compostella, ländliches wohnen, die Zisterzienser und die Mozartstraßen.

Ein Schlüsselwort bei der Durchführung der europäischen Projekte ist, und das sollte es auch allgemein im Kulturtourismus sein, „sustainable development“. Es muß versucht werden Kulturgüter und historische Stätten zu schützen und durch die Entwicklung neuer Strategien „ die natürlichen und kulturellen Werte und Denkmäler für zukünftige Generationen “ zu erhalten.

Die Verantwortung für das kulturelle Erbe muß gestärkt werden, um zu verhindern, daß nach der Natur nun auch die kulturellen Werte weg-konsumiert werden. “

Literatur

BECKER; Christoph: „Kulturtourismus: Eine Einführung“ - In: BECKER, Christoph /

STEINECKE, Albrecht: „Kulturtourismus in Europa: Wachstum ohne Grenzen?“, Trier 1993

BECKER; Christoph: „Vom kulturellen Potential zum kulturhistorischen Angebot“ - In: BECKER, Christoph/STEINECKE, Albrecht: „Megatrend Kultur? Chancen und Risiken der touristischen Vermarktung des kulturellen Erbes“, Trier 1993

BERNHARDT, Simone: „Die Arbeiten des Europarats auf dem Gebiet des Bildungs- und Kulturtourismus“ - In: BECKER, Christoph / STEINECKE, Albrecht: „Kulturtourismus in Europa: Wachstum ohne Grenzen?“, Trier 1993

BONIFACE, Pricilla: „Managing Cultural Tourism“, London / New York HÜFNER, Klaus: „UNESCO - Handbuch“, Berlin 1996

MEINEL, Maximilian J.: „Tourismus, Last oder Hilfe für Landschaft und Baudenkmale“ - In: BECKER, Christoph: „Denkmalpflege und Tourismus, Mißtrauische Distanz oder fruchtbare Partnerschaft“, Trier 1986

MÜLLERMEISTER, Horst Martin: „Studienreisen: Vermarktung des kulturellen Erbes“ - In: BECKER, Christoph / STEINECKE, Albrecht: „Kulturtourismus in Europa: Wachstum ohne Grenzen?“, Trier 1993

SCHUCHARDT; Günther: „Der Stur auf des Nationaldenkmal Wartburg - ein historisches Schicksal fordert die Einschränkung der touristischen Nutzung“ - In: BECKER, Christoph (Hrsgb.) „Denkmalpflege und Tourismus III“, Trier 1991

STEINECKE, Albrecht: „Kulturtourismus - Chancen und Gefahren“ - In: BECKER, Christoph / STEINECKE, Albrecht: „Kulturtourismus in Europa: Wachstum ohne Grenzen?“, Trier 1993

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Tourismus und das kulturelle Erbe
Autor
Jahr
2000
Seiten
20
Katalognummer
V98532
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tourismus, Erbe
Arbeit zitieren
Malte Ranf (Autor), 2000, Tourismus und das kulturelle Erbe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98532

Kommentare

  • Gast am 25.5.2003

    Super.

    Super, dass soetwas frei zugänglich ist!!!

Im eBook lesen
Titel: Tourismus und das kulturelle Erbe



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden