Ursachen des Elends im 19. Jahrhundert - Eien Gegenüberstellung der Meinungen von Johann Hinrich Wichern und Karl Marx


Seminararbeit, 2000
25 Seiten, Note: gut
Anonym

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die industrielle Revolution
2.1. Die ständische Gesellschaftsordnung
2.2. Die Wirtschaft vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert
2.2.1. Die mittelalterlichen Handwerksbetriebe
2.2.2. Der Frühkapitalismus
2.2.3. Die industrielle Revolution

3. Die soziale Lage im 19. Jahrhundert
3.1 Die Zustände in englischen Fabriken

4. Die Arbeiterbewegung
4.1. Anti-Industrielle Aktivitäten der Arbeiter in England
4.2. Deutschland - „eine Revolution von oben“
4.3. Vereine als Teile gesellschaftlicher Struktur

5. Karl Marx
5.1. Biographie
5.2. Das Kommunistische Manifest
5.2.1. Gliederung des „Kommunistischen Manifestes“
5.2.2. Entstehung des Proletariats
5.2.3. Der Ausweg aus der bestehenden Situation
5.2.4. Die Ziele der Revolution
5.3. Marx und der christliche Glaube

6. Die Stellung der Evangelische Kirche zur sozialen Frage

7. Johann Hinrich Wichern
7.1. Biographie
7.2. Die Rede auf dem Kirchentag im Jahr

8. Wicherns Idee von der Innere Mission 21 9. Zusammenfassende Gegenüberstellung der Ansätze von Marx und Wichern

10. Schlusswort

11. Literatur & Quellenangaben

1. Einleitung

Ich schreibe diese Hausarbeit, weil mich das zeitliche Zusammentreffen der unterschiedlichen Ereignisse im Jahre 1848 und die daraus entstandenen Folgen, die noch heute einen Teil unseres Lebens mitbestimmen, faszinieren. Das Bürgertum in Deutschland verlangte nach mehr Demokratie. Die Folge war die politische Revolution. Trotz des großen Elends des Proletariats hatte die Märzrevolution keinen sozialen, sondern „nur“ einen bürgerlich- liberalen Hintergrund. Die Arbeiter schlossen sich überwiegend dem radikalen Bürgertum an und vernachlässigten somit ihre eigenen Interessen. Doch 1848 war nicht nur das Jahr der Revolution in Deutschland. Auch zwei Männer publizierten ihre Gedanken. Karl Marx veröffentlichte das „Kommunistische Manifest“ und Johann Hinrich Wichern hielt seine „Stegreifrede“ auf dem evangelischen Kirchentag in Wittenberg. Zwei Vorstellungen, die unterschiedlicher nicht sein können.

Mit dieser Arbeit möchte ich die verschiedenen Meinungen von Marx und Wichern über die Ursachen des Elends im 19. Jahrhundert gegenüberstellen. Naturgemäß werde ich mich dabei viel mit der Geschichte Deutschlands und der industriellen Revolution beschäftigen. Im letzten Viertel dieser Hausarbeit beschreibe ich grob die Ideen der Inneren Mission, die Wichern in einer Gedenkschrift 1849 veröffentlicht hat.

2. Die industrielle Revolution

Wenn wir von der industriellen Revolution sprechen, reicht es nicht aus, nur das 19. Jahrhundert zu betrachten. Unser Blick muß weiter in die Vergangenheit zurückgehen, um verstehen zu können, wie ein neues wirtschaftliches und gesellschaftliches System entstehen konnte.

2.1. Die ständische Gesellschaftsordnung

Seit dem Mittelalter gliederte sich das Gesellschaftssystem in verschiedene Stände. Grundlegend unterscheiden wir nach freien und unfreien sowie nach herrschenden und dienenden Menschen. Dabei bildeten sich anfangs drei Stände heraus. Der Klerus, der Adel und das Volk. Diese Stände können nun noch weiter differenziert werden. Nach höherem und niederem Klerus. Ebenfalls nach höherem und niederem Adel sowie nach städtischem Patriziat, einfachem Bürgertum sowie nach freien und unfreien Bauern.

Wichtig ist dabei, daß ein Mensch aufgrund seiner Geburt Angehöriger eines bestimmten Standes wurde und diesem bis zu seinem Lebensende zugehörte. Die Stände führten weitgehend ein eigenes Leben. Dabei unterschieden sich die einzelnen Stände stark und man konnte die Menschen oft schon an ihrem Aussehen und ihren Gebarden einem bestimmten Stand zuordnen.

Im Gegensatz zu unserer heutigen Sichtweise wurde dieses System damals nicht als ungerecht empfunden. Die Menschen wurden von Gott mit verschiedenen Rechtsbefugnissen sowie unterschiedlichen Autoritäten aber auch Fähigkeiten ausgestattet. Somit war die Ständeordnung von Gott vorgegeben und wurde durch den gemeinsamen christlichen Glauben akzeptiert und erhalten.

2.2. Die Wirtschaft vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert

2.2.1. Die mittelalterlichen Handwerksbetriebe

Die Wirtschaft im Mittelalter war eine Bedarfsdeckungswirtschaft. Sie hatte einerseits das Ziel, ein ständisch angemessenes Einkommen für die Familie zu erzielen, andererseits den Bedarf der Kunden zu decken. Die Landwirtschaft und das Handwerk waren die wichtigsten Formen der Produktion. In den kleinen familiären Handwerksbetrieben gab es keine Trennung zwischen Familie und Betrieb; persönliches und betriebliches Eigentum gehörten untrennbar zusammen. Mit der Handwerksfamilie lebten auch Gesellen und Lehrlinge zusammen unter einem Dach.

Der Lehrling war dem Gesellen, der Geselle dem Meister unterstellt. Der Vorgesetzte hatte die volle Verantwortung für seine Untergebenen, was zu einer strengen hierarchischen Struktur führte, wobei der Meister eine Art „Vaterrolle“ im Betrieb übernahm. Produziert wurde nur auf Bestellung. Das bestellte Handwerksstück wurde dann von Anfang bis Ende hergestellt und vom Handwerksmeister an den Kunden übergeben.

Obwohl der Meister sein eigener Herr war, musste er sich streng an die Vorgaben der Zunft bzw. der Innung halten. Die Zünfte und Innungen verhinderten eine zu große Konkurrenz der Betriebe, bestimmten aber auch Preise und Qualität der Produkte. Ausserdem schrieben sie die Form der Ausbildung der Lehrlinge vor. Doch bereits im 13. Jahrhundert bildeten sich in Europa erste erwerbswirtschaftlich orientierte Unternehmen. „Etwa um das Jahr 1300 begegnen uns in französischen, flämischen, norditalienischen und toscanischen Städten nach kapitalistischen Grundsätzen arbeitende Unternehmer im Woll- und Tuchgewerbe, die abhängige Lohnarbeiter beschäftigt haben.“1 Diese Wirtschaftsform konnte sich jedoch noch nicht durchsetzen. Zunft- und innungsorientierte Handwerksbetriebe behielten die Oberhand.

2.2.2. Der Frühkapitalismus

Ab ca. dem 16. Jahrhundert ändert sich die vorhandene Gesellschaftsordnung. Die alten, führenden Stände verlieren einen großen Teil ihrer Macht und ihres Einflusses an absolutistische Fürsten. Parallel dazu entsteht ein neuer Stand, der der Offiziere und Beamten. Sie werden die Träger der neuen Gesellschaftsordnung. Mit diesen Änderungen geht auch eine Änderung der Wirtschaft einher. Sie entwickelt sich weg von den kleinen Handwerksbetrieben hin zu Hausindustrien und Manufakturen.

Durch den entstehenden Fernhandel können die Handwerksmeister sich nicht mehr selbst um die Herstellung und den Verkauf an den „Endverbraucher“ kümmern. Sogenannte „Verleger“ übernehmen nun die Aufgabe, die Produkte bei den Handwerksbetrieben herstellen zu lassen und sie anschließend zu verkaufen. Die Hausindustrien entstanden anfangs überwiegend in ländlichen Gebieten. Viele Kleinbauern versuchten so, ihre oft geringen Einkünfte zu erhöhen. In den Hausindustrien werden erstmals Produktion und Absatz getrennt. Die Verleger waren oft reiche Handwerker, die es sich leisten konnten, selbst nicht mehr zu produzieren und statt dessen bei anderen Handwerkern produzieren zu lassen. Um die Rentabilität zu erhöhen, haben Verleger oft bei mehreren Handwerkern ihre Produkte herstellen lassen. Ihnen ging es nicht mehr um eine Bedarfsdeckung bzw. ein „standesgemäßes Einkommen“. Für sie stand die Kapitalvermehrung im Vordergrund.

Aus dem ehemaligen Handwerker ist nun ein selbstständiger Lohnarbeiter geworden. Er arbeitet zwar noch in dem Haus, in dem er auch wohnt, wird nun aber nach seiner Produktionsmenge entlohnt. Ausserdem ist der persönliche Kontakt zwischen dem Hersteller und dem Verbraucher „abgerissen“. Produziert wird nicht mehr für einen tatsächlich erkennbaren Bedarf, sondern für den Verleger. Die ersten kapitalistischen Bedingungen sind entstanden.

Eine Steigerung dieses Entwicklung waren die Manufakturen. Sie waren die ersten zentralisierten Arbeitsbetriebe. Ein Unternehmer ließ nun mehrere Hausindustrielle in seinen Räumen arbeiten. Es kam zu einer Trennung von Wohnraum und Arbeitsstätte. Der Unternehmer bestimmte die Produktion, die Verteilung, den Arbeitsbetrieb und den Absatz der Waren. Die Produktionsmethoden änderten sich ebenfalls. Nun war nicht mehr nur ein Mensch für die Herstellung eines Werkstückes zuständig, sondern mehrere Arbeiter teilten sich die Produktion. Diese wurde in verschiedene Arbeitsschritte unterteilt, es kam zu einer Spezialisierung, aber auch zu einer noch größeren Abhängigkeit der Arbeiter.

Die oben bereits angesprochene Änderung der gesellschaftlichen Ordnung spielte eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung. Für den absolutistischen Staat war eine aktive Handelsbilanz besonders wichtig, um die hohen finanziellen Ausgaben decken zu können. Das unter dem Namen „Merkantilismus“ bekannte Wirtschaftssystem drängte die alten Zunft- und Innungsordnungen immer weiter in den Hintergrund, die den wachsenden Bedarf für Hof und Armee nicht mehr decken konnten. „Vom Staat wurde alles getan, die neuen Produktionszweige zu fördern und zu schützen (Schutzzölle!). Der Staat vergab an bestimmte Unternehmer Handels- und Industriemonopole.“2 Dies hatte zur Folge, dass besonders der 3. Stand, das Bürgertum, starken wirtschaftlichen Einfluß gewann. Das Bürgertum wollte diesen Einfluß aber bald auch auf politische Entscheidungen ausweiten. In Frankreich bedeutete dies einen Aufwind für revolutionäre Gedanken, die 1789 in der französischen Revolution endeten.

2.2.3. Die industrielle Revolution

1769 erfand der Engländer Jammer Watt die Dampfmaschine. Neun Jahre später wurde der mechanische Webstuhl durch einen englischen Landpfarrer erfunden. Beide Erfindungen revolutionierten die bestehenden Produktionsweisen. Anfangs wurde die Dampfmaschine nur im Bergbau eingesetzt, ab 1785 aber auch in der Baumwoll- und ab 1790 in der Eisenindustrie.

Es kam zu einem explosionsartigen Anstieg der Förder- bzw. Herstellungsmengen. Ein Beispiel soll die Produktion von Roheisen sein. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in England ca. 12.000 - 17.000 Tonnen Roheisen hergestellt. 1788 waren es bereits 60.000 t, 1806 244.000 t und 1823 455.000 t. In ca. 70 Jahren kam es ungefähr zu einer Verdreißigfachung der produzierten Mengen. Diese Zahlen können auch auf einige andere Wirtschaftszweige übertragen werden.

1814 wurde die Lokomotive durch Stevenson erfunden. Das erste Dampfschiff fuhr 1818 von New York nach Liverpool. Der Grundstein für einen expandierenden Handel zwischen den Völkern wurde gelegt.

In Deutschland griff die industrielle Revolution langsamer umsich. Erst in den 70er und 80er Jahren waren ähnliche Wachstumszahlen wie in England zu verzeichnen. Man muß sich auch im klaren darüber sein, dass es nur durch bestimmte geistige Haltungen zu dieser Entwicklung kommen konnte. Der wirtschaftliche Liberalismus war unumdingbar für die industrielle Revolution.

3. Die soziale Lage im 19. Jahrhundert

Die neu entstandenen Fabriken verlangten nach einer großen Zahl von Arbeitern. Doch anfangs war es für die Unternehmer ein nicht unbedingt leichtes Unterfangen, Arbeiter zu finden. Viele Menschen scheuten die neuen Arbeitsmethoden. Die Produktionsstätten waren überwiegend in alten Gebäuden untergebracht, es war dort dunkel, laut und dreckig. Die Menschen hatten weder geistig noch seelisch die neuen Maschinen verarbeitet. Daraus folgte, daß nur der sog. „gesellschaftliche Abschaum“3, diejenigen, die überhaupt keine andere Wahl mehr hatte, als Arbeiter in die Fabriken gingen. Entsprechend waren die innerbetrieblichen Zustände.

3.1 Die Zustände in englischen Fabriken

Da in England die sozialen Folgen der industriellen Revolution als erstes zu spüren waren, wollen wir sie dort auch besonders intensiv betrachten. Die Arbeitszeit betrug zwischen 12 und 16 Stunden täglich. Eine Sonntagsruhe gab es für gewöhnlich nicht. Die Arbeitgeber begründeten die langen Arbeitszeiten damit, dass die Arbeit durch die Maschinen leichter geworden war und der Arbeiter diese „leichte Arbeit“ natürlich auch länger ausüben könne. Der Lohn war äußerst knapp bemessen und so mussten oft Familienangehörige mitarbeiten. Kinder- und Frauenarbeit waren die Regel. Auch hier gab es eine Begründung der Unternehmer. Sie meinten, dass Kinder mit ihren kleinen Händen die Maschinen besser bedienen können. Ausserdem konnten Kinder in den niedrigen Stollen der Bergwerke besser arbeiten.

Die Wohnverhältnisse der Arbeiter waren ebenfalls katastrophal. Viele Arbeiterfamilien verfügten über nur ein Zimmer, indem sie sich von den anstrengenden Arbeitstagen erholen mussten. Oft aber schliefen die Arbeiter gleich an ihrer Arbeitsstätte. Nach dem langen, erschöpfenden Arbeitstag wollten viele Menschen nicht mehr die Qual eines mehrstündigen Fußmarsches auf sich nehmen, um nach Hause zu gelangen. Johann Hinrich Wichern kommentiert in seiner Rede auf dem Kirchentag von 1848 die Verhältnisse folgendermaßen: „Es geschehen da Dinge, die man im Sinne des Apostels unsägliche nennen muß, höchstens im engeren Kreise vertrautester Männer ließe sich darüber reden. Wer die Orgien des Heidentums kennt, kennt noch nicht, was da geschehen ist und geschieht.“4 Günter Brakelmann schreibt dazu: „Die Lichter wurden gelöscht und in den stauberfüllten verpesteten Säälen begann nicht der Friede des Schlummers, nein, die entsetzlichsten Orgien...“5

Der Gesundheitszustand der Arbeiter war ebenfalls schlimm. Die hygienischen Verhältnisse in den Wohnungen, aber auch an den Arbeitsplätzen waren furchtbar. Außerdem wurde beim Bau von neuen Fabriken nicht darauf geachtet, für die Arbeiter wichtige Schutzvorkehrungen zu treffen. Im Mittelpunkt standen die Maschinen. Die waren für den Unternehmer teurer und wichtiger als die Arbeiter.

Die Not der Arbeiter wurde durch die bestehende Gesetzeslage enorm verschärft. Bis 1824 war es englischen Arbeitern verboten, sich in Gewerkschaften zu organisieren. Jede Koalition von Arbeitern wurde als politisch-revolutionärer Umtrieb gewertet und entsprechend bestraft. Bestandteil des wirtschaftlichen Liberalismus war auch die absolute Vertragsfreiheit zwischen Unternehmern und Arbeitern. Diese Vertragsfreiheit gab den Arbeitgebern jedoch die Möglichkeit, die Not der Arbeiter vollends auszunutzen. Für die Arbeiter und deren Familien gab es keine sozialen Sicherungssysteme. Sie waren, um überhaupt überleben zu können, den Vertragsbedingungen der Unternehmer ausgeliefert.

4. Die Arbeiterbewegung

4.1. Anti-Industrielle Aktivitäten der Arbeiter in England

Erste Reaktionen des Proletariats gab es in England bereits 1779. Arbeiter zogen gegen die Fabrikanten und zerstörten die Maschinen in den Fabrikhallen. In den Jahren des englisch- französischen Krieges von 1805 bis 1815 wurden erneut Maschinen zerstört. Diesmal allerdings nicht nur von Arbeitern, sondern auch von Handwerkern, die ihre Existenz durch die maschinellen Produktionsweisen bedroht sahen. Ab 1812 wurde die „Maschinenstürmerei“ mit dem Tode bestraft. Unbewaffnete Protestmärsche der Arbeiter gegen London wurden von Truppen in den Nähe von Manchester gewaltsam aufgelöst, indem die Arbeiter zusammengeschossen wurden. Doch im Laufe der Jahre entwickelte sich ein politischer Widerstand mit entsprechenden Erfolgen.

4.2. Deutschland - „eine Revolution von oben“

Ich möchte mich aber nun auf das Geschehen in Deutschland konzentrieren. Anders als in England gab es hier keine „Revolution von unten“. Der absolutistische Staat hatte mit seiner Bürokratie jeden Raum für eine politische Willensbildung erdrückt. Ein politisch selbstbewußtes Bürgertum gab es nicht. Strukturreformen entstanden durch staatliche Maßnahmen.

Reinhard Rürup schreibt dazu: „Die politischen und sozialen Vorstellungen der deutschen Aufklärung lassen sich gewiß nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Unbestreitbar dürfte jedoch sein, daß Aufklärung in aller Regel als ein Prozeß der Erziehung und Umbildung des Volkes betrachtet wurde, der der Anleitung und Kontrolle durch dafür geeignete Personen und Institutionen bedurfte. Da ein handlungsfähiges Bürgertum fehlte, das seine Forderungen auch im Konflikt hätte durchsetzen können, setzten die deutschen Aufklärer ihre politischen Hoffnungen darauf, die Machtträger der bestehenden Staaten - die Fürsten und ihre höheren Regierungs- und Verwaltungsbeamten - im wohlverstandenen Eigeninteresse zu politischen und gesellschaftlichen Reformen überreden zu können.“6 Und tatsächlich waren viele Fürsten dem aufklärerischen Denken gegenüber nicht negativ eingestellt. Sie wollten durch eine Reform allerdings eine Verbesserung der Landwirtschaft, der Förderung der Manufakturen und der Verlagsindustrie, des Schul- und Bildungswesens sowie eine Vereinheitlichung und Vereinfachung des Rechtswesens. Eine grundlegende Änderungen des Gesellschaftssystems war jedoch nicht beabsichtigt. Daher waren die Erfolge des aufgeklärten Absolutismus in Deutschland bescheiden. Allerdings wurde durch diese Bewegung der Grundstein für spätere Änderungen in Deutschland gelegt. Denn jetzt wurde der Gedanke, dass eine Änderung der Sozialverfassung auf dem Wege einer friedlichen Reform ohne revolutionäre Konflikte entstehen könne, gestärkt.

4.3. Vereine als Teile gesellschaftlicher Struktur

Eine der wichtigsten neuen Formen gesellschaftlicher Organisation im 19. Jahrhundert wurden die Vereine bzw. Assoziationen. Erstmals schlossen sich Menschen mit gleichen Interessen zusammen, ohne auf ständische Vorgaben achten zu müssen. Man trat einem Verein bei, konnte ihn aber auch wieder verlassen. Im Gegensatz zur ständischen Gesellschaft war eine Mitgliedschaft nicht mehr von der Geburt abhängig. Und anders als in Zünften und Innungen bestimmten die Vereine nicht die Lebensgestaltung der Mitglieder.

Anfangs wurden besonders Vereine mit aufklärerisch-gemeinnützigen Inhalten gegründet. Später folgten landwirtschaftliche Vereine, aber auch Lese-, Musizier- und Museumsvereine. Die Regierungen begünstigten die Vereinsgründungen, achteten allerdings durch gesetzliche Vorgaben und die Durchführung von Kontrollen darauf, dass die Vereine keine politischen Interessen verfolgten. Bis zur Revolution von 1848 waren alle politischen Zusammenschlüsse in Deutschland verboten. Daher gehörte die Vereinigungsfreiheit zu den Grundforderungen der vormärzlichen Opposition. Während der Revolution 1848 bedienten sich alle politischen Lager des Instruments der Vereinsbildung, um ihre Anhänger zu mobilisieren. In den Grundrechten der deutschen Nationalversammlung von 1848 hieß es dann auch, dass die Deutschen das Recht hätten, Vereine zu bilden und dieses Recht durch keine vorbeugende Maßregel beschränkt werden solle. Mit der Niederlage der Revolution und der Verabschiedung der Verfassung, an der das Parlament nicht beteiligt war, wurde das politische Vereinswesen wieder stark eingeschränkt. Erst in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde es wieder gelockert. In diesem Zuge kam es zur Gründung ersten politischer Parteien.

Eine selbstständige Arbeiterbewegung wie sie in England vorhanden war, gab es in Deutschland bis Mitte des 19. Jahrhunderts nicht. Erst durch Ferdinand Lassalle wurde am 23. Mai 1863 in Leipzig der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein“ gegründet. Elf deutsche Städte waren in diesem Verein vertreten, aus dem später die sozialdemokratische Arbeiterpartei hervorging. Lassalle’s Gedanken wurden stark von Karl Marx beeinflußt. Beide arbeiteten in Köln zusammen an der Organisation der Arbeiter und besuchten sich in Berlin und London zum Gedankenaustausch. Es verband sie zwar keine Freundschaft, aber sie kannten und respektierten sich.

5. Karl Marx

5.1. Biographie

Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Er wuchs in gut bürgerlichen Kreisen auf. Sein Vater war jüdischer Rechtsanwalt, der kurz vor Karl Marx‘ Geburt aus beruflichen Gründen zum Protestantismus übertrat. Nach dem Abitur studierte Karl Marx 1835 in Bonn Jura. Doch bereits ein Jahr später, mittlerweile war er mit der Baronesse Jenny von Westphalen verlobt, ging er nach Berlin und begann dort ein Studium der Geschichte und Philosophie. Während seines Studiums beschäftigte sich Marx intensiv mit den Arbeiten Friedrich Wilhelm Hegels. Nach seinem Studium schloß er sich einem Kreis von radikalen Theologen und Philosophen an, die dem restaurativ-reaktionärem Staat Friedrich Wilhelms III. und IV. den geistigen und politischen Kampf angesagt haben. 1842 wird Marx eine Dozentur in Bonn aus politischen Motiven verweigert. Daraufhin wird er in Köln Mitarbeiter der „Rheinischen Zeitung“. Die Regierung verbot teilweise die Herausgabe des linksliberalen bürgerlichen Blattes. 1843 verläßt Marx Deutschland und geht mit Jenny von Westphalen, die er im Herbst 1843 geheiratet hat, nach Paris. In einem Brief schreibt er: „In Deutschland kann ich nichts mehr beginnen. Man verfälscht sich hier selbst.“7

In Paris lernt Marx die französischen Frühsozialisten kennen und schließt eine enge Freundschaft mit Friedrich Engels. Zusammen mit Arnold Ruge gibt er 1844 die „DeutschFranzösischen Jahrbücher“ heraus. Hierin rechnet er kritisch mit den Vorstellungen Hegels ab und beginnt, eine eigene Philosophie zu entwickeln.

1845 wird Karl Marx aus Paris ausgewiesen, da er an verbotenen Arbeiterzirkeln teilnimmt. Mit seine Frau geht er nach Brüssel. Dort arbeitet er zusammen mit Engels an der „Deutschen Ideologie“, einer kritischen Auseinandersetzung mit den radikalen Junghegelianern. 1847 treten Marx und Engels dem „Bund der Kommunisten“ in London bei. Im Auftrage dieses Bundes schreibt Marx das „Kommunistische Manifest“, dass im Februar 1848 veröffentlicht wird. Im gleichen Monat wird Marx aus Brüssel ausgewiesen. Er hält sich kurz in Frankreich auf und geht dann nach Köln. Dort versucht er sich mit der Leitung der „Neuen Rheinischen Zeitung“. Mit der Niederlage der Revolution und der einsetzenden Restaurationspolitik erliegt die Zeitung dem finanziellen Bankrott. Marx wird ausgewiesen und siedelt nach einem

erneuten kurzem Zwischenstopp in Frankreich endgültig in London. In England lebt Marx in ärmlichen Verhältnissen. Am Tag arbeitet er im Britischen Museum, abends und nachts an seinen eigenen Werken, u.a. am „Kapital“. Nur durch finanzielle Unterstützung durch Friedrich Engels kann die Familie Marx überleben. Die Armut der Familie wird für die Kinder zu einer besonderen Qual. Drei Kinder sterben in sehr jungen Jahren, eins kurz vor Marx‘ Tod und die verbliebenen zwei nehmen sich nach Karl Marx‘ Tod das Leben. Jenny von Westphalen stirbt 1881, Karl Marx am 14. März 1883.

5.2. Das Kommunistische Manifest

5.2.1. Gliederung des „Kommunistischen Manifestes“

Der „Kommunistische Bund“ hat Karl Marx und Friedrich Engels damit beauftragt, das Kommunistische Manifest zu schreiben, um „eine Klärung der Fronten nach innen und außen“8 zu schaffen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es die verschiedensten kommunistischen und sozialistischen Denker, sodaß eine gemeinsame Verständigung nötig wurde.

Das Kommunistische Manifest unterteilt sich in vier Abschnitte:

I. Bourgeois und Proletarier
II. Proletarier und Kommunisten
III. Sozialistische und kommunistische Literatur
IV. Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien

Das Kommunistische Manifest wurde in englischer, französischer, deutscher, italienischer, flämischer und dänischer Sprache veröffentlicht. Somit umfasste es die Sprachen all der Nationen, in denen sich die industrielle Revolution bereits vollzogen hat.

5.2.2. Entstehung des Proletariats

Karl Marx erklärt die Entstehung des Proletariats, also der Lohnarbeiter, die nichts ausser ihrer Arbeitskraft besitzen, als zwangsläufige Folge der Industrialisierung. Die Gesellschaft war immer in verschiedene Klassen unterteilt. In Rom waren es Patrizier, Ritter, Plebejer, und Sklaven; im Mittelalter Feudalherren, Vasallen, Zunftbürger, Gesellen und Leibeigene. Und selbst diese Klassen können teilweise noch unterteilt werden. Doch im 19. Jahrhundert sind all diese Klassen verschwunden. Übriggeblieben sind nur noch zwei, sich feindlich gegenüberstehende, Klassen: Bourgeoisie und Proletariat. Je mehr sich die Bourgeoisie entwickelt, desto größer wird auch die Zahl der Proletarier.

Die Masse der Arbeiter wird in den Fabriken zusammengedrängt und soldatisch geordnet. Wie in der Armee gibt es eine Hierarchie von Unteroffizieren und Offizieren. Doch der Arbeiter wird nicht nur von den ihm Überstellten geknechtet. Auch die Maschinen und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen knechten ihn. Und selbst wenn die Ausbeutung in der Fabrik beendet ist und der Arbeiter seinen Lohn erhält, „fallen die anderen Teile der Bourgeoisie über ihn her.“9 Der Arbeiter muß dem Hausbesitzern die Miete bezahlen, muß für Lebensmittel bezahlen und teilweise noch Gelder an Pfandleiher zurückzahlen.

Der Arbeiter befindet sich derzeit in einer Sackgasse. Der Lohn, den er für seine Arbeit bekommt, reicht gerade einmal aus, um sein Überleben zu sichern. Er schafft es nicht, Eigentum zu erwirtschaften, kann also keine Rücklagen für eine Zeit schaffen, in der er nicht mehr Arbeiten kann. Dies ist die Ausbeutung der arbeitenden Klasse. Eine neue, sozialistische Gesellschaft ist gekennzeichnet durch das Gemeineigentum an den Produktionsmitteln. Eine Ausbeutung bestimmter Menschen wird so verhindert.

5.2.3. Der Ausweg aus der bestehenden Situation

Für Karl Marx steht fest, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine grundlegende Änderung der Gesellschaft sei. Die Revolution des Proletariats ist kein Willkürakt, sondern sie ist geboren aus der „Disharmonie der Basis“10. Sie schließt sich zwanghaft an die bürgerlichkapitalistische Gesellschaft an. Das Ziel ist eine klassenlose Gesellschaft.

5.2.4. Die Ziele der Revolution

Die Revolution des Proletariats hat nicht die Abschaffung des Eigentums zur Folge, sondern „nur“ die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Es beginnt das Zeitalter der wahren Humanität. Die Geschichte ist nach langen Irrungen und Wirrungen an ihr Ziel gelangt, weg von der „Vorgeschichte“, hin zur „Hochgeschichte“. Produktionsmittel als Gemeineigentum führt zu einem menschlichen Umgehen miteinander.

5.3. Marx und der christliche Glaube

Wie wir in den folgenden Kapitel noch sehen werden, ist besonders die christliche Kirche vom Kommunismus beunruhigt. Die Christen sehen sich einer Abschaffung ihres Glaubens gegenüber, wenn die proletarische Revolution glückt. Mit dieser Annahme haben sich sicherlich nicht unrecht. Marx greift bei seiner Kritik an den Religionen auf eine These von Ludwig Feuerbach zurück und ergänzt diese durch weitere Ideen. Feuerbachs Gedanke war: „Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.“11 Er führt aus, dass der Mensch in Gott seine eigenen Wünsche projiziere. Marx meint, dass es Religion nur dort gibt, wo es Elend gibt. Der Mensch erschafft sich durch die Religion eine Illusion vom Leben ohne Elend. Wird die Welt aber durch die Revolution des Proletariats humaner, stirbt die Religion.

6. Die Stellung der Evangelische Kirche zur sozialen Frage

Entscheidend für die Stellung der Kirche zu den Vorgängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war, dass man nicht von einer selbstständigen Kirche sprechen kann. Die evangelische Kirche wurde von den einzelnen Staaten verwaltet. Höchster Bischof war der jeweilige Fürst. Durch diese Bindung von Kirche und Staat war jeder Angriff auf das gesellschaftliche System auch ein Angriff auf die Kirche. Zusammen mit staatlichen Institutionen kämpfte die Kirche deshalb gegen den gemeinsamen Feind, der „Revolution“ hieß. Die Revolution war das von Grund auf Böse. Durch sie setzt sich der Mensch an die Stelle Gottes. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gedankengut der Revolutionäre gab es weitgehend nicht. Nach meiner Meinung hat die Kirche damit eine große Chance vergehen lassen. Hier hätte sie die Möglichkeit gehabt, die Zukunft nachhaltiger mitzubestimmen.

7. Johann Hinrich Wichern

Johann Hinrich Wichern hat diese Chance gesehen und sie versucht zu nutzen. Er hat durch sein Wirken die Evangelische Kirche im 19. Jahrhundert wie kein zweiter beeinflußt. Heute gilt er als der Gründer der Inneren Mission.

7.1. Biographie

Wichern wird am 21. April 1808 in Hamburg geboren. Er ist der Älteste von sieben Geschwistern. Sein Vater war gelernter Küfer (Böttcher), konnte diesen Beruf jedoch aufgrund einer Krankheit nicht ausüben. Daraufhin verdiente er sein Geld erst als einfacher Schreiber, später dann als Übersetzer und vereidigter Notar. Durch das berufliche Engagement des Vaters geht es der Familie Wichern relativ gut und so kann Johann Hinrich eine höhere Schule besuchen. Nach Problemen mit seinem Lehrer auf einer Privatschule geht Wichern auf das „Johanneum“ in Hamburg.

Am 14. August 1823 stirbt Wicherns Vater. Um die Familie ernähren zu können, eröffnet die Mutter ein kleines Geschäft. Doch das Geld reicht nicht aus, und so muß auch Johann Hinrich Wichern zum Unterhalt der Familie beitragen. Er gibt, entsprechend seines Talentes, Klavierunterricht, während er nachts für die Schule lernt. Dementsprechend sind seine Leistungen. Die finanzielle Lage der Familie verbessert sich, als Wichern die Schule verläßt und als Erziehungsgehilfe in einer christlichen Privatschule arbeitet. Sein eigentliches Berufsziel, Pastor, verliert er jedoch nicht aus den Augen. 1828 holt er das Abitur an dem sogenannten „Akademischen Gymnasium“ nach.

Wichern verläßt nun Hamburg und seine Familie und geht nach Göttingen. Dort beginnt er Theologie zu studieren. Dies finanziert er durch Stipendien und Privatunterricht, den er Kindern gutsituierter Familien gibt. Wichern setzt sich intensiv mit den Arbeiten von Hegel und Schleiermacher auseinander. Eine besondere Prägung erfährt er aber durch August Neander. Neander, der 1806 vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertiert war, zeigte Wichern, dass die „Gestalt der wahren Kirche Jesu Christi nicht von der äußeren Form abhängig ist.“12 Dadurch, dass die christliche Lehre zur Staatsreligion gemacht wurde, verfällt langsam der ursprüngliche christliche Gedanke. Neanders Motto lautet „Pectus est, quod theologum facit, zu deutsch: Das Herz ist es, das den Theologen macht.“13 Diesem Grundsatz schließt sich Wichern voll und ganz an.

Wichern verlässt Göttingen nach zwei Semestern und setzt sein Studium in Berlin fort. Dort lernt er Baron von Kottwitz und dessen „Freiwillige Armenbeschäftigungsanstalt“ kennen. Nach seinem Examen im April 1832 geht Wichern zurück nach Hamburg und nimmt eine Tätigkeit als Lehrer einer Sonntagsschule auf. Außerdem trat er einem Besuchsverein bei. Die Mitglieder des Vereines suchen arme Menschen in ihren Wohnungen auf, um durch die Kenntnis der familiären Situation Verbesserungsideen zu entwickeln. Das Elend, auf das Johann Hinrich Wichern dabei trifft, erschüttert ihn zutiefst. Wichern schildert diese Zustände wie folgt: „... Familie Gerhard (genannt Doktor). Steinstraße. Ibenhof letzte Bude... Den 10. Oktober ging ich zu der Familie. Die Bude enthielt ein Stübchen und eine Diele. Im Zimmer eine hölzerne Kommode, ein Stuhl, ein Ding, das wie ein Tisch sein sollte, ein zerlumpter Lehnstuhl. In der Ecke ein Haufen Stroh, darüber ein Strohsack und Lumpen, unter den Lumpen ein 73-jähriger Mann, an der Brustkrankheit ersichtlich krank, daß er kaum sprechen konnte, ohne Wäsche, ohne Kopfkissen - ein Bild des Entsetzens und herzzerschneidenden Jammers. Die Frau (39 Jahre alt), nur mit einem Katun-Leibchen und Katun-Rock bekleidet, und schier nichts weiter auf ihrem Leibe - ohne Wäsche und alle Unterkleider und jene katunene Bedeckung, zum Teil noch zerlumpt, so daß das bloße Fleisch heraussah. Ebenso ein großgewachsenes Mädchen Marie (13 Jahre) und ein großer Bengel (Louis, 23 Jahre) und zwei Knaben, Heinrich 8 Jahre und August 10 Jahre, und Naucke 5 Jahre. Alle ohne Wäsche, blasse Gestalten, klappernd vor Hunger und Frost. Die Lippen strömten über von Klagen über ihren Jammer, alle sprachen zugleich. Die 13-jährige Marie saß auf dem Boden und schabte einen rasengrünen Apfel auf einer Scherbe und setzte das dem kranken Vater vors Bette. Feuer hatten sie nicht mehr auf dem Herd gehabt seit langer Zeit.“14

Wichern wird bei seinen Besuchen klar, dass die Sonntagsschule, in der er arbeitet, keine Lösung des Problems ist. Er stellt fest, dass den Kindern nur effektiv geholfen werden kann, wenn sie aus den bedrückenden Verhältnissen herausgeholt werden können. Im Herbst 1832 beschließt der Besuchsverein ein sogenanntes „Rettungshaus“ in Hamburg zu gründen. Wichern soll Vorsteher dieses Hauses werden. Ein Jahr später ist die Finanzierung eines solchen Hauses gesichert und bereits am 31. Oktober 1833 kann die Familie Wichern in das „Rauhe Haus“ in der Ortschaft Horn, nahe Hamburg, ziehen. Eine Woche später werden die ersten vier Jungen in das Haus aufgenommen. Um der großen Anzahl der Jugendlichen gerecht zu werden, wird 1834 der erste Neubau notwendig. Zusammen mit den Jugendlichen baut Wichern ein ganzes Dorf. Dieses „Miteinander“ mit den Jugendlichen ist für Wichern eine wichtige Forderung bei seiner Arbeit. Für ihn reicht es nicht, Aufseher in einem Haus für Jungen und Mädchen zu sein. Seiner Meinung nach gewinnen die Jugendlichen nur durch ein persönliches Verhältnis einen Zugang zur christlichen Botschaft.

Das „Rauhe Haus“ entwickelte sich schnell zu einer Selbstversorgungsgemeinschaft. Dementsprechend hatten die Kinder und Jugendlichen im „Rauhen Haus“ die Möglichkeit, eine Lehre in unterschiedlichen Handwerksberufen zu absolvieren.

1835 heiratet Wichern die Sonntagsschullehrerin Amanda Böhme. Die beiden haben acht eigene Kinder. 1845, also nur zehn Jahre nach der Gründung, lebten 93 Kinder im „Rauhen Haus“. 117 waren schon wieder in geordnete Verhältnisse entlassen worden. Und ca. 10000 Menschen hatten das „Rauhe Haus“ besucht. U.a. durch die Spenden der Besucher finanzierte sich das Haus.

Die Revolution im März 1848 erlebt Wichern in Berlin. Im September nimmt er am Evangelischen Kirchentag in Wittenberg teil. Ursprüngliches Programm dieses Kirchentages war die Einigung der Kirche in Deutschland. Wichern drängte aber darauf, praktische Fragen der Inneren Mission zu behandeln und hielt hier seine „Stegreifrede“ über die Innere Mission.

1857 wurde Wichern als „vortragender Rat“ ins preußische Ministerium des Innern berufen. Gleichzeitig ernannte ihn die Evangelische Kirche zum „Oberkonsistorialrat im Evangelischen Oberkirchenrat“. Wichern wollte eine Reformation des Gefängniswesens vornehmen, scheiterte jedoch zum großen Teil an der Bürokratie der preußischen Beamten. In den preußischen Kriegen 1864, 1866 und 1870 organisierte er die diakonische Arbeit unter den Soldaten.

1874 mußte Wichern aus gesundheitlichen Gründen alle Ämter niederlegen. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im „Rauhen Haus“ in Horn. Am 7. April 1881 starb Johann Hinrich Wichern an den Folgen eines Schlaganfalls.

7.2. Die Rede auf dem Kirchentag im Jahr 1848

Johann H. Wichern musste auf dem Kirchentag 1848 stark dafür kämpfen, dass das Thema der „Inneren Mission“ überhaupt aufgegriffen wurde. Eigentliches Thema des Kirchentages war die Einigung der deutschen Evangelischen Kirche. Doch Wichern schaffte es, sein Anliegen auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Allerdings nur unter den „nach Maßgabe der Zeit“15 zu besprechenden Punkten. Im nachhinein muss gesagt werden, dass Wicherns Stegreifrede der Höhepunkt des Kirchentages war und das es das einzige Ereignis war, das praktische Erfolge nach sich gezogen hat.

Wichern beginnt damit, dass es bei der Innere Mission nicht nur auf die Rettung der Armen und Ungebildeten ankomme. „Es gelte ebensosehr der Rettung der Reichen und Reichsten und Höchstgebildeten.“16

Die Revolutionen, die in Europa stattfinden, sind eine zwangsläufige Folge der Verelendung der breiten Masse. Der Kommunismus wird zur neuen Heilslehre der Menschen. Hier muss die Kirche, vor allem die Innere Mission, tätig werden, um die massenhafte Rückkehr zum Heidentum zu verhindern.

Viele Menschen seien zwar getauft, leben aber nicht mehr nach christlichen Idealen. Die Geistlichen können sich nicht um all die Menschen kümmern, die teilweise in völliger Isoliertheit von der Kirche leben. Lt. Wichern wird dieses Problem verschärft, weil die Deutschen noch zu hunderttausenden ein Nomadenvolk sein. Durch die reisenden Handwerksburschen ergeben sich zwei Probleme. „... sie haben als wandernde Gesellen keine andere Heimat als die Herberge und bis in die neueste Zeit keine andere Gesellschaft als die Zunftgenossen. Wie es in den Herbergen zugeht, habe ich schriftlich dargestellt. Es geschehen da Dinge, die man im Sinne des Apostels unsägliche nennen muss, höchstens im engeren Kreise vertrautester Männer ließe sich darüber reden. Wer die Orgien des Heidentums kennt, kennt noch nicht, was da geschehen ist und geschieht.“17

Doch Wichern macht noch ein weiteres Problem aus. Die wandernden Gesellen kommen immerwieder in Kontakt mit revolutionären Kräften. Der Kommunismus hat einen fruchtbaren Nährboden gefunden.

Für Wichern steht fest, dass die Kirche hier ihre ganze Kraft aufwenden muss, um den Kommunismus zu bekämpfen. Ich habe bereits im Kapitel 5.3. Marx und der christliche Glaube beschrieben, weshalb sich Kommunismus und Kirche ausschließen. Wichern stellt es in seiner Rede jedoch noch dramatischer dar, indem er W. Marr zitiert, der als „Verräter seiner Partei“18 schrieb, dass die Menschen zu persönlichen Feinden Gottes gemacht werden müssen.

Wichern erkennt, dass sich die Kirche nicht gegen die Politik stellen darf. „Die innere Mission hat es jetzt schlechterdings mit der Politik zu tun, und arbeitet sie nicht in diesem Sinne, so wird die Kirche mit dem Staat untergehen. Zwar ist ihre Aufgabe nicht, über Staatsformen zu urteilen und zwischen politischen Parteiungen als solche zu entscheiden, aber daß die Staatsbürger mit dem christlichen Geiste erfüllt werden, gleichviel unter welcher Staatsform, das muß eine ihrer ernstesten Sorgen von heute sein.“19

Um den Menschen den christlichen Glauben wieder nahe zu bringen und somit eine Grundlage für die Bekämpfung der bestehenden Probleme zu haben, „... müssen (wir) Straßenprediger haben, vornehmlich in den großen Städten. Die Straßenecken müssen Kanzeln werden, und das Evangelium wird wieder zum Volk dringen.“20 Für Wichern ist dies der einzige Weg, die Menschen wieder auf den richtigen Weg zu geleiten. „Allein was auch geschehe und wie es auch ausgeführt werde, das eine müsse in allem zur Erscheinung kommen: das Volk wieder mit dem göttlichen Wort und dessen Geist des neuen Lebens zu erfüllen.“21

Am Ende seiner Rede resümiert Johann Hinrich Wichern, „Wird in diesem Sinne das Wort der inneren Mission aufgenommen, so bricht in unserer Kirche jener Tag ihrer neuen Zukunft an. Die evangelischen Prediger zuerst müssen sich mit ihren Brüdern im Amte sammeln und in bezug auf das in diesem Gebiet Versäumte Buße tun und durch Buße die Gesamtheit zur Buße bewegen. Oder wer könnte und dürfte sich solcher Buße entziehn? Demütigen wir uns alle vor dem Herren! Es ist hier eine gehäufte Schuld nicht der einzelnen, sondern der Gesamtheit, eine Schuld nicht bloß dieses Geschlechts, sondern eine ererbte und eine von Jahrhundert zu Jahrhundert vererbte Schuld; eine Schuld, die jetzt im neu anbrechenden Zeitalter der Welt gesühnt werden soll.“22

8. Wicherns Idee von der Innere Mission

Doch was genau verstand Johann Hinrich Wichern unter der „Inneren Mission“? Am Tag nach seiner Stegreifrede auf dem Kirchentag bekam er nocheinmal die Gelegenheit, der Versammlung seinen geplanten Aufbau eines Zusammenschlusses aller in der Liebestätigkeit wirkenden Kräfte zu schildern. Daraufhin beschließt die Versammlung, dass Wichern die Leitung eines Ausschusses übernehmen soll, der all die bereits vorhandenen Unternehmungen koordiniert. Allerdings besteht die Versammlung darauf, dass die einzelnen Vereine bei einem solchen Zusammenschluss ihre Freiheit beibehalten.

Weiterhin wird Johann Hinrich Wichern damit beauftragt, eine Denkschrift über die Aufgaben der Inneren Mission zu verfassen. Auf 366 engbedruckten Seiten stellt Wichern seine Ideen vor. Ich möchte mich in dieser Hausarbeit darauf beschränken, nur die wirklich entscheidenen Grundgedanken dieser Schrift darzulegen.

Im ersten Teil der Denkschrift schreibt er allgemein über die Innere Mission. Dabei stellt er nocheinmal seine Abwehrhaltung zu der Märzrevolution dar. Um den Einfluss der Kommu- nisten zu schmälern, müssen die Massen in der Christenheit innerlich und äusserlich erneuert werden. Diese Erneuerung soll in der Familie, im Staat und in der Kirche stattfinden. Die Familie muß in ihrer erzieherischen Funktion wiederhergestellt werden, wenn die Innere Mission Erfolg haben soll. Die Kirche muß die konfessionellen Grenzen anerkennen, aber ihre Liebestätigkeit interkonfessionell durchführen. Die Kirche und die Innere Mission sollen sich nicht in Verfassungsfragen einmischen oder diese bewerten. Wichtig für Wichern ist hier, dass der Staat anerkennt, dass „seine letzten Lebensquellen in Christo und nirgend anderswo“23 zu finden sind.

Im zweiten Abschnitt der Gedenkschrift gibt Wichern eine Übersicht der Gebiete der Inneren Mission. Er unterscheidet das staatliche, das kirchliche, das sittliche und das soziale Gebiet. Die Innere Mission dient der staatlichen Erneuerung, weil durch die christliche Prägung des Volkes die „Ehrfurcht gegen die Obrigkeit“ gestärkt wird. Ein „Feuerwerk von Ideen“24 entfacht Wichern bei der Idee, dem Volk den christlichen Glauben wieder nahe zu bringen. Er beschränkt sich dabei nicht nur auf die Aufgaben der Kirche. Wichern meint, dass Bibelge- sellschaften gegründet werden müssen, Hausgottesdienste abgehalten werden sollen, das Lesepläne für das Bibelstudium erstellt werden müssen. Außerdem müssen christliche Verlage und Bibliotheken geschaffen werden. Wander- und Straßenprediger sollen nicht in Konkurrenz zu den Kirchengemeinden arbeiten, sondern mit ihnen gemeinsam den christlichen Glauben stärken. Bei diesen Gedanken verweist Wichern immer wieder auf bereits bestehenden Einrichtungen, wie „helfende Frauenvereine“, „Besuchsdienste“, „Strafentlassenenfürsorge“ usw.

Auf dem sittlichen Gebiet will die Innere Mission der Prostitution entgegenwirken. Ausserdem soll die Lesesucht bekämpft werden. Wichern zielt dabei auf die seichte Literatur, die seinerzeit vom Volk „verschlungen“ wurde. Natürlich will er, dass das Volk liest. Dabei setzt er der seichten Literatur jedoch nicht unbedingt christliche Werke gegenüber. Für ihn ist es wichtig, dass die Menschen volkstümlich gesunde, belehrende und erfreuende Literatur lesen.

Außerdem soll der Alkoholismus durch Enthaltsamkeitsvereine bekämpft werden. In dem sozialen Gebiet nennt Wichern folgende Ziele: Wiederherstellung zerrütteter Familien, Rettung der Jugend, Linderung der Not der Armen, Pflege der Kranken, Evangelisierung der Arbeiterklasse sowie „die Heiligung des Eigentums und Ausgleichung des Mißverhältnisses zwischen den durch Besitz unterschiedenen Ständen“25.

In einem weiteren Hauptteil, auf den ich in dieser Hausarbeit nicht eingehen möchte, behandelt Wichern die Organisationsfragen der Inneren Mission.

9. Zusammenfassende Gegenüberstellung der Ansätze von Marx und Wichern

Die wesentlichen Unterschiede in den Meinungen von Johann Hinrich Wichern und Karl Marx zur Ursache des Elends im 19. Jahrhundert lassen sich in wenigen Sätzen benennen.

Wichern stellt die Gesellschaftsordnung grundsätzlich nicht in Frage. Durch die Industrialisierung und den daraus entstandenen Problemen und Änderungen haben die Menschen den Glauben an Gott verloren. Durch diese Entchristlichung der Welt entstand das Elend. Durch die „rettende Liebe“ und dadurch, dass den Menschen der christliche Glaube wieder nahe gebracht wird, kann das Elend bekämpft werden.

Ganz anders nähert sich Marx dem Problem. Er lehnt die gesamte Gesellschaftsform ab. Für ihn liegt die Wurzel des Übels in den zwei Klassen der Gesellschaft, dem Proletariat und der Bourgeois. Entstanden sind diese Klassen durch die Industrialisierung und dem Privateigentum an Produktionsmitteln. Nur durch eine Revolution und der Verstaatlichung der Produktionsmitteln kann das Elend bekämpft werden. Diese Revolution ist eine zwanghafte Folge der Entwicklung. Für Marx ist es einfach an der Zeit, die Verhältnisse zu ändern.

10. Schlusswort

Obwohl Karl Marx und Johann Hinrich Wichern völlig unterschiedliche Ziele verfolgen, kämpfen sie beide gegen das bestehende Übel des Elends, dass durch die Industrialisierung Europas entstanden ist. Während Wichern die alte Gesellschaftsordnung durch die Innere Mission wiederherstellen möchte, geht Marx einen ganz anderen Weg. Er streitet für eine völlig neue Gesellschaftsform.

Das beide 1848 etwas herausragendes publiziert haben, mag Zufall sein. Andererseits zeigt es aber auch, wie aufgewühlt die Lage in diesem Jahr gewesen sein muss.

Dass es für Marx viel schwieriger war, seine Ziele zu erreichen, sollte man im Nachhinein nicht unbedingt behaupten. Sicherlich ist eine plötzliche Änderung der in Jahrhunderten gewachsenen Gesellschaft schwierig. Marx‘ eigentlicher Wunsch war aber das vorhandene Staatssystem zu ändern. Und Johann Hinrich Wichern kämpfte mit den gleichen Problemen wie Marx. Mit einer Gesellschaft, die sich zum Status Quo hin entwickelt hatte und deren Veränderung viel Zeit und Kraft kostet.

Die Auswirkungen des Handelns dieser beiden Männer sind heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, noch zu spüren. Das Karl Marx dabei oft in einem viel kritischerem Licht begutachtet wird, liegt sicherlich nicht nur an seinen Ideen, sondern vor allem daran, was im vergangenen Jahrhundert daraus gemacht wurde.

11. Literatur & Quellenangaben

Brakelmann, Günter: „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Bielefeld 1981

Görtemaker, Manfred: „Deutschland im 19. Jahrhundert“, Opladen 1986

Klein, Michael: „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Neukirchen-Vluyn 1998

Marx, Karl: „Manifest der kommunistischen Partei“; Ditzingen 1989

Peter Meinhold (Hg), „Johann Hinrich Wichern - Sämtliche Werke (Band IV)“, Berlin / Hamburg / Hannover 1958-1988:

Schäfer, J. : „Johann Hinrich Wichern“, Internet: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johann_Hinrich_Wichern.htm

Schmidt, Andreas: „Johann Hinrich Wichern“, Internet: http://www.uni-karlsruhe.de/~uneu/Unterrichtsmaterialien/Wichern.html

Wichern, Johann Hinrich: „Stegreifrede vom Freitag, den 22: September 1848“, Internet: http://www.johann_hinrich_wichern.de

[...]


1 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 16

2 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 21 6

3 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 24

4 Johann Hinrich Wichern, Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848

5 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 28 8

6 Reinhard Rürup, „Deutschland im 19. Jahrhundert 1815 - 1871“, Seite 113 f. 10

7 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite56

8 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 60 13

9 Karl Marx, „Das Kommunistische Manifest“

10 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 76 14

11 Günter Brakelmann, „Die soziale Frage des 19. Jahrhunderts“, Seite 80

12 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 25

13 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 25

14 Peter Meinhold (Hg), „Johann Hinrich Wichern - Sämtliche Werke (Band IV)“, Seite 32ff 17

15 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 62

16 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

17 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

18 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

19 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

20 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“ 20

21 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

22 Johann Hinrich Wichern, „Stegreifrede auf dem Evangelischen Kirchentag 1848“

23 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 71

24 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 72 22

25 Michael Klein, „Feuer der Nächstenliebe: Johann Hinrich Wichern“, Seite 75 23

25 von 25 Seiten

Details

Titel
Ursachen des Elends im 19. Jahrhundert - Eien Gegenüberstellung der Meinungen von Johann Hinrich Wichern und Karl Marx
Note
gut
Jahr
2000
Seiten
25
Katalognummer
V98568
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit wurde nicht mit "sehr gut" bewertet, da aus ihr nicht die Folgen für die heute Soziale Arbeit hervorgehen. Dies hatte ich jedoch absichtlich weg gelassen, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.
Schlagworte
Ursachen, Elends, Jahrhundert, Eien, Gegenüberstellung, Meinungen, Johann, Hinrich, Wichern, Karl, Marx
Arbeit zitieren
Anonym, 2000, Ursachen des Elends im 19. Jahrhundert - Eien Gegenüberstellung der Meinungen von Johann Hinrich Wichern und Karl Marx, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98568

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