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Sozialisationstheorien in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit

Title: Sozialisationstheorien in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit

Term Paper , 2018 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Birgit Zeitler (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die Arbeit soll einen Überblick über Zusammenhänge zwischen Sozialisation und sozialer Ungleichheit geben. Schlagworte wie Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit prägen derzeit das sozialstaatliche Handeln. Das klingt gut. Schließlich ist Freiheit ein hohes Gut unserer Gesellschaft. Aber ist auch jeder Mensch in der Lage, eigenverantwortlich für seine Gesundheit und das Auskommen im Alter sorgen? Kann sich jeder ausreichend gegen Lebenskrisen wappnen?

Bildung und Einkommen sind ungleich verteilt. Diese Größen sind es aber, die das selbstbestimmte, freiheitliche Handeln maßgeblich beeinflussen. Der Matthäus-Effekt – „wer hat, dem wird gegeben“ – konstatiert eine Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, die besorgniserregend ist. Ganz nach Wolfgang Kerstings Sichtweise soll jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und durch persönliches Engagement im ständigen Wettbewerb erfolgreich sein. Das Bekämpfen von ungleichen Lebensbedingungen durch sozialstaatliches Handeln als Einmischung in die persönliche Freiheit zu begreifen, führt den Begriff des Sozialstaates ad absurdum. Dieser liberalen, leistungsorientierten Sichtweise steht entgegen, dass ungleiche Lebensbedingungen per se keiner genetischen Veranlagung entspringen. Sie entstehen unter anderem durch Einflüsse, denen Individuen machtlos gegenüberstehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Der Matthäus - Effekt

1.2 Aufbau – Methoden – Stand der Forschung

2. Sozialisation. Eine Begriffsbestimmung

3. Bildungsinstitution Schule und Sozialisation

4. Soziale Ungleichheit

5. Sozialisationstheorien

5.1. Kompetenztheorie – Habermas

5.2. Milieutheorie – Bourdieu

5.3. Modell der produktiven Realitätsverarbeitung (MpR) –Hurrelmann

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen Sozialisationstheorien und der Entstehung sozialer Ungleichheit. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie verschiedene theoretische Ansätze dazu beitragen, ungleiche Bildungschancen und die Reproduktion sozialer Strukturen im Kontext der Institution Schule sowie der Gesellschaft besser zu verstehen.

  • Sozialisation als lebenslanger Prozess der Persönlichkeitsentwicklung
  • Die Rolle der Bildungsinstitution Schule bei der Selektion und Allokation
  • Habermas' Kompetenztheorie und die Bedeutung der Sprache
  • Bourdieus Kapitalarten und die Wirkung des Habitus
  • Hurrelmanns Modell der produktiven Realitätsverarbeitung

Auszug aus dem Buch

Kapitalsorten

Bourdieu hält den Kapitalbegriff der Wirtschaftswissenschaften für zu einseitig. Er bezeichne nur den Warenaustausch und das Ziel der Gewinnmaximierung. Bourdieu unterteilt deshalb den Begriff in die drei Kapitalsorten, ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital.

Bei ökonomischem Kapital handelt es sich um Geld, Vermögen und Dinge. Allgemeiner ausgedrückt umfasst es alles, was der Mensch besitzen kann. Es ist natürlich hier ein leichtes, eine ungleiche Verteilung von Ressourcen auszumachen.

Kulturelles Kapital unterteilt Bourdieu in inkorporiertes, institutionalisiertes und objektiviertes Kulturkapital. Inkorporiertes Kulturkapital muss von der jeweiligen Person durch Lernen selbst verinnerlicht werden also durch Bildung. Dieser Vorgang kann nicht übertragen werden. In primärer Sozialisationsphase geschieht die Inkorporierung größtenteils unbewusst, in sekundärer bewusst im Besuch von Bildungsinstitutionen. Je mehr Zeit investiert wird, desto größer wird das inkorporierte Kapital. Dieses angeeignete Wissen geht in den Habitus über. Je mehr ökonomisches Kapital in der Familie vorhanden ist, desto mehr Zeit kann in Bildung investiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in das Thema ein, thematisiert den "Matthäus-Effekt" als Ausdruck sozialer Disparitäten und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Sozialisation. Eine Begriffsbestimmung: Hier wird der sozialwissenschaftliche Sozialisationsbegriff definiert und in primäre, sekundäre sowie tertiäre Sozialisationsphasen unterteilt.

3. Bildungsinstitution Schule und Sozialisation: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Schule als zentrale Sozialisationsinstanz, die durch Leistungsbewertung und Selektion maßgeblich an der Vorbereitung auf gesellschaftliche Rollen beteiligt ist.

4. Soziale Ungleichheit: Es wird der Begriff der sozialen Ungleichheit als dauerhafte, ungleiche Verteilung von Lebenschancen in einer Gesellschaft eingeführt.

5. Sozialisationstheorien: Dieser Hauptteil analysiert die Theorien von Habermas, Bourdieu und Hurrelmann hinsichtlich ihrer Erklärungsmodelle für soziale Ungleichheit.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit sozialpolitischer Maßnahmen, um die soziale Herkunft von Bildungschancen zu entkoppeln.

Schlüsselwörter

Sozialisation, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Habitus, Kapitalsorten, Jürgen Habermas, Pierre Bourdieu, Klaus Hurrelmann, Modell der produktiven Realitätsverarbeitung, Schule, Leistungsgesellschaft, Identität, Lebenswelt, Chancengerechtigkeit, Bildungssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Sozialisationstheorien und deren Bedeutung für das Verständnis und die Reproduktion sozialer Ungleichheit in der modernen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen den Sozialisationsbegriff, die Funktion der Schule als Bildungs- und Selektionsinstanz, die ökonomische und kulturelle Ressourcenverteilung sowie die individuelle Identitätsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Darstellung der Theorien von Habermas, Bourdieu und Hurrelmann aufzuzeigen, wie Bildungschancen von der sozialen Herkunft abhängen und welche strukturellen Barrieren existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Fachpublikationen sowie aktueller Bildungsstudien wie der PISA-Studie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Kompetenztheorie von Habermas, der Milieutheorie von Bourdieu und des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung von Hurrelmann.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialisation, soziale Ungleichheit, Habitus, Kapitalarten, Bildungsgerechtigkeit und Schulerziehung.

Inwiefern beeinflusst der Habitus nach Bourdieu die Bildungschancen?

Der Habitus bildet verinnerlichte Denk- und Handlungsmuster, die je nach sozialer Herkunft unterschiedlich ausgeprägt sind und in der meritokratischen Schule oft ignoriert werden, was die Ungleichheit verfestigt.

Welche Rolle spielt die Sprache bei Habermas?

Habermas sieht in der Sprache ein Medium der Verständigung und Handlungssteuerung, das essenziell für die Ausbildung einer mündigen ICH-Identität und damit für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist.

Wie unterscheidet sich Hurrelmanns Modell von den anderen Ansätzen?

Das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung integriert zusätzlich zu soziologischen auch psychologische und neurobiologische Perspektiven und betrachtet das Individuum in einem dynamischen Wechselspiel zwischen innerer und äußerer Realität.

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Details

Title
Sozialisationstheorien in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf
Grade
1,0
Author
Birgit Zeitler (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V985831
ISBN (eBook)
9783346342133
ISBN (Book)
9783346342140
Language
German
Tags
Sozialisationstheorie Soziale Ungleichheit Habermas Hurrelmann Bourdieu produktiven Realitätsverarbeitung Bildungsinstitution Sozialisation Schule Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit Zeitler (Author), 2018, Sozialisationstheorien in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985831
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