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Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit. Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit

Titel: Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit. Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit

Hausarbeit , 2018 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Birgit Zeitler (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll den Fall Roselyne Rogg zum Anlass nehmen, folgende Frage zu untersuchen: Beeinflusst der wachsende Ökonomisierungsdruck in der Sozialen Arbeit die Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit? Dazu soll zunächst ein Verständnis von Lohngerechtigkeit entwickelt werden, um dann zu untersuchen, inwieweit diese messbar ist. Es wird an Beispielen aufgezeigt, wie gemessen wird, und dargelegt, welche gesellschaftliche Funktion Modelle für Lohngerechtigkeit haben können.

Darauf aufbauend wird untersucht, inwieweit Sozialer Arbeit qualitativ eine Sonderstellung zukommt und inwieweit sich ökonomische Messprinzipien anwenden lassen. Die Grundlage der folgenden Überlegungen bildet umfassende Literatur aus den Bereichen Soziale Arbeit, Betriebswirtschaft, Ethik und Philosophie, da Lohngerechtigkeit eine interdisziplinäre Thematik ist. Außerdem fließen aktuelle Ergebnisse aus Studien zu Lohnvergleichen in die Ausarbeitung ein.

Anfang August 2018: Medien berichten über einen Skandal – ein horrendes Geschäftsführergehalt sorgt für einen Aufschrei in der Bevölkerung. Dieses Thema ist nicht neu. Das Besondere an diesem Fall ist, dass es sich um eine Geschäftsführerin einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung handelt. Roselyne Rogg bezog in dieser Funktion zuletzt ein Jahresgehalt von 376.000 Euro. Frau Rogg sah kein Problem in der Höhe des Gehalts. Der Aufsichtsrat war anderer Meinung und entließ sie fristlos.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Causa Roselyne Rogg

1.2. Fragestellung und Vorgehen

2. Lohngerechtigkeit

2.1. Tauschgerechtigkeit

2.2. Lohn als Tauschgut

2.2.1. Messbarkeit von Leistung

2.2.2. Alternativer Ansatz: Anstrengung

2.3. Vergleichbarkeit von Löhnen

2.4. Illusion der Objektivität

2.5. Angemessenheit

3. Soziale Arbeit

3.1. Besonderer Status der Gemeinnützigkeit

3.3. Tripelmandat

3.3.1. Verantwortung gegenüber Profession

3.3.2. Verantwortung gegenüber Adressaten

3.3.3. Verantwortung gegenüber Gesellschaft

3.4. Moralische Billigung nach Hume

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der zunehmende Ökonomisierungsdruck in der Sozialen Arbeit die Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit beeinflusst. Anhand des Fallbeispiels der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung wird hinterfragt, wie sich ökonomische Messprinzipien mit den ethischen Anforderungen sozialer Berufe vereinbaren lassen.

  • Interdisziplinäre Analyse von Lohngerechtigkeit (Betriebswirtschaft, Ethik, Philosophie)
  • Die Rolle der Gemeinnützigkeit und deren sozialpolitische Bedeutung
  • Ökonomisierungsdruck und dessen Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Sozialen Arbeit
  • Das Tripelmandat als professionelles Anforderungsprofil
  • Vergleichbarkeit von Löhnen und die Illusion der Objektivität

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Alternativer Ansatz: Anstrengung

Überlegungen, wie ein Lohn gerecht sein kann, stellt auch Christian Neuhäuser an. Nach der Betrachtung von Bemessungsgrößen wie Fähigkeiten, Werk oder Leistung einer Person kommt er zu dem Schluss, dass nur gerecht sein kann, einen Arbeitnehmer nach seiner Anstrengung zu bezahlen. Je nach Aufwand und Belastung entstehen so unterschiedliche, aber faire Löhne. Leistung als Bemessungsgrundlage, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht einen hohen Stellenwert erlangt hat, führt zu Ungerechtigkeiten. Hohes Leistungsvermögen ergibt sich zu einem gewichtigen Teil aus dem Habitus und somit der sozialen Herkunft und der dazugehörigen Sozialisation. 15 Neuhäusers Überlegungen setzen einen starken Fokus auf die Gleichheit von Ausgangsbedingungen; oder, je nach Lesart, auf der Nivellierung von Ungleichheit. Bereits ein hohes Sprachniveau mit der dazugehörigen Kommunikationsfähigkeit kann zum Beispiel ein entscheidender Wettbewerbsvorteil eines Arbeitnehmers sein, wie bereits Habermas in seiner Theorie des kommunikativen Handelns darlegte.16

Dieser Ansatz hat nachvollziehbare Grundlagen, kann aber in ökonomischen Kontexten schwer verteidigt werden. Zwar beinhaltet Neuhäusers Begriff von Anstrengung auch die Genese von Fähigkeiten, die im Einzelfall Anstrengung mindern: Ein Profi mit langjähriger Berufserfahrung kann sich mit einer bestimmten Arbeit leichter tun als ein blutiger Anfänger und die Berechtigung des (selbst erarbeiteten) Vorsprungs soll ihm nicht abgesprochen werden. Aber Anstrengung bleibt eine subjektive Kategorie und ist für Kollegen oder Arbeitgeber kaum transparent darstellbar. In diesem Zusammenhang ist Anstrengung nicht messbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit thematisiert den Skandal um das Geschäftsführergehalt bei der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung als Ausgangspunkt für die Untersuchung von Lohngerechtigkeit unter Ökonomisierungsdruck.

2. Lohngerechtigkeit: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zur Gerechtigkeit, die Problematik der Messbarkeit von Lohn durch Leistung oder Anstrengung sowie die subjektiven Faktoren hinter der vermeintlich objektiven Entlohnung.

3. Soziale Arbeit: Hier wird der spezielle Rahmen der Gemeinnützigkeit, der steigende Druck durch Marktlogik und das professionelle Tripelmandat des Sozialarbeiters analysiert, um die moralische Sonderstellung des Berufsfeldes zu beleuchten.

4. Fazit: Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass steigender Ökonomisierungsdruck die Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit maßgeblich beeinflusst, da klassische Bewertungsmodelle der Komplexität sozialer Dienstleistungen nicht gerecht werden.

Schlüsselwörter

Lohngerechtigkeit, Soziale Arbeit, Gemeinnützigkeit, Ökonomisierungsdruck, Tauschgerechtigkeit, Tripelmandat, Leistungsprinzip, Sozialethik, Geschäftsführergehalt, Arbeitsbewertung, Moral, Marktwirtschaft, professionelle Ethik, Entgelttabellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik der Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit, insbesondere unter dem Einfluss wachsender ökonomischer Anforderungen, exemplarisch dargestellt am Fall Roselyne Rogg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die betriebswirtschaftliche Entlohnung im Vergleich zu ethischen Werten, die Bedeutung der Gemeinnützigkeit und der Wandel der Sozialen Arbeit hin zu marktorientierten Kontrollgrößen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie der zunehmende Ökonomisierungsdruck die Wahrnehmung dessen beeinflusst, was in einem sozialen Berufsfeld als „gerechter Lohn“ angesehen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturrecherche aus Soziale Arbeit, Betriebswirtschaft, Ethik und Philosophie sowie einer Analyse aktueller Studien und Praxisbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst Gerechtigkeitstheorien, die Schwierigkeit der Messbarkeit von Leistung und Anstrengung, und setzt dies in den Kontext der speziellen Anforderungen an das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lohngerechtigkeit, Ökonomisierungsdruck, Tauschgerechtigkeit, Tripelmandat, Gemeinnützigkeit und Sozialethik.

Warum ist die "Zuneigungsgefangenschaft" relevant für die Entlohnung?

Sie beschreibt ein Phänomen, bei dem die notwendige Empathie und emotionale Nähe zur Klientel in sozialen Berufen es erschweren, Lohnforderungen durchzusetzen, da dies als Verrat am Klienten oder als Gefährdung des Arbeitsklimas wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt die Gemeinnützigkeit bei der Beurteilung des Falls Roselyne Rogg?

Die Gemeinnützigkeit verpflichtet zur selbstlosen Förderung der Allgemeinheit und verbietet unangemessen hohe Vergütungen, da diese aus Steuergeldern oder Spenden finanziert werden, was im Fall Rogg den öffentlichen Aufschrei legitimierte.

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Details

Titel
Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit. Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,3
Autor
Birgit Zeitler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V985840
ISBN (eBook)
9783346364395
ISBN (Buch)
9783346364401
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lohgerechtigkeit Soziale Arbeit Tauschgerechtigkeit Leistung Messbarkeit Vergleichbarkeit Löhne Angemessenheit Gemeinützigkeit Moralische Billigung Hume Habermas Aristoteles
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Birgit Zeitler (Autor:in), 2018, Lohngerechtigkeit in der Sozialen Arbeit. Wahrnehmung von Lohngerechtigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985840
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Leseprobe aus  20  Seiten
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