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Postvokales /r/ im Regionalfranzösisch auf La Réunion. Divergierender Perzeptionseffekt

Title: Postvokales /r/ im Regionalfranzösisch auf La Réunion. Divergierender Perzeptionseffekt

Bachelor Thesis , 2020 , 79 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

French Studies - Linguistics
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Die Realisierung des postvokalen /r/ im Regionalfranzösischen auf La Réunion ist im Spannungsfeld zwischen Französisierungstendenzen und Aufwertungsbestrebungen der Kreolsprachen zu verstehen. Die Untersuchung des Phonems in dieser Arbeit baut dabei auf den neuesten Forschungsergebnissen auf und kombiniert diese mit aktuellen Erkenntnissen aus dem Bereich der Sprachperzeption. Demzufolge wird das postvokale /r/ im Regionalfranzösischen auf La Réunion nicht wie bisher mithilfe der Produktion von SprecherInnen, sondern anhand der Perzeption von HörerInnen erforscht.

Im Rahmen des sogenannten divergierenden Perzeptionseffekts soll festgestellt werden, ob Testpersonen dieselben akustischen Stimuli in verschiedenen "Priming Conditions" unterschiedlich wahrnehmen. Für "Priming Conditions" wurden im Kontext des Regionalfranzösischs auf La Réunion die geographischen Indikatoren La Réunion und Paris festgelegt, während als Grundlage für die akustischen Stimuli das Minimalpaar fou /fu/ und four /fuʀ/ ausgewählt wurde. Die akustischen Stimuli wurden mit dem Praat-Programm synthetisiert und in ein 9-Step-Kontinuum eingebettet, wobei Stimulus 1 [fu] und Stimulus 9 [fuʀ] darstellt.

Im Rahmen einer "Word Identification Response Task" ergeben sich daraus zwei konkrete Forschungshypothesen: Tendieren die ProbandInnen der Gruppe Paris eher dazu [fuʀ] zu hören? Beziehungsweise kategorisieren die ProbandInnen der Gruppe La Réunion die identischen Stimuli vergleichsweise häufiger als [fu]? In Anlehnung an Bordal wurden außerdem Metadaten zum Alter, Geschlecht, höchsten Bildungsabschluss sowie zur Erstsprache der Testpersonen erhoben, da davon ausgegangen wurde, dass diese Faktoren möglicherweise einen Einfluss auf die Perzeption der akustischen Stimuli haben. Anschließend werden die Ergebnisse diskutiert, sodass nicht nur eine differenzierte Antwort auf die Forschungshypothese, sondern ferner eine Aussage zum Status quo des Regionalfranzösischs auf La Réunion ermöglicht wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Entwicklung des Regionalfranzösischen auf La Réunion

2.1 Französische Besiedlungsphase

2.2 Koloniale Diglossie

2.3 Départementalisation

2.4 Aktuelle Sprachsituation

3 Relevante sprachwissenschaftliche Forschungen

3.1 Postvokales /r/ im Standardfranzösischen und créole réunionnais

3.2 Veränderte Forschungsperspektive: Von der Sprachproduktion zur Sprachperzeption

4 Methodik

4.1 Versuchsbeschreibung

4.2 Priming Conditions

4.3 Testpersonen

4.4 Akustische Stimuli

4.5 Statistische Vorgehensweise

5 Ergebnisse

5.1 Auswahl der Daten

5.2 Statistische Analyse

5.3 Modifikation der Tabelle

5.4 Visualisierung und Berechnung der 50%-Wahrnehmungsschwelle

6 Diskussion der Ergebnisse

6.1 Priming Conditions La Réunion und Paris

6.2 Faktor Alter

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den divergierenden Perzeptionseffekt in Bezug auf die Elision des postvokalen /r/ im Regionalfranzösischen auf La Réunion. Das primäre Ziel ist es, mittels eines psycholinguistischen Perzeptionsexperiments zu ermitteln, ob geographische Priming-Signale (La Réunion vs. Paris) die Wahrnehmung desselben akustischen Stimulus-Kontinuums bei Testpersonen unterschiedlich beeinflussen und welche Rolle soziolinguistische Faktoren wie das Alter dabei spielen.

  • Sprachgeschichte und soziolinguistische Entwicklung auf La Réunion
  • Postvokales /r/ im Spannungsfeld von Standardfranzösisch und créole réunionnais
  • Methodik der Sprachperzeption und des Experimentaldesigns
  • Statistische Auswertung mittels Generalised Linear Mixed Models (GLMM)
  • Einfluss soziodemographischer Faktoren auf die Sprachwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

„Le ‘r’ constitue un véritable ‘caméléon’ dans la jungle des sons linguistiques. Vu sa marginalité dans les systèmes phonémiques, il est quasiment prédestiné à la variation et au changement: fricative sourde ou sonore, vibrante, approximante ou même voyelle – il peut prendre presque toutes les ‘couleurs’ en fonction de son environnement, et aussi disparaître complètement.“ (Pustka 2012: 271)

Die verwendete Metapher der Sprachwissenschaftlerin Elissa Pustka verdeutlicht, dass das /r/ aufgrund seiner hohen Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit zwar unauffällig erscheint, jedoch beim genauen Hinsehen bzw. -hören ein überraschend breites phonologisches und phonetisches Repertoire offenbart. Die vorliegende Bachelorarbeit behandelt unter anderem daher folgende Frage: Welche „Farbe“ nimmt das „Chamäleon-/r/“ im Kontext des Regionalfranzösischen auf La Réunion an? Wird das Phonem in postvokaler Stellung wie im Standardfranzösischen als uvularer Vibrant [ʀ] realisiert oder wird es, rückführend auf den Einfluss des créole réunionnais, elidiert?

Um sich einer Antwort dieser Fragestellung anzunähern, werden zunächst im Rahmen der Sprachgeschichte relevante soziolinguistische Aspekte skizziert. Dabei wird im Besonderen auf die Ereignisse seit der départementalisation eingegangen, da diese die aktuelle (Sprach)Situation der Insel nachhaltig beeinflussen. Die Realisierung des postvokalen /r/ im Regionalfranzösischen auf La Réunion ist somit im Spannungsfeld zwischen Französisierungstendenzen und Aufwertungsbestrebungen der Kreolsprachen zu verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das phonetische Phänomen des Chamäleon-/r/ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Realisierung dieses Lauts im Regionalfranzösischen auf La Réunion.

2 Historische Entwicklung des Regionalfranzösischen auf La Réunion: Dieses Kapitel skizziert die sprachgeschichtlichen und soziolinguistischen Bedingungen, insbesondere seit der Départementswerdung, und deren Einfluss auf die aktuelle Sprachkonstellation.

3 Relevante sprachwissenschaftliche Forschungen: Es wird der Forschungsstand zum postvokalen /r/ sowie der theoretische Wechsel von der Sprachproduktion zur Sprachperzeption dargestellt.

4 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Design des Perzeptionsexperiments, die Testgruppen (Priming), die Stimuli und das statistische Auswertungsmodell.

5 Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten präsentiert, die statistische Analyse erläutert und die Wahrnehmungsschwellen visualisiert.

6 Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden interpretiert, insbesondere im Hinblick auf die Wirksamkeit der Priming Conditions und den Einfluss des Faktors Alter.

7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Bedeutung der Ergebnisse für den aktuellen Status des Regionalfranzösischen.

Schlüsselwörter

Regionalfranzösisch, La Réunion, créole réunionnais, postvokales r, Sprachperzeption, Priming, divergierender Perzeptionseffekt, Soziolinguistik, Diglossie, Sprachkontakt, Psycholinguistik, Sprachwandel, Phonologie, Statistik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Sprecherinnen und Sprecher auf La Réunion das postvokale /r/ im Französischen wahrnehmen, wenn sie durch verschiedene regionale Bezeichnungen (Priming) beeinflusst werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verbindet Sprachgeschichte der Insel La Réunion mit phonologischer Forschung und modernsten Methoden der Sprachperzeptionsanalyse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Probanden je nach Gruppenzugehörigkeit (La Réunion vs. Paris) identische akustische Stimuli unterschiedlich als „four“ (Ofen) oder „fou“ (verrückt) kategorisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein psycholinguistisches Experiment durchgeführt, bei dem Probanden mittels einer „word identification response task“ akustische Stimuli zuordnen. Die Auswertung erfolgt statistisch durch ein „generalized linear mixed model“ (GLMM).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die theoretische Fundierung durch einschlägige Studien, die detaillierte Methodik und die statistische Ergebnisauswertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Regionalfranzösisch, La Réunion, Sprachperzeption, Divergierender Perzeptionseffekt und Créole réunionnais.

Wie beeinflusst das Alter die Ergebnisse?

Die statistische Analyse zeigt, dass der Effekt des Primings bei älteren Testpersonen stärker ausgeprägt ist, während jüngere Generationen weniger stark durch geographische Indikatoren beeinflusst werden.

Welche Rolle spielt die „départementalisation“?

Das Ereignis der Départementswerdung wird als entscheidender historischer Wendepunkt für die soziolinguistische Struktur der Insel und das Spannungsfeld zwischen Kreolisch und Französisch betrachtet.

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Details

Title
Postvokales /r/ im Regionalfranzösisch auf La Réunion. Divergierender Perzeptionseffekt
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
79
Catalog Number
V985905
ISBN (eBook)
9783346380913
Language
German
Tags
postvokales regionalfranzösisch réunion divergierender perzeptionseffekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Postvokales /r/ im Regionalfranzösisch auf La Réunion. Divergierender Perzeptionseffekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985905
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