Wahrnehmung, Wirklichkeit, Konstruktivismus und Medienwirkungsforschung


Seminararbeit, 1998

25 Seiten


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INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

3. KRITIK DER MEDIENWIRKUNGSTHEORIEN AUS SICHT DES KONSTRUKTIVISMU

4. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN FÜR EINE KONSTRUKTIVISTISCHE MEDIENWIRKUNGSTHEORIE - DARGESTELLT AM PROBLEM DER WAHRHEIT
4.1 Der Wahrheitsbegriff in der modernen Wissenschaftstheorie
4.2 Folgerungen für den wissenschaftstheoretischen Status des Konstruktivismus

5. GRUNDZÜGE DES KONSTRUKTIVISTISCHEN FORSCHUNGSPROGRAMMS
5.1 Herleitung des harten Kerns
5.1.1 Das Prinzip der indifferenten Codierung
5.1.2 Das topologische Prinzip
5.2 Zusammenfassung: Der harte Kern des konstruktivistischen Forschungsprogramms

6. EIN KONSTRUKTIVISTISCHES WAHRNEHMUNGSMODELL

7. FOLGERUNGEN FÜR DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

8. LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Mit dem in den Jahre 1990/1991 veröffentlichten Funkkolleg „Medien und Kommunikation - Konstruktionen von Wirklichkeit“ wurde die Theoriendebatte um den „(Radikalen) Konstruktivismus“ in die Kommunikationswissenschaft übernommen1. Siegfried J. Schmidt, einer der Autoren des Funkkollegs behauptet dort, daß eine Medientheorie auf konstruktivistischer Grundlage einen holistischen und integrierenden, die wichtigsten Subsysteme des gesellschaftlichen Systems berücksichtigenden Zugang zum Feld „Medien und Kommunikation“ verschaffen könnte: „Eine konstruktivistische Medientheorie verkürzt Medien nicht auf technische Einrichtungen, sondern modelliert2 sie als soziale Systeme, in denen Individuen mit spezifischen Komunikationstechniken umgehen und Medienangebote erstellen, die aus dem Zusammenwirken aller Komponenten des gesamten Systems - politische, ökonomische, juristische, technische usw.- hervorgehen.“ (Schmidt 1990, 37). Aufgrund der oft scharf formulierten und in Opposition zu Ergebnissen anderer Wissenschafter stehenden Position der „Konstruktivisten“ (z.B. Weischenberg 1989) entzündete sich alsbald ein Disput über Nützlichkeit und Konsistenz des konstruktivistischen „Ansatzes“: 1993 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) ihren Tagesband „Theorien öffentlicher Kommunikation“ (Bentele / Rühl 1993), in dem verschiedenen Autoren kontrovers zu konstruktivistischen Thesen Stellung bezogen (vgl. insbesondere die Beträge von Krippendorff und Schmidt auf der einen und Kepplinger und Saxer auf der anderen Seite).

Vor allem die traditionelle Medienwirkungstheorie mit dem zugrundeliegenden behavioristischen Konzept ist Zielscheibe der konstruktivistischen Angriffe. Im Punkt 1 dieser Arbeit werden ich deshalb kurz auf die verschiedenen Medienwirkungstheorien in historischer Perspektive eingehen und die wichtigsten Kritikpunkte des Konstruktivismus an diesen Theorien aufzeigen.

Will man den Konstruktivismus für eine empirische sozialwissenschaftliche Forschung anwenden und auf Grundlage der Ergebnisse der konstruktivistischen Wahrnehmungstheorie eine Theorie der Medienwirkung ableiten, empfiehlt es sich m.E. erst einmal den wissenschaftstheoretischen Rahmen eines derartigen Unterfangens abzustecken. Dabei sollte man sich der Wissenschaftstheorie bedienen, die von ihrer logischen Struktur her am besten abgesichert ist, und die sich in der empirischen Anwendung am besten bewährt hat: die analytische Wissenschaftstheorie in Form des Logischen Empirismus. Daß dies kein Selbstzweck ist, wird daraus ersichtlich, daß durch diesen Rekurs die von Konstruktivisten angeschnittenen Problemkreise wie Objektivität, Wahrheit zwar nicht zum Verschwinden gebracht werden, aber in ihrer Bedeutung doch richtig eingeordnet werden. Danach sollte der Boden für die Beantwortung der Frage, ob der Konstruktivismus eine Theorie mit hohem Abstraktheitsgrad oder ein sozialwissenschaftliches Forschungsprogramm darstellt, bereitet sein. In Punkt 2. werde ich versuchen, die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Programmbildung darzulegen.

In Punkt 3 werde ich dann Grundprinzipien einer konstruktivistischen Wahrnehmungstheorie3, die als Grundlage eines wissenschaftlichen Forschungsprogramms im Sinne von Punkt 2 angesehen werden kann, erörtern und ein Wahrnehmungsmodell vorstellen, das als Grundlage der empirischen Forschung über Medienwirkung fungieren kann.

Zum Schluß werde ich dann versuchen, Forderungen für eine Medienwirkungstheorie auf konstruktivistischer Grundlage aus dem zuvor gesagten abzuleiten und die methodischen Erfordernisse für die Anwendung eines solchen Modells geben.

2. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

Die Forschung über Medienwirkung etabliert sich auf dem Hintergrund der Erfahrungen mit Propaganda im Umfeld des 1. WK und den „Werbefeldzügen“ der Konsumindustrie. Lasswell faßte die Erfahrungen dieser Zeit wie folgt zusammen: „(...) the facht remains that propaganda is one of the most powerful instrumentalities in the modern world.“ (Lasswell 1927, 220). Die Bedeutung, die man den Massenmedien in dieser Zeit zusprach, mündete in der „Kanonentheorie“ der Medien, die besagt, daß ein gleicher Inhalt der Kommunikation bei jedem Individuum die gleiche Wirkung hervorruft, und daß Inhalt und Wirkung dabei in einem proportionalen Verhältnis stehen. In psychologischer Hinsicht sah man den Menschen als triebbedingt an, d.h. man ging von angeborenen und festgelegten Mechanismen der Informationsverarbeitung aus. In soziologischer Hinsicht ging man von der Massengesellschaft aus, also durch von der Industrialisierung atomisierten, isolierten Einzelmenschen aus, die den Stimuli der Medien relativ schutzlos ausgeliefert waren (vgl. Naschold 1973, 16f.).

Die Kanonentheorie der Medienwirkung wurde mit intervenierenden psychologischen Variablen erweitert, als das Konzept der Lernprozessen das der Instinktbindung ersetzte: Meinungen und Einstellungen wurden nun als wichtige intervenierende Variablen im Kommunikationsprozeß angesehen. Vor allem die Forschungen der „Yale-Group“ um Hovland sind hier von Bedeutung. Während Inhalt und Effekt nach der Kanonentheorie sich entsprechen, sind nach Hovland die Inhalte nur dann wirkungsvoll, wenn sie Anreize zur Akzeptierung beim Publikum hervorrufen (vgl. Hovland u.a. 1953).

Dieses Konzept wurde dann abermals erweitert: nun durch intervenierende soziologische Variablen. Man fragte sich, wie denn das Individuum zu seinen Meinungen und Einstellungen gekommen ist. Die Antwort hierauf war: durch Sozialisation und damit durch die Orientierung an anderen, vor allem der Kleingruppe. Hier ist als Pionierleistung die Studie „The people´s choice“ von Lazarsfeld / Berelson / Gaudet (1955) zu nennen. Sie entdeckten bei ihrer Untersuchung des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs von 1940 entgegen ihrer ursprünglichen Vermutung, daß die Darstellung der Kandidaten durch die Massenmedien eine direkte Wirkung beim Wähler hervorruft, daß die sogenannten Meinungsführer den Ausgang der Wahl vielmehr bestimmt hatten als die Massenmedien4. Die Forscher hatten die Rezipienten nämlich noch zusätzlich gefragt, von wem sie sich Rat holten bzw. wem sie Rat gaben. Es zeigte sich, daß die Ratgeber einen wesentlich höheren Einfluß auf die Wahlentscheidung hatten als die Massenmedien: die These vom „Zwei-Stufen-Fluß der Kommunikation“ war formuliert.

Die Forschung in der Folgezeit ist nun geprägt von der durch die frühe Forschung aufgeworfene Dichotomie „starke vs. schwache“ Wirkung der Medien. Dem Bereich der starken Medienwirkung zuzuordnen ist der Agenda-Setting-Ansatz, der anläßlich des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 1968 von McCombs und Shaw begründet wurde (vgl. McCombs / Shaw 1972). Einfach ausgedrückt besagt dieser Ansatz, daß die Medien zwar nicht direkt und proportional wirken, daß sie aber die Tagesordnungen der Themen dem Publikum vorsetzen und dadurch indirekt die Entstehung von Einstellungen und Meinungen beeinflussen.

Ebenfalls der starken Medienwirkung ist die „Schweigespirale“ von Noelle-Neumann zuzurechnen (vgl. Noelle-Neumann 1980). Die Schweigespirale betont ähnlich wie der Begriff „opinion leader“ (s.o.) die Orientierung an anderen: Wegen Vermeidung von Isolation artikulieren Menschen ihre Meinung in Orientierung an der Meinung anderer, die man direkt oder über die Medien erfahren kann. Veränderungen im Meinungsbild werden auch wahrgenommen. Menschen, deren Meinung stärker im Meinungsbild vertreten ist, tun sich stärker hervor als Menschen, deren Meinung nicht so stark vertreten ist. Auf diese Weise wird ein sich selbst verstärkender Prozeß in Gang gesetzt. Die Wirkung der Medien beruht demnach darauf, daß sie durch das Meinungsbild eine Orientierungsgröße bereitstellen, die nichts mit der faktischen Meinungsverteilung zu tun haben muß.

Eher dem Bereich der schwachen Medienwirkung ist der „Uses-and-gratifications- approach“ zuzurechnen. Dieser Ansatz, erstmals vorgestellt von Blumler / Katz (1974) erklärt die Selektion einer Handlungsalternative (hier: Konsum eines bestimmten Medienangebots) als Funktion des Nutzens und der erhofften Belohnung, und vertritt damit eine ökonomische Perspektive, die die Aktivität des Publikums betont. Methodisch geht man dabei so vor, daß man einen Katalog von Bedürfnissen in Beziehung zum Angebot der Medien setzt und daraus die Mediennutzung ableitet.

Auch eher dem Bereich der schwachen Wirkung ist die aktuellste Theorie der Medienwirkung, die dynamisch-transaktionale Theorie von Früh / Schönbach (1982): Jeder Kommunikant versucht aus einem Kommunikationsprozeß möglichst viel an Gewinn herauszuziehen: Dies gelingt, indem er die Verarbeitung des Medieninhalts von einer Kontextvariablen abhängig macht, die als Vorstellung des Kommunikators beim Rezipienten und umgekehrt definiert wird (Intertransaktion). Weitere beeinflussende Variablen sind die subjektive physische Verfassung der Kommunikanten, das Aktivitätsniveau, das Vorwissen und Erfahrungen (Intratransaktion). Die Wirkung einer Kommunikation wird somit nicht nur als abhängig vom Medienangebot konzipiert, sondern auch als abhängig von Kontextvariablen.

3. KRITIK DER MEDIENWIRKUNGSTHEORIEN AUS SICHT DES KONSTRUKTIVISMUS

Die Kritik der bisherigen Medienwirkungsforschung läßt sich aus konstruktivistischer Sicht wie folgt vereinfacht zusammenfassen: Das Medienangebot wird in den verschiedenen Ansätzen als unabhängige Variable begriffen, die Wirkung beim Rezipienten wird als Reaktion, wenn auch teilweise indirekt und unter Berücksichtigung des Aggregatproblems beim Übergang von der Mikro- auf die Makroebene, auf ein gegebenes Angebot betrachtet. Die verschiedenen Ansätze sind demnach nicht anderes als eine mehr oder weniger differenzierte Version des frühen S-R-Modells der von dem naturwissenschaftlichen Prinzip inspirierten Behavioristen (vgl. Merten 1994, 296ff.; ferner mit sozialtheoretischem Anspruch: Hejl 1987; ferner zum Verhältnis von naturwissenschaftlicher Methode und Konstruktivismus: von Glasersfeld 1987, 424ff.5 ). Der Konstruktivismus vertritt jedoch einen entgegensetzten Wirkungsbegriff, der sich aus einem anderen Begriff von Wirk lichkeit (!?) ergibt: Wirklichkeit ist nicht als gegeben zu betrachten, sondern als das Ergebnis eines subjektabhängigen Konstruktionsprozesses. Die Kriterien, nach denen diese Wirklichkeit gebildet wird, werden nicht der Umwelt entnommen, sondern die wirklichkeitskonstruierende Einheit, das Gehirn, beruft sich immer auf seine eigenen Strukturen (Selbstreferentialität), wobei es sie diese spontan bildet (Selbstorganisation) und fortwährend reproduziert (Autopoiese). Von daher ist es aus Sicht des Konstruktivismus berechtigt, von lebenden Systemen als autonome Systeme zu sprechen (vgl. Maturana 1987, 94ff.), die ihrer Umwelt gegenüber autonom sind (vgl. Varela 1987, 120ff.). An dieser Stelle muß nun geklärt werden, wie denn das autonome menschliche Kognitionssystem überhaupt mit seiner Umwelt, also mit dem Bereich außerindividuellen - in der systemtheoretischen inspirierten Terminologie des Konstruktivismus - mit dem sozialen System in Verbindung treten kann. Niklas Luhmann plädiert ja dafür, daß soziale Systeme ausschließlich durch Kommunikation gebildet werden. Da Kommunikation ihrerseits in seinem Modell6 ebenfalls ein autopoietisches, selbstreferentielles System ist, stellt Luhmann die These auf, daß soziales System (Kommunikation) und psychisches System (Bewußtsein) überhaupt nicht miteinander in Beziehung treten können, da Kommunikation eine dreistelliger Selektionsprozeß aus Information, Mitteilung und Verstehen ist (vgl. Luhmann 1984, 203, ausführlicher 191ff.). Siegfried J. Schmidt versucht hier zu vermitteln (vgl. Schmidt 1994, 70ff.): auch er meint, daß die bisherige Medienwirkungsforschung unter den Schwächen des S-R- Modells mit seiner Übertragungsmetapher von Information gelitten habe (vgl. ebd., 53), akzeptiert aber nicht die einseitige Reduktion von Kommunikation auf das Prozessieren von Unterscheidungen (Selektionen). Er plädiert bei der Vermittlung der beiden getrennt operierenden Ebenen Kommunikation und Bewußtsein für den Begriff der strukturellen Kopplung: „Obgleich Medienangebote also zur Umwelt von Kognition wie von Kommunikation zu zählen sind, regen sie deren strukturelle Kopplung an - wenn auch in einer Art und Weise, die (von hoch stereotypen Situation einmal abgesehen) in ihren Resultaten nie eindeutig prognostizierbar ist, weil die Beobachtung und Verarbeitung von Medienangeboten nur ein - wenn auch - wichtiges Moment in kognitiven wie kommunikativen Operationszusammenhängen bildet (...).“ (ebd., 84).

Mit anderen Worten: 1. Die Analyse von (Massen-)Kommunikationsprozessen allein auf der Ebene des Gesellschaftssystems im Sinne der Übertragung der Geschlossenheitsthese von der Biologie auf die Soziologie anzusiedeln ist nicht statthaft. 2. Vielmehr ist danach zu fragen, wie die beiden Systeme strukturell gekoppelt werden. Es sind also die Prozesse anzugeben, durch die die beiden getrennt operierenden Dimensionen Kommunikation (Medienangebot) und Bewußtsein („Wirkung“) miteinander in Verbindung treten. Der wichtigste Prozeß bei dieser Verbindung ist die schon erwähnte strukturelle Kopplung, die sich des„Common sense als sozio-kulturelles Instrument struktureller Kopplung“ (ebd., 94) bedient, abgelagert in Typisierungen, Schemata und Habitualisierungen (vgl. Berger / Luckmann 1980). Für die Medienwirkungstheorie bedeutet dies, daß Wirkung nicht einseitig als Reaktion auf ein Medienangebotes zu verstehen ist, sondern als ein strukturell gekoppelter Prozeß von autonomer Informationsverarbeitung des Individuums und sozialen Regulationsmechanismen. Im folgenden soll nicht weiter auf den Prozeß der sozialen Regulation mittels Common sense eingegangen werden, dies kann analytisch zumindest als eigenständiges Problem der Transformation individuell verarbeiteter Angebote zu einem kollektiven Phänomen betrachtet werden. Es soll nur noch das Problem der individuellen Verarbeitung von Medienbotschaften im Gehirn behandelt werden. Bevor aber darauf eingegangen wird, wie die konstruktivistischen Ergebnisse der Hirnforschung für die empirisch Medienwirkungsforschung fruchtbar gemacht werden kann, soll der wissenschaftstheoretische Rahmen dieses Unterfangens abgesteckt werden.

4. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN FÜR EINE KONSTRUKTIVISTISCHE MEDIENWIRKUNGSTHEORIE - DARGESTELLT AM PROBLEM DER WAHRHEIT

Oftmals vertreten Konstruktivisten die Ansicht ihre Thesen könnten nur innerhalb eines völlig neuen Sprach- und Wissenschaftsverständnisses verstanden werden (z.B. von Glasersfeld 1990, 244f.)7. Folge ist, daß eine eigenständige konstruktivistische Erkenntnistheorie ins Leben gerufen wird (Krippendorff 1993), die zum einen an völlig vagen Thesen („Der Diskurs hält fest, was die wiederkehrenden Verflechtungen der Kommunikationshandlungen verstehbar hinterlassen.“ (ebd., 33) oder: „Verstehen unterscheidet sich durch die je eingenommene Position.“ ebd., 39)) und an nicht überschaubaren Widersprüchen leidet: So wird z.B. zum einen die Forderung: „Nach überkommener Ansicht8 müssen Theorien eine Wirklichkeit genauso beschreiben, wie sie außerhalb ihrer Beobachter und unabhängig von ihrer Beschreibung existiert.“ (ebd., 21) kritisiert, und zum anderen die in etwa gleiche Forderung aufgestellt: „Kommunikationstheorien, (...), sollten konstitutiv die Kommunikationsstrukturen einschließen, die von den Teilnehmern am Prozeß vertreten oder verkörpert werden.“ (ebd., 46)9. Mit anderen Worten: es wird oft eine theoretische Position konstruiert („Objektivismus“ vgl. Saxer 1993, 69) die sie zwar so von niemandem mehr vertreten wird, gegen die sich aber trefflich argumentieren läßt. Im folgenden soll nun die These begründet werden, daß sich der Konstruktivismus innerhalb des aktuellen Standes der analytischen Wissenschaftstheorie rekonstruieren läßt und daß sich mit dieser Rekonstruktion die von Konstruktivisten aufgeworfenen Probleme (hier das Wahrheitsproblem) in ihrer Bedeutung relativieren.

4.1 Der Wahrheitsbegriff in der modernen Wissenschaftstheorie

Die frühen Positivisten wie Francis Bacon hatten die Vorstellung, daß sich das Problem der Wahrheitsfindung löse, wenn man alle Vor urteile, Vor stellungen, Vor bilder aus seiner Beobachtung eliminiere. Die Wahrheit könne dann einfach gefunden, gesehen werden (ontologischer Wahrheitsbegriff).

Kant schuf in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ mit seiner Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Urteilen (Kant 1997, 52ff.10 ) die Grundlage für das Zweistufenkonzept der Sprache: er versuchte dort zu klären, wie synthetische Urteile a priori, also solche Urteile, in denen die Verknüpfung eines Prädikates mit einem Subjekt ohne Identität der beiden geleistet wird, möglich ist.

Carnap (1928, Der logische Aufbau der Welt) griff die Unterscheidung Kants auf, und begründete das Zweistufenkonzept der Sprache: demnach gibt es empirische und analytische Sätze. Dieser Unterscheidung entsprechen die beiden Theorien der Wahrheit, die Korrespondenztheorie (Ein Satz ist wahr, wenn er mit den Tatsachen übereinstimmt.) und die Kohärenztheorie (Ein Satz ist wahr11, wenn er sich aus anderen analytischen

Sätzen ableiten läßt.) der Wahrheit. Mit dieser Konzeption einher geht das empiristische Signifikanzkriterium, das als Kerngedanke des Verifikationismus von Carnap bezeichnet werden kann: „Die Verifizierbarkeit einer Aussage bildet eine notwendige und hinreichende Bedingung, um eine Aussage als empirisch sinnvoll ansehen zu können.“ (Stegmüller 1978, 382). Methodisch verfährt man hierbei induktiv (vgl. Druwe 1995, 269f.).

An dieser induktiven Methode übte Popper scharfe Kritik: in seiner „Logik der Forschung“ führt er aus, daß sich aus einer endlichen Menge von Beobachten kein allgemein wahrer Satz ableiten läßt (vgl. Popper 1971, 3-5). Dieses Induktionsproblem versuchte mit seiner Methode der Falsifikation und der damit einhergehenden deduktiven Methode der Überprüfung zu lösen. Der Kerngedanke dieses Falsifikationismus läßt sich wie folgt identifizieren: „Ein empirisch-wissenschaftliches System muß an der Erfahrung scheitern können.“ Damit ist nicht mehr die Wahrheit, sondern die Falschheit einer Aussage das höchste Ziel wissenschaftlicher Aussagen. Diese Forderung legitimierte Popper mit seiner Theorie der evolutionären Wahrheitsannäherung: auch wenn ein Satz als solcher nicht mehr als wahr empirisch bewiesen werden kann, so gelangt man doch durch die fortwährende Eliminierung falscher Sätze immer näher an die Wahrheit heran (vgl. Popper 1973, 288). Popper stellte darüberhinausgehend die These auf, daß die Wissenschaftler implizit immer schon so verfahren haben.

Das Poppersche System läßt sich in mehrfacher Hinsicht kritisieren (vgl. zusammenfassend Druwe 1995, 271ff.). Für diese Hausarbeit interessiert nur die These von der evolutionären Wahrheitsannäherung. Kuhn legte in seinem wissenschaftshistorischen Essay „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ (1996) dar, daß Wissenschaft re volutionär und nicht evolutionär verläuft. Er setzt sich dort explizit mit Popper auseinander: „Ich glaube sogar, daß es letztere (=falsifizierende Erfahrungen, T.H.) überhaupt nicht gibt.“ Wissenschaft ist im Sinne Kuhns ein revolutionärer Vorgang, weil es ihm zufolge für die Ablehnung einer Theorie oder eines Paradigmas (Kuhn) keine guten Gründe gibt. Dies ist vielmehr ein sozialer Prozeß, in dem eine alte Wissenschaftlergemeinschaft, die sich einem Paradigma verpflichtet fühlt einfach ausstirbt, oder vom jüngeren Nachwuchs „niedergerungen“ wird.

Auf einer logischen Ebene läßt sich gegen Poppers These einwenden, daß man sich etwas, von dem man keinen Begriff hat - und Wahrheit selbst ist ja laut Popper nicht beweisbar- gar nicht annähern kann.

Das durch Kuhns Essay aufgeworfene Problem der Rationalitätslücke im wissenschaftlichen Fortgang versuchte Lakatos, ein Schüler Poppers, mit seiner „Methodologie der Forschungsprogramme“ (1970) zu überwinden. Nach Lakatos beginnt wissenschaftliches Forschen nicht mit der Formulierung von „kühnen Hypothesen“ (Popper) sondern mit der Konstruktion eines Forschungsprogramms. Dieses Forschungsprogramm besteht einem unwiderlegbar harten Kern, der aus einer Reihe von Theorien besteht. Lakatos’ Modifikation des Falsifikationismus besteht nun darin, daß nicht mehr eine einzelne Theorie falsifiziert werden kann, sondern nur das gesamte Forschungsprogramm. Dabei kann weder der Nachweis eines Widerspruchs allein, noch ein „experimentum crucis“ dieses Forschungsprogramm falsifizieren. Die Falsifizierung eines solchen Forschungsprogramms vollzieht sich folgendermaßen: Irgendwann wird ein Forschungsprogramm mit Anomalien konfrontiert. Diese allein können jedoch, wie gesagt, das Forschungsprogramm nicht widerlegen. Taucht nun aber eine neues Programm auf, kommt es zum Wettbewerb zwischen beiden Programmen. Es gewinnt das Programm, das ähnliche Leistungen wie das andere Programm erbringt, aber zusätzlich neue Tatsachen mit Erfolg vorhersagt. Fortschritt vollzieht sich also aufgrund des Vergleichs verschiedener Programme (vgl. Lakatos 1970).

4.2 Folgerungen für den wissenschaftstheoretischen Status des Konstruktivismus

Überträgt man diese Konzeption auf konstruktivistische Kritik an traditionellen Wahrheitskonzeptionen zeigt sich, daß diese obsolet ist, da diese Wahrheitsauffassungen selbst nicht mehr zum „state of the art“ gehören. Gleichzeitig läßt sich belegen, daß der Konstruktivismus nicht, wie oftmals behauptet, an seinen eigenen Maßstäben gemessen werden muß12. Desweiteren wird die Behauptung relativiert, erst „ Die konstruktivistische Umorientierung wissenschaftlicher Forschung von wahrem (bzw. objektivem) auf brauchbares (bzw. für Menschen nützliches) Wissen, von Deskripitivität auf Problemlösungskapazität, von Objektivität auf Intersubjektivität von Erfahrungen in kognitiven Welten interagierender Partner, von Ontologie auf kognitive Methodologie (ohne externe Ontologie) bringt eine Reihe von hartnäckigen traditionellen erkenntnistheoretischen Problemen (wie z.B. Verifikation und Falsifikation, Adäquatheit, Approximativität) erfolgreich zum Verschwinden (...)“ (Schmidt 1987, 43). Die hier proklamierte Innovationskraft des Konstruktivismus auf metatheoretischer Ebene13 muß aufgrund der neueren Entwicklungen in der Wissenschaftstheorie verneint werden - die aufgeworfenen Probleme sind schon gelöst!

Daraus folgt, daß man sich bei Einbeziehung konstruktivistischer Ergebnisse auf die empirischen der Kognitions- und Hirnforschung beschränken kann. Es muß aber sichergestellt werden, daß mit diesen Ergebnissen ein nomologischer Kern eines Forschungsprogrammes formuliert werden, der zusätzliche konkretere Ableitungen erlaubt. In diesem Sinne können die bewährten Kriterien der Wissenschaftstheorie wie deduktiv-nomologische Erklärung, Prognoseverfahren, Informationsgehalt von Sätzen, usw., an die auch Lakatos Methodologie anschließt, beibehalten werden. Der Maßstab für den Konstruktivismus ist sein Erklärungspotential und die Einfachheit seiner Struktur14.

5. GRUNDZÜGE DES KONSTRUKTIVISTISCHEN FORSCHUNGSPROGRAMMS

Im folgenden kann nun fortgefahren werden, den Konstruktivismus als sozialwissenschaftliches Forschungsprogramm im Sinne Lakatos` zu entfalten. Besonderes Augenmerk muß dabei auf die Konstruktion des nomologischen Kerns („der `harte Kern´ der Programme“ (Lakatos 1970, 129))dieses Programms gelegt werden: „Dieser `Kern´ des Programms ist `unwiderlegbar´ auf Grund der methodologischen Entscheidungen seiner Protagonisten (...)“ (Lakatos 1970, 130). Anomalien, also scheinbare Widerlegungen der Theorie, „(...) dürfen nur im `Schutzgürtel´ von Hilfshypothesen, `Beobachtungshypothesen´ und Anfangsbedingungen zu Veränderungen führen.“ (ebd., 130). Dieses Vorgehen wird von Lakatos wie folgt begründet bzw. legitimiert: „Wir können uns rational entschließen, den `Widerlegungen´ eine Übertragung der Falschheit auf den harten Kern so lange nicht zu gestatten, als der bewährte empirische Gehalt des Schutzgürtels von Hilfshypothesen zu nimmt.“ (ebd., 131). Dieser Bestand von widerlegbaren Hypothesen bildet den Schutzgürtel des harten Kerns des Programm, er hat die Funktion einer positiven Heuristik: „Die positive Heuristik des Programms bewahrt den Wissenschaftler davor, daß er durch den Ozean von Anomalien verwirrt wird. Die positive Heuristik skizziert ein Programm, das eine Kette immer komplizierter werdender Modelle zur Simulierung der Wirklichkeit darstellt (...)“ (ebd., 132)15. Ein solches Modell wird in Punkt 6. dieser Arbeit dargestellt werden.

5.1 Herleitung des harten Kerns

5.1.1 Das Prinzip der indifferenten Codierung

16Das Prinzip der indifferenten Codierung ist nach von Foerster schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Neurophysiologen Johannes Müller „(...) gesehen und formuliert worden (...)“ (von Foerster 1987, 138) und hat Roth zufolge für das „(...) Verständnis der Funktionsweise des Gehirns die größte Bedeutung.“ (Roth 1997, 93). Vereinfacht aus gedrückt besagt dieses Prinzip folgendes: „`Die Erregungszustände einer Nervenzelle codieren nur die Intensität, aber nicht die Natur der Erregungsursache. (...).´“ (von Foerster 1987, 138).

Nervenzellen bestehen aus einem Zellkörper, der den Kern enthält, zahlreiche Fortpflanzungen, Auswüchsen, die sich nach einer Richtung ausdehnen, und einem dünnen Schlauch, dem Axon, das nach der anderen Richtung wächst. Dieses Axon stellt mit anderen Nervenzellen an seinem Ende Kontakte her. Das Innere der Nervenzellen ist gegenüber dem Äußeren der Nervenzelle mit ca. 1/10 [Volt] geladen. Eine Störung an irgendeiner Stelle der Nervenzellen pflanzt sich mit in der Größe von 1/10 [Volt] längs des Axon fort. (vgl. von Foerster 1987, 138). Wenn nun von außen, der Umwelt, eine Sinneszelle, die ebenfalls elektrisch geladen ist, gereizt wird, verändert sich das Ruhepotential, das im Innern der Zelle gegenüber dem Außenraum negativ geladen ist (dieses Ruhepotential beträgt häufig -70 [mV]). Diese Veränderung kann nun entweder bewirken, daß das Ruhepotential weniger negativ und sich schließlich ins Positive umkehrt (Depolarisation) oder, daß es noch negativer wird (Hyperpolarisation), was die Zelle weniger empfindlich gegenüber weiteren Erregungen macht. Die Veränderung des Membranpotentials beruht dabei auf dem Ein- bzw. Ausströmen geladener Teilchen (Ionen). Die Komplexität des Prozesses der Reizübersetzung (Transduktion) hängt davon ab, ob es direkt zu einer elektrischen Erregung kommt oder ob verschiedene Kette von chemischen Vermittlungsschritten dazwischengeschaltet werden. Ob es nun zum ersten oder zum zweiten Fall kommt, hängt wiederum von den Sinnesrezeptoren ab. Bei den Mechanorezeptoren (Haut; Ohr) kommt es bspw. recht schnell zu einer elektrischen Erregung, während bei den Lichtsinneszellen (Photorezeptoren) der Vorgang „sehr verwickelt“ (Roth 1997, 95) ist (vgl. zum letzten Abschnitt Roth 1997, 92-97).

Die Funktion der Sinnesorgane kann aufgrund dieser Vorgänge wie folgt formuliert werden: „(...) sie müssen die (mehr oder weniger) spezifischen Einwirkungen von physikalischen und chemischen Umweltreizen in Ereignisse umwandeln, durch die Nervenzellen in ihrem Aktivitätszustand verändert (d.h. erregt oder gehemmt) werden können. Die Sinneszellen übersetzen das, was in der Umwelt passiert, in die `Sprach des Gehirns´, nämlich in die Sprache der Membran- und Aktionspotentiale, der Neurotransmitter und Neuropeptide. Diese Sprache besteht aus chemischen und elektrischen Signalen, die als solche keinerlei Spezifität haben, also neutral sind (...).“ (ebd., 93). Gehirne sind somit auf einer materiell-energetischen Ebene als offen zu betrachten, funktional und semantisch sind sie aber als geschlossene Einheiten zu betrachten; zwischen Umweltreizen und Gehirnzuständen kann man keine Korrelationen feststellen. Man kann vielmehr zeigen, „(...) daß ein und derselbe künstliche Reiz im Gehirn ganz unterschiedliche Sinneserlebnisse hervorrufen kann, genauso wie dies eine `natürliche´ Reizung tut.“ (Roth 1987, 233). „Es (=das Gehirn; T.H.) ist, wie Roth und andere Kognitionsforscher formulieren, selbstreferentiell und selbstexplikativ. (...) Alle Bewertungs- und Deutungskriterien muß das Gehirn aus sich selbst entwickeln.“ (Schmidt 1987, 15). Wahrnehmung ist damit ein selbstreferentieller, selbstorganisierender Vorgang: die Umwelt kann zwar durch unspezifische Reize eine spontane Strukturveränderung (=Erzeugung von Information) im Gehirn hervorrufen, das Gehirn nimmt aber letztendlich nur auf sich und seine Elemente Bezug, wobei es diese fortwährend selbst reproduziert. Deshalb: „Wahrnehmung ist Interpretation, ist Bedeutungszuweisung.“ (Roth, zitiert nach Schmidt 1987, 15). Lediglich die Intensität eines Außenreizes und damit die Intensität einer Wahrnehmung ist von außen bestimmt.

Womit wird denn aber die Modalität und die Qualität einer Sinneswahrnehmung bestimmt ? Diese Frage führt uns zum zweiten wichtigen Prinzip der Wahrnehmung, dem topologischen Prinzip.

5.1.2 Das topologische Prinzip

Da die am Gehirn „eintreffenden“ elektrischen Signale keine Bedeutung in sich haben, steht das Gehirn vor der Aufgabe, diese Erregungen zu interpretieren. „Dies geschieht nach sehr unterschiedlichen Prinzipien. Das wichtigste davon ist das Ortsprinzip.“ (Roth 1997, 249). Das Ortsprinzip - oder auch topologisches Prinzip - besagt, daß die Modalität (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken) und die Qualität (süß/sauer; hell/dunkel; Bewegung/keine Bewegung) einer Sinneswahrnehmung durch den Ort bestimmt werden, in dem die Reize im Gehirn „auftreffen“: „Als Sehen werden vom Gehirn alle Erregungen interpretiert, die direkt oder indirekt mit der Aktivität in der Netzhaut und dem Sehnerv zusammenhängen.“ (ebd., 250). Nachweisen läßt sich dieses Prinzip durch elektrische Stimulation entsprechender Teile der Großhirnrinde (siehe auch oben), wenn ein Neurochirurg bei einem Patienten, dem ein Teil der Großhirnrinde entfernt wird, feststellen muß, wo sich die Sprachzentren befinden, die unbeabsichtigterweise mitentfernt werden könnten (vgl. ebd., 111).

Das topologische Prinzip ist erneuter Beleg für die funktionale und semantische Abgeschlossenheit des Gehirns. Gleichzeitig folgt daraus, „(...) daß das Gehirn seinen anatomischen und funktionalen Aufbau kennen muß, wie er sich während der Hirnontogenese langsam entwickelt, und deshalb Fehlinterpretationen vornimmt, wenn dieser über viele Jahre entstandene Aufbau sich durch Erkrankungen plötzlich verändert.“ (ebd., 111).

Dies führt uns Bedeutung des Gedächtnisses als Ort der „Aufbewahrung“ nicht nur der stammesgeschichtlichen Überlieferungen, also dem „Erbe“ phylogenetischer und ontogenetischer Verfestigungen, sondern auch individueller Erfahrung. Roth spricht in diesem Zusammenhang vom Gedächtnis als unserem wichtigsten Sinnesorgan (vgl. ebd., 261). Er versucht diese These an Darstellungen zu erhärten, „(...) die ohne ein spezifisches Vorwissen völlig ungestaltet erscheinen (...).“ (ebd., 261)17. Das Beispiel mit der Kuh (vgl. die Abbildung in ebd., 262) macht deutlich, daß erst die Aktivierung bekannter „Versatzstücke“ im Gedächtnis des Betrachters der Abbildung ihre „gute Gestalt“ gibt. Das Gedächtnis bindet dafür diese Versatzstücke zusammen. Ist dies erst einmal gelungen, wird das entstandene Bild im Gedächtnis verankert. Daraus folgert Roth: „Eine Darstellung, die uns anfangs trotz größter Anstrengung völlig ungestaltet erschien, wird durch Erfahrung zu einer stabilen und bedeutungsvollen Wahrnehmung.“ (ebd., 263).

5.2 Zusammenfassung: Der harte Kern des konstruktivistischen Forschungsprogramms

Es ist nun ein leichtes, den harten Kern des konstruktivistischen Forschungsprogramms, das in besonderem Maße eine Grundlage für die Forschung über Medienwirkung sein kann, zu formulieren: Wahrnehmung ist ein zur Umwelt des Wahrnehmenden indifferenter Prozeß, der sich auf die Prinzipien der indifferenten Codierung und der Verarbeitung von Außenreizen nach topologischen Kriterien, die ihrerseits durch stammesgeschichtlicheüberlieferungen und individuelle Erfahrung bedingt ist, stützt. Die Forschung über Medienwirkung ist aufgrund dieser Mikrofundierung18 demnach zunächst radikal subjektivistisch zu konzipieren. Die Aggregation individueller Wirkungen ist durch den Prozeß der sozialen Regulation, und damit mit dem Begriff der strukturellen Kopplung (siehe Punkt 3.) abzubilden bzw. zu modellieren.

6. EIN KONSTRUKTIVISTISCHES WAHRNEHMUNGSMODELL

Im folgenden soll nun ein Modell der Wahrnehmung dargestellt werden, das im Einklang mit dem harten Kern des Programms in Einklang steht und das gleichzeitig Anregungen für die empirische Operationalisierung geben kann, seine positive Heuristikfunktion also befriedigend ausübt.

Es ist das kybernetische Modell der Wahrnehmung von William T. Powers, auf das sich von Glasersfeld und Richards bei der Formulierung ihrer Wahrnehmungstheorie berufen (vgl. zum folgenden Richards / von Glasersfeld 1987). Modell wird dabei als Illustration der Ausführung einer Funktion begriffen, die zu einem gegeben Resultat führt (in diesem Fall: Wahrnehmung).

Das Modell besteht aus drei Elementen: 1. einer Sender-Funktion; 2. einem Vergleichselement (comparator) und 3. einer Effektor-Funktion (output). „Der Sensor erzeugt ein Signal, das zum Komparator geleitet wird, wo es mit einem Referenz-Signal verglichen wird.“ (ebd., 197). Dieses Referenz-Signal ist von vorneweg festgelegt, kann also mit den Prinzipien des harten Kerns vergleichen werden. Wenn sich nun die beiden Signale nicht gleichen, wird durch die Differenz im Komparator ein Fehlersignal erzeugt, das an den Effektor weitergegeben wird und dort eine spezifische Effektoraktivität auslöst. Auf die Effektoraktivität folgt eine Veränderung des Sensorsignals, die dem Referenzwert näher als die ursprüngliche Eingabequantität ist.

Folgendes Diagramm soll das Modell verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

DIAGRAMM1: DAS KYBERNETISCHE MODELL DER WAHRNEHMUNG (vgl. ebd., 198)

Dieses Modell ist aus der Perspektive eines Beobachters entworfen, d.h. ein wahrnehmendes System geht nur mit den Zuständen oberhalb der gestrichelten Linie um. Der Teil unterhalb der Linie ist das, was durch die Unterscheidung von Umwelt und System zu Tage tritt, er stellt „(...) den Teil des Erfahrungsfeldes eines Beobachters dar, der als `Umwelt´ oder `Hintergrund´ verbleibt, vor dem oder gegen den der Beobachter den Organismus (=das wahrnehmende System; T.H.) wahrnehmungsmäßig oder begrifflich abgesetzt hat.“ (ebd., 198). Daraus folgt, daß das wahrnehmende System keinen kognitiven Zugang zur Umwelt hat, „(...) denn unsere Erfahrung - was immer das auch sein mag - liegt auf dieser Seite der gestrichelten Linie und kann nur aus Signalen im Inneren unseres neuronalen Netzwerkes gebildet werden.“ (ebd., 198). Auch der ausschließliche Umgang r mit Fehler- und Sensorsignalen ist also im Einklang mit dem harten Kern. Das Modell ist aber in dieser einfachen Form statisch, d.h. es bestehen feste Verbindungen zwischen Fehlersignalen und Sensorsignalen (vgl. ebd., 199) und nicht gelernte. Das Modell verfügt in dieser Form also nur über die stammesgeschichtlichen Erfahrungen, über eingebautes Wissen in Form einer Entscheidungsregel der Effektorfunktion, welches Fehlersignal eliminiert werden soll. Es kann also nicht individuelle Erfahrungen und damit Lernprozesse rekonstruieren. Leicht sind aber, zumindest analytisch, Lernprozesse als Veränderung bzw. Rückkopplung der Entscheidungsregel der Effektorfunktion über die Eliminierung von Fehlersignalen integrierbar.

7. FOLGERUNGEN FÜR DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

Mit der Vorstellung eines konstruktivistischen Wahrnehmungsmodells wird die Suche nach Stimuli in der Umwelt hinfällig, da das behavioristischen Verhaltensmodell umgedreht wird: nicht Wahrnehmung steuert Verhalten, sondern Verhalten (das des menschlichen Wahrnehmungsapparates) steuert Wahrnehmung.

Der lineare Kausalitätsbegriff des S-R-Modells ist deshalb durch einen zirkulären Kausalitätsbegriff zu ersetzen. Damit stellt sich das Problem, wie das Phänomen der operationalen Schließung von einem wissenschaftlichen Beobachter / Forscher empirisch operationalisiert werden kann. Es fehlt hier aber derzeit die Übertragung von Forschungsmethoden in die Sozialwissenschaften, wie sie von Dupuy und Varela am Beispiel des theoretischen Konstruktes der kreativen Zirkel beschrieben worden sind (vgl. Dupuy / Varela 1991, 247ff.).

Es fehlt aber nicht nur an der Operationalisierung theoretischer Argumentationen. Die Modell wichtigen Größe müßten zuvor bestimmbar und meßbar gemacht werden (Welchen Wert hat bspw. das Referenzsignal im Modell von Powers ? Wie ist die Beziehungen dieses Signals zu den anderen Größen im Modell ?)

Denkt man das konstruktivistische Modell konsequent zu Ende, ist nicht mehr das Medienangebot die wichtigste Variable im Medienwirkungsprozeß, sondern an erster Stelle stehen die verschiedenen Verarbeitungsmechanismen. D.h. das die Medienwirkungsforschung stärker als bisher überhaupt geschehen ist, sich die Ergebnisse der Wahrnehmungs- und Hirnforschung zu eigen machen muß, will sie verläßliche Prognosen leisten. D.h., daß vor allem experimentelle Studien, in denen die Methoden der Hirnforschung (bildgebende Verfahren, EEG, usw.) kontrolliert angewendet werden, integriert werden müssen.

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[...]


1 Konstruktivismus selbst spielte spätestens seit Kant (Kantianischer Konstruktivismus) in der neuzeitlichen philosophischen und erkenntnistheoretischen Debatte eine prominente Rolle.

2 Hier tauscht sie schon zum erstenmal auf: die Vermengung wissenschaftstheoretisch klar konzipierter Grundbegriffe: Ist der Konstruktivismus nun eine Form der Modellierung sozialer Prozesse oder eine Theorie ? Davon später mehr(Fußnote T.H.).

3 Es gibt nicht nur einen, sondern mehrere Konstruktivismen, z.B. der Sozialkonstruktivismus mit phänomenologischem Background von Berger / Luckmann (1980), verschiedene Konstruktivismen in Musik und Kunst. Ich beziehe mich im folgenden vor allem auf solche Titel, die dem Radikalen Konstruktivismus zuzuordnen sind: Schmidt 1987; Roth 1997; von Glasersfeld 1997 (allgemeine Darstellungen der konstruktivistischen Denkweise); Krippendorff 1994; Rusch 1994; Weischenberg 1994; Marcinkowski 1993; Blöbaum 1994 (kommunikationswissenschaftliche Rezeption mit z.T. systemtheoretischem Hintergrund);

4 Aufgrund der Kanonentheorie hätten die Hörer „republikanisch gefärbter“ Sender republikanisch wählen müssen und die Hörer „demokratisch gefärbter“ Sender demokratisch wählen müssen.

5 Hier fällt negativ die zum Teil nur als ideologisch interpretierbare Abgrenzung in der kommunikationswissenschaftlichen Repezeption des Konstruktivismus von Forschern wie Merten gegenüber allem auf, was irgendwie mit weithin akzeptierter Methodologie zu tun hat. Von Glasersfeld im Gegensatz dazu ist der Meinung, daß er vom bekanntesten modernen Wissenschaftstheoretiker Popper gar nicht so weit entfernt ist. Er kritisiert nur die These Poppers von der evolutionären Wahrscheinlichkeitsannäherung und die Ablehnung des Instrumentalismus seitens Popper (vgl. von Glasersfeld 1987, 424ff.). Er befindet sich damit im Einklang mit den neuesten Entwicklungen der analytischen Wissenschaftstheorie im Nachfeld der Popper-Kuhn-Debatte (vgl. z.B. Stegmüller 1986, 118ff. Teil F)

6 Luhmanns Theorie ist keine Theorie, sondern allenfalls ein Modell (vgl. Druwe 1988; die Brauchbarkeit des systemtheoretischen Ansatzes persifliert Esser 1991)

7 Warum wird dann nicht erst eine entsprechende Sprache konzeptioniert, und dann die Thesen / Theorien formuliert ?

8 Welche soll denn das sein ? (Fußnote T.H.)

9 Für eine polemische Kritik am Radikalen Konstruktivismus: Esser 1996, 55ff.

10 Zuerst 1781

11 Genaugenommen müßte man formulieren: gültig.

12 Darauf weist Schmidt immer wieder hin, z.B. „ (...) der Konstruktivismus unterwirft sich seinen eigenen Bedingungen.“ (Schmidt 1990, 34). Doch, wozu soll das führen, wenn eine Theorie an ihren Maßstäben gemessen wird ? Letztendlich doch nur zur Immunisierung des eigenen Ansatzes!

13 Wobei nicht klar wird, ob der Konstruktivismus Methodologie, Wissenschaftsphilosophie oder Erkenntnistheorie ist.

14 Die Einfachheit der Struktur ist ein pragmatisches Kriterium: Demnach ist eine Theorie gegenüber einer anderen dann vorzuziehen, die von der Struktur her einfacher ist, wenn der Erklärungsbereich zweier Theorien deckungsgleich ist.

15 Es ist hier nicht der Raum weiter vor allem die positiven heuristischen Funktionen der Methodologie der Forschungsprogramm einzugehen. Vgl. hierfür insbesondere: Lakatos 1970, 129-171 (!).

16 Roth verwendet hierfür die Formulierung: Neutralität des neuronalen Codes (vgl. Roth 1997, 93; ebd., 249). Von Foerster schreibt „Prinzip der undifferenzierten Codierung“ (vgl. von Foerster 1987, 138f.). Die Formulierung „indifferent“ trifft m.E. die Unbestimmtheit und Unabhängigkeit (Gleichgültigkeit) der Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt im menschlichen Gehirn besser.

17 Hier wird auch die Nähe des Konstruktivismus zu den Gestaltpädagogen der 50er Jahre, wie bspw. Wolfgang Metzger, deutlich.

18 Ein Ausdruck von Zintl, der ihn allerdings im Zusammenhang mit der Etablierung des ökonomischen Programms (Rational Choice-Theorie) in den Sozialwissenschaften verwendet. Vgl. Zintl 1989.

25 von 25 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmung, Wirklichkeit, Konstruktivismus und Medienwirkungsforschung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Seminar - Hirnforschung und Medienwirkungsforschung
Autor
Jahr
1998
Seiten
25
Katalognummer
V98596
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmung, Wirklichkeit, Konstruktivismus, Medienwirkungsforschung, Seminar, Hirnforschung
Arbeit zitieren
Torsten Hofmann (Autor), 1998, Wahrnehmung, Wirklichkeit, Konstruktivismus und Medienwirkungsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98596

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