Die vorliegende Arbeit enthält sowohl einen theoretischen Teil, welcher sich mit der Entstehung, den Chancen und den Risiken der Sharing Economy befasst, als auch einen empirischen Teil, der aus einer Online-Befragung und einem anschließenden, direkten Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich besteht
Bereits 2015 hat die Europäische Kommission die Umstellung der linearen Wirtschaft auf die Kreislaufwirtschaft als allgemeines Ziel ausgerufen. Die Sharing Economy könnte hinsichtlich der Umsetzung dieses Ziels ein enormes Potential darstellen, ist jedoch in Deutschland, verglichen mit anderen europäischen Ländern, noch weit im Rückstand. Die in Deutschland durchgeführte Umfrage orientiert sich bezüglich der gestellten Fragen an bereits bestehenden Studien aus Frankreich. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Sharing Economy in Deutschland zwar noch in einem früheren Stadium befindet als in Frankreich, sich jedoch ebenfalls in positiver Richtung entwickelt. Wichtig ist nun, dass die deutsche Regierung die Initiative ergreift und damit beginnt, Unternehmen der Sharing Economy stärker zu fördern, wie es beispielsweise in Frankreich bereits der Fall ist. So kann die Sharing Economy in Zukunft einen wichtigen Teil zur Kreislaufwirtschaft in Europa beitragen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Hintergrund und Fragestellung
2. Aufbau und Vorgehensweise
II. Hauptteil
3. Die Sharing Economy
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Sharing Economy und Kreislaufwirtschaft
3.3 Entstehung
3.3.1 Voraussetzungen
3.3.2 Ursachen
3.4 Chancen und Risiken
3.4.1 negative Auswirkungen
3.4.2 positive Auswirkungen
4. Entwicklung der Sharing Economy in den Vergleichsländern
4.1 Sharing Economy in Deutschland
4.1.1 Entwicklung des Marktes
4.1.2 Gesetzeslage
4.2 Sharing Economy in Frankreich
4.2.1 Entwicklung des Marktes
4.2.2 Gesetzeslage
5. Vergleichsstudie Deutschland – Frankreich
5.1 Französische Vergleichsstudien
5.2 Aufbau und Stichprobe der Umfrage
5.3 Auswertung und Vergleich mit Frankreich
5.3.1 Nutzungsbereitschaft
5.3.2 Motivation
5.3.3 Einnahmen und Ausgaben
5.3.4 Umgang mit der Sharing Economy
5.3.5 Meinungen und Zukunftseinschätzung
III. Fazit
6. Ursachen für länderspezifische Unterschiede
7. Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stand und die Entwicklung der Sharing Economy in Deutschland im Vergleich zu Frankreich, um Potenziale für die Kreislaufwirtschaft zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik abzuleiten.
- Theoretische Grundlagen der Sharing Economy und deren Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft.
- Analyse der Marktentwicklung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Frankreich.
- Durchführung einer empirischen Vergleichsstudie basierend auf französischen Daten.
- Untersuchung von Nutzungsbereitschaft, Motivationen und steuerlichen Einstellungen der Anwender.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsdefinition
Bei der Sharing Economy handelt es sich laut wörtlicher Übersetzung des Begriffes grundsätzlich um eine Wirtschaft des Teilens. Laut Peitz / Schwalbe geht es in einer ersten Definition dabei darum, Güter oder Dienstleistungen bereitzustellen, welche dann (entgeltlich oder unentgeltlich) von anderen Personen genutzt werden können. Unter diese Definition fallen auch traditionelle Unternehmen, welche schon seit langem nach diesem Prinzip existieren und beispielsweise in der Hotelbranche oder dem Taxigewerbe Leistungen an ihre Kunden vermieten (business-to-customer, B2C) (Peitz & Schwalbe, 2016). Was die Sharing Economy jedoch zu einer Neuheit macht, ist die Tatsache, dass sie auf Online-Plattformen im Internet basiert, auf denen gleichrangige, private Nutzer in dezentralen Netzwerken einander Dienstleistungen und Güter anbieten können (peer-to-peer, P2P). Es gibt keine hierarchischen Strukturen, in denen das Angebot von zentralen Institutionen ausgeht, sondern Plattformen, die als eine Art Marktplatz Angebot und Nachfrage zusammenbringen (Sundararajan, 2016). Häufig wird auch der Austausch bzw. das Teilen von Gütern zwischen mehreren Unternehmen zur Sharing Economy gezählt (business-to-business, B2B) (Demary, 2014).
Die Vielfalt der Geschäftsmodelle hängt auch mit den vielen Aktivitäten zusammen, die in der Sharing Economy getätigt werden. Neben der Vermietung oder dem entgeltlosen Verleih von Gebrauchsgütern, Wohnräumen oder Verkehrsmitteln können auch Gruppenkäufe, die Finanzierung von Projekten durch Privatpersonen (Crowdfunding), gemeinsames Essen, die Weitergabe von Lebensmitteln (Foodsharing) oder der Austausch von sozialen Dienstleistungen (Babysitten, gemeinsame Reparatur oder Fertigung von Objekten) zur Sharing Economy gezählt werden (Barthe, 2017). Häufig wird die Definition der Sharing Economy hinsichtlich enthaltener Geschäftsmodelle und getätigter Aktivitäten unterschiedlich weit gefasst, weshalb vergleichenden Aussagen diesbezüglich immer eine Berücksichtigung der jeweiligen Definition erfordern.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema Sharing Economy vor, definiert die Forschungsfrage und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
II. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Analyse der Marktentwicklungen in Deutschland und Frankreich sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Vergleichsstudie.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert Ursachen für Unterschiede zwischen den Ländern und gibt Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, Online-Plattformen, Kreislaufwirtschaft, Vergleichsstudie, Deutschland, Frankreich, Nutzerakzeptanz, Konsumverhalten, Sharing-Angebote, Steuerrecht, Nachhaltigkeit, Marktentwicklung, P2P-Plattformen, Crowdfunding, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Sharing Economy und deren Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft, wobei der Fokus auf einem internationalen Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Sharing Economy, deren Chancen und Risiken, die Marktentwicklung in beiden Ländern sowie die steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, auf welchem Entwicklungsstand sich Deutschland befindet und welche Gründe für die Unterschiede zum Vorreiter Frankreich existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Teil zur Literaturrecherche und einen empirischen Teil, der auf einer quantitativen Online-Umfrage basiert, deren Fragen sich an französischen Vorbildstudien orientieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition und Entstehung der Sharing Economy, die Marktentwicklung in Deutschland und Frankreich sowie die Vergleichsstudie, inklusive Auswertung von Nutzungsbereitschaft und Motivation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Sharing Economy, Kreislaufwirtschaft, Vergleichsstudie und Konsumverhalten charakterisieren.
Warum schneidet Frankreich im Ländervergleich besser ab als Deutschland?
Frankreich hat die Sharing Economy früher durch Regierungsinitiativen und eine stärkere Förderung gefördert, während die deutsche Regierung erst spät und oft nur fallbezogen reagierte.
Wie stehen die Umfrageteilnehmer zum Thema Steuererklärung bei Sharing-Einnahmen?
Die Mehrheit der deutschen Befragten äußert sich dazu zurückhaltend; die Ergebnisse deuten auf eine Kombination aus Unwissenheit über die Steuerpflicht und Unsicherheit hinsichtlich der Datenweitergabe hin.
- Arbeit zitieren
- Bettina Maier (Autor:in), 2018, Sind wir bereit für die Kreislaufwirtschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986021