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Die Stellung der Frau in Vietnam seit dem Zweiten Indochinakrieg. Zwischen Opferrolle und Aktivistin

Title: Die Stellung der Frau in Vietnam seit dem Zweiten Indochinakrieg. Zwischen Opferrolle und Aktivistin

Seminar Paper , 2017 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Gender Studies
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Diese Arbeit skizziert zunächst die gesellschaftliche Stellung und Aufgabenfelder einer Frau in Vietnam bis zum Anfang des Vietnamkrieges und geht der Frage nach ihrer subalternen Unterordnung in der patriarchalen Wertestruktur nach.

Ziel der Arbeit ist es, sich von dem vorgefertigten Rollenbild des subalternen und passiven Gliedes in der Gesellschaft zu lösen und das weibliche Geschlecht in einem anderen Licht, als ausschließlich dem des Kriegsopfers zu präsentieren.

Daraufhin folgt ein geschichtlicher Überblick über den Vietnamkrieg anhand von Geschichtsbüchern über die amerikanische Historie. Im weiteren Verlauf wird eine vergleichende Analyse zweier konkurrierender Rollenbilder der Frauen im Vietnamkrieg herausgearbeitet. Dies geschieht zum einen im Hinblick auf die Thematik „Vergewaltigung als Machtdemonstration“ und die damit einhergehende Drängung des weiblichen Geschlechts in eine Opferrolle. Dem gegenübergestellt werden die Aktivitäten der vietnamesischen Frau zu Kriegszeiten im besonderen Hinblick auf die Frauen vom Ho-Chi-Minh-Pfad und wie diese mit ihrem Engagement einen erheblichen Beitrag zum Kriegsverlauf geleistet haben.

Zum Ende hin wird die gesellschaftliche Stellung der Frau in Vietnam nach dem Vietnamkrieg bis zur heutigen Zeit thematisiert. Dabei werden politische Partizipationsmöglichkeiten durch die „Vietnamese Women’s Union“ aufgezeigt und gleichzeitig die noch immer anhaltende Gewalt gegenüber Frauen beleuchtet. Verwendet werden dabei u.a. Statistiken über Emanzipationsindikatoren der Frau in Vietnam, wie z.B. der Frauenanteil in politischen Führungspositionen, die Vergewaltigungsrate des weiblichen Bevölkerungsanteils, sowie der „Gender-Inequality-Index“.

Bis heute ist nur sehr wenig über die Erfahrungen von Frauen im Vietnamkrieg berichtet worden, da sie in den Köpfen der Gesellschaft nie wirklich einen Platz auf Kriegsplätzen gefunden haben, doch die Verbrechen, die sie erdulden mussten, sowie ihr Wirken im Vietnamkrieg sollten nicht in Vergessenheit geraten und auch heutzutage noch durchläuft das weibliche Rollenbild einen kontinuierlichen Wandel.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Frau in Vietnam vor dem Vietnamkrieg

3. Geschichtlicher Rückblick auf den Vietnamkrieg von 1965-1975

4. Rollenbilder der Frau im Vietnamkrieg

4.1 Das Opfer - Vergewaltigung als Mittel zur Machtdemonstration

4.2 Die Aktivistin - Einfluss der Frauen vom Ho-Chi-Minh-Pfad

5. Die Frauen im heutigen Vietnam

5.1 Nach dem Vietnamkrieg bis in die heutige Zeit

5.2 Weibliche Partizipation in der Politik: Vietnamese Women’s Union (VWU)

5.3 Das vietnamesische Familienbild der heutigen Zeit

5.4 Häusliche Gewalt

6. Schlussfolgerung

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das weibliche Rollenbild in der vietnamesischen Gesellschaft, ausgehend von der Zeit vor dem Vietnamkrieg bis in die Gegenwart, wobei insbesondere die Spannung zwischen traditionellen konfuzianischen Strukturen und modernen Emanzipationsbestrebungen analysiert wird.

  • Analyse der historischen Rolle der Frau vor und während des Vietnamkrieges.
  • Gegenüberstellung der Rollenbilder "Opfer" (Kriegsgewalt) und "Aktivistin" (Front-Engagement).
  • Untersuchung der sozio-politischen Stellung der Frau im Vietnam der Nachkriegszeit.
  • Bewertung politischer Partizipationsmöglichkeiten durch die Vietnamese Women’s Union.
  • Diskussion des aktuellen Einflusses konfuzianischer Werte auf Familienbild und häusliche Gewalt.

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Opfer - Vergewaltigung als Mittel zur Machtdemonstration

Eine besondere Form der Gewaltanwendung zu Kriegszeiten stellen sexuelle Übergriffe dar, die sich meist gegen die Zivilbevölkerung richten und bei denen in den meisten Fällen mit äußerster Brutalität vorgegangen wird, so auch im Vietnamkrieg. Seit jeher wird Vergewaltigung während und nach Kampfhandlungen als Siegerprivileg betrachtet, um einerseits einen Ausgleich zu den traumatisierenden Kampfhandlungen zu schaffen und gleichzeitig das kostbarste Gut der Feinde zu schänden – die Frauen. Dabei geht es nicht um Lust, sondern ausschließlich um Überlegenheitsdemonstration zwischen den sich bekriegenden Männern und deren Frauen. Laut dem Buch „Gegen unseren Willen“ (1978) von der amerikanischen Journalistin und Bürgerrechtsaktivistin Susan Brownmiller, sei es lange Zeit Zeichen des männlichen Stolzes gewesen, die Frauen im eigenen Land zu verteidigen und gleichzeitig ein Zeichen des männlichen Erfolges, die Frauen als Besitz zu deklarieren. Durch Vergewaltigung wird der Körper der geschändeten Frau zum Symbolbild der Peinigung der Besiegten.

Seit Anbeginn der Menschheit dient Gewaltanwendung in sexueller Form Einschüchterungszwecken und der Demoralisierung der Gegner, sowie der gleichzeitigen Demonstration männlicher Hegemonie und stellt den Superlativ der Erniedrigung der Frau durch das männliche Geschlecht dar. Sie brandmarkt das weibliche Geschlecht als Freiwild der Männergesellschaft, die der Meinung ist, eine Verfügungsgewalt über die Frauenkörper des besetzten Landes zu haben. Diese Meinung stammt aus einer Zeit, als Frauen tatsächlich noch als Eigentum galten. Es lässt sich eine Parallelität des Frauenbildes während kämpferischer Auseinandersetzungen der unterschiedlichsten Länder herstellen, unabhängig von geografischer Lage, Konfession oder Nationalität, und so eben auch zum Vietnamkrieg.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rolle der Frau im Vietnamkrieg und Definition der Forschungsfrage.

2. Die Rolle der Frau in Vietnam vor dem Vietnamkrieg: Analyse des traditionell konfuzianisch geprägten Frauenbildes und der hierarchischen Familienstruktur.

3. Geschichtlicher Rückblick auf den Vietnamkrieg von 1965-1975: Historischer Überblick über den Kriegsverlauf und die geopolitischen Hintergründe des Indochinakonflikts.

4. Rollenbilder der Frau im Vietnamkrieg: Untersuchung der Dualität zwischen der marginalisierten Opferrolle durch sexuelle Gewalt und der aktiven Rolle als Versorgerin und Kämpferin.

5. Die Frauen im heutigen Vietnam: Erörterung der aktuellen Stellung der Frau unter dem Einfluss von Doi Moi, politischer Repräsentation und anhaltender gesellschaftlicher Tabus.

6. Schlussfolgerung: Synthese der Erkenntnisse über die Diskrepanz zwischen gesetzlicher Gleichstellung und gelebter patriarchaler Praxis.

7. Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die Zielsetzung und die zentralen Argumentationsstränge der Hausarbeit.

Schlüsselwörter

Vietnamkrieg, Frauenbild, Vietnam, Konfuzianismus, Rollenverständnis, Vergewaltigung, Ho-Chi-Minh-Pfad, Vietnamese Women’s Union, Gender-Inequality-Index, Emanzipation, Partizipation, Häusliche Gewalt, Kriegsgeschichte, Doi Moi, Geschlechtergerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung der Frau in Vietnam in einem Zeitraum von der Zeit vor dem Vietnamkrieg bis in die heutige Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen historische Rollenbilder, die Auswirkungen von Kriegsgewalt, weibliches Engagement in Widerstandsbewegungen sowie moderne soziopolitische Entwicklungen in Vietnam.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, sich von einem einseitigen Bild der Frau als reinem Kriegsopfer zu lösen und die vielschichtige Rolle der Frau als aktive Akteurin und gleichwertigen Bestandteil der Gesellschaft darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Analyse historischer und soziologischer Quellen, Statistiken sowie die Auswertung relevanter Fachliteratur zum Thema Geschlechterforschung in Vietnam.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Vietnamkrieges, eine Analyse sexueller Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe sowie eine Untersuchung des Engagements von Frauen in Reparaturbrigaden am Ho-Chi-Minh-Pfad.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Vietnamkrieg, Frauenbild, Konfuzianismus, Emanzipation, Vietnamese Women’s Union und Geschlechtergerechtigkeit sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Welche Bedeutung kommt der "Vietnamese Women’s Union" zu?

Die Organisation fungiert als eine der wichtigsten Möglichkeiten der politischen Einflussnahme für Frauen in Vietnam und setzt sich für die Gleichstellung sowie die wirtschaftliche Förderung von Frauen ein.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau in Städten gegenüber ländlichen Regionen?

In den Städten ist eine stärkere Liberalisierung und ein Aufbrechen traditioneller Rollenbilder zu beobachten, während in ländlichen Regionen oft noch strengere konfuzianische Normen vorherrschen.

Was besagt das Fazit der Autorin zur aktuellen Situation?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz verfassungsrechtlicher Gleichstellung in der Praxis noch immer starke patriarchale Strukturen bestehen, die einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel erfordern.

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Details

Title
Die Stellung der Frau in Vietnam seit dem Zweiten Indochinakrieg. Zwischen Opferrolle und Aktivistin
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
28
Catalog Number
V986096
ISBN (eBook)
9783346329387
ISBN (Book)
9783346329394
Language
German
Tags
stellung frau vietnam zweiten indochinakrieg zwischen opferrolle aktivistin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Die Stellung der Frau in Vietnam seit dem Zweiten Indochinakrieg. Zwischen Opferrolle und Aktivistin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986096
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