Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristiken von Präsident von Walter, Wurm und von Kalb


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

2 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Präsident von Walter

2. Sekretär Wurm

3. Hofmarschall von Kalb

1. Präsident von Walter

Präsident von Walter ist 50 Jahre alt, lebt und arbeitet am Hofe eines deutschen Fürsten. Er versucht seinen Sohn Ferdinand, den Major von Walter, mit Lady Milford, der Mätresse des Fürsten zu verheiraten, um seinen eigenen Einfluss am Hof zu vergrößern ("Der Herzog sucht eine Partie für die Milford. Ein Anderer kann sich melden - den Kauf schließen, mit der Dame das Vertrauen des Fürsten anreißen, sich ihm unentbehrlich machen - Damit nun der Fürst im Netz meiner Familie bleibe, soll mein Ferdinand die Milford heirathen", I/5). Nicht nur aus diesem Grunde entsetzt ihn deshalb die Tatsache, dass sein Sohn Luise Miller liebt, sondern auch, weil diese eine Bürgerliche ist und ihm somit für seinen Sohn nicht standesgemäß erscheint. Er lässt daraufhin sofort die Hochzeit von Lady Milford und Ferdinand durch Hofmarschall v. Kalb in der Stadt verkünden ("...und den Entschlußmeiner Ferdinands in der ganzen Residenz bekannt machen", 1/6). Nun muss er nur noch den Major überzeugen, indem er ihn durch Drohung ("Junge ich sage dir, du wirst dort [bei d. Lady Milford] sein, oder fliehe meinen Zorn!", I/7) einzuschüchtern versucht. Da damit er bei dem Jungen, jedoch keinen Erfolg hat geht er auf den Vorschlag Wurms ein, eine Intrige gegen seinen eigenen Sohn zu schmieden und ihn von Luise weg - und zu Lady Milford hin - zu bringen, nämlich folgender maßen: Der Präsident lässt den Musikant Miller sowie dessen Frau verhaften und erpresst dann damit Luise einen 'Liebesbrief' an Hofmarschall v. Kalb zu schreiben, welchen Ferdinand 'zufällig' findet und rasend eifersüchtig wird. In dieser Angelegenheit kommt die Skrupellosigkeit des Präsidenten v. Walter, die sich schon mit der eiskalten Ermordung seines Vorgängers (um an dessen Position zu kommen: "... durch die Hinwegräumung meines Vorgängers...", I/7) andeutete, nochmals überdeutlich zum Vorschein. Er schreckt selbst vor Gewalt nicht zurück, um seine Ziele - die sehr egoistisch sind - zu verwirklichen. Erst als sein Sohn im sterben liegt erkennt er, dass er einen Fehler gemacht hat, nämlich einen für seinen Sohn und dessen Geliebte Luise tödlichen Fehler. Als er dies erkennt, versucht er noch alle Schuld auf Wurm abzuladen, doch dieser will nun alle verborgenen Verbrechen des Präsidenten aufdecken ("Ich will Geheimnisse aufdecken, daßdenen, die sie hören, die Haut schauern soll." IV/9). Zu seinem Trost vergibt ihm sein Sohn kurz vor seinem Tod durch die dem Vater gereichte Hand.

2. Sekretär Wurm

Wurm ist der Hofsekretär des Präsidenten. Er ist von bürgerlichem Stand und kein Adliger, doch er hat relativ viel Einfluss am Hofe des Fürsten durch seine Sekretärstätigkeit beim Präsident v. Walter und seine beratende Funktion diesem gegenüber und seine Freundschaft ("O, guter Freund!",III/1 und "Ich werde, Kamerad!" IV/8) zu ihm. Trotzdem verhält er sich sehr unterwürfig gegenüber dem seinem Arbeitgeber ("Ihro Exzellenz" I/5). Seine Eigenschaft, sich gern in Angelegenheiten anderer einzumischen verschafft ihm das Wissen über die Liebesbeziehung zwischen Ferdinand und Luise. Davon berichtet er dem Präsidenten, bereits mit den Hintergedanken die beiden auseinanderzubringen und selbst Luise zu heiraten("Er habe ein Aug auf das Ding - das find' ich." I/5), den er liebt sie - seine Liebe wird jedoch nicht erwidert. Aus diesem Grunde schmiedet er eine Kabale gegen die Liebe von Ferdinand und Luise, die er mit Hilfe des Präsidenten und dessen Macht durchsetzen will. Er redet dabei so zu dem Präsident, als wolle er nur helfen dessen egoistische Interessen durchzusetzen, doch in Wahrheit hat er auch eigene Hintergedanken bei dieser Intrige: Er will einerseits die Liebe zwischen Ferdinand und Luise zerstören, aber andererseits auch eine Heirat mit Luise herbeiführen. Dies tut er, indem er Luise zwingt einen Brief an Hofmarschall v. Kalb zu schreiben, weil sonst ihre Eltern sterben müssten. Bei dieser Gelegenheit versucht er auch noch seine Person in ein gutes Licht zu rücken und um ihre Charakteristika verschiedener Personen aus Schillers Kabale und Liebe Seite 1 von 3 Charakteristika verschiedener Personen aus Schillers Kabale und Liebe Philipp Decker 10b,GGT Hand anzuhalten("Gesetzt, es wäre diese niedliche Hand", III/6), dies jedoch stößt auf strikte Ablehnung von Seiten Luises ("...ich dich in der Brautnacht erdrosselte und mich dann mit Wollust aufs Rad flechten ließe." III/6). Später als dann Präsident von Walter und Hofsekretär Wurm als Anstifter der Kabale und somit auch als Verantwortliche für den Tod Luises (und später auch Ferdinands) entlarvt werden und der Präsident alle Schuld von sich auf Wurm weist rächt sich dieser, indem er nun seinerseits über die geheimem Verbrechen des Präsidenten aussagt. Der Hofsekretär trägt seinen Namen Wurm zurecht. Er versteht es seine Interessen geschickt in Intrigen umzusetzen und hat scheinbar ein Vorliebe für diese Art Heimtücke ("Geschmack am langsamen, krummen Gang der Kabale zu finden", III/1). Dieses Zitat zeigt die Verkörperung der Kabale in Wurm bzw. dessen Namen, denn ein Wurm kriecht auch langsam und Krumm dahin. Ausserdem ist die Ähnlichkeit von einem Wurm zu einer Schlange nicht von der Hand zu weisen. Die Schlange steht für Hinterlist und Heimtücke; Eigenschaften, die man bei Wurm vordergründig vorfindet.

3. Hofmarschall von Kalb

Hofmarschall von Kalb ist ein Adliger und befindet sich in einem höhergestellten Rang am Hofe des Fürsten: er hat sogar die Ehre beim sogenannten 'Lever' (Morgentoilette eines absolutistischen Herrschers, bei der Hohe Adlige anwesend sind) dabei zu sein ("...und dann mußt' ich ja auch bei dem Lever zugegen sein und Seiner Durchleucht das Wetter verkündigen." I/3). Doch scheint er in der Rangfolge am Hof unterhalb des Präsidenten zu stehen, denn er befolgt dessen Befehl die Nachricht von der Hochzeit zwischen Ferdinand und Lady Milford ohne Umschweife ("Ich fliege sogleich [...]in drei Viertelstunden weißes die ganze Stadt" I/6). Ausserdem scheint er auch sonst viel mit dem Präsidenten zu tun zu haben und ihm (und somit auch sich selbst) zu einer besseren bzw. einflussreicheren und mächtigeren Stellung verholfen zu haben ("...das Verbrechen entdecken wolle, wodurch wir gestiegen sind ... falschen Briefe und Quittungen angeben..." III/2). Bereitwillig gibt er sich auf die Aufforderung des Präsidenten auch als Liebhaber der Luise aus, obwohl er sie gar nicht kennt. Das gibt er dann auch aus lauter Angst vor Ferdinand zu, als dieser ihn zum Duell fordert. Wie schon Hofsekretär Wurm so trägt auch Hofmarschall von Kalb seinen Namen zurecht. Er geht mit der unbeschwerten Naivität (er verlässt sich sofort auf das Wort des Präsidenten, als jener sagt die Hochzeit von Lady Milford und Ferdinad sei schriftlich abgemacht, ohne einen Beweis zu verlangen) eines jungen Kalbes durch die Welt und zugleich auch mit einer solchen Leichtfüßigkeit und Vitalität. Letzteres wird an Regieanweisungen wie "Hüpft hinaus" oder "ins Zimmer trippelnd" deutlich. Auch seine Sprache ist beschwingt und ähnelt manchmal eher der einer Frau ("das süperbeste Feuerwerk", "Machen Sie mir nicht Angst, mein S üß er." III/2) als der eines Mannes in seiner position. Zusammen mit seiner Garderobe ("Hofmarschall von Kalb in einem reichen, aber geschmacklosen Hofkleid, mit Kammerherrnschlüsseln, zwei Uhren und einem Degen, Chapeaubas und frisiert à la H é risson. Er fliegt mit großem Gekreisch auf den Präsidenten zu und breitet einen Bisamgeruchüber das ganze Parterre.",I/6) und seinem gesamten Auftreten wirkt er eher wie eine Witzfigur statt wie ein Hofmarschall. Aber trotzdem scheint er in den Augen des Präsidenten eine gute Partie für Luise zu sein ("Eine blendende Garderobe - Eine Atmosphäre von Eau de mille fleurs und Bisam - und jedes alberne Wort eine Handvoll Ducaten und alles das sollte die Delicatesse einer bürgerlichen Dirne nicht endlich bestechen können?", III/1).

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Details

Titel
Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristiken von Präsident von Walter, Wurm und von Kalb
Autor
Jahr
1999
Seiten
2
Katalognummer
V98610
Dateigröße
336 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit war eine Hausaufgabe, in der es galt, möglichst je eine Seite über die genannten Personen zu schreiben. Es sollten eigentlich nur handgeschriebne Stichpunkte sein... Beim Vergleichen wurde die Arbeit als gut - sehr gut eingestuft.
Schlagworte
Kabale und Liebe, Schiller, Charakteristik, Präsident von Walter, Sekretär Wurm, Hofmarschall von Kalb
Arbeit zitieren
Philipp Decker (Autor), 1999, Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Charakteristiken von Präsident von Walter, Wurm und von Kalb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98610

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