Diese Arbeit beleuchtet die Dieselkrise aus Sicht der BMW GROUP. Mitte September 2015 wurde der Dieselgate-Skandal, welcher von der VW AG initiiert wurde, aufgedeckt. Über Jahre hinweg wurden mittels einer Software die CO2 Werte bei Dieselmotoren der Typen EA 189 und EA 288 manipuliert. Eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung wurde bei Dieselfahrzeugen verwendet. Eine Forschungsarbeit der International Council on Clean Transportation (ICCT) war für die Aufdeckung dieser Manipulation verantwortlich. In den Schadstoffausstoß Tests fielen der ICCT Diskrepanzen hinsichtlich europäischen Diesel-Modellen auf.
Die auf Emissionswerte getesteten Fahrzeuge brachten im Testvorgang geringere Abgaswerte als im Normalfall hervor. Die eingesetzte Software konnte den Testvorgang zum Normalbetrieb differenzieren und generierte entsprechende Werte. Das Motiv hierfür waren die strengen Grenzen für die Abgaswerte in den USA. Wobei in Europa die Grenzwerte bei 80 mg Stickoxid pro Kilometer liegen, sind in den USA hingegen 70 mg pro Meile erlaubt, was aus Sicht von VW mit der damals vorhandenen Technik sehr kompliziert war solche Dieselmotoren zu entwickeln, die diese Grenzwerte hätten einhalten können. Diese Handlungsweise des VW Konzerns verstößt in den USA gegen das Klimaschutzgesetzt "Clean Air Act" und wird als Straftat bewertet.
Aus diesem Grund befindet sich nicht nur der VW Konzern, sondern auch andere Automobilhersteller wie Audi, Porsche, Skoda, BMW und Seat u.a. unter Verdacht und stehen im Fokus der Medien sowie der Politik. Die VW-Affäre war der Auslöser für eine weltweite Krise in der Automobilindustrie. Als Folgen des Skandals sind u.a. weltweite kostspielige Rückrufaktionen mehrerer Tausende Fahrzeuge der Marken VW, Audi, BMW und Porsche, deutschlandweite Diesel-Fahrverbote sowie die Beeinflussung der Marktposition durch Negativeffekte zu deklarieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematische Einführung
2. Aktuelle Lage des „Dieselgate‐Skandals“
2.1 Die Krisendarstellung aus Sicht des Automobilkonzerns BMW
2.2 Die Krisenanalyse aus Sicht von BMW
2.3 Die Krisenbewertung aus Sicht des Automobilherstellers BMW
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des „Dieselgate-Skandals“ auf die BMW Group, analysiert die strategische Krisensituation des Unternehmens und bewertet dessen Positionierung im Vergleich zu Wettbewerbern sowie im Hinblick auf regulatorische Anforderungen.
- Entwicklung und Hintergründe des Dieselgate-Skandals
- Krisenkommunikation und -bewältigung seitens BMW
- Wissenschaftliche Analyse der Unternehmenslage (Strategie- und Erfolgskrise)
- Umwelt- und Wettbewerbsanalyse mittels PESTEL-, VRIO- und SWOT-Methoden
- Zukunftsperspektiven im Kontext von E-Mobilität und Emissionsvorgaben
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Krisendarstellung aus Sicht des Automobilkonzerns BMW
Der seit 1916 existierender deutsche Automobilkonzern BMW zeichnet sich für hochwertige Fahrzeuge sowie für ausgezeichnete Qualität aus. Der weltweit führende Premiumhersteller im Automobil- und Motorradsegment führt u.a. die Marken MINI und Rolls Royce. BMW ist in 14 Ländern mit insgesamt 30 Produktionsstätten vertreten und betreibt ein globales Vertriebsnetzwerk in mehr als 140 Ländern.33 Ökologische und soziale Nachhaltigkeit sowie der effiziente Umgang mit Ressourcen ist fest in der Strategie des BMW Konzerns verankert. Das Prinzip der nachhaltigen Mobilität wird konsequent mittels Efficient Dynamics verfolgt, wodurch Emissionen und Verbrauch von Fahrzeugen reduziert werden sollen.34 BMW ist laut einer aktuellen Studie von E&Y der profitabelste Konzern.35 Im September 2015 wurde seitens BMW ein Statement zur Dieseldebatte abgegeben. Darin hieß es, dass die BMW Group nichts mit Manipulationen und Betrügereien zu tun hätte und dass gesetzliche Vorgaben für sie von großer Bedeutung wären und dass diese auch sowohl national und international eingehalten werden. Außerdem seien in der gesamten Entwicklung stringente und verbindliche Vorgaben sowie Prozesse zur Verhinderung von Fehlverhalten installiert. Alle durch die ICCT getesteten Fahrzeuge würden den gesetzlichen Anforderungen an NOx Emissionen entsprechen und auffällige Abweichungen von Praxis- sowie Testwerten gäbe es nicht. Des Weiteren wurde in dem Statement die Relevanz des Dieselantriebs für das Erreichen der CO2-Ziele hervorgehoben. BMW äußerte, dass die harten Vorgaben, die durch die Politik bezüglich der CO2 Emissionen gesetzt wurden, ohne den Einsatz moderner Dieselmotoren und Elektrifizierung undenkbar wären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematische Einführung: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Dieselgate-Skandals bei der VW AG und die daraus resultierenden globalen Konsequenzen für die gesamte Automobilindustrie.
2. Aktuelle Lage des „Dieselgate‐Skandals“: Hier wird der Status quo der Dieseldebatte, politische Rahmenbedingungen und die spezifischen Auswirkungen auf verschiedene Hersteller beschrieben.
2.1 Die Krisendarstellung aus Sicht des Automobilkonzerns BMW: Das Kapitel befasst sich mit der offiziellen Stellungnahme von BMW zum Skandal und der unternehmenseigenen Krisenkommunikation.
2.2 Die Krisenanalyse aus Sicht von BMW: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Unternehmenslage anhand von Krisendefinitionen sowie eine Analyse der Makroumwelt.
2.3 Die Krisenbewertung aus Sicht des Automobilherstellers BMW: In diesem Teil wird die Krisensituation bewertet und die Marktposition von BMW, insbesondere im Hinblick auf E-Mobilität, analysiert.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Krisenbetroffenheit von BMW und einem Ausblick auf die zukünftige Strategie des Unternehmens.
Schlüsselwörter
Dieselgate-Skandal, BMW Group, Unternehmenskrise, Emissionen, NOx-Werte, PESTEL-Analyse, VRIO-Framework, SWOT-Analyse, E-Mobilität, Automobilindustrie, Efficient Dynamics, Fahrverbote, Nachhaltigkeit, Strategisches Management, Schadstoffausstoß.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Reaktion und die Position der BMW Group innerhalb der Automobilindustrie infolge des weltweiten Dieselgate-Skandals.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die Krisenkommunikation des Unternehmens, die Auswirkungen von Schadstoffvorgaben und die strategische Neuausrichtung des Konzerns.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie stark BMW von der Dieselkrise betroffen ist und ob sich das Unternehmen in einer akuten Unternehmenskrise befindet.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Zur Untersuchung werden betriebswirtschaftliche Analysewerkzeuge wie die PESTEL-Analyse, das VRIO-Framework sowie die SWOT-Matrix genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Krisensituation aus Sicht von BMW, eine betriebswirtschaftliche Krisenanalyse und eine abschließende Bewertung der Zukunftsfähigkeit des Herstellers.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dieselkrise, Unternehmensstrategie, Emissionsreduktion, Wettbewerbsvorteile und E-Mobilität.
Wie unterscheidet sich BMW laut Analyse von anderen Herstellern im Skandal?
BMW wird als deutlich weniger stark von Rückrufaktionen betroffen eingestuft als Wettbewerber wie VW oder Daimler und hebt sich durch einen Vorsprung in der E-Mobilität ab.
Welche Bedeutung hat das „Rücknahmeversprechen“ für BMW-Kunden?
Es dient als strategisches Instrument, um das Vertrauen der Kunden in Leasingverträge angesichts drohender regionaler Fahrverbote zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Ayse Akbulut (Autor:in), 2018, Die Dieselkrise aus der Sicht der BMW Group, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986168