Praktikumsbericht Lehramt. Lehren an einer weiterführenden Schule


Praktikumsbericht / -arbeit, 2020

12 Seiten, Note: bestanden

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wissenschaftliche Besprechung des gegenwärtigen Standes der Forschung bezüglich des Beobachtungsschwerpunktes

3 Vorstellung des Muster-Gymnasiums in Berlin

4 Beobachtungen während des Praktikums
4.1 Allgemeine Beobachtungen
4.2 Vergleich zwischen Theorie und Praxis

5 Fazit: Der Beruf als Lehrkraft

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Entscheidung das berufsfelderschließende Praktikum am Muster-Gymnasium in Berlin, meiner ehemaligen Schule, zu absolvieren wurde durch die Kenntnis der Schule sowie der dort tätigen Lehrer beeinflusst. Ohne die Erfahrungen, welche ich dort als Schüler sammelte, würde ich mir heute nicht zwangsweise den Beruf als Lehrkraft für die Zukunft vorstellen. Dieser Wunsch ist den sechs Jahren am MusterGymnasium zu verdanken und darum fiel die Wahl nicht schwer sich dort zu bewerben.

Außerdem wirkte die unterschiedliche Betrachtungsweise, die nun auf Seiten der Lehrkräfte beobachtet werden konnte, bereits im Voraus als sehr aufschlussreich und vielversprechend. Da einem das Gymnasium aus der Schülerperspektive bereits vertraut war, wurde es zum Ziel dieses nun aus der Perspektive eines angehenden Lehrers wahrzunehmen. Im Folgenden wird sowohl die Praktikumsschule vorgestellt, als auch dargelegt, inwiefern ein Perspektivwechsel gelungen ist und welche Erkenntnisse bezüglich des Unterrichtsgeschehens in Erfahrung gebracht werden konnte. Des weiteren erfolgte das Praktikum in einem Zusammenhang zu einem Beobachtungsschwerpunkt, wodurch eine Spezialisierung der Beobachtungen und spezifischer Analyse ermöglicht wurde. Als Beobachtungsschwerpunkt fiel die Entscheidung auf Merkmale guten Unterrichts, diese stellen sowohl aus subjektiver als auch aus möglichst objektiver Sicht das Wesentliche im Beruf einer Lehrkraft dar.

In der vorliegenden Forschungsarbeit sind Personenbezogene Bezeichnungen genderneutral zu verstehen.

2 Wissenschaftliche Besprechung des gegenwärtigen Standes der Forschung bezüglich des Beobachtungsschwerpunktes

Guter Unterricht ist essenziell und notwendig, insofern man Wert auf eine kompetente Ausführung der Beschäftigung legt, was definitiv in jedem Interesse einer Lehrkraft sein sollte. Gestaltet man seine Unterrichtszeit produktiv, so fällt es nicht nur den Schülern einfacher etwas zu erlernen, es sollte auch positive Auswirkungen auf das Unterrichten der Lehrkraft zur Folge haben. Heutzutage werden als Schwerpunkt für guten Unterricht häufig Organisationsformen des Unterrichts gewählt. Kann jedoch ein alleiniger Fokus darauf guten Unterricht garantieren? Zunächst sollte dargestellt werden, von wem grundlegend eine Beurteilung über den Wert des Unterrichtsgeschehens stattfindet. Sowohl Lehrkräfte, als auch Eltern der Schüler, die Schüler selbst und eine Schulaufsicht versuchen sich ein Urteil über das Unterrichtsgeschehen zu bilden, wobei alle mit unterschiedlichen Aspekten und individuellen Ansichten der Intention guten Unterrichts vorangehen. Es bleibt also keine andere Möglichkeit übrig, außer eine Abwägung und ein Versuch des Miteinbeziehens aller elementaren Kriterien für eine sinnvollen Schulung (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 4).

Guter Unterricht sollte für alle Beteiligten und vor allem für die Schüler ein Gewinn in Bezug auf ihre „Erlebens- und Verhaltensdispositionen“ (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 5) darstellen. Abhängig ist dies selbstverständlich von weiteren Faktoren wie dem Stellenwert der Unterrichtsinhalte für die Schüler selbst, der Unterrichtsgestaltung, der Atmosphäre sowie den Unterrichtsbedingungen. Dabei darf ebenso wenig die Lebensbedingung der Schüler in Vergessenheit geraten, schließlich sind diese noch Kinder und auch die Schule gibt einen großen Teil ihres Lebens ab, jedoch ist es nur ein Teil. Fest steht allerdings, dass für guten Unterricht eine Fokussierung auf das Wesentliche erfolgen muss, da der Unterricht nicht ewig andauern kann und zeitlich vorbestimmt ist (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 6). Demzufolge ist eine klare Strukturierung des Unterrichts notwendig und als ein Merkmal für guten Unterricht anzuerkennen (vgl. Meyer, 2004, S. 17 f.). Demnach wird ein „hoher Anteil echter Lernzeit“ (Meyer, 2004, S. 17), Zeit, welche von Schülern aktiv zum Lernen gebraucht wird, impliziert, welches ebenfalls ein Kriterium für guten Unterricht nach Hilbert Meyer darstellt. Dieser formulierte zehn möglichst neutrale Merkmale, sodass sowohl die Lehrkraft als auch die Schülerschaft dazu ihren Beitrag leisten können. Darunter zählt unter anderem ein lernförderliches Klima (vgl. Meyer, 2004, S. 17), welches durch Regeln und Grundsätze wie Respekt im Klassenzimmer resultieren soll. Besteht ein passendes Klima im Klassenzimmer, so werden Störungen automatisch vorgebeugt und reduziert. Des weiteren sind inhaltliche Klarheit, klare und sinnvolle Kommunikation und Methodenvielfalt elementar für gelungenen Unterricht zwischen Schüler und Lehrkräften (vgl. Meyer, 2004, S. 17). Auch hier wird deutlich, dass einige zu beachtende Kriterien existieren, welche zur Unterstützung und Förderung von gelungenem Unterricht dienen. Die Merkmale oder Meyers bestimmte zehn Kriterien lassen sich zu „sechs grundlegende[n] Dimensionen, [...] die Ziel-, die Inhalts-, die Sozial-, die Prozess-, die Handlungs- und die Raumstruktur“ (Meyer, 2004, S. 25), in Bezug stellen. Hierbei werden positive Merkmale einer gewissen Struktur untergeordnet, welcher in Vorbereitung auf den Unterricht Beachtung geschenkt werden sollte. Folglich spielt ebenfalls die Intention des Unterrichts im Zusammenhang mit den Inhalten und den angewandten Methoden eine wichtige Rolle. Ein Ziel von gutem Unterricht sei unter anderem der Ausbau der Eigenständigkeit der Schüler, sie sollten stets zu ihrer individuellen und ebenso gesellschaftlichen Entwicklung gefördert werden. Daraus folgt, dass das Klassengespräch keinesfalls einseitig sein sollte, stattdessen sollte guter Unterricht einen Dialog und ein gemeinsames Produkt zwischen Schülern und Lehrkräften abgeben (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 7). Hierbei darf nicht missachtet werden, dass Schule und Unterricht ein soziales Ereignis für Kinder darstellt. Ein Merkmal guten Unterrichts wären demnach die Option sozialen Lernens und Arbeiten der Schüler, indem sie sich gegenseitig unterstützen und ebenfalls konstruktiv kritisieren können, um ein Gespür für die Bedeutung der Teamfähigkeit zu erlangen. Wichtig ist eine allgemeine Zielorientierung und unterstützendes Anpassen der Methode zu ihrem Inhalt und dessen Zweck (vgl. Meyer, 2004, S. 27). Wie zu Beginn aufgeführt wird der Fokus häufig auf die Methode des Lehrenden gelenkt, jedoch wird dabei vermehrt außer Acht gelassen, dass keine Methode von sich aus als geeignet oder ungeeignet erachtet werden kann.

Es ist nötig die Methode dem Unterrichtsziel anzupassen und somit sollte die Auswahl der „besten“ Methode von den unterschiedlichen Unterrichtsphasen sowie den spontanen, situationsbedingten Gegebenheiten abhängen. (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 10)

Aktuell sind bei Gestaltung des Unterrichts neben den genannten Kriterien und Möglichkeiten weitere wichtige Aspekte zu berücksichtigen: Der Unterricht sollte die Förderung der Schüler als Priorität haben sowie eine Anregung zur Entwicklung sozialer Fähigkeiten implizieren. Die Selbständigkeit der Schüler sollte gefördert werden und außerdem sollten sie unter anderem die Möglichkeit zur Teilhabe an der Unterrichtsplanung erfahren. Fest steht, dass guter Unterricht nicht ohne sorgfältige Vorarbeit der Lehrkraft entspringen kann. Des weiteren müssen sich Lehrkräfte ihren Schülern gegenüber aufgeschlossen, verständnisvoll, mit emotionaler (jedoch nicht zu großer emotionaler) Anteilnahme, allerdings auch mit persönlicher Achtung auftreten (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S.14). All dies verübt positive Auswirkungen auf das Klassenklima und eine angemessene Atmosphäre. Des weiteren ist für gelungenen Unterricht pädagogisches Wissen der Lehrkraft nötig und als Grundvoraussetzung anzuerkennen. Dazu gehört Wissen über Lern- und Entwicklungsprozesse, Wissen über psychologische Aspekte, Wissen über das Bildungssystem sowie Bildungsorganisation und methodisches Wissen über Evaluation (vgl. Meyer, 2004, S.163f.). Gewisse Regeln sowie Rituale scheinen ebenso bei Lehrkräften als Fundament beliebt zu sein, sie sollen gewisse Grundlagen und Grenzen im Klassenzimmer sichern und nach Meyer unter anderem für lernförderliches Klima sorgen. Hierbei ist zu beachten, dass Regeln stets positiv formuliert sein sollten (vgl. Klaffke, 2019, S. 1).

Zusammenfassend ist eine Konzentration auf ein einziges Merkmal guten Unterrichts nicht hinreichend für tatsächlich gelungenen Unterricht (vgl. Kommission „Anwalt des Kindes“, 1994, S. 15). Es sind sowohl Unterrichtsziele, Inhalte, Methodenvielfalt, die Atmosphäre im Klassenzimmer, als auch die Person der Lehrkraft elementar für guten Unterricht, jedoch reicht einzelnes davon nicht aus.

Die Aufgabe der Lehrkräfte ist es dafür zu sorgen, dass äußerst viele genannte verschiedene Aufgaben berücksichtigt und Einseitigkeiten verhindert werden. Kriterien für guten Unterricht gibt es also viele, mit der Zeit wird sich dieser „Kriterienmix“ (vgl. Meyer, 2004, S. 17) sicherlich noch erweitern und aktualisieren lassen.

3 Vorstellung des Muster - Gymnasiums in Berlin

Das Muster-Gymnasium in Berlin, benannt nach dem Max Mustermann, befindet sich im Berliner Bezirk XY und umfasst die Klassenstufen sieben bis zwölf. Im Jahre 2000 legte das Muster-Gymnasium ihr neues Schulprofil „Kommunikation und Mediengesellschaft“ (Beleg) fest, womit ein Erstreben von kritischer Auseinandersetzung der Schüler im Umgang mit Medien, unabhängig davon, ob traditionelle oder aktuelle Medien, als Ziel erachtet wurde. Dies wird im Rahmen einer zweistündigen Unterrichtseinheit in den Anfangsklassen des Gymnasiums umgesetzt, hierbei sollen die Schüler ebenfalls ein Bewusstsein über die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren der digitalen Medien entwickeln. Mithilfe von fach- und profilbezogenen Konzepten und Exkursionen wird ebenso für die Mittelstufe eine Ausprägung zu kommunikativer Kompetenzen ermöglicht. Des weiteren verfügt das Muster-Gymnasium über ein bilinguales Wahlkonzept, Schüler erhalten die Option eine zusätzliche Stunde zu wählen, wobei der Geschichtsunterricht folglich auf Englisch stattfindet. Als dritte Fremdsprache dienen den Schülern zur Auswahlmöglichkeiten Französisch, Latein sowie Italienisch (Beleg). Für die Abschlussklassen ist ebenso der Erwerb des Cambridge Certificates, und ein darauf vorbereitender Kurs, sowie eine Schwerpunktsetzung gewisser fachlicher Inhalte möglich (Beleg). Als Besonderheit des Muster-Gymnasiums ist dessen große Wertlegung auf die Umsetzung guten Unterrichts zu erwähnen. Es erfolgt eine regelmäßige Evaluation des Unterrichts, um stets die Qualität des Unterrichts zu sichern. Zudem wird besonderen Wert auf eine Teilnahme aller Betroffenen bezüglich Entscheidungen gelegt und ein Mitwirken Aller realisiert (Beleg).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht Lehramt. Lehren an einer weiterführenden Schule
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
bestanden
Jahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V986240
ISBN (eBook)
9783346345202
ISBN (Buch)
9783346345219
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Angaben zur Schule wurden entfernt und durch Beispiel-Namen ersetzt.
Schlagworte
Lehramt, Praktikumsbericht, Praktikum
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Praktikumsbericht Lehramt. Lehren an einer weiterführenden Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986240

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