Welche Bedeutung hat Kommunikation im Change Prozess? Zunächst folgen in dieser Arbeit Definitionen von themenspezifischen Begriffen, anschließend werden die Aufgaben der Change-Kommunikation genauer untersucht. Um die Forschungsfrage beantworten zu können, wird anhand unterschiedlicher Kommunikationsmöglichkeiten untersucht, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einen Veränderungsprozess erfolgreich eingebunden werden können.
Obwohl die Veränderung von Strukturen, Prozessen und Denkweisen in vielen unterschiedlichen Organisationsstrukturen bereits einen wesentlichen Anteil des betrieblichen Alltags einnehmen, wird aus der Praxis von gescheiterten Veränderungsvorhaben berichtet. Dazu stellen Mohr und Woehe fest, dass diese misslungenen Vorhaben auch dann passieren, wenn das Management methodisch sauber vorgeht. Bevorstehende Veränderungen können bei Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Unsicherheiten und Bedenken hervorrufen, welche im schlimmsten Fall in Widerstand gegen die Veränderung enden kann. Ein wesentlicher Grund des Scheiterns kann eine fehlerhafte oder zumindest mangelhafte Kommunikation im Change Prozess sein. Laut Schick sind 80 Prozent aller Change Vorhaben aufgrund mangelhafter Kommunikation zum Scheitern verurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 GRUNDLAGEN DER CHANGE KOMMUNIKATION
1.1 DEFINITION VON CHANGE MANAGEMENT
1.2 DEFITINITION VON CHANGE KOMMUNIKATION
2 MÖGLICHKEITEN DER CHANGE KOMMUNIKATION
2.1 AUFGABENPROFIL DER CHANGE KOMMUNIKATION
2.2 AUFGABEN EINER/EINES CHANGE-KOMMUNIKATORIN
2.3 KOMMUNIKATIONSFORMEN IM CHANGE PROZESS
2.4 MEDIEN IN DER CHANGE KOMMUNIKATION
3 ERFOLGREICHE CHANGE KOMMUNIKATION
3.1 FÜNF THESEN ZUR ERFOLGREICHEN CHANGE KOMMUNIKATION
3.1.1 These 1: Einmal ist keinmal – Kommunikation von Veränderungsprozessen braucht gezielte Redundanz
3.1.2 These 2: Die Intensität der Face-to-Face-Kommunikation muss mit der Komplexität des Veränderungsprozesses steigen
3.1.3 These 3: Die Begriffe und Symbole klären
3.1.4 These 4: Kommunikation kommt fast immer zu spät
3.1.5 These 5: Die Wahrheit kommt früher oder später ans Tageslicht
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Kommunikation als kritischen Erfolgsfaktor in Veränderungsprozessen (Change Management). Die Forschungsfrage zielt darauf ab, durch die Analyse theoretischer Grundlagen und praktischer Kommunikationsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich in den Wandel eingebunden werden können.
- Bedeutung der Change Kommunikation als Schlüsselfaktor im Change Management
- Aufgabenprofil und Rollenverständnis von Change-Kommunikatoren
- Gegenüberstellung von Kommunikationsformen und Medieneinsatz
- Theoretische Thesen für eine erfolgreiche Umsetzung von Veränderungsprozessen
- Partizipation, Transparenz und Dialogorientierung als Erfolgsfaktoren
Auszug aus dem Buch
Aufgaben einer/eines Change-KommunikatorIN
Change-KommunikatorInnen sind Brückenbauer zwischen Management und Belegschaft. In ihrer empathischen Vorgehensweise ist es für sie wichtig, dass Emotionen verkraftet werden. Bei direktem Kontakt mit Menschen erfahren sie, ob der Wandel angenommen, abgelehnt, unter Umständen sogar begrüßt wird oder Schwachstellen gesehen werden (Deutinger, 2017, S. 11). Laut Deekeling (Deekeling & Barghop, 2008) soll der/die Change-KommunikatorIn keine Angst vor unangenehmen Fragen haben, selbst krisenfest zu sein und mit negativen Gefühlen umgehen können. In oftmals komplexen Umständen ist es wichtig, den Überblick zu behalten und unterschiedliche Meinungen und Stimmungen in eine Struktur einordnen zu können. Change KommunikatorIn müssen mit den Grundkenntnissen des Change-Managements vertraut sein sowie über unterschiedlichste Veränderungsarten bescheid wissen.
Abhängig davon steuert sich das Tempo und die Intensität der Kommunikation. Eine weitere wichtige Fähigkeit der Change-KommunikatorIn ist die ständige Dialogorientierung, welche keine Versprechungen macht, keine Spekulationen anstellt. Wird dies nicht gemacht, bildet sich im schlimmsten Fall eine Parallelkommunikation, besteht aus Gerüchten und Annahmen, welche für Verunsicherung und Stillstand sorgt (Deutinger, 2017, S.14). Zeitpunkt und Rhythmus der Information ist vom der Change-KommunikatorIn genauso zu bestimmen, wie die Methodik (top-down oder Gruppendiskussion). Welche Kommunikationsform im Wandel verwendet wird, ist ebenfalls ein wichtiger Rahmen der Prozessinformation. Diese Kommunikationsformen werden im folgenden Kapitel genauer vorgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 GRUNDLAGEN DER CHANGE KOMMUNIKATION: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten „Change Management“ und „Change Kommunikation“ definiert und in den organisationalen Kontext eingeordnet.
2 MÖGLICHKEITEN DER CHANGE KOMMUNIKATION: Das Kapitel widmet sich dem Aufgabenprofil der Kommunikation, der Rolle des Change-Kommunikators sowie der Analyse von Kommunikationsformen und geeigneten Medien.
3 ERFOLGREICHE CHANGE KOMMUNIKATION: Auf Basis von fünf Thesen werden kritische Erfolgsfaktoren wie Redundanz, Face-to-Face-Kommunikation und der Umgang mit Wahrheit und Symbolen erarbeitet.
4 FAZIT: Das Kapitel resümiert, dass Kommunikation eine essenzielle Führungsaufgabe ist und Transparenz sowie Partizipation als Schlüsselfaktoren für das Gelingen von Veränderungen fungieren.
Schlüsselwörter
Change Management, Change Kommunikation, Interne Kommunikation, Veränderungsprozesse, Kommunikation, Partizipation, Führung, Change-Kommunikator, Dialogorientierung, Unternehmenskultur, Transparenz, Organisationsentwicklung, Krisenkommunikation, Mitarbeiterbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der internen Kommunikation als entscheidendem Erfolgsfaktor, um Veränderungsprozesse in Organisationen wirksam und nachhaltig umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Change-Begriffen, die Identifikation der Aufgaben von Change-Kommunikatoren sowie die Evaluation verschiedener Kommunikationsmedien und -formen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Literatur aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Kommunikationsstrategie Widerstände abgebaut und Mitarbeiter erfolgreich in Veränderungsprozesse integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Fachmodellen aus dem Bereich des Change Managements.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung spezifischer Aufgaben und Rollen im Change-Prozess sowie die Ableitung von fünf Thesen für eine erfolgreiche Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Change Management, Change Kommunikation, Partizipation, Transparenz und die Rolle des Change-Kommunikators.
Wie wichtig ist die Rolle der Change-Kommunikatoren laut Autor?
Der Autor bezeichnet sie als „Brückenbauer“ zwischen Management und Belegschaft, die durch ihre empathische Vorgehensweise und Dialogorientierung entscheidend zum Gelingen von Wandel beitragen.
Warum spielt die Face-to-Face-Kommunikation eine so große Rolle?
Sie ermöglicht den Aufbau einer gemeinsamen Sprache und das gegenseitige Verständnis von Bedingungen, was besonders bei hoher Prozesskomplexität unabdingbar ist.
Wie unterscheidet sich die Situation in der Privatwirtschaft zum Schulwesen?
Während in der Privatwirtschaft bereits spezifische Rollen wie „Change-Kommunikatoren“ etabliert sind, ist diese Funktion im österreichischen Schulwesen derzeit noch nicht explizit vorgesehen.
- Quote paper
- Manuel Kronberger (Author), 2020, Welche Bedeutung hat Kommunikation im Change-Prozess? Change-Kommunikation als Schlüsselfaktor im Change Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986245