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Der Gebrauch des Zeichens "Zeichen" in Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen", Teil 1

Title: Der Gebrauch des Zeichens "Zeichen" in Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen", Teil 1

Seminar Paper , 1999 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Kühn (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Wittgenstein spielt in den Philosophischen Untersuchungen (im folgenden PU) zahlreiche Sprachspiele über das Funktionieren der Sprache. Er gebraucht dazu viele und viele verschiedene Zeichen, u.a. auch das Zeichen "Zeichen".
"Zeichen" wird in den PU als schon verstanden vorausgesetzt, d.h. Wittgenstein problematisiert den Begriff des Zeichens nicht wirklich explizit, wie das mit anderen (scheinbaren) Begriffen wie etwa "Spiel", "Regel", "Meinen" oder "Bedeutung" geschieht. Er gebraucht dieses Zeichen einfach, und wir verstehen es in seinem Gebrauch. Doch gerade im und durch diesen Gebrauch, der, wie sich zeigen wird, in den verschiedenen Paragraphen der PU sehr unterschiedlich ist, wird die Problematik eines starren (metaphysischen) Zeichenbegriffes implizit deutlich.
Im Gesamt der PU dekonstruiert Wittgenstein den definierten Begriff "Zeichen"; der Begriff wird zu einem "Faden". Und schließlich bleiben uns in der Betrachtung der verschiedenen Sprachspiele nurmehr die Zeichen. Dies sind die Zeichen, die wir haben, sehen, verstehen und gebrauchen und mit denen wir ganz zufrieden sind.

In der Arbeit wird der Versuch unternommen, den sehr unterschiedlichen Gebrauch des Zeichens "Zeichen" anhand einiger Paragraphen in Wittgensteins Sinne ansatzweise nachzuvollziehen und diesen Gebrauch zu deuten. Auf diesem Wege soll die problematische Anwendung des (metaphysischen) Begriffes "Begriff" auf das Zeichen "Zeichen" deutlich werden und darüberhinaus, welche Konsequenzen für das Denken der Zeichen mit der Auflösung dieser Begriffsanwendung verbunden sein können.

Die Art des Vorgehens dieser Arbeit ist derart, dass zunächst und als Ausgangspunkt der Gebrauch des Zeichens "Zeichen" in §504 betrachtet wird. Im Anschluss daran wird §15 untersucht, der einen Gegenpol darstellt. Zwischen den Polen spannt sich damit zugleich ein Raum auf, in dem sich die Differenzen der unterschiedlichen Verwendungsweisen des Zeichens "Zeichen" zeigen. Der darauf folgende und letzte Schritt besteht darin, die Übergänge zwischen den Polen an verschiedenen ausgewählten Paragraphen zu explizieren, d.h., die Spannungen im Raum zu entschärfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Eingang: Eine Einstimmung auf das Thema.

Ausgangspunkt: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in §504.

Gegenpol: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in §15 (und anderen §§).

Die Übergänge zwischen den Polen: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in verschiedenen Paragraphen der PU.

Überblick: Was der vielgestaltige Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ deutlich werden lässt.

Ausblick: Konsequenzen, die sich mit dem Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ verbinden lassen.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Gebrauch des Wortes „Zeichen“ in Ludwig Wittgensteins „Philosophischen Untersuchungen“, um die problematische Anwendung eines metaphysischen Zeichenbegriffs aufzuzeigen und die Rolle von Zeichen innerhalb der Sprachspiele zu deuten.

  • Dekonstruktion des klassischen, metaphysischen Zeichenverständnisses.
  • Untersuchung der Differenz zwischen Zeichen als Repräsentanten (Namen) und Zeichen als Werkzeuge in Sprachspielen.
  • Analyse des unmittelbaren Verstehens von Zeichen durch Einübung und Gebrauch.
  • Die Funktion des Zeichens als Übergang zwischen Sprache und Lebensformen.
  • Die Rolle der Individualität und des „Anders-Verstehens“ in der intersubjektiven Kommunikation.

Auszug aus dem Buch

Ausgangspunkt: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in §504.

„Wenn man aber sagt: >Wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen.<, so sage ich: >Wie soll er wissen, was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen.<“7 (Hervorhebungen von mir, A.K.)

Es fällt nicht schwer, sich hier ‚irgendetwas‘ unter „Zeichen“ zu denken. Vorstellbar sind z.B. Sätze, Worte, Bezeichnungen etc., also Zeichen in der Sprache; darüberhinaus aber auch unartikulierte Laute, Handbewegungen, Mimik etc., also Zeichen ausserhalb der Sprache. Denkbar ist hier alles Mögliche, alles Mögliche kann hier als Zeichen vorgestellt werden – insofern es (als Zeichen) verstanden wird, d.h. ein Verständnis hervorruft8. Ohne Schwierigkeit ist ersichtlich, dass die Bedeutsamkeit des Zeichens „Zeichen“ im §504 offenbar eine sehr weite und unspezifische ist, d.h. alles kann hier Zeichen sein, insofern es (als solches) verstanden wird.

An dieser Stelle ist zu bemerken, dass das jeweilige individuelle Verstehen des Zeichens „Zeichen“ gemeinhin gar nicht hinterfragt wird, wir verstehen dieses Zeichen einfach, d.h. unmittelbar.9 Das ist, mit Wittgenstein gesprochen10, nicht etwa der Fall, weil es sich bei „Zeichen“ um einen definierten Begriff handelt; der Grund für dieses unmittelbare Verstehen liegt nach Wittgenstein vielmehr darin, dass das Zeichen „Zeichen“ ein Teil des deutschen Sprachspiels ist und wir an den Gebrauch dieses Wortes gewöhnt sind11. D.h., wir sind an das Verstehen des Zeichens „Zeichen“ gewöhnt, wir können etwas damit anfangen – dieses Zeichen sagt uns etwas.

Zusammenfassung der Kapitel

Eingang: Eine Einstimmung auf das Thema.: Die Einleitung führt in die Problematik des Zeichenbegriffs ein und erläutert, dass Wittgenstein das Wort „Zeichen“ in den Philosophischen Untersuchungen dekonstruiert und als einen flexiblen Begriff einführt.

Ausgangspunkt: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in §504.: Dieses Kapitel analysiert §504 als Startpunkt, an dem Wittgenstein das unmittelbare Verstehen von Zeichen durch ihren Gebrauch innerhalb eines Sprachspiels hervorhebt.

Gegenpol: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in §15 (und anderen §§).: Hier wird der Gegensatz zur metaphysischen Sichtweise aufgezeigt, bei der Zeichen lediglich als „Namenstäfelchen“ für Gegenstände dienen, was einer verengten Vorstellung entspricht.

Die Übergänge zwischen den Polen: Der Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ in verschiedenen Paragraphen der PU.: In diesem Hauptteil wird anhand verschiedener Beispiele wie Sprachspielen und Regeln verdeutlicht, wie Zeichen in vielfältigen Kontexten – auch außerhalb der verbalen Sprache – funktionieren.

Überblick: Was der vielgestaltige Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ deutlich werden lässt.: Eine zusammenfassende Reflexion, die zeigt, dass das Zeichen nicht endgültig definierbar ist, sondern als Werkzeug und Horizont unserer Sprachspiele agiert.

Ausblick: Konsequenzen, die sich mit dem Gebrauch des Zeichens „Zeichen“ verbinden lassen.: Das Schlusskapitel widmet sich den philosophischen Implikationen für die Individualität und die intersubjektive Verständigung durch das „Immer-anders-Verstehen“ von Zeichen.

Schlüsselwörter

Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Zeichenbegriff, Sprachspiele, Gebrauch, Bedeutung, Metaphysik, Benennen, Kommunikation, Regel, Verstehen, Lebensformen, Abrichtung, Interpretation, Sprachphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Ludwig Wittgenstein in seinen „Philosophischen Untersuchungen“ den Begriff „Zeichen“ verwendet und dabei ein traditionelles, metaphysisches Verständnis von Sprache kritisch hinterfragt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Sprachspiels, des Zeichengebrauchs, die Kritik am „Benennen“ als reiner Repräsentation sowie das unmittelbare Verstehen von Zeichen im sozialen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Zeichen keine starren Stellvertreter für eine hinter der Sprache liegende Realität sind, sondern ihre Bedeutung durch die spezifische Art und Weise ihres Gebrauchs in Sprachspielen erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die hermeneutische Interpretation und Analyse ausgewählter Paragraphen aus Wittgensteins „Philosophischen Untersuchungen“, um die unterschiedlichen Verwendungsweisen des Begriffs „Zeichen“ herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil spannt einen Bogen zwischen einer weiten, unspezifischen Verwendung von „Zeichen“ (§504) und einer begrenzten, metaphysischen Vorstellung (§15), um dazwischen die Vielfalt der Anwendungsbereiche, etwa bei Regeln oder Handlungen, zu beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Schlagworte sind Sprachspiele, Zeichenbegriff, Metaphysik, Gebrauch, Bedeutung und Lebensformen.

Warum spielt die Metapher des „Namenstäfelchens“ für den Autor eine wichtige Rolle?

Die Metapher dient als Beispiel für eine überholte, metaphysische Sichtweise, in der Sprache lediglich als Etikettierung der Wirklichkeit missverstanden wird, was Wittgenstein in der PU durch den Fokus auf den Gebrauch dekonstruiert.

Wie interpretiert der Autor die Konsequenz des „Immer-anders-Verstehens“?

Der Autor sieht darin eine Chance für die Individualität: Da Zeichen keine allgemeingültige, starre Bedeutung haben, eröffnen sie einen Spielraum für die Einzigartigkeit des Anderen in der Kommunikation.

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Details

Title
Der Gebrauch des Zeichens "Zeichen" in Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen", Teil 1
Course
PS Ludwig Wittgenstein - Philosophische Untersuchungen
Grade
1,0
Author
Alexander Kühn (Author)
Publication Year
1999
Pages
15
Catalog Number
V98638
ISBN (eBook)
9783638970891
ISBN (Book)
9783640859559
Language
German
Tags
Gebrauch Zeichens Zeichen Philosophischen Untersuchungen Teil Ludwig Wittgenstein Philosophische Untersuchungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Kühn (Author), 1999, Der Gebrauch des Zeichens "Zeichen" in Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen", Teil 1, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98638
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