Ernährung bei Verdauungserkrankungen


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
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Ernährung bei Verdauungserkrankungen

Wir essen zu viel, zu fett, zu oft und zu schnell - und überfordern dadurch ständig unseren Verdauungsapparat. Deswegen verwundert es auch nicht, dass vermutlich jeder zweite Österreicher an Verdauungsstörungen leidet, und zwar in erster Linie an Verstopfung. Besonders gefährdet bei Verdauungserkrankungen sind natürlich der Magen und der Darm. Auslöser für Verdauungserkrankungen sind vor allem Infektionen, aber auch Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente oder sehr kalte Speisen und Getränke können für eine akute Schädigung der Magenschleimhaut verantwortlich sein. Im Akutstadium treten Übelkeit, Erbrechen, sowie Durchfall auf, wobei durch den Flüssigkeitsverlust besonders Kleinkinder und ältere Menschen gefährdet sind. Grundsätzlich sollte bei jeder Verdauungserkrankung der Kostaufbau langsam ansteigen, wobei die individuelle Verträglichkeit den Zeitablauf bestimmt. Nur so kann sich der Körper wieder auf eine normale Verdauungstätigkeit umstellen.

Allgemeine Verdauungsstörungen

- Blähungen und Völlegefühl

Blähungen entstehen entweder durch verschluckte Luft oder meist durch Gase, die sich im Dickdarm bei der Verdauung bilden.

Ursachen: blähende Speisen (zB Kohl, Hülsenfrüchte, frisches Brot, Zwiebeln, kohlensäurereiche Getränke), stark fetthaltige und süße Mahlzeiten, übermäßiger Alkohol-, Koffein-, Nikotingenuss, Ernährungsumstellung, Stress, Depressionen, Magenerkrankungen, gestörte Darmflora (zB Pilzinfektion oder Antibiotika

Maßnahmen: Bewegung nach dem Essen, Vermeiden von blähendem Essen, Carminativa (zB Fenchel, Kümmel, Anis, Pfefferminze) wirken entblähend und beruhigend, pflanzliche Bittermittel (zB Enzianwurzel, Tausendguldenkraut, Angelikawurzel) wirken verdauungsfördernd, Regeneration der Darmflora mit Bakterienpräparaten

- Sodbrennen

Ein Überschuss an Magensalzsäure bewirkt einen brennenden Schmerz von der Magengegend bis in den Rachen empor, häufig verbunden mit dem sauren Aufstoßen. Schuld daran ist der Rückfluss des sauren Magensaftes. Die Folge kann sogar eine Entzündung der Speiseröhre sein.

Ursachen: alle Einflüsse, die auf den Magen drücken, Übergewicht, Zwerchfellbruch, Schwangerschaft, übermäßiger Alkohol-, Koffein- und Nikotinkonsum, große, schwer verdauliche, stark gewürzte Mahlzeiten, außerdem Stress (-> Nervöser Magen) Maßnahmen: man sollte eine übermäßige Ausschüttung con Verdauungssäften vermeiden, Übergewicht abbauen, Alkohol, Koffein, Nikotin meiden, sehr scharfe, zitrussaure Mahlzeiten meiden, Fetthaltiges ist erlaubt, da es die Magensalzsäure hemmt, in aufrechter Haltung essen, kleine Portionen essen, gut gekaute Mandeln, ein paar Schluck Milch oder Buttermilch, etwas Topfen oder Frischkäse

- Verstopfung = Darmträgheit = Obstipation Bei einem Stuhlgang von weniger als 3 mal pro Woche spricht man von Verstopfung.

Ursachen: ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, zuwenig Flüssigkeit, Stress, gestörte Darmflora, ungewohnte Lebensbedingungen, Abführmittelmissbrauch bzw Daueranwendung, bestimmte Medikamente, Schwangerschaft, bestimmte Erkrankungen Maßnahmen: ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr (damit die Ballaststoffe quellen können), regelmäßige Bewegung, Bauchdeckenmassage, besonders gut wirkend auf nüchternen Magen: ein Glas lauwarmes Wasser, frischer Zitrussaft, Joghurt, Sauerkrautsaft, Feigen, Trockenpflaumen, Quell- und Füllstoffe, die die Darmtätigkeit anregen (zB Leinsamen), Salze oder Zuckeraustauschstoffe (zB Bittersalz, Sorbitol), die Wasser im Darm binden, pflanzliche Abführmittel (zB Rizinusöl, Rhabarber)

- Durchfall = Diarrhoe

Von Durchfall spricht man, wenn am Tag mehr als drei breiige oder wässrige Stühle auftreten. Besonders der Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust ist dabei das gefährliche. Das ,,positive" an Durchfall ist, dass rasch Bakterien o. ä. ausgeschieden werden. Ursachen: Nahrungsmittelallergie oder -vergiftung, Infektionen des Magen-Darmtraktes (Bakterien, Viren, Salmonellen), Milch- oder Fruchtzuckerunverträglichkeit, Stress, Alkoholmissbrauch, übermäßige Einnahme von Diätzucker oder Abführmitteln Maßnahmen: verlorene Flüssigkeit ,,nachfüllen" (zB Tee, kohlensäurehaltige Getränke),

Schonkost, Suppe, pektinreiche Nahrungsmittel (zB Apfel), langsame Rückkehr zu

,,normaler" Ernährung

Magenerkrankungen

- Reizmagen

Die Bewegung der Magenmuskeln ist gestört und es kann zu Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Magenkrämpfen kommen.

Ursachen: übermäßiger Alkohol-, Kaffee- oder Nikotinkonsum reizt die Magenschleimhaut und regt die Magensäureproduktion an, Stress und Probleme, ungesunde Ernährung, hastiges Essen, ungenügendes Kauen, zu kalte oder zu heiße Speisen, stark gewürzte Speisen, bestimmte Arzneimittel (zB Acetylsalicylsäure), Allergien oder Unverträglichkeiten bei bestimmten Lebensmitteln Maßnahmen: Alkohol, Koffein und Nikotin möglichst meiden, gesunde, ausgewogene Ernährung, fett- und kalorienreiche Kost meiden, langsam essen, ausreichend kauen, nicht kurz vor dem Schlafengehen essen, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Früchten und Vollkornprodukten, Verdauung durch pflanzliche Dragées, Tropfen oder Tees mit Bitterstoffen (zB Enzianwurzel, Benediktenkraut, Tausendgüldenkraut, Angelikawurzel oder Chinarinde) anregen, beruhigende Magentees oder Tropfen mit Kamille, Schafgarbe oder Pfefferminze

- Mangel an Magensalzsäure

Es wird zu wenig Magensalzsäure ausgeschüttet.

Maßnahmen: leichte Kost, kleine Mahlzeiten, ballaststoffreiche Lebensmittel

- Magenschleimhautentzündung = Gastritis

Eine Gastritis ist dem Reizmagen sehr ähnlich und wird durch die Schädigung der Magenschleimschicht hervorgerufen. Ursachen: Infektion mit der Bakterienart Heliobacter pylori, Magenreizungen durch Medikamente, Reizung durch Alkohol, Koffein, Nikotin, Lebensmittelvergiftung, Virusinfektion, Vergiftung durch Chemikalien, Säuren, Laugen, ständiger Rückfluss des gallensäurehaltigen Dünndarminhaltes in den Magen

Maßnahmen: Bettruhe bei akuter Gastritis, Fasten, Schonkost, kleine Portionen, säurebindende Mittel (Antazida), magenreizende Medikamente meiden, Stress, Alkohol, Koffein, Nikotin vermeiden, scharfe, stark gewürzte, kalte, heiße Speisen meiden, Tees mit Kamille, Schafgarbenkraut, Süßholzwurzel wirken entzündungshemmend und krampflösend, Pfefferminze/Schwarztee wirken beruhigend

- Magenkrebs = Magenkarzinom

Magenkrebs ist das Ergebnis von Zellveränderungen an der Magenschleimhaut, die Ursache ist nicht völlig geklärt. Vorausgegangene Krankheiten, Veranlagung, Nikotin und geräucherte und nitrathaltige Speisen spielen dabei eine Rolle.

- Magen-, Zwölffingerdarmgeschwür = Ulkus

Die Ursachen für Magen- und Darmgeschwüre sind fast immer Bakterien, die die Magenschleimhaut oder die Schleimhaut des Zwölffingerdarmes reizen.

Maßnahmen: verstärkte Ausschüttung von Verdauungssäften meiden, leichte Kost, eventuell verstärkt Milch und Milchprodukte

Darmerkrankungen

- Reizdarm = Reizkolon

Beim nervösen Darm treten Durchfall und andere Beschwerden wie zB Blähungen, Verstopfung, Bauchkrämpfe im Wechsel auf. Ursachen: Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente, Entzündungen des Dickdarms Maßnahmen: Maßnahmen gegen Durchfall, Schwarztee wirkt antibakteriell und dichtet die Dickdarmoberfläche ab, Hefe hemmt das Wachstum von schädlichen Keimen, Durchfall- und Krampflinderung durch Uzarawurzelextrakt

- Darmpolypen

Darmpolypen sind Schleimhautgeschwülste innerhalb des Darmes, die vermutlich durch besonders fetthaltige, ballaststoffarme Ernährung hervorgerufen werden. Alkohol und Nikotin begünstigen die Entstehung von Polypen.

Maßnahmen: fettarme, ballaststoffreiche Ernährung, Verzicht auf Alkohol, Koffein, Nikotin

- Chronische Darmentzündung = Morbus Chron

Chronische Entzündung der Darmschleimhaut und der Darmwand, die Ursachen sind unbekannt. Normalerweise gibt es keine allgemeinen Einschränkungen, jedoch ist eine fettarme Ernährung gegen den Durchfall hilfreich. Außerdem tritt bei 30 % der Patienten eine Laktoseunverträglichkeit auf.

- Chronische Dickdarmentzündung = Colitis Ulcerosa

Die Ursachen sind nicht geklärt, erbliche, infektiöse und immunologische Faktoren spielen aber eine Rolle. Bei 30 % der Patienten ist eine Laktoseunverträglichkeit nachweisbar. Bei akuten Krankheitsschüben sollte man auf eine ballaststofffreie Flüssignahrung achten.

Lebererkrankungen

- Leberentzündung = Hepatitis

Es gibt verschiedene Arten von Hepatitis, sie kann akut oder chronisch sein und kann entweder durch Viren, durch Krankheiten, durch Medikamente oder giftige Substanzen verursacht werden.

- Leberschrumpfung = Leberzirrhose

Kann durch langjährigen Alkoholmissbrauch, durch Hepatitis B oder C, durch langjährigen Gebrauch von Medikamenten oder durch langjährige Krankheiten entstehen.

Maßnahmen: vollkommener Alkoholverzicht, Vermeidung von Salz, wenige Fette, ausgewogene protein- und nährstoffreiche Ernährung

Erkrankungen der Galle

- Gallensteine

In der Galle herrscht normalerweise ein Gleichgewicht zwischen Cholesterin und Galle. Ist dieses Gleichgewicht gestört, lagern sich Cholesterinkristalle ab, aus denen Steine entstehen. Maßnahmen: fettarme Ernährung, keine kalten Speisen oder Getränke, kein Koffein

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Details

Titel
Ernährung bei Verdauungserkrankungen
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V98683
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung, Verdauungserkrankungen
Arbeit zitieren
Dea Ana Protic (Autor), 2000, Ernährung bei Verdauungserkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98683

Kommentare

  • Gast am 3.1.2001

    zu Ernährung bei Verdauungserkrankungen.

    eigentlich ganz ok, doch man könnte das auch in jedem Lexikon finden...
    zum Thema Chronisch entzündliche Darmerkrankungen(CED):
    ich leide selöber darunter, und man kann nicht gerade sagen, das es keine allgemeinen einschränkungen gibt! Mit der zeit foindet jeder betrofene selber heraus, was und wann manche sachen ihm schaden oder helfen.zum, beispiel kann der eine erdbeeren esen, doch der andere nicht. heilungschancen gibt es so gut wie keine, die forschung steckt hier noch in den kinderschuhen. man kann aber die schübe mit cortison, sqalofalk, imurek, oder anderen mitteln unterdrücken. insgesamt kann man sagen, das die opfer mehr seelisch als körperlich leiden.. in zeiten mit schüben können sie quasi auf dem klo bleiben, weil eine durchfallrate von fast 20stuhlgängen pro tag normal ist..
    bekommt das opfer auch noch cortison, muss es sehr stark sein. es darf kein sport machen, es wird richtig fett, wird fast ein jahr lang oder mehr gehänselt...
    man kann aber teilweise mit ops oder künstlichen darmausgängen helfen.. doch da müssen die opfer auch stark sein..
    also, das lässt sich nicht nur in 3 bis 4 sätzen zusammenfassen.. und das chronisch sagt auch was, nämlich das die opfer ihr ganzes leben davon betroffen sind, es sei denn, sie haben das glück, und die krankheit schläft..
    man kann sie nicht verallgemeinern, jeder mensch hat einen anderen verlauf der krankheit, es treten sogar mischungen auf(chron-colitis). leider wird der forschung für heilsame medikamente gegen diese krankheit nicht soviel aufmerksamkeit geschenkt, wie der gegen krebs oder aids.. obwohl es mehr CED-kranke in deutschland als aids oder krebskranke gibt!!!

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