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Bindungen und die Eingewöhnung in Kindertagesstätten

Titel: Bindungen und die Eingewöhnung in Kindertagesstätten

Hausarbeit , 2019 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alina We (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Faktoren spielen bei der Eingewöhnung in der Kindertagesbetreuung eine Rolle? In der Arbeit findet zunächst eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Objektpermanenz, dem Bindungsbegriff und den Bindungskonzepten von John Bowlby und Mary Ainsworth statt. Dabei wird die psychische Entwicklung in der frühen Kindheit beleuchtet und welche Verhaltenssysteme bei Kleinkindern vorhanden sind, deren biologische Determination und der von Erwachsenen Kleinkindern gegenüber. Aber auch die Auswirkungen auf die psychische Entwicklung von Kindern bei unterschiedlichem Bindungsverhalten der Bezugspersonen wird betrachtet. Ebenso die verschiedenen Bindungsorganisationen in der frühen Kindheit.

Als nächstes wird die KiTa-Eingewöhnung in den Blick genommen. Diese Transition von der Familie zur Kindertagesbetreuung ist eine herausfordernde Entwicklungsaufgabe für das Kind, aber auch alle anderen Beteiligten. Zudem wird die Qualität der Eingewöhnung betrachtet und die damit eng verbundene Qualität des pädagogischen Fachpersonals.

Zuletzt werden die Ursachen und die Notwendigkeit einer frühen Eingewöhnung im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Individualisierung, Pluralisierung der Lebensformen und Industrialisierung und die Frühfördermöglichkeiten erschlossen. Es werden also im Folgendem eine Vielzahl an Einflussfaktoren betrachtet und zusammengestellt, um die entwicklungspsychologische Basis, also die internalen Abläufe, die Eingewöhnungsstrategie und die Herausforderungen für alle Beteiligten sowie die gesellschaftlichen Gegebenheiten miteinander in Verbindung zu bringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Objektpermanenz Piaget

3. Bindungstheorie

3.1 Der Bindungsbegriff

3.2 Das Bindungskonzept von John Bowlby

3.3 Innere Arbeitsmodelle von John Bowlby

3.4 Das Bindungskonzept von Mary Ainsworth

3.5 Die Organisation von Bindungsbeziehungen nach Ainsworth

3.6 Bindungsorganisationen und Qualität der Bindungen

3.6.1 Sichere Bindungsorganisation

3.6.2 Unsichere vermeidende Bindungsorganisation

3.6.3 Unsichere ambivalente Bindungsorganisation

3.6.4 Desorganisierte/ desorientierte Bindungsorganisation

3.7 Bindungsstörungen

4. KiTa-Eingewöhnung

4.1 Transition von der Familie zur KiTa

4.2 Qualität bei der Eingewöhnung

4.3 Qualität des Fachpersonals

4.4 Dauer der Eingewöhnung

4.5 Das >>Berliner Eingewöhnungsmodell<<

4.6 Ablauf der Eingewöhnung

4.7 Einflussfaktoren auf die Eingewöhnung

4.8 Kompetenzen der Kinder

5. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Eingewöhnung von Kleinkindern in Kindertageseinrichtungen haben, und betrachtet dabei insbesondere die bindungstheoretischen Grundlagen sowie die praktischen Rahmenbedingungen.

  • Bindungstheoretische Konzepte von John Bowlby und Mary Ainsworth
  • Die Bedeutung der Objektpermanenz für die frühe kindliche Entwicklung
  • Prozesse und Qualitätsmerkmale der KiTa-Eingewöhnung
  • Das Berliner Eingewöhnungsmodell und seine Anwendung in der Praxis
  • Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Bindungskonzept von John Bowlby

Das Bindungskonzept von John Bowlby ist ein Erklärungsmodell, welches frühkindliche psychische Entwicklungen beschreibt. Er stellt heraus: „Bindung ist ein >>gefühlsmäßiges Band<<, das zwischen zwei Individuen entsteht: einem Kind und einem Erwachsenen, zwischen Kindern oder zwischen Erwachsenen.“ (Hédervári-Heller 2011, S.57)

Der Grundstein von Bindung wird durch Erfahrungen in Interaktionen während der frühen Kindheit gelegt. Die daraus entstandenen emotionalen Bindungsbeziehungen bleiben ein Leben lang bestehen. Als Bindungsverhalten definiert John Bowlby zum einen das „Signalverhalten“ und zum anderen das „Annäherungsverhalten“. Unter das „Signalverhalten“ fallen unter anderem weinen, anlächeln, und das Ausstrecken der Arme. Darauf folgt eine Reaktion der Bezugsperson. Es erfolgt also eine Zuwendung vom Erwachsenen ausgehend. Unter dem „Annäherungsverhalten“ versteht John Bowlby eine Annäherung, die vom Kind ausgeht. Beispielweise folgt das Kind seiner Bindungsperson oder umarmt sie. Diese Form des Bindungsverhaltens erfordert motorische, kognitive und soziale Fähigkeiten des Kindes. Diese entstehen im Entwicklungsverlauf in etwa in einem Alter von sechs Monaten. Somit ist nicht jede Verhaltensweise, die den Anschein macht in eine der Kategorien zu gehören auch Bindungsverhalten, sondern nur wenn es einen emotionalen Auslöser gibt. Ist das Kind in einer Lage, in der es ein Schutz- und Sicherheitsbedürfnis verspürt, dann wird das Bindungsverhalten hervorgerufen. Also im Falle von Belastungen, denen das Kind innerlich oder äußerlich ausgesetzt ist. Beispielweise wenn das Kind hungrig oder müde ist, bedeutet es für das Kind eine innerliche Belastung. Bei einer bisher unbekannten Umwelt handelt es sich dagegen um eine äußerliche Belastung. Nur eine Reaktion auf einen solchen Umstand gilt laut John Bowlby als Bindungsverhalten und ist immer vom Kontext abhängig. (vgl. Hédervári-Heller 2011, S.57f.)

Durch die Interaktion mit der primären Bindungsperson baut das Kind ein inneres Konzept bezüglich des Verhaltens seiner Bindungsperson auf. Es entsteht also eine innere erwartende Haltung der Bindungsperson gegenüber. Diese Haltung wird dann auch auf andere sekundäre Bindungspersonen übertragen. Das „Bindungsverhaltenssystem“ steht als unabhängiges System da. Beispielweise das Explorationsverhaltenssystem existiert in Unabhängigkeit vom Bindungsverhaltenssystem. So kann man die inneren Systeme als nebeneinander existierende Einheiten betrachten. (vgl. Hédervári-Heller 2011, S.58)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz der kindlichen Bindung im Kontext der zunehmenden Fremdbetreuung und definiert die zentrale Forschungsfrage nach den Einflussfaktoren auf eine gelungene Eingewöhnung.

2. Objektpermanenz Piaget: Dieses Kapitel erläutert Piagets Konzept der Objektpermanenz als kognitive Voraussetzung dafür, dass Kleinkinder die beständige Existenz ihrer Bezugspersonen auch außerhalb des Sichtfeldes erfassen können.

3. Bindungstheorie: Es werden die zentralen bindungstheoretischen Ansätze von Bowlby und Ainsworth sowie verschiedene Bindungsorganisationen und potenzielle Bindungsstörungen analysiert.

4. KiTa-Eingewöhnung: Dieses Kapitel widmet sich detailliert dem Prozess der Transition von der Familie in die Kindertagesstätte, inklusive Qualitätsfaktoren, Dauer, dem Berliner Eingewöhnungsmodell und den Kompetenzen der Kinder.

5. Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Hier wird der gesellschaftliche Wandel beleuchtet, der die Nachfrage nach flächendeckender, qualitativ hochwertiger Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren verstärkt hat.

6. Fazit: Das Fazit führt die theoretischen und praktischen Erkenntnisse zusammen und betont die fundamentale Bedeutung der Interaktion zwischen Eltern, Kind und pädagogischer Fachkraft für den Eingewöhnungserfolg.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Eingewöhnung, Kindertagesstätte, John Bowlby, Mary Ainsworth, Objektpermanenz, Bindungsorganisation, Übergang, Transition, Berliner Eingewöhnungsmodell, pädagogische Fachkraft, Kleinkindbetreuung, frühkindliche Entwicklung, Bindungsverhaltenssystem, Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den entwicklungspsychologischen Grundlagen von Bindung und deren Bedeutung für den Eingewöhnungsprozess von Kleinkindern in Kindertageseinrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Bindungstheorie, die kognitive Entwicklung (Objektpermanenz), die praktische Gestaltung der Eingewöhnung in die KiTa sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, die Frage „Welche Faktoren spielen bei der Eingewöhnung in der Kindertagesbetreuung eine Rolle?“ anhand wissenschaftlicher Theorien und praktischer Modelle zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und pädagogischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Bindungskonzepten und eine detaillierte Analyse der Eingewöhnungsprozesse sowie der Faktoren, die diese beeinflussen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Bindungstheorie, Eingewöhnung, Transition, pädagogische Qualität und Berliner Eingewöhnungsmodell geprägt.

Welche Bedeutung hat das Berliner Eingewöhnungsmodell?

Das Berliner Eingewöhnungsmodell stellt einen bedürfnisorientierten und wissenschaftlich fundierten Ansatz dar, der die emotionale Sicherheit des Kindes durch eine stufenweise Eingewöhnung mit einer Bezugsperson in den Mittelpunkt stellt.

Warum ist die Anwesenheit der primären Bindungsperson bei der Eingewöhnung so wichtig?

Sie dient als „sichere Basis“, von der aus das Kind die neue Umgebung erkunden kann. Da eine fremde Person diese Sicherheit zu Beginn nicht ersetzen kann, ist die Anwesenheit der Eltern für eine gelungene Transition unverzichtbar.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bindungen und die Eingewöhnung in Kindertagesstätten
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Alina We (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V986866
ISBN (eBook)
9783346343789
ISBN (Buch)
9783346343796
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bindungen Eingewöhnung Kindertagesstätte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alina We (Autor:in), 2019, Bindungen und die Eingewöhnung in Kindertagesstätten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986866
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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