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Geschlechterdifferenz in der Literaturgeschichte am Beispiel des bürgerlichen Trauerspiels

Titel: Geschlechterdifferenz in der Literaturgeschichte am Beispiel des bürgerlichen Trauerspiels

Hausarbeit , 2019 , 18 Seiten

Autor:in: Anne Osterhoff (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit den Differenzen von Mann und Frau am Beispiel der Werke "Miß Sara Sampson", "Emilia Galotti", sowie "Kabale und Liebe" auseinander. Dafür wird in einer kurzen Einführung zunächst die literarische und gesellschaftliche Bedeutung des bürgerlichen Trauerspiels erläutert, bevor die drei Werke inhaltlich vorgestellt und im Anschluss daran deren geschlechtsspezifischen Charakteristika genauer beleuchtet werden.

Trotz der Frühaufklärung, welche die Gleichheit aller Menschen vertrat, begann sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts dennoch ein anderes Geschlechterbild zu etablieren, das vor allem anhand der kulturellen und der natürlichen Differenzen von Mann und Frau festzumachen und unter anderem in den bürgerlichen Trauerspielen, von Lessing "Miß Sara Sampson" und "Emilia Galotti" aus der Aufklärungszeit, sowie Schillers "Kabale und Liebe", welches in der Sturm-und-Drang-Zeit entstand, festgemacht werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das bürgerliche Trauerspiel

3. Vorstellung der ausgewählten Trauerspiele

3.1 ‚Miß Sara Sampson‘ von Gotthold Ephraim Lessing

3.2 ‚Emilia Galotti‘ von Gotthold Ephraim Lessing

3.3 ‚Kabale und Liebe‘ von Friedrich Schiller

4. Geschlechterdifferenzen in den ausgewählten Trauerspielen

4.1 Kulturelle Geschlechterdifferenz: Ehre und Tugend

4.2 Natürliche Geschlechterdifferenz: Biologie und Sexualität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Etablierung spezifischer Geschlechterbilder im 18. Jahrhundert anhand der bürgerlichen Trauerspiele ‚Miß Sara Sampson‘, ‚Emilia Galotti‘ und ‚Kabale und Liebe‘, wobei der Fokus auf den kulturellen und natürlichen Differenzen zwischen den Geschlechtern liegt.

  • Literarische und gesellschaftliche Bedeutung des bürgerlichen Trauerspiels
  • Analyse der Geschlechterdifferenzen in den ausgewählten Werken
  • Kulturelle Konzepte von Ehre und Tugend
  • Biologische Aspekte, Sexualität und die Rolle der Frau

Auszug aus dem Buch

4.1 Kulturelle Geschlechterdifferenz: Ehre und Tugend

In bürgerlichen Trauerspielen taucht – besonders bei den männlichen Protagonisten – der Ehrbegriff sehr häufig auf. Im 18. Jahrhundert ist jene besonders wichtig, weil sie zugleich mit dem Stand und somit an die Herkunft einer Person gekoppelt ist: „Die Familie, aus der man kommt, und der Stand, in den man geboren wird, entscheiden schon vor der Geburt, wie viel Ehre man im Leben erringen kann – beziehungsweise, wie viel Ehre man zu verlieren hat“59. Dieser Ehrbegriff ist auch in der Hofgesellschaft in Lessings Emilia Galotti als Vorstellung einer höfisch-sozialen, ständischen Rangordnung zu finden, wie folgend zwei Beispiele aufzeigen sollen:

„MARINELLI. Ich erkenne mein Unrecht, Herr Graf, mein unverzeihliches Unrecht, daß ich, ohne Ihre Erlaubnis, Ihr Freund sein wollen. – Bei dem allen: was tut das? Die Gnade des Prinzen, die Ihnen angetragene Ehre, bleiben, was sie sind: und ich zweifle nicht, Sie werden sie mit Begierd' ergreifen.“60

„DER PRINZ. […] bei alledem ist er doch ein sehr würdiger junger Mann, ein schöner Mann, ein reicher Mann, ein Mann voller Ehre […]“61

Hier entspricht der Ehrbegriff deutlich noch dem der vorbürgerlichen Zeit, in welcher Rang und Ehre sowohl das persönliche Bild als auch das des Adels allgemein prägen. Dieser ständische Ehrbegriff steht mit dem bürgerlichen Ehrbegriff in Kontrast, der vor allem auf eine ausgeprägte Persönlichkeit, Gerechtigkeit und bestimmte Moralvorstellungen abzielt62. Als Beispiel dafür ist etwa der Graf Appiani in Emilia Galotti heranzuziehen. Zunächst ist er bereit, im Gespräch mit Marinelli den Auftrag des Prinzen anzunehmen, doch aufgrund seiner persönlichen Ehrvorstellung schlägt Appinani „die angetragene Ehre mit der größten Verachtung“63 aus

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Androzentrismus ein und benennt die Zielsetzung der Arbeit, die Geschlechterdifferenzen in drei spezifischen bürgerlichen Trauerspielen zu untersuchen.

2. Das bürgerliche Trauerspiel: Das Kapitel erläutert die gattungsspezifischen Merkmale, den historischen Kontext und die Bedeutung des bürgerlichen Trauerspiels als Untergattung der Tragödie im 18. Jahrhundert.

3. Vorstellung der ausgewählten Trauerspiele: Hier werden die Werke ‚Miß Sara Sampson‘, ‚Emilia Galotti‘ und ‚Kabale und Liebe‘ inhaltlich und anhand ihrer zentralen Protagonisten vorgestellt.

4. Geschlechterdifferenzen in den ausgewählten Trauerspielen: In diesem Kapitel erfolgt die Analyse der kulturellen und natürlichen Geschlechterdifferenzen, wobei Konzepte wie Ehre, Tugend, Biologie und Sexualität untersucht werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die Abschaffung der Ständeklausel zu einer neuen, geschlechtsspezifischen Typisierung in der Literatur führte.

Schlüsselwörter

Geschlechterdifferenz, bürgerliches Trauerspiel, Lessing, Schiller, Ehre, Tugend, Aufklärung, Androzentrismus, Weiblichkeit, Männlichkeit, Sexualität, Literaturgeschichte, Ständeklausel, Rollenbilder, Epochen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Geschlechterdifferenzen in drei bedeutenden deutschen bürgerlichen Trauerspielen des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die kulturellen Konstrukte von Ehre und Tugend sowie auf die zugeschriebenen natürlichen Differenzen in Bezug auf Biologie und Sexualität.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich mit der Etablierung des bürgerlichen Trauerspiels ein neues Geschlechterbild entwickelte, das durch eine polarisierte Rollenverteilung geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten und nutzt kulturwissenschaftliche Fachliteratur zur Einordnung der Ergebnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der drei Dramen ‚Miß Sara Sampson‘, ‚Emilia Galotti‘ und ‚Kabale und Liebe‘ sowie eine detaillierte Untersuchung ihrer geschlechtsspezifischen Charakteristika.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Geschlechterdifferenz, bürgerliches Trauerspiel, Ehre, Tugend und das Verhältnis von Natur und Kultur in der Literatur des 18. Jahrhunderts.

Wie unterscheidet sich der Ehrbegriff in ‚Emilia Galotti‘ zwischen den Ständen?

Das Stück kontrastiert den höfisch-ständischen Ehrbegriff des Prinzen und Marinellis mit der persönlichen, auf Moral basierenden Ehrvorstellung eines Grafen Appiani.

Welche Rolle spielt die „Geschlechterklausel“ im Fazit der Arbeit?

Die Autorin leitet den Begriff „Geschlechterklausel“ daraus ab, dass die Abschaffung der ständischen Ständeklausel durch eine neue literarische Typisierung ersetzt wurde, welche die Figuren geschlechtsspezifisch polarisiert.

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Details

Titel
Geschlechterdifferenz in der Literaturgeschichte am Beispiel des bürgerlichen Trauerspiels
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Autor
Anne Osterhoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V986897
ISBN (eBook)
9783346358776
ISBN (Buch)
9783346358783
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlechterdifferenz literaturgeschichte beispiel trauerspiels
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Osterhoff (Autor:in), 2019, Geschlechterdifferenz in der Literaturgeschichte am Beispiel des bürgerlichen Trauerspiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986897
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Leseprobe aus  18  Seiten
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