Militärische Datenbank zu Libyen


Skript, 2000

16 Seiten, Note: 2


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Autor: Stefan Krekeler


MILITÄRISCHE  DATENBANK 1999/2000 - LIBYEN



Inhalt:

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A.   
Massenvernichtungswaffen
B.   
Daten über das libysche Militärpotential
C.    Militärpolitische Aktivitäten und chronologische Zusatzinformationen seit 1969

Militärpolitische Aktivitäten und chronologische Zusatzinformationen seit 1960

1969

1. September: Militärischer Staatsstreich durch den damaligen Hauptmann Muammar el-Gaddafi (geb. 1942) und andere Armee-Angehörige (jüngere Offiziere) in einer Stärke von ca. 200 Mann. König Mohammed Idris el-Sanussi (er starb 1983 mit 94 Jahren im Exil in Ägypten) wird abgesetzt und flieht in die Türkei. Ausrufung der Libysch-Arabischen Republik und einsetzen eines Revolutionären Kommandorats. Der Revolutionsführer Gaddafi will ein Mitspracherecht bei Problemen im Nahen Osten und in Nordafrika. Er will als neue Führungspersönlichkeit in der arabischen Welt fungieren.
Am 1. September wird auch die neue Nationalhymne angenommen. 
Der Text der 1. Strophe: "Allah ist groß,/Allah ist groß und der List der Aggressoren überlegen./Allah ist der beste Helfer der Entrechteten./Mit festem Glauben und Waffen werde ich Opfer bringen /Für mein Land. Das Licht der Wahrheit strahlt aus meiner Hand...."
7. Dezember. Mehrere ältere Armeeoffiziere werden wegen einem geplanten Putsches verhaftet.

1970

März/Juni. Schließung der US-amerikanischen und britischen Flotten- und Luftwaffen-Stützpunkte (seit 1953/55) in Libyen (u.a. die Wheelus Air Force Base). Alle ausländischen Banken und Versicherungen sowie die bedeutende Erdölindustrie  (u.a. Zletin-Ölfeld erschlossen 1959 von Esso-Libya) wurden nationalisiert dadurch steigen die Weltmarktpeise von Rohöl. Neben Briten und Amerikaner mußten auch alle Italiener das Land verlassen und deren Besitz wurde enteignet..
Beitritt zum Pakt über bürgerliche und politische Rechte.

1971

Schließung aller ausländischen Kultureinrichtungen
Der arabische Gipfel tagt in Tripolis.
Vertreter Libyens treten mit Ägypten und dem Sudan in Verhandlungen über Pläne zur Koordinierung der Außen-, Wirtschafts-, und Militärpolitik der drei Staaten.

1972

Libyen fordert die Verkleinerung des Botschaftspersonals der USA, der Sowjetunion und Großbritanniens im Land.
Die USA und Großbritannien schließen ihre Botschaften in Libyen.
Der erste Volkskongreß tagt in Tripolis.
Vereinbarung zwischen Libyen, Ägypten und Syrien zur gegenseitigen militärischen Unterstützung gegen Israel.
200 libysche Soldaten unterstützen in Uganda das Regime Idi Amin gegen die Oppsoition.
Gründung der Libysch-Arabischen Auslandsbank zur Abwicklung von Auslandsinvestitionen.

1973

21. Februar: Abschuß eines libyschen Passagierflugzeuges über dem Sinai durch israelische Kampfflugzeuge mit 106 Toten.
Libysche Kampfflugzeuge greifen im Tiefflug ein italienisches Patrouillenboot an, das die Fischereiboote in diesen Gebieten Schutz gewährte.

1973

16. April.  Zahlreiche Studenten, Intellektuelle und Verwaltungsangehörige werden verhaftet. Einige von Ihnen werden über das Fernsehen zur Schau gestellt und werden gezwungen über ihre feindlichen Aktivitäten zu berichten.
Veröffentlichung der "Dritten universellen Theorie" (neben Kapitalismus und Kommunismus) im "Grünen Buch" von Gaddafi.
30. Mai: Ein US-Kampfflugzeug dringt während des Manövers der 6. US-Flotte in den libyschen Lauftraum ein.
Ende Oktober erleben viele Staaten der Welt eine dramatische Energiekrise. Die wichtigsten arabischen erdölproduzierenden Staaten darunter auch Libyen hatten ihre Fördermengen um 25 Prozent gedrosselt. Besonders betroffen sind die Industrienationen in Europa und Nordamerika. Die Öllieferungen sollten nun monatlich um weitere fünf Prozent gesenkt werden. Ziel war es, die USA und einige europäische Staaten zur Aufgabe der Unterstützung Israels im Yom-Kippur-Krieg zu zwingen. Der Exportstopp hatte drastische Sparmaßnahmen in den betroffenen Ländern zur Folge. US-Präsident Richard Nixon verfügte ein Tempolimit, limitierte Treibstoff für Fluggesellschaften und verbot die Umstellung von Kohle auf Ölfeuerungen in Betrieben. In Europa wurden Sonntagsfahrverbote verhängt, an manchen Tankstellen wurde Benzin knapp, es kam zu Hamsterkäufen und langen Warteschlangen. Erst als der Irak am 18. November das Lieferembargo durchbrach, entspannte sich die Lage wieder etwas. Die arabischen Staaten kündigten jedoch an, auch weiterhin von der Erdölwaffe Gebrauch zu machen, falls die westliche Unterstützung für Israel im bisherigen Umfang fortgesetzt würde. Insgesamt war der Ölpreis weltweit um etwa 400 Prozent gestiegen.
Gaddafi erklärt im Oktober den gesamten Golf von Sidra (Große Syrte) zu den Hoheitsgewässern der Republik Libyen und ebnso den Luftraum von 100 Seemeilen vor der Küste. Die USA akzeptieren nur die international anerkannten Hoheitsgewässer von 12 Seemeilen vor der Küste. Wegen dieser Ausweitung kommt es 1986 und auch vorher zu Konflikten mit der 6. US-Flotte.

1974

Libyen verstaatlicht alle amerikanischen Öl-Gesellschaften und verkündet ein Öl-Embargo.
Versuche eine Union aus Libyen und Tunesien herzustellen scheitert und Pläne hierzu werden eingestellt.
Kooperation mit Argentinien im Bereich der Nukleartechnologie. Argentinien schickt u.a. auch Geologen zur Erforschung des Landes nach Uranvorkommen. 
Die Lieferung von 8 DC-1309 Flugzeugen an Libyen wird von den USA blockiert.

1975

Ratifizierung des NPT (Nuclear Non Proliferation Treaty), dem Vertrag zur Nichtverbreitung von Atomwaffen. 
Libyen stellt alle seine relevanten Anlagen unter der Kontrolle der IAEA.
Libyen verweigert im Februar die Landeerlaubnis der Boeing 707, die ein Kommando der RAF-Terroristen aus Deutschland mit dem entführten Geisel Peter Lorenz anfliegen wollte.
Im Mai wird mit der Sowjetunion ein Militärhilfe-Abkommen unterzeichnet.
Teilweise Besetzung des Aouzou-Streifen im Norden des Tschad durch libysche Soldaten u.a. auch wegen den vermuteten Vorkommen an Uran in diesem Gebiet.
Proteste von Studenten werden von Soldaten niedergeschlagen und verhaftet. Die Universitäten in Tripolis und Bengasi werden umbenannt. 
Der ehemalige Forschungsminister und Mitglied des Revolutionsrates Omar Almhaishi stellt sich in Ägypten offen gegen Gaddafi. Er ruft im ägyptischen Radio zum Umsturz von Gaddafi auf.

1976

Auch die weiteren Proteste im April eskalieren und zahlreiche Studenten werden erschossen. Die Studentenvereinigungen von Triplos befürworten Gaddafi, die unabhängige Studentenbewegung in Bengasi stellt sich gegen ihn. Bei Auseindersetzungen zwischen beiden Studentenvereinigungen und Sicherheitskräften werden hunderte von Studenten verhaftet.
Frankreich vereinbart den Bau einer Atomversuchsanlage, entwickelt als Wasserentsalzungsanlage.
18. Oktober. Staatsbesuch Gaddafi′s in der zentralafrikanischen Republik bewegt den erst kürzlich selbst proklamierten Kaiser Jean Bedel Bokassa zum Übertritt zum Islam. Bokassa nimmt den neuen Vornamen "Salah ed-Din Ahmed" an und bezeichnet den Islam als einzige wahre Religion Afrikas. 50 Tage später legte er die Vornamen wieder ab und bekundet damit indirekt seinen Austritt aus dem Islam und belastet somit die Beziehungen zu Libyen.

1977

2. März. Ausrufung der Islamisch-sozilistischen Volksrepublik mit einem Sytem von 186 "Basisvolkskonferenzen", die die "Volkskomitees" als Executive wählen. Der Revolutionäre Kommandorat wird aufgelöst. Parteien sind verboten.
7. April. Während des Jahrestages der Proteste von 1976 kommt es erneut zu Demonstrationen von Studenten. Zwei Studenten (Omar Dabboob and Ben Saud) werden öffentlich gehängt.
Juni/Juli. Grenzzwischenfälle an der libysch-ägyptischen Grenze im Süden durch die ägyptische Luftwaffe.
Im August wird der Stellvertreter und "rechte Hand" Gaddafis, Abdussalam Jalloud (geb. 1941) offiziell Berater des Volkskomitees.
Am 19. November wird die offizielle Flagge eingeführt. Sie ist einfarbig grün und symbolisiert die Flagge des Islam, aber auch eine Erinnerung an die "Grüne Revolution", die Muammar el-Gaddafi 1969 ausrief und Libyen in ein Lebensmittel produzierendes Land verwandeln wollte. 
Am 5. Dezember bricht Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Libyen ab.
US-Präsident Gerald Ford wirft dem libyschen Staatschef Gaddafi vor, den internationalen Terrorismus zu untsertützen und setzt Libyen auf die Liste der Feinde der USA

1978

Libyen lehnt die Friedensinitiativen des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat ab, die auf eine Verständigung mit Israel abzielen, und ist zusammen mit Syrien 1978 maßgeblich am Zustandekommen der so genannten ,,Ablehnungsfront" beteiligt.
Libyen und Indien in Kooperation bei der Entwicklung von Nukleartechnologie.
Die USA führen eine Wirtschaftsblockade gegen Libyen durch.

1979

Der Revolutionsführer Oberst Muammar el-Gaddafi legt sein Amt als Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses nieder, um sich ohne politische Ämter auf den "Fortbestand der Revolution" konzentrieren zu können. De Facto bleibt er jedoch Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Der entmachte Diktator von Uganda, Idi Amin, flieht ins Exil nach Libyen. Libyen hatte jahrelang das Terrorregime in dem ostafrikanischen Staat durch umfangreiche Militärhilfe und Truppenentsendung von bis zu 2000 Soldaten gestützt. 600 libysche Soldaten wurden in Uganda getötet.
Während eines Besuchs des Staatschefs der  Zentralafrikakanischen Republik in Libyen, Kaiser Jean Bedel Bokassa, wird dieser mit Hilfe von französischen Fallschirmjägern und der Opposition um den vormaligen Staatschef David Dacko aus seinem Land vertrieben. Sein Gesuch um politisches Asyl in Libyen wurde von Gaddafi abgelehnt.

1980

Gemeinsames Oberkommando mit den Ländern Algerien, DVR Jemen, Syrien und der PLO. Militärberater im Iran.
Am 10. April werden 6 Mitglieder der libyschen Botschaft in Washington des Landes verwiesen.
Libyen greift aktiv in den Bürgerkrieg im Nachbarland Tschad ein.

1980

Libyen unterstützt seit den 1980er Jahren die Rebellenbewegung Moro National Liberation Front auf Minadanao, Phillippinen. 
Des weiteren wird Libyen auch im Zusammenhang mit Waffenlieferungen und finanziellen Unterstützungen für Terrororganisationen und Freiheitsbewegungen in Zusammenhang gebracht. Beispiel: IRA in Nordirland, ETA im Baskenland,  für die Korsische Unabhängigkeitsbewegung, Rote Brigaden in Italien, Thailändische Rebellen, 
Des weiteren bildet Libyen Kämpfer (u.a. PFLP) in Sinawin, Zuwarah and Tubruqim im Libanon aus. 
Die bundesdeutsche Firma OSTRAG Orbital Transport-und-Raketen AG baut in der libyschen Wüste ein Raketentestgelände. Die Firma hatte auch in Zaire geplant Raketen-Abschußrampen für Satelliten bauen.

1981

Sowjetische Kriegsschiffe können seit 1976 wieder libysche Häfen anlaufen
Am 6. Mai  lassen die USA die Botschaft Libyens in Washington D.C.schließen, nachdem das libysche Botschaftspersonal in den Verdacht geraten war, in eine Vielzahl illegaler Handlungen, u.a. an der Verfolgung libyscher Dissidenten in den USA verwickelt zu sein.
Im Sommer entsendet Libyen 800 Soldaten in das Bürgerkriegsland Libanon u.a ausgerüstet mit Boden-Luft-Raketen vom Typ "SA-9" und Panzerabwehrwaffen.
Der Versuchsreaktor in Tajura (10 MW) geht mit sowjetischer Hilfe in betrieb.
Am 19. August erfolgt ein Zwischenfall in der Großen Syrte. Abschuß von 2 libyschen Kampfflugzeugen vom Typ Su-22 durch US-Kampfflugzeuge vom Typ F-14 Tomcat von der "USS Nimitz" der 6. US-Flotte.
Am 7. Oktober gründen oppositionelle Libyer unter der Führung von Dr. Mohammed Almgariaf im Ausland die "NFSL / National Front of Salvatation of Libya", der Nationalen Front zur Rettung Libyens.
Am 25. Okober ziehen die USA zunächst den in Italien akkreditierten US-Botschafter Maxwell Rabb ab, da der US-Geheimdienst Kenntnisse darüber erlangt hat, dass US-Botschafter Maxwell Rabb ermordet werden sollte. Im November 1981 wird tatsächlich auf den in Frankreich akkreditierten US-Botschafter Christian Chapman geschossen. Der damalige Staatssekretär (Secretary of State) Alexander Haig teilte darauf hin dem US-Kongress mit, dass es nachhaltige Verdachtsmomente gäbe, wonach hierfür Libyen verantwortlich sei.

1982

Libyen stellt sich als einziges arabisches Land auf dem 12. Gipfel der Arabischen Liga in Fez (Marokko) gegen jeder Form einer Verhandlungslösung im Nahost-Konflikt mit Israel.

1983

Am 18. Februar gibt der Sudan die Vereitelung eines von Libyen unterstützten Putschversuches bekannt, nachdem die Konzentration libyscher Truppen an der Grenze zum Sudan bekannt geworden war. Libyen soll den Sturz der Regierung el-Numereiri geplant haben.. Libyen dementiert jegliche Angriffsabsichten. Die USA entsenden vorübergehend den Flugzeugträger "USS Nimitz" vor die libsche Küste und schickt vier AWACS-
Aufklärungsflugzeuge nach Ägypten.
Im April landet eine libysches Flugzeug in Brasilien, das Material zur medizinischen Versorgung an Bord hat, welche für Nicaragua bestimmt sei. Bei der Durchsuchung fand man allerdings Waffen für die kolumbianische Terrororganisation M19. 
Der 1969 gestürzte islamistische König Idris I., As-Sanussi, stirbt am 25. Mai in Kairo (Ägypten) im Exil. 
Mit mordernen Waffen unterstüzt Libyen den gestürzten Präsidenten des Tschad, Goukouni Oueddei und seine Gegenregierung, beim Versuch gegen die Hauptstadt N′Djamena vorzustoßen. Dies veranlaßte Frankreich (u.a. präsent mit Fremdenlegionäre), die USA und Zaïre, massive Präsenz im Tschad zu zeigen, um die Regierung von Präsident Hissain Habré zu stützen. Im Juni 1982 war Oueddei von seinem Ministerpräsidenten Habré in einem blutigen Putsch gestürzt worden.  Die Regierungstruppen Habrés waren dem Angriff unterlegen und mußten am 24. Juni das nördliche Drittel des Landes aufgeben. Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand und US-Präsident Ronald Reagan befürchteten, daß der libysche Einfluß auf das Nachbarland übergreifen könnte. Frankreich lieferte vom 28. Juni an eine große Zahl von Rüstungsgütern an Habré, Zaïres Staatspräsident Sese Seko Mobutu stationierte Anfang Juli 250 Fallschirmspringer im Tschad. Als die libysche Luftwaffe im Juli Attacken gegen die wieder vorrückendenen Regierungstruppen zu fliegen begann, entsandte Mitterrand rund 3.000 Soldaten, die allerdings nicht in die Kämpfe eingreifen sollten, sondern durch ihre bloße Präsenz Libyen vor weiteren Eingriffen abhalten sollten. Der US-Flugzeugträger "Eisenhower" bezog Position vor der libyschen Küste. US-Kampfflugzeuge überflogen mehr als 150 Mal libysches Territorium. Gaddafi beschränkte sich schließlich auf rein logistische Unterstützung Oueddeis. Der blutige Bürgerkrieg seit 1965 ging allerdings weiter.

1984

Im Februar wird Muftah al-Usta Omar neuer Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses und "de jure-Staatsoberhaupt".
Am 22. Februar bricht Jordanien die diplomatischen Beziehungen zu Libyen ab, nachdem am 18. Februar die jordanische Botschaft in Tripolis von Demonstranten gestürmt und in Brand gesteckt wurde. Der libysche Rundfunk hatte im Vorfeld zu Demonstrationen gegen Jordanien aufgerufen wegen des Besuchs König Husseins in den USA.
Krieg gegen den Tschad eskaliert wieder um den umstrittenden Aozou-Streifen. 7.800 Soldaten besetzen den Norden des Nachbarlandes.
Am 16. März beschuldigt die sudanesische Regierung Libyen, am Bombenangriff auf die Stadt Omdurman verwickelt gewesen zu sein. Die Bomben seien von libyschen Kampfflugzeugen abgeworfen worden, bei denen 5 Menschen getötet wurden. Ägypten entsendet daraufhin aufgrund eines Verteidigungspaktes von 1976 Truppen in den Sudan. Die USA schicken zwei AWACS-Aufklärungsflugzeuge nach Ägspten zur Überwachung des ägyptischen und sudanesichen Luftraumes.
Im März werden 4 Libyer verhaftet die angeklagt werden in den Bombenanschlägen in London und Manchester 1984 verwickelt zu sein. Gaddafi läßt daraufhin 6 britische Bürger in Libyen verhaften. 
Am 17. April wird die britische Polizistin Yvonne Fletcher von einem Mann aus der libyschen Botschaft erschossen, als es zu Demonstrationen gegen den libschen Revolutionsführer Gaddafi vor der libyschen Botschaft ("Volksbüro") kam.10 Demonstranten werden verletzt. Am 22. April bricht Großbritannien die diplomatischen Beziehungen zu Libyen und weist das Botschaftspersonal aus London aus.
7600 libysche Soldaten empfingen 1984 eine Militärausbildung in der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten 
Die im Ausland gegründete oppositionelle NFSL versucht am 8. Mai einen Umsturz-Versuch. Nahe dem Hauptquartier von Muammar el-Gaddafi in Bab Alazizya bei Tripolis kommt es zu Gefechten mit der Armee bei dem 8 NSFL-Kämpfer getötet oder zalreiche gefangengenommen werden. Die Mitglieder der NSFL werden im Fernsehen öffentlich angeklagt und später auch öffentlich gehängt. Zu den getöteten NSFL-Kämpfern zählten u.a. Ahmed Hwas - Abdulnasir Aldehra - Majdi Alshwaihdi - Khalid Moammar - Yahya Moammar - Mohamed Alroaith - Salim Alghalali. 
Im August Unterzeichnung eines Staaten-Bündnisses mit Marokko. Im August 1986 wird dieser von Marokko unter König Hassan II. wieder annuliert, nachdem Syrien und Lubyen den Besuch des israelischen Präsidenten Peres in Marokko heftig kritisierten.
Am 17. Spetember Abschluß eines Abkommen zwischen Libyen und Frankreich zum Truppenabzug aus dem Tschad von September bis November 1984. 
Am 17. November beschuldigt der ägyptische Staatspräsident Mubarak Libyen, an dem Mordkomplott gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten von Libyen, Abdelhamid Bakush, beteiligt gewesen zu sein. Bakush lebt seit 1977 im ägyptischen Exil. Libyen hatte offiziell gemeldet Bakush sei hingerichtet worden, nachdem den Libyern von Ägypten gestellte Fotos zugespielt worden waren.
Beginn des Projektes "Der Große Fluß von Menschenhand", der aus unterirdischen Wasserreservoirs in Südlibyen gespeist wird und das Land fruchtbar machen soll.

1985

Zur Zeit befinden sich 2800 sowjetische, 400 deutsche (DDR) und 200 kubanische Militärberater im Land. Die Sowjetunion liefert Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-5 Gammon.
Libyen wird verdächtigt Terroristen der Gruppe von Abu Nidal unterstützt zu haben die auf den Flughäfen von Wien und Rom, Anschläge auf die Schalter der israelischen El Al-Fluggesellschaft verübten bei denen es 20 Tote gab, darunter 5 US-Amerikaner. 
Am 26. Juni bricht der Irak die diplomatischen Beziehungen zu Liyben ab, da Libyen vorgeworfen wird, den Iran im Golfkrieg zu unterstützen.
Die USA planen mit Ägypten eine Militäraktion gegen Libyen mit einer ägyptische Invasion von Ost-Libyen. Die Ägypter lehnen dies aber strikt ab.
Im August ordnet Gaddafi die Ausweisung von arabischen Gastarbeitern aus Libyen an. Um einen weiteren Abfluß von Devisen zu verhindern, wurden 100.000 ägyptische Gastarbeiter und27.000 Tunesier ausgewiesen. Ägypten wendet sich an die IAO, der Internationalen Arbeitsorganisation. Tunesien weist indessen 253 Libyer und 30 Diplomaten aus.
Am 23. November wird Libyen von Ägypten verdächtigt, in der Entführung eines ägyptischen Passagierflugzeuges der Egypt Airlines (Boeing 737) verwickelt gewesen zu sein. Die auf dem Flug von Athen nach Kairo befindliche Maschine wird nach Malta entführt und auf dem Flughafen der Hauptstadt La Valetta von ägyptischen Spezialeinheiten erstürmt. Die Terroristen werfen daraufhin Handgranaten unter den Fluggästen. 60 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie 4 der 5 Terroristen kommen ums Leben. Bekannt zu dem Anschlag hat sich auch eine Splitterorganisation der PLO und eine Organisation "Ägyptische Revolution".

1986

Im Januar verhängen die USA ein umfassendes Handles- und Wirtschaftsembargo gegen Libyen, außerdem werden alle libyschen Immobilien in den USA beschlagnahmt und die 1500 US-Amerikaner in Libyen aufgefordert das Land zu verlassen.
Vom 11. Fabruar bis zum 15. Februar unternimmt die 6. US-Flotte vor Libyen ein Seemanöver. Hierbei kommt es zu zalreichen Kontakten auf See und in der Luft, allerdings ohne Zwischenfälle.
Am 3. März wird Jadallah Azous al-Talhi neuer Generalsekretär des Allgemeinen Volkskomitees (Regierungschef).
24 März. Abschuß von 6 Boden-Luft-Raketen (SAM) vom Typ "SA-5 GAMMON" in der Nähe von Surt auf zwei US-Kampfflugzeuge vom Typ "F-14 Tomcat" der 6. US-Flotte. In den nächsten Tagen wird eine Boden-Luftraketen-Stellung und zwei Patrouillenboote vom Typ "Combattante II" (gebaut in Frankreich und ausgerüstet mit Harpoon-Raketen)  von US-Kampfflugeugen (u.a. Typ A-6 Intruder) zerstört. Ebenso die Radarstation von Syrte.
4. April. Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe fangen eine libysche Verkehrsmaschine ab und zwingen sie zur Landung in Israel, weil an Bord mehrere Palästinenserführer vermutet werden. Nach 5 Stunden kann das gekaperte Flugzeug den Flug nach Syrien fortsetzen, als feststeht, daß lediglich Deligierte der syrischen Baath-Partei sich an Bord befinden.
5. April: Anschlag von Terroristen (mit libyischer Unterstützung? Nach US-Angaben wurden Funksprüche der Ostberliner Botschaft nach Tripolis abgehört.) auf die überwiegend von US-Soldaten besuchte West-Berliner Diskothek "La Belle" in der Bundesrepublik mit 3 Toten (2 US-Soldaten, eine Türkin) und 230 Schwerverletzten.
Die USA schließen daraufhin die libysche Botschaft in Washington.
Weitere Informationen hierzu unter: http://www.labelletrial.de
Am 15. April befiehlt US-Präsident Ronald Reagan die US-Opertion "El Dorado Canyon", mit Bombardierungen auf Ziele in Libyen durch 24 Kampfflugzeuge vom Typ "F/A-18 Hornet" und "A-6 Intruder" von den US-Flugzeugträgern "USS Coral Sea" und "USS America" sowie von 18 US-Bomberflugzeugen vom Typ "FB-111 Aardvark" und 4 EF-111 Eloka-Flugzeugen von den Stützpunkten "Lakenheath" und "Upper Heyford" in Großbritannien. Frankreich und Spanien erlaubten diesen Flugzeugen keine Überflugrechte daher mußten diese von Tankflugzeugen (Typ "KC-10") betankt werden.. Bei dem US-Angriff auf die Aziziyal-Kasernen in Tripolis wird Staatschef Gaddhafi und zwei seiner Söhne verletzt und seine Adoptiv-Tochter getötet. 36 weitere Libyer werden bei den Angriffen ebenfalls getötet. Getroffen werden auch der Training-Stützpunkt für Terroristen in Side Bilal, der Luftstützpunkt Benina, südöstlich von Bengasi und die Jamahiriyah Kasernen in Bengasi. Die Verurteilung des US-Angriffs durch den UN-Sicherheitsrat in New York scheitert am Vetorecht der USA, Großbritannien und Frankreichs. Libyen schließt daraufhin zahlreiche europäische Botschaften.
Bei den US-Angriffen wird zahlreiches Militärpotential vernichtet u.a.: 4 Kampfflugzeuge vom Typ "MiG-23", 2 Flugzeuge vom Typ "Fokker F.27", 2 Hubschrauber vom Typ "Mi-8 Hip",  3 Transportflugzeuge vom Typ "Il-76", Flugzeuge u.a. Typ "Boing 727" und "Fiat. G.222". Ein US-Kampfflugzeug vom Typ "F-111 Aardvark" wurde von einer Rakete getroffen, dabei starben die beiden Insassen.
Als Vergeltung auf die US-Angriffe feuert Libyen am 15. April zwei SCUD-B-Raketen in Richtung der italienischen Insel Lampedusa, wo sich eine Navigationsstation der US-Küstenwache befindet. Beide Raketen versinken allerdings im Meer.
Am 21. April einigen sich die EG-Länder auf die Reduzierung des libyschen Botschaftspersonals in den europäischen Ländern. Libyen weist daraufin mehr als 100 Ausländer aus dem Land.

1986

Rüstungimportabhängigkeiten 1986: Sowjetunion, Frankreich, Brasilien, Nord-Korea, VR China.
Militärische Kooperationen und Hilfen: Sowjetunion, DDR, Kuba,  Iran, Libanon, PLO, Angola, Ghana, Burkina Faso, Nicaragua, Syrien, DVR Jemen, Algerien, Marokko, Sudan, Djibouti.
Treffen des libyschen Außenministers Kamel Hassan al-Mansur mit dem sowjetischen Staatsoberhaupt Andrej Gromyko in Moskau und Vereinbarung über engere Beziehung zwischen beiden Ländern. Die Auslandsschulden Libyens betragen ca. 12 Milliarden US-Dollar, worauf die Hälfte auf die Sowjetunion fällt.
Gaddafi plant die Abschaffung des Geldes unjd die Einführung eines Tauschgeschäfts-Systems.

1987

Am 17. Februar werden 9 Regimekritiker darunter 3 Soldaten wegen staatsfeindlichen Verhaltens hingerichtet.
Am 2. März erfolgt eine Regierungsneubildung bei der nur 3 von 11 Ministerien nicht neu besetzt werden. Neuer Sekretär des Allgemeinen Volkskomitees wird Umar Mustafa al-Muntasir. Sein Vorgänger Yadallah Azuz al-Tahi wird neuer Außenminister.
Am 29. März erklärt Gaddafi der Krieg im Tschad werde solange fortgesetzt bis der ehemalige Präsident Goukouni Queddei und Acheikh Ibn Omar, Chef der pro-libschen "Neo-Gunt", in die Hauptstadt N′Djamena zurückgekehrt seien und die französischen Truppen das Land verlassen hätten.
Im Frühjahr werden die Hauptquartiere der Armee, Luftwaffe und Marine sowie einige Ministerien in die Oasenstadt Jufrah verlegt; wegen angeblicher Bedrohung Tripolis durch weitere Luftangriffe durch die USA.
In der Endphase des Krieges im Tschad im September ist höchstwahrscheinlich Senfgas zum Einsatz gekommen. Als Trägersystem wurde wahrscheinlich eine Transportmaschine vom Typ Antonov An-26 mit Bomben an Bord.genutzt. Es ist auch wahrscheinlich das der Iran dieses oder Faktoren hierzu lieferte im Handel mit der Lieferung von Seeminen.
Die USA versorgen den Tschad mit Waffenlieferungen zudem befinden sich französische Fallschirmjäger zum Schutz im Land. m 11. September Unterzeichnung eines Waffenstillstandes der Kriegsparteien im Tschad.
23. September. Jordanien nimmt seit April 1984 wieder die diplomatischen Beziehungen zu Libyen wieder auf.
Am 1. November öffnet Tunesien wieder ihre Grenze zu Libyen.

1988

Am 10. Juni Treffen der Staatsoberhäupter von Algerien, Marroko, Tunesien, Libyen und Mauretanien in Algier zur Bildung einer Maghreb-Kommision, die eine Union der Länder vorbereiten soll.
Dezember. Bombenanschlag auf ein US-Passagierflugzeuges der Fluggesellschaft: PanAm mit 270 Toten nahe der Stadt Lockerbie in Schottland. Zwei libysche Terroristen werden verdächtigt >> siehe unter 1999 <<. 
Am 21. Dezember schließt US-Präsident Ronald Reagan einen Präventischlag gegen die C-Waffenfabrik in Rabta nicht aus.
Anerkennung der Regierung Habré im Tschad durch Libyen.

1989

Libyen unterzeichnete die Antifolter-Konvention, hält sich nach Angaben von Amnesty International (ai) aber nicht an die Vereinbarung. 
Erstmalge Vergabe des Gaddafi-Menschenrechtspreise (250.000 US-Dollar) an den südafrikanischen Bürgerrechtler Nelson Mandela.
Am 4. Januar erfolgt der Abschuß von zwei libyschen Kampflugzeugen vom Typ "MiG-23" durch Kampfflugzeuge der 6. US-Flotte. Am 11. Januar verlängert US-Präsident Geroge Bush die gegen Libyen verhängten Wirtschaftssanktionen und verweist dabei auf die fortwährende Unterstützung des internationalen Terrorismus durch Libyen.
Am 13. Januar leitet die deutsche Staatsanwaltschaft in Offenburg gegen den Unternehmer Jürgen Hippenstiel-Imhausen ein Ermittlungsverfahren ein, nachdem bekannt geworden war, daß die Firma Imhausen Chemie, deren Geschäftsführer Hippenstiel-Imhausen war, trotz der weltweiten Ächtung von chemischen Waffen und dem Kriegswaffenkontrollgesetz am Bau einer Giftgasfabrik im libyschen Rabta beteiligt gewesen war. 
Zu Beginn des Jahres hatte als erste Zeitung die New York Times über die Verstrickung der deutschen Firma in den Giftgasfabrikbau berichtet. Obwohl die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit über die Verstrickung deutscher Firmen in ähnliche Projekte informiert worden war, versuchte man zunächst, die Beteiligung am Bau der Giftgasfabrik abzustreiten. Erst als die Beweislage eindeutig wurde, gaben die Regierungsstellen die Rückendekkung für den Unternehmer auf. Er wurde wegen Verletzung der Außenhandelsgesetze der Bundesrepublik Deutschland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Am 14. März wird von einem Brand in der C-Waffenfabrik in Rabta berichtet. Gaddafi bezichtigt daraufhin Deutschland, die USA und Israel der Sabotage. Nach US-Berichten soll die Anlage dabei allerdings nicht völlig zerstört worden sein oder gar nur ein Ablenkmanöver sein, um deren Funktionalität in Frage zu stellen. Am 19. März ruft Gaddafi zum Boykott der arabischen Länder gegen Deutschland, Großbritannien und den USA auf, die er als "Satanische Mächte" bezeichnet. Er fordert den Abbruch aller diplomatischen Beziehungen.
Am 31. August Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit dem Tschad in Algier.
19. September. Ein französisches Pasagierflugzeug vom Typ DC-10 der Union de Transports Avien (UTA) explodiert über den Niger und tötet 170 Passagiere. Das Flugzeug befand sich auf dem Flug von Brazzaville, Kongo nach Paris, Frankreich. Ein französisches Gericht untersuchte die Tragöde und macht den libyschen Geheimdienst an diesem Sprengstoff-Anschlag verantwortlich. Angeklagt und mit internationalem Haftbefehl gesucht werden u.a Abdallah Sanoussi (Neffe von Oberst Gaddafi und stellv. Chef des Libyschen Geheimdienstes), Mussa Kussa (stellv. Außenminister in Verantwortung auch für terroristische Aktivitäten außerhalb Libyens) und Abdallah Salem Zadma (hoher Mitarbeiter im Libyschen Geheimdienst).
Libyen unterstützt den Rebellenführer Charles Taylor im Bürgerkrieg in Liberia. 

1990

Ein Feuer in der Anlage von Rabta (Tarnbezeichnung: Pharma 150) wird nach unterschiedlichen angaben nur vorgetäuscht um die Einsatzbereitschaft dieser Anlage in Frage zu stellen, die von US-Aufklärungssatelliten ständig überwacht wird. Der BND Bundesnachrichtendienst geht allerdings davon aus, das große Teile der Anlage dem Brand zum Ofer gefallen sind und die Produktion eingestellt wurde.
Die tschechoslowakische Regierung gibt bekannt, das während der kommunistischen Regierungszeit ca. 1000 Tonnen Plastiksprengstoff (Nitropenta) vom Typ "Semtex" an Libyen geliefert wurde.
Libyen unterstützt im Mai militärisch Terroristen beim Versuch vom Meer aus die israelischen Strände von Nitzanim and Ga′ash zu erreichen. Nach Angaben des israelischen Armee-Geheimdienstes startete die Aktion vom Hafen in Bengasi aus, zumal sich auch ein libyscher Offizier sich an Bord des Bootes befand.
ca. 100 libyschen Kriegsgefangene aus dem Krieg gegen den Tschad wurden mit US-Flugzeugen nach Zaire und später in die USA gebracht. Einige von Ihnen nutze der US-Geheimdienst CIA u.a. zur Rekrutierung von NSFL-Kämpfern als Oppostion zu Gaddafi.
Am 7. Oktober erfolgt eine Regierungsumbildung. Neuer Ministerpräsident wird Abu Zair Omar Bourda und Ibrahim Mohammed al Bachari neuer Außenminister.
Am 8. Oktober fordert Gaddafi den Rückzug der irakischen Truppen aus dem besetzten Kuwait und im Anschluß daran alle anderen ausländischen Truppen aus der Golfregion.
Am 1. November erfolgt die Ausweisung der Terroristen des Palästinenserführers Abu Abbas aus Libyen.

1991

Im Aozou-Streifen im Norden des Tschad stehen immer noch zwei mechanisierte Bataillone und zwei Panzerbataillone.
1991, während des Zweiten Golfkrieges, bemüht sich Libyen um Vermittlung, da die Regierung sowohl den irakischen Einmarsch in Kuwait als auch die folgende Aggression gegen den Irak verurteilt. Im Lauf des Jahres 1991 verbessern sich die Beziehungen zu Ägypten, während sich das Verhältnis zu Westeuropa und den Vereinigten Staaten verschlechtert.
Am 27. Mai werden nach 423 Tagen Geiselhaft zwei deutsche Techniker freigelassen, deren Spionage für den BND - Bundesnachrichtendienst vorgeworfen wurde.
Am 14. November teilt der US-Generalstaatsanwalt mit, daß die US-Justiz und die schottische Justiz im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz von Lockerbie 1988 Haftbefehl gegen zwei Libyer erlassen habe und verlangen die Asulieferung der Personen aus Libyen.
Am 4. Dezember wird von Libyen mitgeteilt, daß die Beschuldigten verhaftet wurden.

1992

Am 18. Februar werden die Beschuldigten in den Räumen des Obersten Gerichtes in Tripolis der internationalen Presse vorgeführt, wobei sie ihre Unschuld beteuern.
Am 15. April verhängen die Vereinten Nationen ein Luftverkehrs- und Waffenembargo gegen Libyen, um die Auslieferung der Attentäter von Lockkerbie durchzusetzen. 
Am 23. Juni verabschiedet der libysche Allgemeine Volkskongreß eine Resolution, wonach die Attentäter im Fall Lockerbie vor einem Gericht unter Aufsicht der ereinten Nationen oder der Arabischen Liga gestellt werden können.
22. Dezember. Ein libysches Passagierflugzeug explodiert nahe Tripolis. Dabei kommen 158 Menschen ums Leben. Libyen macht ausländische Geheimdienste verantwortlich, da das Unglück einen Tag vor dem  4. Jahrestag des Anschlags auf die PanAm-Verkehrsmaschine passierte.

1993

Eine Militärrevolte im Oktober wird von Einheiten Gaddafi′s niedergeschlagen.

1994

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) entscheidet, daß der umstrittene Aozou-Streifen dem Tschad angegliedert bleibt.
Einführung der Scharia, des islamischen Rechts.
Die letzten Militärkontingente Libyens verlassen den Tschad. Gegenseitige diplomatische Beziehungen werden wieder aufgenommen.

1995

Das 1984 begonnene ca. 20 Milliarden teure Projekt "Der Große Fluß von Menschenhand", der aus unterirdischen Wasserreservoirs in Südlibyen gespeist wird versorgt seit 1993 Bengasi und seit 1996 Tripolis mit Wasser.
Im April 1995 verletzt ein libysches Verkehrsflugzeug mit Unterstützung der Regierung die UN-Sanktionen und bringt 150 Pilger ins saudi-arabische Djidda, damit sie an der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt teilnehmen können. Schließlich wird ein Kompromiss gefunden, der Pilgern den Flug mit einer ägyptischen Fluggesellschaft zu gestatten.
Bewaffnete Islamisten bereiten einen religösen Aufstand zum Sturz des Staatspräsidenten Gaddafi und zur Durchsetzung islamischen Rechts ein und werden niedergeschlagen.
Durch die schlechte Wirtschaftslage kommt es öfters zu Protesten und Aufständen gegen Gaddafi.
Im Dezember werden 12 Offiziere zum Tode verurteilt.

1996

Die USA veröffentlichen Informationen über eine unterirdische Anlage zur Produktion von chemischen Kampfstoffen südöstlich von Tripolis.
Zwei deutsche Unternehmer werden verurteilt an Libyen Computer und Software sowie sonstige Technologie zur Produktion von chemischen Kampfstoffen im Wert von 3 Mio. DM verkauft zu haben und behilflich gewesen zu sein, Ausrüstung zur Säuberung der Emissionen aus der Giftgas-Produktion von Indien aus zu importieren, unter der Zuhilfenahme einer Briefkastenfirma in Irland.
Im Juli, Besuch des neuen islamistischen Ministerpräsident Erbakan (1996-1997 im Amt) aus der Türkei.
Gaddafi erklärt in einer Rede, all die jenigen zu Feinden, die nicht bereit sind, der Regierung bedingungslos zu folgen: "Jeder, der ′nein′ sagt, kollaboriert mit dem Feind. Ein Vertreter der Volkskomitees hat damit das Recht, ihn zu erschießen - ohne Gerichtsverfahren oder nach einer Massenverhandlung von ein paar Minuten."
Das Volkskomitee für Justiz erklärt, daß die Todesstrafe auch gegen all diejenigen verhängt werden könnte, die während eines Krieges oder einer Blockade mit Lebensmitteln, Kleidung oder Wohnraum spekulierten oder die Verbrechen im Zusammenhang mit Drogen,, Alkohol oder Devisenspekulationen begingen.
Während einer einwöchigen Gefängnisrevolte im Abu-Salim-Gefängnis in Tripolis kommen zahlreiche politische Gefangene und andere Häftlinge ums Leben. 

1997

Der Libysche Volkskongreß veranschiedet das Gesetz der "Ehrencharta", das Kollektivstrafen legalisiert. Auf der Grundlage diese Gesetzes können Angehörige von unliebsamen Personen nun völlig legal als Geiseln genommen, ihre Häuser zerstört werden. Staatschef Muammer al-Gaddafi erklärte dazu öffentlich: "Wenn in einem Stamm Veräter entdeckt werden, dann betrachte das libysche Volk automatisch den ganzen Stamm als verräterisch, man verachte sie,  und man demütigt sie." 
Im Oktober besucht der südafrikanische Staatspräsident Nelson Mandela Libyen und würdigt Unstertützung Libyens beim Freiheitskampf Südafrikas mit dem höchsten südafrikanischen Orden für Gaddafi. Mandela betont trotz des UN-Emabargos gegen und der Proteste aus den USA die außenpolitische Unabhängigkeit. Nach unbestätigten Informationen soll Südafrika auch Rüdstungsgüter erhalten haben im Handel mit der Lieferung libyschen Erdöls.
Ein Lager von ca. 250 aus Libyen ausgewiesenen Palästinensern im Grenzgebiet zu Ägypten wird im April aufgelöst.
Im Land befinden sich unterdes noch 20.000 Palästinenser und 2000 Somalier als Flüchtlinge.

1998

Im Februar 1998 wird auf Initiative Libyens die Comessa gegründet, die ′Gemeinschaft der Sahara- und Sahel-Staaten′, mittlerweile umbenannt in Sin-Sad (was für die arabischen Anfangssilben von Sahara und Sahel steht). Gründungsmitglieder waren - neben Libyen - Burkina Faso, Mali, Niger, Sudan und der Tschad; inzwischen sind außerdem Eritrea, Djibouti, Gambia, die Zentralafrikanische Republik und der Senegal beigetreten. Sin-Sad wird zu 75% von Libyen und zu 25% von den restlichen 10 Staaten finanziert 
.
Gaddafis lädt die muslimischen Staatschefs Afrikas zum Massengebet nach N′Djamena  in den Tschad ein. Die Hauptstadt des früheren Gegners wurde großzügig beim Ausbau ihrer Energieversorgung unterstützt und die dortige Polizei bekam neue Fahrzeuge - hierfür wurde N′Djamena am 1. Mai für einen Tag  Schauplatz eines teuren Medienereignisses, das mittels eigens angemieteter Satellitentechnik in die islamische Welt übertragen wurde.
Mit der libyschen Delegation überquerten 3000 Soldaten in Lastwägen, 10 Limousinen, 2 Geländewagen, 2 Hubschrauber und 2 MIG-25 die Grenze. Weiterhin ist die stets präsente französische Fremdenlegion in der Hauptstadt des Tschad anwesend. Vier Staatschefs folgten der Einladung (Déby/Tschad, Bongo/Gabun, Bechir/Sudan, Jammeh/Gambia).
Juni. Auf dem Gipfeltreffen der OAU (Organisation Afrikanische Einheit) in Quagadougou (Burkina Faso) stimmen die Teilnehmer für die Mißachtung der UN-Sanktionen gegen Libyen
Juni. Nach italienischen Angaben soll gegen Muammar a-Gaddafi ein Attentat verübt worden sein, bei dem 16 Leibwächter getötet wurden und Gaddafi leicht verletzt.  Nach anderen Angaben soll er nur einen Unfall gehabt haben.
Bereits im Juni fliegt der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak trotz des UN-Luftverkehrsembargos, wie auch zuvor die Präsidenten von Niger und dem Tschad, nach Libyen. Die Mißachtung wird von der UN später aus humanitären Gründen akzeptiert, weil es sich um einen Krankheitsbesuch für Gaddafi handelte.
Nach einem Treffen der libyschen und italienischen Außenminister vom Juli in Rom sollen die gegensetigen Beziehungen normalisiert werden. Es wird eine Vereinbarung zur Regelung der Spätfolgen der italienischen Kolonialzeit in Libyen getroffen und höchstwahrscheinlich vorrangige Optionen für italienische Firmen bei der Vergabe neuer Staatsaufträge, . Nach Aussetzung der UN-Sanktionen gegen Libyen besucht Italiens Außenminister Lamberto Dini Libyen.
Im August befürwortet der UN-Sicherheitsrat in einer einstimmig angenommene Resolution die Aussetzung der Sanktionen gegen Libyen,  sobald die beiden wegen dem Lockerbie-Attentat (1988) verdächtigen Libyer dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ausgeliefert werden. Dort werden sie nach einem Kompromißvorschlag der USa und Großbritanniens von schottischen Richtern nach schottischem Recht verhandelt. Im US-Fernsehsender CNN gibt Gaddafi die Zustimmung hierzu bekannt.
Der tunesische Staatspräsident Zine el-Abidine Ben Ali und Ministerpräsident Hamed Karoui treffen zu Gesprächen mit Gaddafi in Tripolis ein.

1999

Das von der UN verhängte Luftverkehrsembargo wird am 5. April suspendiert nach dem Libyen die mußmaßlichen  Attentäter des Anschlags auf die PanAm-Maschine 1988, Amin Chalifa Fuheima (Leiter des Büros der Libyschen Fluggesellschaft in Malta) und Abd al-Bassit Ali al-Mikrahi (ehemaliger Sicherheitschef bei der Libyschen Fluggesellschaft und später Chef des Zentrums für strategische Studien in Tripolis) an den Internationelen Gerichtshof in Den Haag übergeben. Nach anderen Informationen könne auch iranische Terroristen für den Anschlag verantwortlich sein, als Vergeltung für den Abschuß einer iranischen Verkehrsmaschine im Juli 1988 durch ein US-Kriegsschiff. 
Seit dem 22. April 1999 fliegt auch die deutsche Lufthansa wieder den Flughafen Tripolis an.
Im Juli nimmt Libyen nach 1975 wieder am OAU-Gipfel in Algier (Algerien) teil. 
Im November werden auf dem Flughafen London-Gatwick vom britischen Zoll 32 Kisten mit Raketen-Bauteilen beschlagnahmt, die aus Taiwan über England und Malta nach Libyen transportiert werden sollten.
Gaddafi befürwortet eine Teilung Somalis und erhofft sich nach einer erfolgreichen Lösung des Somalia-Konfliktes  im Gebiet des Rebellenchefs Aidid nahe Baledogle die Nutzung als Luftwaffenstützpunkt.

2000

Eine Schweizer Turboprop-Maschine vom Typ Shorts 360 der Avisto AG  ist beim Landeanflug auf den Flughafen Breda in Ostlibyen auf dem Wasser niedergegangen und versunken. Das Flugzeug war auf einem Inlandsflug und tranportierte Arbeiter zum Ölfeld in Marsa al-Brega. Unter den Toten befanden sich auch 13 Briten, 3 Kroaten, 3  Inder, 3 Philippiner, 2 Kanadier und ein Pakistaner. 
Kooperation mit Weißrußland auch im Bereich Militärtechnik
Die Afrikanische Entwicklungs- und Handelsbank (BADC), dessen Kapital von Libyen gestellt wird, soll ihr Sitz nach Trpolis verlegen. Präsident der BADC ist Gaddafi persönlich. 
Vermittlung bei der Freilassung von ausländischen Geiseln auf der Insel Jolo auf den Philippinen, die von Abu Sayyaf-Rebellen festgehalten wurden. Gaddafi nutzt dies als Imagegewinn als die befreiten Geiseln vorerst in Tripolis eintreffen mußten.
Lieferung von Bauteilen für die nord-koreanische No-Dong-Rakete (Reichweite 1287 Kilometer) in Tripolis höchtwahrscheinlich eingetroffen. 7 Raketenwerfer und ca. 50 ballistische Raketen sollen mittlerweile von Nord-Korea geliefert worden sein. Die No-Dong-Rakete könnte bis zum Sinai in Israel oder bis zum NATO-Hauptquartier Süd in Neapel, Italien, abgeschossen werden.
Neun afrikanische Staaten (Libyen, Uganda, Mali, Kongo, Simbabwe, Namibia, Angola und Südafrika) vereinbaren in Tripolis die Entsendung einer OAU-Friedenstruppe unter libyscher Führung, in den Kongo. Im Bürgerkriegsland Kongo kämpfen Truppen aus Ruanda und Uganda auf Seiten der Rebellenbewegung. Simbabwe, Angola und Namibia unterstützen unterdessen den Präsidenten Laurent Kabila.

2001
 

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Militärische Datenbank zu Libyen
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V98692
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Stand November 2000
Schlagworte
Militärische, Datenbank, Libyen, Thema Libyen
Arbeit zitieren
Stefan Krekeler (Autor), 2000, Militärische Datenbank zu Libyen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98692

Kommentare

  • Gast am 9.3.2001

    Militärische Datenbank zu Libyen.

    Eine wirklich fantastisch recherchierte Datenbank. Wo kann man die anderern Teile dieses Aufsatzes lesen?

  • Tobias Heider am 24.9.2001

    Mil. Datenbanl in Libyen.

    das ist mir alles zu stichwortartig......,
    grosser kritikpunkt:
    Literaturliste, quellen fehlen
    gerade zur eta, ira und korsenausbildung haette ich gerne mehr erfahren und haette auch gerne eine quellenabsicherung...

    sonst interessantes thema....
    nix fuer ungut

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Titel: Militärische Datenbank zu Libyen



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