In dieser Arbeit soll der Zusammenhang des Industriestaates der USA und dem Schwellenland Brasilien gezeigt werden, aufgrund der Tatsache, dass weltweit ausländische Direktinvestitionen immer häufiger in Entwicklungs- und Schwellenländer fließen. Brasilien eignet sich hierbei als Fallbeispiel, da dieses Land die führende Volkswirtschaft in Südamerika ist und ein wichtiger Handelspartner der USA darstellt. Die USA sind zweit größter Investor in Brasilien und vertreten aufgrund ihres hohen Investitionsvermögens in Südamerika ihre regionale Hegemonie.
Daraus ergibt sich die Annahme einer Interdependenz von Handelsbeziehungen und ausländischen Direktinvestitionen, was die Hypothese vertritt, dass Handelsbeziehungen in Form von Exporten und ausländische Direktinvestitionen in einem positiven Zusammenhang stehen. Somit soll in dieser Arbeit folgende Fragestellung bearbeitet werden: Warum beeinflussen sich US-amerikanische Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien? Um diese Frage zu beurteilen, sollen zunächst ausländische Direktinvestitionen durch eine Begriffserklärung, Formen und Motive erläutert werden und auf die Länder Brasilien und USA eingegangen werden. Um nun die zweite Determinante, die Handelbeziehungen damit in Verbindung zu bringen, sollen anschließend diese im Hinblick der bilateralen Beziehungen der USA und Brasilien gezeigt werden. Der Zusammenhang von ADI und dem bilateralen Handel soll anhand von Exporten und ADI der USA nach Brasilien gezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausländische Direktinvestitionen
2.1 Begriffserklärung und Formen
2.2 Motive
2.3 Brasilien als Empfänger
2.4 USA als Investor
3. Handelsbeziehungen
3.1 Brasilien im globalen Kontext
3.2 Bilateraler Handel der USA und Brasilien
4. Zusammenhang von ADI und bilateralem Handel
4.1 Abhängigkeit von ADI und Exporten
4.2 USA und Brasilien
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen US-amerikanischen ausländischen Direktinvestitionen (ADI) und den bilateralen Handelsbeziehungen zu Brasilien. Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob zwischen diesen beiden wirtschaftlichen Strömen eine positive Interdependenz besteht und welche ökonomischen Faktoren diesen Zusammenhang beeinflussen.
- Grundlagen und theoretische Konzepte ausländischer Direktinvestitionen.
- Analyse Brasiliens als Investitionsempfänger und der USA als Investor.
- Untersuchung bilateraler Handelsströme zwischen den USA und Brasilien.
- Evaluation des Zusammenhangs zwischen ADI und Exporten anhand ökonomischer und geographischer Faktoren.
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffserklärung und Formen
Ausländische Direktinvestitionen (ADI) entstehen, wenn ein Unternehmen das Eigentum und die Kontrolle über Produktionsvermögen in einem anderen Land erwirbt. Durch ADI wird die Produktion von Unternehmen ins Ausland verlagert und hat daher direkte Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Empfängerlandes, als auch auf die Beziehungen im Hinblick auf den bilateralen Handel der Länder. Generell können Direktinvestitionen in verschiedenen Formen auftreten, wie zum Beispiel durch Fusion und Übernahme, der Errichtung einer neuen Produktionsstätte, als auch durch Reinvestition von Gewinnen durch ein multinationales Unternehmen (Blonigen 2919, S. 6).
Ausländische Direktinvestitionen sind neben Anlageportfolios und anderen Strömen wie Bankkrediten eine der drei Komponenten der internationalen Kapitalströme. Das Ziel von ADI wird wie folgt definiert: „Foreign direct investment reflects the objective of obtaining a lasting interest by a resident entity in one economy (“direct investor”) in an entity resident in an economy other then that of the investor (“direct investment enterprise”). Die Hauptgründe für ausländische Unternehmen, in einem anderen Land Direktinvestitionen zu leisten sind die Teilnahme an dem ausländischen Markt und das Ziel, niedrige Produktionskosten zu erzielen. Diese wirtschaftlichen Vorteile sollen die Handelbeziehungen stärken. Generell wird zwischen horizontalen und vertikalen ausländische Direktinvestitionen unterschieden. Bei horizontalen ADI duplizieren multinationale Unternehmen dieselben Aktivitäten wie auf dem Markt des eigenen Landes im Ausland. Diese entstehen, weil es aufgrund von Transportkosten oder Handelshemmnissen zu kostspielig ist, den ausländischen Markt durch Exporte zu bedienen. Bei vertikalen ADI ist der Produktionsprozess geografisch fragmentiert. Produktionsstufen werden ins Ausland gelegt und trennt somit die Produktionskette vertikal. Die Grundidee besteht darin, dass ein Produktionsprozess aus mehreren Phasen mit unterschiedlichen Vorgaben besteht. Wenn die Inputpreise von Land zu Land unterschiedlich sind, wird es für das Unternehmen rentabel, die Produktionskette aufzuteilen (Protsenko 2003, S. 3-4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung der Globalisierung und führt die Fragestellung zur Interdependenz von US-amerikanischen Exporten und ADI in Brasilien ein.
2. Ausländische Direktinvestitionen: Dieses Kapitel definiert ADI, klassifiziert verschiedene Formen und Investitionsmotive und beleuchtet die Rollen von Brasilien als Empfänger und den USA als Investor.
3. Handelsbeziehungen: Hier wird der brasilianische Außenhandel im globalen Kontext betrachtet und der bilaterale Handelsaustausch zwischen den USA und Brasilien analysiert.
4. Zusammenhang von ADI und bilateralem Handel: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Abhängigkeiten zwischen Investitionen und Exporten und wendet diese Erkenntnisse auf das spezifische Länderbeispiel USA-Brasilien an.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt einen positiven Zusammenhang zwischen ADI und Exporten, weist jedoch auf aktuelle externe Risiken durch die globale Pandemie hin.
Schlüsselwörter
Ausländische Direktinvestitionen, ADI, Bilaterale Handelsbeziehungen, USA, Brasilien, Export, Globale Globalisierung, Multinationale Unternehmen, Marktgröße, Faktorausstattung, Kapitalströme, Wirtschaftswachstum, Handelsbilanz, Investitionsvolumen, Interdependenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Beziehungen zwischen den USA und Brasilien unter besonderer Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen ausländischen Direktinvestitionen und dem bilateralen Warenhandel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Motive von Direktinvestitionen, die Bedeutung von Brasilien als Zielmarkt für US-Kapital sowie die Entwicklung der Handelsströme beider Nationen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung lautet: Warum beeinflussen sich US-amerikanische Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien gegenseitig?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine deskriptive Analyse empirischer Daten zur Entwicklung von ADI-Beständen und Exportvolumina, die mit ökonomischen Theorien über Marktgrößen und Faktorausstattungen in Beziehung gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung zu ADI, die Darstellung der Handelsbeziehungen und die Zusammenführung beider Aspekte zur Interpretation der wirtschaftlichen Interdependenz zwischen den USA und Brasilien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Foreign Direct Investment (ADI), bilaterale Handelsströme, komparative Vorteile und die ökonomische Dominanz der USA in Südamerika.
Welchen Stellenwert nimmt Brasilien in der globalen Investitionsstrategie der USA ein?
Brasilien wird als führende Volkswirtschaft Südamerikas identifiziert, die für die USA aufgrund ihrer Marktgröße, Rohstoffverfügbarkeit und strategischen Lage einen essentiellen Handelspartner und Investitionsstandort darstellt.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Korrelation von Exporten und ADI?
Die Untersuchung zeigt einen grundsätzlich positiven Zusammenhang zwischen Investitionen und Exporten, stellt jedoch fest, dass exogene Schocks wie die Coronavirus-Pandemie die Bedingungen für diesen Handel signifikant erschweren können.
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- Carina Diener (Author), 2020, Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien. Die Abhängigkeit zwischen ausländischen Direktinvestitionen und bilateralen Handelsbeziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987198