Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien. Die Abhängigkeit zwischen ausländischen Direktinvestitionen und bilateralen Handelsbeziehungen


Hausarbeit, 2020

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausländische Direktinvestitionen
2.1 Begriffserklärung und Formen
2.2 Motive
2.3 Brasilien als Empfänger
2.4 USA als Investor

3. Handelsbeziehungen
3.1 Brasilien im globalen Kontext
3.2 Bilateraler Handel der USA und Brasilien

4. Zusammenhang von ADI und bilateralem Handel
4.1 Abhängigkeit von ADI und Exporten
4.2 USA und Brasilien

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Foreign Direct Investment

Abbildung 2: Direct investment position of the United States in Brazil from 2000 to 2019

Abbildung 3: United States exports to Brazil

1. Einleitung

Ausländische Direktinvestitionen (ADI) sind eines der wichtigsten Verfahren in denen unsere moderne Welt die zunehmende wirtschaftliche Globalisierung erlebt. Investitionen zeigen sich als Treibstoff für Wachstum, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wohlstand. Deshalb hat ihre Bedeutung in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Der starke Anstieg der ADI-Ströme hat jedoch auch zu einer heftigen Debatte über die Auswirkungen der Globalisierung geführt. Diese Debatte findet in akademischen Kreisen, aber auch auf den Straßen der ganzen Welt statt. Der Einfluss von ausländischen Direktinvestitionen auf das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Untersuchungen für verschiedene Länder umfassend untersucht. Diese Ergebnisse implizieren, dass der Zufluss von ADI je nach den spezifischen Umständen sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Frühere Forschungen haben ergeben, dass ADI einen erheblichen Einfluss auf die Handelsbilanz haben (Rezwanul 2014, S.155).

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (United Nations Conference on Trade and Development) stellte fest, dass Entwicklungsländer mit mehr als der Hälfte der weltweiten ausländischen Direktinvestitionen die höchsten Zuflüsse erhalten. Den höchsten Anstieg der Zuflüsse ging 2019 nach Südamerika und in die Karibik. Dabei zeigte Brasilien von 2018 bis 2019 einen Anstieg von 26% (United Nations Conference on Trade and Development 2020a).

Ausländische Direktinvestitionen zeigen sich als potenzielle Determinanten für Handelsbeziehungen. Da multinationale Unternehmen für einen großen Teil des Welthandels verantwortlich sind, kann man daraus schließen, dass ein enger Zusammenhang zwischen ausländischen Direktinvestitionen und Handel besteht. Ein multinationales Netzwerk, das aus einem Mutterunternehmen und einem Netzwerk von verbundenen Unternehmen besteht, generiert gleichzeitig Waren- und Investitionsflüsse. In diesem Zusammenhang sind Forschungen, die Auswirkungen von internationalem Handel und ausländischen Direktinvestitionen erklären, in der jüngeren Vergangenheit erheblich gewachsen. Die Tatsache, dass Exporte und die lokale Produktion alternative Möglichkeiten für ein multinationales Unternehmen sind, um die Wirtschaftskraft in dem ausländischen Markt zu erhöhen, legt eine Beziehung zwischen ausländischen Direktinvestitionen und Handel nahe (Tari und Ahmad 2007).

Aufgrund der Tatsache, dass weltweit ausländische Direktinvestitionen immer häufiger in Entwicklungs- und Schwellenländer fließen, soll in dieser Arbeit der Zusammenhang des Industriestaates der USA und dem Schwellenland Brasilien gezeigt werden. Brasilien eignet sich hierbei als Fallbeispiel, da dieses Land die führende Volkswirtschaft in Südamerika ist und ein wichtiger Handelspartner der USA darstellt. Die USA sind zweit größter Investor in Brasilien und vertreten aufgrund ihres hohen Investitionsvermögen in Südamerika ihre regionale Hegemonie. Daraus ergibt sich die Annahme einer Interdependenz von Handelsbeziehungen und ausländischen Direktinvestitionen, was die Hypothese vertritt, dass Handelsbeziehungen in Form von Exporten und ausländische Direktinvestitionen in einem positiven Zusammenhang stehen. Somit soll in dieser Arbeit folgende Fragestellung bearbeitet werden: Warum beeinflussen sich US-amerikanische Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien? Um diese Frage zu beurteilen, sollen zunächst ausländische Direktinvestitionen durch eine Begriffserklärung, Formen und Motive erläutert werden und auf die Länder Brasilien und USA eingegangen werden. Um nun die zweite Determinante, die Handelbeziehungen damit in Verbindung zu bringen, sollen anschließend diese im Hinblick der bilateralen Beziehungen der USA und Brasilien gezeigt werden. Der Zusammenhang von ADI und dem bilateralen Handel soll anhand von Exporten und ADI der USA nach Brasilien gezeigt werden.

2. Ausländische Direktinvestitionen

2.1 Begriffserklärung und Formen

Ausländische Direktinvestitionen (ADI) entstehen, wenn ein Unternehmen das Eigentum und die Kontrolle über Produktionsvermögen in einem anderen Land erwirbt. Durch ADI wird die Produktion von Unternehmen ins Ausland verlagert und hat daher direkte Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Empfängerlandes, als auch auf die Beziehungen im Hinblick auf den bilateralen Handel der Länder. Generell können Direktinvestitionen in verschiedenen Formen auftreten, wie zum Beispiel durch Fusion und Übernahme, der Errichtung einer neuen Produktionsstätte, als auch durch Reinvestition von Gewinnen durch ein multinationales Unternehmen (Blonigen 2919, S. 6).

Ausländische Direktinvestitionen sind neben Anlageportfolios und anderen Strömen wie Bankkrediten eine der drei Komponenten der internationalen Kapitalströme. Das Ziel von ADI wird wie folgt definiert: „Foreign direct investment reflects the objective of obtaining a lasting interest by a resident entity in one economy (“direct investor”) in an entity resident in an economy other then that of the investor (“direct investment enterprise”). Die Hauptgründe für ausländische Unternehmen, in einem anderen Land Direktinvestitionen zu leisten sind die Teilnahme an dem ausländischen Markt und das Ziel, niedrige Produktionskosten zu erzielen. Diese wirtschaftlichen Vorteile sollen die Handelbeziehungen stärken. Generell wird zwischen horizontalen und vertikalen ausländische Direktinvestitionen unterschieden. Bei horizontalen ADI duplizieren multinationale Unternehmen dieselben Aktivitäten wie auf dem Markt des eigenen Landes im Ausland. Diese entstehen, weil es aufgrund von Transportkosten oder Handelshemmnissen zu kostspielig ist, den ausländischen Markt durch Exporte zu bedienen. Bei vertikalen ADI ist der Produktionsprozess geografisch fragmentiert. Produktionsstufen werden ins Ausland gelegt und trennt somit die Produktionskette vertikal. Die Grundidee besteht darin, dass ein Produktionsprozess aus mehreren Phasen mit unterschiedlichen Vorgaben besteht. Wenn die Inputpreise von Land zu Land unterschiedlich sind, wird es für das Unternehmen rentabel, die Produktionskette aufzuteilen (Protsenko 2003, S. 3-4).

2.2 Motive

Die Motive von ausländische Direktinvestitionen werden in drei Orientierungen eingeteilt. Motivationen für ausländische Direktinvestitionen wirtschaftliche Vorteile zu erlangen sind die Ressourcen- und Marktsuche, sowie das Streben nach Effizienz. Zunächst orientieren sich investierende Unternehmen an der Beschaffung, beziehungsweise nach dem Zugang zu natürlichen Ressourcen. Dabei besteht das Hauptziel an bestimmten Arten von Ressourcen. Zum Beispiel Rohstoffe zu erwerben, die im eigenen Land nicht verfügbar sind oder Arbeitskräfte, die zu niedrigeren Kosten zur Verfügung stehen. Des Weiteren wird durch Marktorientierung versucht wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Darunter zählen verschiedene Gründe, wie zum Beispiel die Suche und Erschließung neuer Märkte. Wichtig dabei ist die physische Präsenz auf dem ausländischen Markt, um potenzielle Wettbewerber davon abzuhalten diesen Markt zu besetzen. Insbesondere sind Unternehmen exportorientiert, um Transporte und Handelskosten zu vermeiden. Unternehmen müssen entscheiden, ob die Kosten durch die Errichtung eines ausländischen Werkes oder die Versorgung des Marktes durch den Export höher sind. Durch Streben nach Effizienz nutzen Unternehmen die Unterschiede der Verfügbarkeit und den Kosten traditioneller Faktorausstattungen in verschiedenen Ländern. Dabei nutzen sie die Größen- und Verbundvorteile, sowie die Unterschiede der Verbraucher und die Lieferkapazitäten (Franco et. Al. 2010, S. 5-8).

2.3 Brasilien als Empfänger

Brasilien zeigt sich bei der Analyse von ausländischen Direktinvestitionen als wichtiger Untersuchungsgegenstand, da die ADI in Südamerika im Jahr 2019 insgesamt um 16 Prozent auf 117 Mrd. US-Dollar gestiegen sind und dies zurückzuführen ist auf die verstärkten Zuflüsse nach Brasilien, sowie Chile und Kolumbien ist. Brasilien ist gemessen an den ADI-Zuflüssen weltweit der neunt größte Empfänger und der erst größte in Südamerika und der Karibik. Aufgrund mehrerer Faktoren ist das Land ein attraktiver Markt für internationale Investoren. Darunter zählen vor allem die Verfügbarkeit leicht verwertbarer Rohstoffe, eine diversifizierte Wirtschaft, welche weniger anfällig für internationale Krisen ist, und eine strategische geographische Lage, die einen leichten Zugang zu anderen südamerikanischen Ländern ermöglicht (Santander Trade Markets 2020).

Auf Abbildung 1 ist der Zuwachs von ausländischen Direktinvestitionen in Brasilien zu sehen. Die ADI-Zuflüsse stiegen demnach von 2017 bis 2019 auf knapp 72 Mrd. USD, während der ADI-Bestand ebenso auf 640 Mrd. USD anstieg. Des Weiteren zeigen die Greenfields Investments einen deutlichen Anstieg. Diese Investitionen sind eine Form von ausländischen Direktinvestitionen, bei denen eine Muttergesellschaft ein neues Unternehmen in einem fremden Land gründet, indem sie von Grund auf neue Betriebsanlagen errichtet. Dieser Betrag stieg von 9,4 Mrd. USD auf 30,8 Mrd. USD.

Abbildung 1: Foreign Direct Investment

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Santander Trade Markets 2020, UNCTAD.

2.4 USA als Investor

Da die USA in der Weltwirtschaft größter Investor und größter Empfänger ausländischer Direktinvestitionen sind, sollen zu dieser Analyse die US-amerikanischen ADI herangezogen werden (Jackson 2017, S. 1). Die USA investierten 2014 257 Mrd. USD in Südamerika und der Karibik. Bis 2018 verzeichneten sie einen Anstieg auf 276 Mrd. USD. Damit sind die USA gefolgt von Spanien, den Niederlanden und Irland der größte Investor in Südamerika (United Nations Conference on Trade and Development 2020b, S. 46).

Um einen Einblick in das Investitionsvolumen in Brasilien zu bekommen, zeigt die folgende Abbildung (Abbildung 2) die Position der Direktinvestitionen der Vereinigten Staaten in Brasilien von 2000 bis 2019.

Abbildung 2: Direct investment position of the United States in Brazil from 2000 to 2019

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Jennifer Rudden 2020. BEA.

In Brasilien beliefen sich die ADI der USA im Jahr 2019 auf rund 81,7 Mrd. USD, was einem Anstieg von ca. 2 Mrd. USD gegenüber 2018 entspricht. Der erste Höhepunkt zeigte sich seit 2000 im Jahr 2012, woraufhin die ausländischen Direktinvestitionen bis 2015 zurückgegangen sind und anschließend bis 2019 kontinuierlich anstiegen (Rudden 2020). Sektoral werden die Direktinvestitionen der USA in Brasilien von der verarbeitenden Industrie, dem Finanz- und Versicherungswesen und dem Bergbau angeführt (Office of the United States Trade Representative).

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien. Die Abhängigkeit zwischen ausländischen Direktinvestitionen und bilateralen Handelsbeziehungen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V987198
ISBN (eBook)
9783346345295
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handelsbeziehungen, Ausländische Direktinvestitionen, USA, Brasilien
Arbeit zitieren
Carina Diener (Autor), 2020, Exporte und Direktinvestitionen der USA in Brasilien. Die Abhängigkeit zwischen ausländischen Direktinvestitionen und bilateralen Handelsbeziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987198

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