Die Forschungsfrage, die sich durch die Arbeit ziehen wird, ist: Was für ein Digitalisierungsbegriff wird in dem Diskurs "Digital Gender Gap" verwendet? Sprich welche Vorstellungen haben die Autoren von Digitalisierung und hinter diesem Hintergrund, was ist für die Autoren der "Digital Gender Gap"? Dazu soll herausgefunden werden, auf welche Facetten der Digitalisierung in Bezug auf den Digital Gender Gap und welche Aspekte des Gender Gaps sie sich beziehen oder fokussieren.
Unterschiede zwischen Frauen und Männern gab es vermutlich schon immer. So gehöre auch heute die soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, neben den schichtspezifischen Differenzierungen, zu den wesentlichen Merkmalen einer modernen Gesellschaft. Seit der in der industriellen Gesellschaft hervorgebrachten geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung würden sich geschlechterspezifische Unterschiede durch alle Lebensbereiche, darunter die Arbeitswelt, das öffentliche Leben und die Privatsphäre ziehen.
Auch wenn in einigen Bereichen die geschlechterspezifischen Unterschiede zunehmend ausgeglichen oder sogar umgekehrt werden konnten, gibt es immer noch hartnäckige Strukturen, welche die geschlechterspezifischen Unterschiede reproduzieren und aufrechterhalten. Zudem leben wir in einer sich rasant verändernden Welt und einer sich immer weiterentwickelnden Gesellschaft. Dieses hat Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens und beeinflusst somit ebenfalls geschlechterspezifische Unterschiede, indem alte Strukturen aufgerüttelt werden, sich neue Möglichkeiten eröffnen und neue Herausforderungen entstehen. Einige Beispiele für diese gesellschaftlichen Entwicklungen seien der demografische Wandel, Globalisierung, Digitalisierung und Veränderung der individuellen Lebensverhältnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1 Gender Gap
2.2 Rolle der Digitalisierung in unseren Lebenswelten
3. Vorstellung der Beiträge und Studien zum Diskurs
3.1 Bridging the Digital Gender Gap
3.2 Bridging the Digital Gender Divide – Include, Upskill, Innovate
3.3 Gender und Digitalisierung - Wie Technik allein die Geschlechterfrage nicht lösen wird
4. Vergleich der Beiträge und Studien zum Diskurs
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Diskurs zum "Digital Gender Gap", um zu eruieren, welcher Digitalisierungsbegriff diesen Debatten zugrunde liegt und wie die Autoren die Chancen, Risiken und Auswirkungen der digitalen Transformation im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede bewerten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Vorstellungen von Digitalisierung und die spezifischen Facetten des Gender Gaps, auf die sich die betrachteten Studien beziehen.
- Analyse des Diskurses zum Digital Gender Gap in aktuellen Studien
- Untersuchung des Digitalisierungsbegriffs in der geschlechterspezifischen Forschung
- Identifikation von Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Geschlechtergerechtigkeit
- Vergleichende Analyse verschiedener internationaler Studien und Berichte
- Erörterung politischer Handlungsempfehlungen zur Überbrückung der digitalen Kluft
Auszug aus dem Buch
3.1 Bridging the Digital Gender Gap
„Bridging the digital gender gap“ ist eine Studie des Betterplace Lab aus Berlin. Dieses hat sich mit Digitalisierung und den damit zusammenhängenden Ungleichheiten, speziell der „geschlechterspezifischen Zugangslücke“ in sechs Ländern (Äthiopien, Brasilien, Deutschland, Indien, Indonesien, Südafrika), deren sozioökonomische Entwicklung, Grad der Digitalisierung oder die Geschlechtergerechtigkeit grundverschieden seien, beschäftigt. Dafür hätten sie Interviews in den verschiedenen Ländern geführt und sich in verschiedenen Facetten über die Zielgruppe Frau erkundigt, darunter Fragen zu Erreichbarkeit von Frauen, den Positionen der Frauen in den jeweiligen digitalen Arbeitsmärkten, ergänzende Experteninterviews und Weiteres. Ziel sei es eine Erkenntnisgrundlage zu schaffen und politische Empfehlungen zu formulieren. Ich werde mich in der Arbeit auf das von der Studie vorgestellte Land Deutschland beschränken.
Was die Studie unter Digitalisierung versteht wird schon in der Einleitung angeschnitten. Hier ist von digitalen Technologien die Rede, welche neue Wege für Beteiligung und Einbindung schaffen würden, effizientere Organisationsführung und Verwaltungshandeln gestalten würden und breite Chancen für Kreativität und Innovation bieten würden. Digitalisierung sei längst eine neue Quelle des kulturellen Kapitals.
Der Beitrag beginnt mit dem Thema Infrastruktur, welches in Deutschland aber inzwischen wohl kaum noch ein Problem darstelle und für Frauen sowie Männer zugänglich sei. So würden allerdings ältere Frauen dieses angebotene Netz seltener nutzen. Dazu würden in allen Altersklassen Frauen bezüglich der Medienkompetenzen zurückliegen. So hätten Frauen ein geringeres Verständnis von digitalen Fachbegriffen und weniger Sachverstand beim Umgang mit Anwendungen. Im internationalen Vergleich erreiche Deutschland bei digitalen Kompetenzen von Frauen lediglich einen mittleren Platz. Weiter würden immer noch sehr wenige Frauen Informations- und Kommunikationstechnologien mitentwickeln. Ebenso seien nur 15% aller Beschäftigten in mathematisch-technischen Berufen Frauen und unter den Informatikabsolventen seien es 20%. In den Führungspositionen der Informations- und Kommunikationstechnologien sehe es hingegen noch schlechter aus. Danach wird in einem längeren Abschnitt noch behandelt, dass Frauen (besonders im Informations- und Kommunikationstechnologien Bereich) deutlich weniger Start-Ups gründen würden, seltener Finanzierungen erhalten würden und auch in Wettbewerben wie „Digital Innovation“ stark unterrepräsentiert seien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Ungleichheit in einer digitalisierten Gesellschaft ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den Ablauf der Arbeit.
2. Forschungsstand: Hier werden der aktuelle Wissensstand zum Gender Gap und die Bedeutung der Digitalisierung für die Lebenswelten der Menschen theoretisch fundiert dargelegt.
3. Vorstellung der Beiträge und Studien zum Diskurs: In diesem Teil werden drei zentrale Studien bzw. Berichte inhaltlich vorgestellt, ihre jeweiligen Digitalisierungsbegriffe analysiert und die zentralen Thesen zusammengefasst.
4. Vergleich der Beiträge und Studien zum Diskurs: Das Kapitel vergleicht die vorgestellten Arbeiten miteinander, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Argumentation und Begriffswahl herauszuarbeiten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und zieht ein abschließendes Resümee über die Möglichkeiten der Chancengleichheit in einer digitalen Arbeitswelt.
6. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete wissenschaftliche Quellen, Studien und Online-Ressourcen auf.
Schlüsselwörter
Digital Gender Gap, Digital Gender Divide, Digitalisierung, Geschlechtergerechtigkeit, Soziale Ungleichheit, Arbeitsmarkt, Digitale Transformation, Medienkompetenz, Gender Pay Gap, IKT, Karrierechancen, Geschlechterquote, Technologischer Wandel, Chancengleichheit, Empowerment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Diskurses zum "Digital Gender Gap" und analysiert, wie unterschiedliche wissenschaftliche Beiträge die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Themenfelder soziale Ungleichheit, Arbeitsmarktstrukturen, digitale Kompetenzen, technologische Teilhabe von Frauen und die Rolle der Politik bei der Gestaltung digitaler Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Was für ein Digitalisierungsbegriff wird in der Debatte des Digital Gender Gap verwendet?“ Ziel ist es, das Verständnis der Autoren von Digitalisierung zu identifizieren und die Facetten des Gender Gaps, auf die sie sich fokussieren, herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Diskurs-Analyse, bei der ausgewählte Studien und Berichte strukturiert vorgestellt, inhaltlich zusammengefasst und anschließend miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der aktuelle Forschungsstand zum Gender Gap und die Rolle der Digitalisierung theoretisch beleuchtet. Zudem erfolgt eine detaillierte Vorstellung und anschließender Vergleich von drei spezifischen Studien zum Thema.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digital Gender Gap, Digitale Transformation, Geschlechtergerechtigkeit und technologische Teilhabe charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Politik laut den analysierten Studien?
Alle untersuchten Studien betonen die Notwendigkeit politischer Leitlinien und Maßnahmen, um den Zugang zu digitalen Werkzeugen zu verbessern und strukturelle Benachteiligungen von Frauen abzubauen.
Wird im Fazit eine eindeutige Definition von "Digitalisierung" geliefert?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass es keine einheitliche Definition gibt, die Studien jedoch von einem ähnlichen Verständnis ausgehen, das die Digitalisierung als weitreichenden und unumgänglichen Wandel begreift.
- Quote paper
- Patrick Winnewisser (Author), 2019, Der Begriff "Digital Gender Gap" im Diskurs. Ausgewählte Beiträge im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987242