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Geschwisterbeziehungen im Werk Astrid Lindgrens

Titel: Geschwisterbeziehungen im Werk Astrid Lindgrens

Bachelorarbeit , 2014 , 66 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Swantje Thiele (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bachelorarbeit widmet sich der Geschwisterbeziehung als Motiv in Astrid Lindgrens Werken.

Die Arbeit verfügt über einen theoretischen Teil, indem die Geschwisterbeziehung als psychologisch-soziologisches Phänomen dargestellt und zudem ein Überblick über ihre Verwendung als kinderliterarisches Motiv gegeben wird. Der analytische Teil untersucht einige ausgewählte Werke Astrid Lindgrens genauer und beschreibt die jeweilige Darstellung der Geschwisterbeziehung.

In Kapitel 1 werden dabei vorläufig die theoretischen Grundlagen, welche das Fundament der Analyse bilden, dargestellt und erläutert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Theorie

1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen

1.2 Die Geschwisterbeziehung in der (Kinder-)Literatur

2 Analyse

2.1 „Und wir spielten und spielten und spielten“: Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken

2.1.1 Die Kinder aus Bullerbü

2.1.2 Madita

2.1.3 Ich will auch Geschwister haben

2.1.4 Die Brüder Löwenherz

2.2 Geschwisterlosigkeit als Mangel in Nils Karlsson-Däumling

2.3 „Ich wünschte, du wärst mein Bruder!“: Wahlgeschwister in Ronja Räubertochter

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Darstellung und Bedeutung von Geschwisterbeziehungen im literarischen Werk Astrid Lindgrens. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Funktionen diese Beziehungen im narrativen Kontext einnehmen und wie sie sich im Spannungsfeld zwischen realistischer Alltagswelt und fantastischer Erzählung konstituieren.

  • Theoretische Fundierung der Geschwisterforschung und Motivgeschichte
  • Analyse familiärer Strukturen in den "Bullerbü"- und "Madita"-Büchern
  • Untersuchung der psychologischen Dynamiken bei Geschwisterwunsch und Geschwisterlosigkeit
  • Interpretation von Wahlverwandtschaften als Geschwisterersatz in fantastischen Erzählungen

Auszug aus dem Buch

1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen

Von der frühesten Kindheit bis zum Tod eines Geschwisters finden unzählige gegenseitige Beeinflussungen statt, Geschwister prägen einander und gestalten gleichzeitig ihre ganz individuelle Beziehung zueinander [...] Positive wie negative Anteile jeder Geschwisterbeziehung durchziehen den ganzen Lebenslauf und Lebensentwurf eines Menschen und zwar sowohl real durch Erfahrungen wie durch die verinnerlichten Geschwisterbilder.

Der Psychologe Frick verdeutlicht hier, welche immense Bedeutung die Geschwisterbeziehung im Leben eines Einzelnen hat. Die dementsprechende Geschwisterforschung wird mit unterschiedlichen Schwerpunkten in verschiedenen Wissenschaftsbereichen durchgeführt. Kasten stellte in einer Auswertung der Ergebnisse aktueller Geschwisterforschung allerdings fest, dass die Wissenschaftler verschiedener Professionen in einigen Punkten zu sehr ähnlichen Schlüssen kommen, welche im Folgenden aufgezeigt werden.

An dieser Stelle erfolgt zunächst die Klärung der Begriffe Geschwister und Geschwisterbeziehung, bevor dargestellt wird, welchen wissenschaftlichen Stellenwert die Erforschung von Geschwistern und deren Beziehung hat. Anschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung Geschwister für das Leben des Menschen haben, wobei einzelne Aspekte im Hinblick auf die Analysen in Kapitel 2 vertieft werden. Das Wort ‚Geschwister‘ wird erst ab dem 16. Jahrhundert im heute gebräuchlichen Sinne verwendet und war früher auf zwei oder mehrere Schwestern bezogen, im Gegensatz zum Begriff ‚Gebrüder‘, welcher sich folglich auf zwei bzw. mehrere Brüder bezog. Da dieser Begriff zunehmend verdrängt wird, schließt Nave-Herz daraus, dass die Sprache einer gesellschaftlichen Veränderung folgt und „nicht mehr die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Geschwisterbeziehung besonders herausstellen will, sondern deren familiale Nähe und ihre Gleichartigkeit.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas und Darstellung der biographischen sowie literarischen Ausgangslage.

1 Theorie: Theoretische Einbettung in die soziologische und psychologische Geschwisterforschung sowie Auseinandersetzung mit motivgeschichtlichen Grundlagen der Literaturwissenschaft.

1.1 Brüder und Schwestern – eine spezielle Form familiärer Beziehungen: Erläuterung der soziologischen und psychologischen Basisbegriffe der Geschwisterkonstellation.

1.2 Die Geschwisterbeziehung in der (Kinder-)Literatur: Untersuchung der historischen Verwendung von Geschwistermotiven und deren Bedeutung in der Erzählliteratur.

2 Analyse: Praktische Anwendung der erarbeiteten Theorien auf ausgewählte, zentrale Werke von Astrid Lindgren.

2.1 „Und wir spielten und spielten und spielten“: Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken: Analyse realistischer Erzählungen unter Berücksichtigung der kindlichen Alltagswelt.

2.1.1 Die Kinder aus Bullerbü: Untersuchung der ambivalente Gefühle zwischen Geschwistern im realitätsnahen Kontext.

2.1.2 Madita: Analyse der Beziehung zwischen Schwestern bei unterschiedlicher sozialer Wahrnehmung.

2.1.3 Ich will auch Geschwister haben: Darstellung der kindlichen Bewältigungsstrategien bei der Ankunft eines neuen Geschwisterkindes.

2.1.4 Die Brüder Löwenherz: Analyse der geschwisterlichen Bindung vor dem Hintergrund von Krankheit und Tod.

2.2 Geschwisterlosigkeit als Mangel in Nils Karlsson-Däumling: Untersuchung der Kompensationsmechanismen bei fehlender Geschwisterkonstellation.

2.3 „Ich wünschte, du wärst mein Bruder!“: Wahlgeschwister in Ronja Räubertochter: Analyse der Wahlverwandtschaft als emotionale und soziale Bindung über die Herkunftsfamilie hinaus.

Schluss: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Astrid Lindgren, Geschwisterbeziehung, Kinderliteratur, Motivforschung, Geschwisterkonstellation, Sozialisation, Familie, Realismus, Fantastik, Identitätsentwicklung, Geschwisterwunsch, Geschwisterlosigkeit, Wahlverwandtschaft, Entwicklungspsychologie, Stoffgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die vielfältigen Darstellungsweisen und Bedeutungen von Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Werken der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die psychologische Bedeutung von Geschwisterkonstellationen, der Einfluss von familiären Beziehungen auf die kindliche Identitätsbildung sowie die literarische Funktion von Geschwistermotiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu analysieren, wie Astrid Lindgren Geschwisterbeziehungen als motivische Elemente einsetzt und welche Erkenntnisse dies über die Bedeutung dieser Bindungen im Gesamtkunstwerk der Autorin zulässt.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die komparatistische Ansätze mit theoretischen Grundlagen der Soziologie und Psychologie verknüpft, um die literarischen Texte interpretativ zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen und einen umfangreichen Analyseteil, in dem sowohl realistische Erzählungen wie "Bullerbü" als auch fantastische Werke wie "Die Brüder Löwenherz" untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Astrid Lindgren, Geschwisterbeziehung, Identitätsentwicklung, literarische Motivforschung, Geschwisterkonstellation und Wahlverwandtschaft.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Geschwistern in "Die Brüder Löwenherz" von realistischen Werken?

In "Die Brüder Löwenherz" wird die geschwisterliche Bindung extrem durch Themen wie Krankheit, Tod und eine fantastische jenseitige Welt überhöht, während sie in realistischen Werken primär den Alltag und die soziale Interaktion der Kinder prägt.

Welche Rolle spielt das Motiv der Geschwisterlosigkeit in den Werken Lindgrens?

Das Motiv wird insbesondere in "Nils Karlsson-Däumling" behandelt, wo die Abwesenheit eines Geschwisters durch fantastische Freunde oder Tagträume kompensiert wird, um kindliche Einsamkeit zu bewältigen.

Warum wird "Ronja Räubertochter" als Sonderfall der Geschwisterbeziehung eingeordnet?

Da Ronja und Birk keine leiblichen Geschwister sind, thematisiert der Roman die Wahlverwandtschaft – also die Entscheidung der Kinder, einander als Geschwister anzuerkennen, um sich von den feindlichen Fronten ihrer Elternhäuser zu distanzieren.

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschwisterbeziehungen im Werk Astrid Lindgrens
Hochschule
Universität Bremen  (Fachbereich 10)
Note
1,3
Autor
Swantje Thiele (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
66
Katalognummer
V987545
ISBN (eBook)
9783346345110
ISBN (Buch)
9783346345127
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschwisterbeziehungen werk astrid lindgrens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Swantje Thiele (Autor:in), 2014, Geschwisterbeziehungen im Werk Astrid Lindgrens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987545
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Leseprobe aus  66  Seiten
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