Juden nach 1945 + Gründung Israels


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

8 Seiten, Note: 2+


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Einleitung:

Unmittelbar nach der Erlangung der Unabhängigkeit 1948 öffnete Israel seine Grenzen für jüdische Einwandere aus aller Welt. Bis 1952 hatte sich die Bevölkerung verdoppelt. Viele Immigranten waren Überlebende der KZ's aus der NS Zeit. Während der fünfziger Jahre kamen immer mehr Juden aus den muslimischen Ländern des mittleren Ostens und Nordafrikas nach Israel.

Innerhalb von drei Jahrzehnten verfünffachte sich die israelische Bevölkerung und das Judentum wurde eine der drei großen Weltreligionen.

Einzelthemen:

- Vorgeschichte _ Chronik

- die Gründung Israels _ Wissen sie schon, daß ... _ Israel heute (51 Jahre später)

Auswahlliteratur:

- DER SPIEGEL Nr.7 , S. 125 ff, Spiegel-Verlag, Hamburg (15.02.99)
- Kieler Nachrichten (September - Oktober 1996)
- Informationen zur politischen Bildung: ISRAEL, BZ für politische Bildung, Bonn (1995)
- Bertelsmann Neues Lexikon in 10 Bänden , Band 4 S.442 ff , Bertelsmann GmbH, Gütersloh (1996)
- Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie

Die Vorgeschichte:

Der Nahostkonflikt hatte mit der Einwanderung von Juden nach Palästina Ende des letzten Jahrhunderts begonnen. Die Landnahme durch die Zionisten, verlief zunächst zivil und friedlich. Juden kauften Land, wo immer das möglich war, von Arabern und Türken, die bis 1917 in Palästina regierten. Doch schnell wurde den Einheim- ischen klar, daß nicht nur an der Gründung privater Existenzen gearbeitet wurde, sondern ein jüdischer National- staat errichtet werden sollte.

Araber und Juden trugen ihren blutigen Konflikt um dasselbe Land nicht nur untereinander aus. Die Militanz beider Gruppen richtete sich auch gegen die damalige Kolonialmacht Großbritannien, die 1922 das Mandat für Pal- ästina zugesprochen bekam, nachdem Jerusalem am 09.12.17 erobert wurde. Die Briten kamen ins Land um die Osmanen zu schlagen; sie blieben, damit es die Franzosen nicht erhielten. Die britische Kolonialmacht brauchte außerdem den Suezkanal und das Öl der Araber. Seit Ende der dreißiger Jahre beschränkte sie mit Gewalt die Zu- wanderung von Juden. Doch die Briten brauchten auch die Unterstützung der Juden im westlichen Ausland. Daher versprach Außenminister Balfour eine "nationale Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina". Der Jude Arthur Koestler sagte dazu: " Eine Nation schenkt einer zweiten Nation das Land einer dritten." Die letzten Jahre der britischen Herrschaft waren anarchisch, Terror und Gewalt wurden in Palästina alltäglich. Zwischen 1936 und 1939 schlugen Juden und Briten gemeinsam einen arabischen Aufstand nieder, der 3000 Menschen das Leben kostete. Ebenfalls wurden aber auch 2659 potentielle jüdische Terroristen verhaftet, worauf die jüdische Untergrundtruppe IRGUN das Hauptquartier der britischen Streitkräfte in Palästina in die Luft jagte. Entnervt verloren die Briten jegliches Interesse am so teuer und verlustreich gewordenen Palästina-Mandat. Am 14. Mai 1948 wurde der "Union Jack" eingeholt und die britischen Truppen verließen das Land.

Am selben Tag rief Zionistenführer David Ben-Gurion in Tel Aviv den Staat Israel aus. Vor Freude tanzten und feierten die Juden auf den Straßen von Tel Aviv. Doch schon in der selben Nacht begann die Invasion der fünf arabischen Staaten (Ägypten, Irak, Transjordanien, Libanon, Syrien), mit dem Ziel, den neuen Staat schnellstens wieder auszulöschen. Die Kriegserklärung war keine Überraschung, die Invasion voraussehbar. Am 29. November 194 hatte die UNO der Teilung Palästinas in einen jüdischen und arabischen Staat zugestimmt, mit einem internationalisierten Jerusa- lem unter UNO Verwaltung. Doch die arabische Liga entschied sich nach der Proklamation Israels am 14.Mai 1948 zum Angriff.

Die Gründung Israels:

Eine UN-Sonderkommision empfahl im Mai 1947 nach einer Reise durch Palästina die Beendigung des Man- dats, den Abzug der britischen Truppen und die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Während die jüdische Führung dem Plan zustimmte, lehnten die Araber den Vorschlag ab. Am 29. November 1947 stimmte die UN- Vollversammlung für die Teilung Palästinas, angeführt von den beiden führenden Mächten USA und Sowjetunion, die die Gründung eines jüdischen Staates unter dem Eindruck des Holocaust unterstützten.

Schon in den ersten Tagen nach der UN-Abstimmung am 29. November 1947 kam es zu schweren Angriffen der Araber in Jerusalem,Jaffa und Tel Aviv.Diese Angriffe entwickelten sich bald zu schweren Kämpfen im ganzen Land zwischen arabischen Einheiten und den jüdischen Milizen, der Hagana und der Palmach, mit denen jetzt auch die IRGUN- und LechiEinheiten kooperierten.

Gleichzeitig wurde die Hauptstraße zwischen Tel Aviv und Jerusalem von arabischen Kämpfern unterbrochen und damit der jüdische Teil Jerusalems für längere Zeit von jeder Versorgung abgeschnitten. Einheiten der Ara- bischen Legion aus Transjordanien, die unter britischem Befehl stand, unterstützten die arabischen Milizen. In einigen Fällen half das britische Militär auch jüdischen Verteidigern, doch meistens unterstützte es die arabische Seite.

Am 15. Mai 1948 endet nach UN-Beschluß das britische Mandat über Palästina. Wegen des bevorstehenden Schabbats wurde Israel am Freitagnachmittag, dem 14. Mai 1948, von David Ben Gurion dem späterem Minis- terpräsidenten proklamiert (*1 ) und sofort von den USA anerkannt. Am Tag danach griffen die Armeen der fünf arabischen Staaten den neuen Staat Israel an. Der Unabhängigkeitskrieg hatte begonnen.

Israel heute:

Israels Bevölkerung - ungefähr 5,5 Millionen Einwohner, die aus etwa 80 Ländern stammen - zeigt sich ethisch, religiös, kulturell und sozial äußerst vielfältig : 81,1 % sind Juden, 14,2 % moslemische Araber, 3 % Christen und 1,7 % Andere.

Seit 1997 ist es um den Nahostkonflikt wieder ruhiger geworden, da eine von der UN vermittelte Landaufteil- ung halbwegs eingehalten wird. Das Westjordanland und der Gazastreifen stehen unter beschränkter palästinen- sischer Selbstverwaltung. Es wird aber immer noch über den Status dieser Regionen verhandelt. Die Golanhöhen bleiben unter israelischer Verwaltung. Neben der Lösung der Palästinenserfrage strebt Israel Friedensverträge mit seinen arabischen Nachbarstaaten Syrien und Libanon an. Zwischen Jordanien und Israel besteht seit 1994 ein Friedensabkommen.

In Israel selbst, z.B. in Jerusalem, gibt es sonst alles doppelt; jüdische und arabische Taxen, zwei ZOB's, zwei Geschäftszentren, zwei Feuerwehren, zwei Blutbanken, zwei Ambulanzdienste - den roten Halbmond und den roten Davidstern. Jede Stadthälfte hat eigene Zeitungen in der eigenen Sprache, und sie berichtet über die andere Seite fast aus- schließlich unter dem Aspekt des Konflikts. In den arabischen Schulen im Osten wird weiterhin nach jordanischem Curriculum gelehrt.

Für ein paar Wochen im Jahr gehen sogar die Uhren anders, was regelmäßig Verwirrung stiftet. Denn auf Som- merzeit stellt Ostjerusalem um, wenn Jordanien umstellt, und das geschieht natürlich nie gleichzeitig mit Israel.

Obwohl Bewohner einer politisch vereinten Stadt, sind die Jerusalemiten Bürger unterschiedlicher Staaten, die sogar formell im Kriegszustand miteinander stehen. Die

meisten Ost-Jerusalemer haben noch immer einen jordan- ischen Paß, zugleich aber einen

israelischen Sonderausweis für Ostjerusalem. Das verschafft ihnen Vorteile, die Palästinenser auf der besetzten West Bank nicht genießen, etwa die nationale Krankenversicherung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*1: siehe Informationen zur politischen Bildung, Israel, Seite 8

Chronik:

Die Vereinten Nationen stimmten einem Plan zu, der vorsah, Palästina in getrennte arabische und jüdische Staaten zu teilen. Es brachen heftige Kämpfe aus zwischen den Juden, die den Teilungsplan befürworteten, und den Arabern, die ihn ablehnten.

Am 14. Mai 1948 rief der Nationalrat der Juden den unabhängigen Staat Israel aus. Am selben Tag noch An- erkennung durch die USA, vier Tage später auch durch die Sowjetunion. Am 15. Mai 1948 brach der 1. Isra- elisch-Arabische Krieg aus und Ende der britischen Besatzung.

In vier Waffenstillstandsabkommen im Israelisch-Arabischen Krieg wurde vereinbart, daß der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle blieb. Die Teilung Jerusalems wurde bestätigt und Transjordanien ein Teil des Gebiets westlich des Jordans zugesichert. Seit dem 11. Mai 1949 ist Israel Mitglied der Vereinten Nationen.

Ägypten sperrt den Suezkanal und den Golf von Akaba für die israelische Schiffahrt, was zum 2. Israelisch- Arabischen Krieg führt (Sinaikrieg).

Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

Im 3. Israelisch-Arabischen Krieg (Sechstagekrieg) besiegt Israel Ägypten, Jordanien und Syrien und besetzt die West Bank, die Golanhöhen und den Gazastreifen.

Palästinensische Terroristen töten bei den Olympischen Sommerspielen in München elf israelische Sportler.

Ein ägyptisch-syrischer Angriff löste am 06.10.73 den 4. Israelisch-Arabischen Krieg (Jom-Kipur-Krieg) aus, dessen Ausgang unentschieden war.

Israel und Ägypten unterzeichnen am 26.03.79 einen Friedensvertrag, in dem Israel zusichert, seine Truppen von der Halbinsel Sinai abzuziehen.

Das israelische Parlament erklärt ganz Jerusalem zur Hauptstadt Israels.

Im Dezember annektierte Israel die Golanhöhen.

Im April erfolgt die endgültige Rückgabe der Halbinsel Sinai an Ägypten. Der am 06.06.82 begonnene Libanonfeldzug führt zum Abzug der PLO aus West-Beirut und dem Libanon. Die Besetzung des Südliba- nons durch israelische Truppen am 15.09.82 war Ursache für ein Massaker in palästinensischen Flüchtlings- lagern.

Unter den Palästinensern in den israelisch besetzten Gebieten bricht ein Aufstand gegen die Besatzer aus (Intifada).

Die PLO proklamiert auf dem XIX. Nationalkongreß den Staat Palästina bei Anerkennung der Existenz Israels.

Im 2. Golfkrieg wurde Israel Ziel irakischer Raketenangriffe, beteiligte sich aber nicht an den Kämpfen.

Bei den Knesset-Wahlen am 23.06.92 siegte die Arbeiterpartei von Itzhak Rabin. Am 04.11.92 wird auf den Golanhöhen eine neue israelische Siedlung gegründet.

Am 09. und 10.09.93 unterzeichnen Ministerpräsident Itzhak Rabin und PLO Chef Jasir Arafat ein Abkommen, das die gegenseitige Anerkennung Israels und der PLO beschließt.

Der Gazastreifen und die West Bank werden unter palästinensische Selbstverwaltung gestellt. Friedensab- kommen zwischen Israel und Jordanien. J.Arafat, S.Peres und I.Rabin erhalten Friedensnobelpreis in Oslo. Der Israeli Baruch Goldstein erschießt 29 Muslime in Hebron. Ein Hamas Anschlag fordert 22 Tote.

Am 04.11.95 wird Ministerpräsident I.Rabin Opfer eines Mordanschlags.

Schwere Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Jugendlichen und israelischer Polizei in Bethle- hem und Jerusalem.

A. Jassin, Mitbegründer der Hamas, wird trotz lebenslanger Freiheitsstrafe nach acht Jahren von Israel frei- gelassen.

Streit um Neubau jüdischer Siedlungen in Jerusalem.

Wye-Abkommen zwischen Israel und "Palästina", Israels Premier B. Netanjahu verzögert die Ausführung durch immer wieder neue Bedingungen.

Arafat kündigt an, einen palästinensischen Staat auszurufen.

Auseinandersetzungen, vor der israelischen Botschaft in Berlin (17.02.99), zwischen Kurden, israelischen Sicherheitsbeamten und der deutschen Polizei. Vier Kurden und ein israel. Sicherheitsbeamter sterben.

Am 17.05.99 israelische Parlaments- und Premierministerwahl.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wissen Sie schon, daß

- Israel, wegen des Schabbats schon am Freitagnachmittag proklamiert wurde ? (14.05.48)
- 35 % aller Juden in Israel leben ?
- Israel ca. 5 500 000 Einwohner hat ?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- im Jahr 1990 ca. 199 000 Menschen in Israel eingewandert sind ?
- Israel im Jahr ca. 6,6 Milliarden Dollar an Militärausgaben hat ?
- Tel Aviv Israels Wirtschaftshauptstadt ist ?
- in Israel auch Frauen Dienst an der Waffe leisten dürfen ?

Stefan Paeth (1999)

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Juden nach 1945 + Gründung Israels
Note
2+
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V98780
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Juden, Gründung, Israels
Arbeit zitieren
Stefan Paeth (Autor), 2000, Juden nach 1945 + Gründung Israels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98780

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