Informationsmanagement


Skript, 2000

26 Seiten


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG
1.1 Von der Datenerhaltung zum ganzheitlichen Informationsmanagement im Rahmen der Wirtschaftsinformatik
1.1.1 (...)
1.2 Begriffserklärungen
1.2.1 Information, Daten
1.2.2 Ganzheitliches Informationssystem
1.2.3 Informationsmanagement
1.2.4 Ganzheitliches Informationsmanagement

2 WESEN DES GANZHEITLICHEN INFORMATIONSMANAGEMENTS
2.1 Aufgaben des Ganzheitlichen IM
2.1.1 Strategische Aufgaben
2.1.1.1 Auswahl und Festlegung einer Informationsstrategie
2.1.1.2 Analyse und Festlegung der Informationsinfrastruktur
2.1.1.3 Personal- und Personalentwicklungsplanung
2.1.1.4 Datenmanagement
2.1.1.5 Sicherheitsmanagement
2.1.1.6 IS-Controlling
2.1.1.7 Planung und Kontrolle
2.1.1.8 Innovationsmanagement
2.1.2 Administrative/operative Aufgaben
2.1.2.1 Management der Entwicklung und Aktualisierung von IS
2.1.2.2 Konfigurations- und Netzwerkmanagement
2.1.2.3 Sicherungs- und Katastrophenmanagement
2.1.2.4 Rechnerbetrieb und Wartung
2.1.2.5 Personalmanagement
2.2 Klassifikation von IS nach verschiedenen Kriterien
2.2.1 Klassifikation nach Art der zu bewältigenden Aufgaben
2.2.2 Klassifikation nach Häufigkeit der Nutzung
2.2.3 Berücksichtigung des Anwendungsfeldes
2.2.4 Art der verwendeten Rechnerkategorien
2.3 Anforderungen an ein ganzheitliches IS
2.3.1 Ganzheitliche Planung
2.3.2 Aufgabenadäquate Informationsversorgung
2.3.3 Wirtschaftlichkeit
2.3.4 Wartbarkeit und Erweiterbarkeit
2.4 Komponenten eines idealtypischen ganzheitlichen IS
2.4.1 Das Daten- und Textbanksystem
2.4.2 Das Programmbibliothekssystem
2.4.3 Das Methodenbibliothekssystem
2.4.4 Das Tool- und Sprachsystem
2.4.5 Die wissensbasierten Systeme (WBS)
2.4.6 Das Dictionary
2.5 Managementbereiche für den Aufbau und Betrieb ganzheitlicher IS

3 SYSTEM- UND ENTSCHEIDUNGSANSATZ
3.1 Darstellung des Systemansatzes
3.1.1 Definitionen und Begriffe
3.1.2 Die Bedeutung der Schnittstellen
3.1.3 Die Bedeutung des Systemansatzes für die Wirtschaftsinformatik
3.1.4 Darstellung des betrieblichen Entscheidungssystems mit Hilfe des Systemansatzes
3.2 Der Entscheidungsansatz
3.2.1 Die Entscheidungsorientierung in der BWL
3.2.2 Besonderheiten des Entscheidungsansatzes
3.2.3 Klassifikation von Entscheidungsmodellen und Lösungsmethoden
3.2.4 Modelle mit unscharfen Mengen
3.2.5 Das Grundmodell der Entscheidungstheorie
3.3 Anwendungsbereiche des System- und Entscheidungsansatzes

4 FRAGESTELLUNG ZUR ORGANISATORISCHEN EINBINDUNG DER IV
4.1 Der Begriff Organisation im Rahmen des ganzheitlichen IM
4.2 Auslagerungsmöglichkeiten von IV-Lösungen: Outsourcing
4.2.1 Begriffserklärungen
4.2.2 Formen des Outsourcing
4.2.2.1 Zukauf von Standardsoftware
4.2.2.2 Outsourcing von Hardware und Personal
4.2.3 Ein Modell zur Unterstützung von Outsourcing-Entscheidungen
4.2.4 Vorgehensweise bei der Einführung von Outsourcing-Projekten
4.3 Zentralisierungs- / Dezentralisierungsentscheidungen
4.4 Grundsätzliche Eingliederungsmöglichkeiten des IV-Bereichs im Unternehmen
4.4.1 Traditionelle Eingliederungsformen
4.4.2 Der Lenkungsausschuß und seine Bedeutung für die Organisation der IV
4.4.2.1 Ziele und Aufgaben des Lenkungsausschusses
4.4.2.2 Organisatorische Realisierung des Lenkungsausschusses
4.5 Möglichkeiten der Aufbauorganisation einer IV-Abteilung
4.6 Möglichkeiten der Benutzerbetreuungsorganisation
4.6.1 Ziele und Aufgaben der Benutzerbetreuung
4.6.2 Organisatorische Realisierung der Benutzerbetreuung
4.7 Ablauforganisation der IV
4.7.1 Ablauforganisation der IV innerhalb der Unternehmung
4.7.2 Ablauforganisation in der IV
4.8 Personalmanagement
4.8.1 Grundlagen und Abgrenzung
4.8.2 Berufsbilder innerhalb des IM

5 ORGANISATION DER ENTWICKLUNG VON INFORMATIONSSYSTEMEN
5.1 Projektmanagement
5.1.1 Projektbeteiligte
5.1.2 Formen der Projektorganisation
5.1.3 Aufgaben des Projektmanagements
5.2 Vorgehensmodelle für die Entwicklung von IS
5.2.1 Phasenorientierte Vorgehensmodelle
5.2.2 Prototyping
5.2.3 Datenbankorientierte Vorgehensmodelle: Fourth Generation Techniques
5.2.4 Kombinierte Vorgehensmodelle
5.3 Rahmenkonzeption für die Entwicklung eines ganzheitlichen IS
5.3.1 Phase 1: Die Problemspezifikation (Anwendungsspezifikation)
5.3.2 Phase 2: Die Systemspezifikation
5.3.3 Phase 3: Die Systemkonstruktion
5.3.4 Phase 4: Die Systemimplementierung und -tests
5.3.5 Phase 5: Systemverifikation
5.3.6 Phase 6: Systemeinführung und Übergabe
5.3.7 Phase 7: Die Systemwartung

6 METHODEN ZUM GANZHEITLICHEN INFORMATIONSMANAGEMENT
6.1 Methoden zur Aufstellung eines Zielsystems
6.1.1 Methoden zur Zielfindung
6.1.1.1 Logische Methoden
6.1.1.2 Intuitive Methoden
6.1.2 Entwicklung des Zielsystems
6.1.3 Zieldetaillierung durch Ziel-Mittel-Hierarchie
6.2 Methoden zur Strategiefindung
6.2.1 Methoden zur Abschätzung von Stärken und Schwächen
6.2.2 Methoden zur Informationsbedarfsanalyse und zur Planung der strategischen Informationsinfrastruktur
6.2.3 Methoden zur Hardware-Software-Distribution
6.3 Methoden zur Erhebung und zur Darstellung und zur Dokumentation eines Systemzustandes (IST- Analyse)
6.3.1 Erhebungsmethoden
6.3.2 Darstellungs- und Dokumentationstechniken
6.4 Beurteilung der Wirtschaftlichkeit
6.4.1 Methoden der klassischen Investitionsrechnung
6.4.1.1 Statische Verfahren
6.4.1.2 Dynamische Verfahren
6.4.2 Mehrdimensionale Verfahren
6.4.3 Grobe und detaillierte Schätzverfahren
6.5 Verfahren zur zeitlichen Koordination

1 Einführung

1.1 Von der Datenerhaltung zum ganzheitlichen Informationsmanagement im Rahmen der Wirtschaftsinformatik

1.1.1 (...)

1.2 Begriffserklärungen

1.2.1 Information, Daten

- Information

⇒ Semiotik

Lehre von den Zeichensystemen, den Beziehungen der Zeichen untereinander, zu den be- zeichneten Objekten der Realität und der Vorstellungswelt des Menschen sowie zwischen dem Sender und Empfänger von Zeichen.

- Syntax,
-Semantik,
-Pragmatik.
- Daten

⇒ Nach DIN 44300 Zeichen oder kontinuierliche Funktionen, die aufgrund von bekannten oder unterstellten Abmachungen und zum Zweck der Verarbeitung Informationen darstellen.

⇒Klassifizierung

- nach der Art der verwendeten Zeichen,
-nach ihrer Darstellungsform,
- nach ihrer Formatierungsart,
-nach der Verschlüsselung.

⇒ Datenbearbeitung

sortierte oder anderweitige Aufbereitung bereits einmal erhobener Daten

⇒ Datenverarbeitung

systematische Auswertung einer größeren Anzahl von Daten

- ‚informatio‘ Erläuterung, Darlegung, Deutung

auch: Aufklärung, Unterweisung, Belehrung „Somit geht es bei der Information um Wissen und dessen Interpretation.“!

- SCHNEIDER:

„Information soll das Wissen benennen, das ein Entscheider über die künftigen Sachverhalte in der Erfahrungswelt benötigt. Erst dann kann er zielgerichtet (zielentsprechend) entscheiden, also: Einfluß auf die künftigen Sachverhalte nehmen.“

„Information muß begrenzt werden auf das Wissen über die Wirklichkeit, das ein Entschei- dungsmodell für seine Anwendung voraussetzt.“

1.2.2 GanzheitlichesInformationssystem

- Aus Sicht der Wirtschaftsinformatik liegt das Interesse in den systematisch organisierten Infor- mationsflüssen durch die Unternehmen.

⇒objektiver Informationsbedarf,

⇒ subjektiver Informationsbedarf,

⇒Informationsangebot,

⇒ Informationsnachfrage.

- betriebliches Informationssystem Programme, Daten, Informationen

Ein betriebliches Informationssystem wird als ganzheitliches Informationssystem bezeichnet, wenn alle an das System gestellten Informationsbedarfe darüber erfüllt werden, und wenn es klar nach einheitlichen Prinzipien gegliedert und aufgebaut ist.

- Anwendungsprogramme,Anwendungssystem Systemprogramme

- Ziel ist die Versorgung der Entscheidenden mit guten und ansprechenden Informationen.

1.2.3 Informationsmanagement

- Das komplette IS muß im Zusammenhang mit dem gesamten Unternehmenszielsystem geplant

werden.

- Unter IM in einem Betrieb versteht man also die Beschäftigung mit der aufeinander abge- stimmten Sammlung, Erfassung, Be- und Verarbeitung, Aufbewahrung und Bereitstellung von Information sowie der hierfür erforderlichen Organisation.

1.2.4 Ganzheitliches Informationsmanagement

- Unter Ganzheitlichem IM soll ein IM verstanden werden, das die Informationsflüsse von der

Sammlung, Erfassung bis zur Bereitstellung sowie alle Be- und Verarbeitungsprozesse plant, steuert, koordiniert, realisiert und kontrolliert.

- Top-Down Bottom-Up

- Forderung an Standardsoftware

⇒ Integrierbarkeit in eine im Unternehmen vorhandene Datenbasis,

⇒Anpaßbarkeit der Funktionen entsprechend den verfolgten Zielen.

2 Wesen des Ganzheitlichen Informationsmanagements

2.1 Aufgaben des Ganzheitlichen IM

2.1.1 Strategische Aufgaben

- Zukunftsorientierung

- Wettbewerbsorientierung

1. Koordination Unternehmensführung IM,
2. Integration der verschiedenen Aktivitäten ins IM,
3. weiterer Abstimmungsprozeß: Organisation, Personal, Informationsinfrastruktur

2.1.1.1 Auswahl und Festlegung einer Informationsstrategie

- Festlegung, welche Bedeutung den Informationen, der Informationsbereitstellung und der

Kommunikation für das Unternehmen insgesamt zukommt und wie die Ziele des Unternehmens für den Bereich der IV aussehen.

- 4 mögliche Fälle für das Leistungspotential der IM-Funktion:

⇒ gleichmäßig schwach ausgebaut,

⇒zeigt fallende Tendenzen,

⇒ ist und wird gleichmäßig hochgradig ausgestattet,

⇒zeigt steigende Tendenzen.

- Planung der Informationsversorgung

⇒ Planung des Einsatzes des Informations- und Kommunikationssystems (IKS)

⇒Formulierung einer Gesamtunternehmenswettbewerbsstrategie, in welcher festgelegt wird,

welches Potential bzw. welche Aufgaben die Informationsinfrastruktur übernehmen soll.

- Analyse der Wettbewerbssituation

⇒ Bestimmung der Wettbewerbsfaktoren,

⇒Erhebung der IST-Situation,

⇒ Analyse der IST-Situation,

⇒Festlegung des SOLL-Zustandes.

- Strategisches Informationsmanagement nach TROTT

1. Zielbildung für den Prozeß des strategischen IM
2. Analyse der Ausgangssituation
3. Analyse der Strategieveränderungsmöglichkeit (Alternativen)
4. Auswahl der strategischen Stoßrichtung
5. Festlegung der Strategie
6. Umsetzung der Strategie

Dieser Prozeß wird zyklisch durchlaufen (beginnt also wieder bei 1.)!

2.1.1.2 Analyse und Festlegung der Informationsinfrastruktur

- Informationsinfrastruktur

Einrichtungen, Mittel und Maßnahmen, welche die Voraussetzung für die Produktion von In- formation und Kommunikation in einer Organisation schaffen.

- Architektur? Software?
- Ergebnis dieser Phase ist eine generelle Konzeption, in der unter Berücksichtigung des Infor- mationsbedarfs eine Informationsinfrastruktur festgelegt wird, welche gleichzeitig Hard- und Software angibt.

- Die Personalplanung muß gleichzeitig berücksichtigt werden.

2.1.1.3 Personal- und Personalentwicklungsplanung

- Da Personal in der IV knapp ist, ist es erforderlich, frühzeitig Personal auszubilden und auf die künftigen Aufgaben vorzubereiten.

- Die gezielte Personal- und Personalentwicklungsplanung ist eine offensichtliche Voraussetzung für ein wirklich strategisches IM.

- Weiterbildung, Schulung

2.1.1.4 Datenmanagement

- Aufgaben des Datenmanagements

⇒ Definieren und Festlegen einer Strategie für das Datenmanagement,
⇒Schaffen der datenmäßigen Voraussetzungen für geplante und genutzte integrierte IKS,
⇒Anpassung der datenmäßigen Voraussetzungen bei veränderten Anforderungen an obige Sy- steme,
⇒Festlegung der organisatorischen Verantwortung,

⇒ Beschreiben der Daten des Datensystems in einem dem Benutzer zugänglichen Datenkata- log,
⇒ Rationalisierung des Datensystems,
⇒ Planung, Überwachung und Steuerung der Nutzung externer Datenbanken.

2.1.1.5 Sicherheitsmanagement

- Aufgaben des Sicherheitsmanagements

⇒ Ausfallsicherheit,
⇒ Einhalten des Datenschutzgesetzes und sonstiger Verordnungen,
⇒Zugriffsbeschränkungen.

2.1.1.6 IS-Controlling

- Durch das Controlling soll die Anpassungs- und Überlebensfähigkeit von Organisationssyste- men erhöht werden.

- HORVATH:

Beim Controlling handelt es sich um ein funktionsübergreifendes Steuerungsinstrument, das die Aufgabe der Koordination von Planung, Kontrolle und Informationsversorgung umfaßt.

- Planungshilfen für das IS-Controlling (HAUFS):

1. Budgets
2. Verrechnungspreise
3. Kennzahlen

2.1.1.7 Planung und Kontrolle

- KLENGER:

Planung ist ein systematisches, zukunftsbezogenes Durchdenken und Festlegen von Zielen, Maßnahmen, Mitteln und Wegen zur zukünftigen Zielerreichung.

- Aufgabe der Kontrolle ist es, laufend zu überprüfen, ob signifikante Zielabweichungen aufge- treten sind.
- Für die Durchführung von Planung und Kontrolle ist es zweckmäßig, eine geeignete Strukturie- rung des IV-Sektors durchzuführen.

Beispiel:

- Anwendungssystem,
- Hardware und Systemsoftware-System,
-Neuentwicklungen.
- Kriterien zur Strukturierung einzelner Pläne (Beispiel)

⇒ entsprechend den Untersuchungsgrößen in strategische, taktische und operative Pläne,
⇒entsprechend dem Zielhorizont in lang-, mittel- und kurzfristige Pläne.

2.1.1.8 Innovationsmanagement

- Der Bereich des Informationsmanagements dient der permanenten Überprüfung des bestehen- den, möglichst ganzheitlich konzipierten IS, um rechtzeitig Impulse für Aktualisierungen und Neukonzeptionen zu erhalten.

- Prozessinnovation

2.1.2 Administrative/operativeAufgaben

2.1.2.1 Management der Entwicklung und Aktualisierung von IS

- Aufgabe zu entscheiden, ob:

⇒ bestehende Software erneuert oder

⇒weiterhin angepaßt (gewartet) wird, oder
⇒ ob eine grundlegende Überarbeitung der alten Software stattfinden soll (Reengineering).

- Prozesse des Reengineering

⇒ Reverse Engineering,
⇒Restructuring,
⇒ Redocumentation,
⇒Forward Engineering.

- Gründe für die Durchführung eines Reengineerings

⇒ unstrukturierter Code,
⇒ fehlende Kommentare machen das Programm unverständlich,
⇒fehlende oder eingeschränkte Funktionalität,
⇒ Erweiterungen und Schnittstellenanpassungen sind aufgrund der Sprachenabhängigkeit un- möglich,

⇒ es ist eine Integration in das gesamte unternehmensübergreifende Informationsversorgungs- system geplant.

➔ Outsourcing?!

- Datenversorgungsprozeß

Die richtigen Daten müssen

⇒zur richtigen Zeit
⇒ in der richtigen Datei
⇒in der richtigen Form
⇒ weitgehend redundanz- und widerspruchsfrei
⇒sicher und stets verfügbar für die verschiedenen AS
⇒unabhängig von der physischen Speicherung der Daten bereitstehen.

2.1.2.2 Konfigurations- und Netzwerkmanagement

(...)

2.1.2.3 Sicherungs- und Katastrophenmanagement

(...)

2.1.2.4 Rechnerbetrieb und Wartung

(...)

2.1.2.5 Personalmanagement

(...)

2.2 Klassifikation von IS nach verschiedenen Kriterien

2.2.1 Klassifikation nach Art der zu bewältigenden Aufgaben

a) Administrationssysteme

⇒ Schreiben von Adressen,
⇒ Erstellung von Serienbriefen,
⇒Verwaltung von Lagerbeständen,
⇒Auftragsabwicklung,
⇒ Kontenführung. b) Dispositionssysteme
⇒ Bestelldispositionen von Fremdgütern und Eigenbedarf,
⇒Belegung von Maschinen in Engpaßsituationen,
⇒ Festlegung von Losgrößen.

c) Berichts- und Abfragesysteme d) Planungs- und Entscheidungssysteme

⇒ Vertriebs- bzw. Absatzplanung,
⇒Investitionsplanung,
⇒ Personalplanung,
⇒Gewinnplanung. e) Kontrollsysteme

2.2.2 Klassifikation nach Häufigkeit der Nutzung

- regelmäßig / fallweise / in besonderen (Not)Fällen

- Frühwarnsysteme

⇒ Es sollen Diskontinuitäten in Subsystemen frühzeitig wahrgenommen und daraus auf die re- sultierenden Risiken geschlossen werden.
⇒ Beispiel

- ständige Erfassung von Indikatorwerten,

-Analyse der Indikatorwerte.

⇒ Klassifikation

-kontrollorientiert,

- prognoseorientiert.

⇒Prognoseverfahren

- mathematisch-strategisch,

-Simulation,

- Heuristik.

2.2.3 Berücksichtigung des Anwendungsfeldes

- mögliche Klassifikation

⇒ Industrie,
⇒Handel,
⇒Banken,
⇒ öffentlicher Sektor,
⇒Bauwirtschaft.

2.2.4 Art der verwendeten Rechnerkategorien

Client-Server-Architektur gewinnt zunehmend an Bedeutung!

2.3 Anforderungen an ein ganzheitliches IS

2.3.1 Ganzheitliche Planung

- Informationen der Gesellschaft, des Staates, des Betriebes und externe Märkte müssen gesam- melt, aufbereitet und ausgewertet werden (integriert, also nicht voneinander isoliert).

2.3.2 AufgabenadäquateInformationsversorgung

- Methoden zur Ermittlung des Informationsbedarfs

⇒ Interview,
⇒ Brainstorming,
⇒Methode 635,
⇒ Szenario-Technik,
⇒Portfolio-Analysen,
⇒ Kommunikationsdiagramme,
⇒Informationsbedarfsprognosen.

2.3.3 Wirtschaftlichkeit

- Wie ist die Entwicklung, Nutzung und Wartung von ganzheitlichen IS wirtschaftlich zu bewerk- stelligen?
- Systematische, ganzheitliche Planung ist dringend erforderlich!
- Abteilungsinterne ‚Quick-And-Dirty‘-Lösungen passen häufig nicht in das Gesamtkonzept.
- Effektives, abteilungsübergreifendes IM ist erforderlich, damit der Aufwand für Erstellung, Pflege und Wartung gering gehalten wird.
- Verfahren zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

⇒ Investitionsrechnung,
⇒mehrdimensionale Verfahren,
⇒grobe und detaillierte Schätzverfahren.

2.3.4 Wartbarkeit und Erweiterbarkeit

- Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung

⇒ Kongresse,
⇒Tagungen,
⇒Messen,
⇒ Arbeitsgruppen,
⇒Zeitschriften,
⇒ Mailboxsysteme,
⇒Usergroups,
⇒ Internet.

- Insellösungen kommen nicht in Frage, sondern nur solche, die mit dem betreffenden System wieder ein ganzheitliches System bilden.

- Ansprüche an ein IS:

⇒ zielkonform,
⇒zuverlässig,
⇒ übersichtlich und leicht verständlich,
⇒änderungsfreundlich,
⇒ zeitadäquat,
⇒wirtschaftlich.

- Ansprüche an die eingesetzten Programme

⇒ nach einheitlichen Konzeptionen verfaßt,
⇒anwendungsfreundlich,
⇒ übersichtlich gestaltet,
⇒modularer Aufbau.

2.4 Komponenten eines idealtypischen ganzheitlichen IS

2.4.1 Das Daten- und Textbanksystem

- Schritte bei einer Datenbankanfrage

1. Anforderung Benutzerprogramm Dictionary DBMS
2. Prüfung und Zugriffspfadermittlung durch das DBMS
3. Auftragserteilung Daten DBMS Betriebssystem
4. Herstellung der Verbindung zur DB durch Betriebssystem
5. Transfer der Daten in den Puffer des DBMS
6. Auswahl und Bereitstellung der Daten im Benutzerarbeitsbereich
7. DBMS informiert Benutzerarbeitsbereich / -programm
8. Bearbeitung der Daten
9. Löschen des DBMS-Puffers

2.4.2 DasProgrammbibliothekssystem

- Summe der für das Tagesgeschäfts der Unternehmung benötigten Applikationen
- Bei der Erstellung der Bausteine ist folgendes zu beachten:

⇒ Prinzip der Modularisierung,
⇒Prinzip der Datenunabhängigkeit.

2.4.3 DasMethodenbibliothekssystem

- Sammlung von Programmbausteinen, aus denen in kurzer Zeit fertige Applikationen erstellt werden können.

2.4.4 Das Tool- und Sprachsystem

- Fünf Generationen von Programmiersprachen:

1. Maschinensprachen
2. maschinenorientierte Sprachen
3. problemorientierte Sprachen (COBOL, FORTRAN, PASCAL)
4. datenorientierte Sprachen (NATURAL, SQL, QBE)
5. wissensorientierte Sprachen (LISP, LOGO, PROLOG)

2.4.5 Die wissensbasierten Systeme (WBS)

- Abgrenzung WBS XPS (WATERMAN)

„Die Bezeichnung ‚Expertensystem‘ bringt den externen Aspekt - das Verhalten des Systems seiner Umwelt gegenüber, nämlich ähnlich wie ein menschlicher Experte - zum Ausdruck. Da- gegen wird mit wissensbasiert eher die interne Systemstruktur, also die softwaretechnologische Seite mit der - mehr oder weniger - expliziten Darstellung des anwendungsspezifischen Wis- sens, angesprochen.“

- Haupteinsatzgebiet von WBS ist bei komplexen, schlecht strukturierten Problemen zu sehen.
- Drei wesentliche Komponenten eines WBS

1. Wissensbasis oder -bank
2. Problemlösungskomponente oder Inferenzmaschine
3. Kommunikationskomponenten

- Dialog,
-Erklärung,
- Wissenserwerb.

2.4.6 Das Dictionary

- Verzeichnis, das Informationen über alle zur Verfügung stehenden Daten des Datenbanksystems enthält. Weiterhin enthält es Informationen über die Applikationen, Bibliotheken etc.
- Directory lokales Data Dictionary globales Data Dictionary Repository

2.5 Managementbereiche für den Aufbau und Betrieb ganzheitlicher IS

a) Grundlagen
b) Datenmanagement
c) Entwicklungsmanagement d) Integrationsmanagement e) Toolmanagement

3 System- und Entscheidungsansatz

3.1 Darstellung des Systemansatzes

3.1.1 Definitionen und Begriffe

- Systemansatz

Der Systemansatz ist eine geeignete Wissenschaftskonzeption für die ganzheitliche Gestaltung aller Informationsflüsse und somit eine geeignete Basis zur Schaffung einer effizienten Infor- mationsverarbeitung. Aus diesen Gründen wird er als der wesentliche Ansatz für die Wirt- schaftsinformatik angesehen.

- System

Ein System S ist einerseits durch die Menge seiner Elemente E und Subsysteme s, andererseits durch die Menge der Beziehungen B zwischen den Elementen und Subsystemen charakterisiert.

- Elemente

sind nicht weiter zu zerlegende Bestandteile einer Gesamtheit bezüglich einer Betrachtungse- bene.

- Subsysteme

sind Teile eines Systems, die weiter aufgespalten werden können, für die dieses aus Gründen der Zweckmäßigkeit augenblicklich aber noch nicht sinnvoll ist, da sonst die Zerlegung zu komplex wird.

- Beziehungen

(oder Schnittstellen) sind Verbindungen zwischen den Elementen und / oder Subsystemen, die das Verhalten der Elemente und des gesamten Systems beeinflussen.

- Struktur

(eines Systems) wird bestimmt durch die Menge der Elemente sowie durch die Menge und Art der Beziehungen, die zwischen den einzelnen Systemelementen zu einem bestimmten Zeitpunk bestehen.

- Klassifizierung von Systemen

⇒ Systemarten

-abstrakt,
- konkret,
-sozial.

⇒ Systementstehungsart

-natürlich,
- künstlich.

⇒ Systembeziehungen

-einfach,
- komplex,
-offen,
- geschlossen.

⇒Systemverhalten

- statisch,
-dynamisch.

⇒ Systemantriebsverhalten

-aktiv,
- passiv.

⇒ Systemumweltverhalten

-starr,
- adaptiv,
-lernend,
- kybernetisch.

⇒ Systemlenkverhalten

-kontrollierbar,
- nicht kontrollierbar.

⇒Systemprognostizierbarkeit

- deterministisch,
-stochastisch,
- unscharf (fuzzy).
- Bei den über das IM abzubildenden Unternehmen handelt es sich um

⇒ sozio-technische,
⇒künstliche,
⇒ aktive,
⇒ kybernetische,
⇒komplexe,
⇒ offene,
⇒ dynamische,
⇒ weitgehend aktive adaptive,
⇒stochastische und / oder unscharfe,
⇒meist kontrollfähige

Systeme.

- Ein Hauptanliegen bei der Anwendung des Systemansatzes ist die zielgerichtete Gestaltung sta- biler Systeme. Zur Erreichung der Systemstabilität bedient man sich der Steuerung und Rege- lung.

- Steuerung

Anweisung an Systemelemente aufgrund eines Störeinflusses. ohne daß eine Rückmeldung über den Erfolg der Maßnahme erfolgt.

⇒ Bestandteile

-Steuerstrecke,
- Steuerglied.

⇒Voraussetzungen

- deterministische und bekannte Ursache-Wirkungszusammenhänge,
-sofortige Beseitigung (Typ A) oder zeitgleiche Kompensation (Typ B),
-Auswirkungen müssen bekannt sein.
- Regelung

Überwachungs- und Korrekturprozeß an einem System, bei dem SOLL-IST-Abweichungen der Regelgröße X eigenständig entsprechende Korrekturen an der Stellgröße Y im Regler oder Re- gelglied so lange auslösen, bis der Erfolg der Korrekturmaßnahmen an der Zielgröße festgestellt wird (Rückkopplung).

Der Rückkopplungsprozeß hinkt in der Praxis der Störgröße zeitlich hinterher. Aus diesem Grund können Störungen nicht exakt kompensiert werden (Stabilitätsproblem).

3.1.2 Die Bedeutung der Schnittstellen

- Schnittstellen stellen die Verbindungen zwischen interaktiven Systemen oder Systemelementen her.
- Das Schnittstellenverhalten regelt alle Abläufe des Gesamtsystems, sofern sich diese an den Schnittstellen beobachten lassen.
- Systeme lassen sich austauschen, wenn sie über äquivalente Schnittstellen verfügen - also kom- patibel sind.
- Unterscheidung zwischen physikalischen und logischen Schnittstellen

3.1.3 Die Bedeutung des Systemansatzes für die Wirtschaftsinformatik

- Mit Hilfe des Systemansatzes wird im betrieblichen IV-Bereich primär versucht,

⇒ Systeme darzustellen und zu verstehen (Erklärungsmodell),
⇒Systeme zu gestalten (Gestaltungsmodell).

- Besonderheiten und Vorteile des Systemansatzes

⇒ ganzheitliche Betrachtungsweise,
⇒ problemadäquate, komplexitätsreduzierte Hierarchisierung,
⇒problemadäquate Abstraktionsstufe,
⇒ Grundlage für die Anwendung quantitativer Methoden,
⇒Systematisierung und Strukturierung

- Vorgehensmodelle,
- introspektiver, analytischer Systemansatz.

3.1.4 Darstellung des betrieblichen Entscheidungssystems mit Hilfe des Systemansatzes

- Subjektsystem

⇒ Zielsystem,
⇒ Informationssystem (Informationen über das Objektsystem),
⇒Entscheidungslogiksystem (Verarbeitung der Informationen).

- Objektsystem

⇒ Umweltsystem,
⇒ Aktionssystem (Aktionsmöglichkeiten),
⇒Ergebnissystem (Ergebnis der Kombination von Umwelt- und Aktionssystem).

3.2 Der Entscheidungsansatz

3.2.1 Die Entscheidungsorientierung in der BWL

a) Entscheidungstheorie

Die Entscheidungstheorie versteht sich als eine interdisziplinäre Forschungsrichtung, die sich mit der Formulierung und der Lösung von Entscheidungsproblemen beschäftigt. Sie setzt sich neben betrieblichen Entscheidungsproblemen auch allgemein mit Entscheidungsproblemen von Individuen auseinander.

1. deskriptive Entscheidungstheorie
2. präskriptive Entscheidungstheorie

Typische Problemstellungen der Entscheidungstheorie:

⇒Entscheidung unter Sicherheit,
⇒ Entscheidung unter Risiko,
⇒Entscheidung unter Unsicherheit,
⇒ Aufstellung des Grundmodells der betrieblichen Entscheidungstheorie zur Entscheidungs- findung.

b) Operations Research

(Unternehmensforschung, Operationsforschung, Optimalplanung)

DGOR: Operations Research wird meist im Sinne von ‚modellgestützer Planung im Unter- nehmen‘ verstanden.

⇒ Optimalitätsstreben
⇒Modelldenken

- Abbildungsprozeß:

1. Festlegung des Ziels der Modellierung
2. Problemformulierung
3. Konstruktion eines berechenbaren Modells
4. Ableitung einer Lösung
5. Kontrolle des Modells und Auswertung der Lösung
6. Übertragung der Lösung auf das Realproblem
7. Überwachung und Anpassung der Lösung

⇒Quantifizierung des Entscheidungsproblems
⇒ Vorbereitung von (guten) Entscheidungen

Typische Fragestellungen des OR:

⇒Mischungsprobleme,
⇒ Kuppelproduktion,
⇒Ablaufplanung,
⇒ Produktionsprogrammplanung.

3.2.2 Besonderheiten des Entscheidungsansatzes

1. Das reale Entscheidungssubjekt steht im Mittelpunkt der Betrachtungen.
2. Das Informationsproblem spielt eine zentrale Rolle.
3. Die Entscheidungen haben Prozeßcharakter, d.h. man kann den Entscheidungsprozeß in Phasen einteilen.

Beispiel:

1. Anregungsphase
2. Suchphase
3. Bewertungsphase
4. Realisierungsphase
5. Kontrollphase

3.2.3 Klassifikation von Entscheidungsmodellen und Lösungsmethoden

1. Methoden der Entscheidung bei Sicherheit (deterministisch)

⇒Lagrange’sche Multiplikatormethode,
⇒ Differentialrechnung.

2. Methoden für Entscheidungsmodelle bei Ungewißheit

⇒Simulation,
⇒ Warteschlangenmodelle,
⇒Markovketten,
⇒ heuristische Entscheidungsprobleme,
⇒ Entscheidungsmodelle mit unscharfen Mengen (fuzzy sets),
⇒Entscheidungsmodelle bei Risiko,
⇒ Entscheidungsmodelle unter Unsicherheit.

3.2.4 Modelle mit unscharfen Mengen

- Bedeutung der unscharfen Daten und Modelle

⇒ Datenermittlung erfolgt in ‚gewissen‘ Umgebungen
⇒Abgrenzungsschwierigkeiten bei der Problemdefinition
⇒ Die Unschärfe einer Angabe wird i.d.R. durch ein Maß ausgedrückt, bspw. durch das Maß der Zugehörigkeit zu einer Aussage. Bezüglich der Maße gibt es zwei Fälle:

1. Skalierung nur schwer möglich
2. Skalierung ohne Schwierigkeiten möglich

⇒ Mit Hilfe der Fuzzy-Logik lassen sich unscharfe Begriffe kombinieren.
⇒Vor einer Modellbildung ist es sinnvoll zu prüfen, ob es sich um ein stochastisches oder ein unscharfes Problem handelt.

3.2.5 Das Grundmodell der Entscheidungstheorie

a) Voraussetzungen des Grundmodells der Entscheidungstheorie

⇒ Der Entscheidungsträger ist sich aller Handlungsalternativen bewußt.
⇒ Alle Umweltzustände sind bekannt.
⇒ Eine einmal getroffene Entscheidung kann nicht korrigiert werden, sondern wird sofort ‚prä- sentiert‘.

b) Komponenten des Grundmodells der Entscheidungstheorie

⇒ In das Entscheidungsfeld gehen ein:

1. Daten über das Entscheidungsfeld
2. Daten über das Zielsystem

⇒ Jeder Kombination von Aktionsalternativen und möglichen Umweltzuständen können Er- gebnisse zugeordnet werden.
⇒ Mit Hilfe der Nutzen- bzw. Präferenzfunktion werden die Ergebnisse (der mehrdimensio- nalen Ergebnismatrix) in eine zweidimensionale Entscheidungsmatrix übertragen.
⇒ Entscheidungsregeln:

- Minimax- / Maximax-Regel (Pessimismus / Optimismus)
-Hurwicz-Regel (gewogener Durchschnitt)
- Laplace-Regel (gleiche Wahrscheinlichkeit der Umweltzustände)
-Niehans-Savage-Regel (‚Maß des Bedauerns‘)

3.3 Anwendungsbereiche des System- und Entscheidungsansatzes

- Systemansatz als der Ansatz zur Gestaltung von Systemen,

- Entscheidungsansatz als wesentlicher Ansatz für die Entwicklung von Entscheidungsunter- stützungssystemen und für Integrationsbestrebungen

4 Fragestellung zur organisatorischen Einbindung der IV

4.1 Der Begriff Organisation im Rahmen des ganzheitlichen IM

- institutionaler und instrumentaler Organisationsbegriff
- instrumental

⇒ Organisation als Instrument zur Zielerreichung sozio-technischer Systeme.
⇒Gesamtheit aller formalen und informalen zeitlich unbefristeten Regelungen zur effiziente- ren Abwicklung bestimmter, immer wiederkehrender Aufgaben in einem Unternehmen (Sy- stem).

- Improvisation: vorläufige oder zeitlich befristete Regelungen

Disposition: Regelung von Einzelfällen

- Gestaltungsinhalte der Organisation

⇒ Elemente (Aufgaben, -träger, Sachmittel, Informationen),
⇒Beziehungen (Aufbau- und Ablaufbeziehungen),
⇒ Dimensionen (Zeit, Raum, Menge).

4.2 Auslagerungsmöglichkeiten von IV-Lösungen: Outsourcing

4.2.1 Begriffserklärungen

- ‚Outsourcing‘ aus Outside und Resourcing teilweise oder komplette Auslagerung von betrieblichen Funktionsbereichen zum Zwecke der Fremderstellung an Dritte (z.B. Gebäudereinigung, Wach- und Schließdienst, Kantinenessen etc.).

- Möglichkeiten der Auslagerung

⇒ die gesamte IV,
⇒ Nutzung eines Service-Rechenzentrums,
⇒Erstellung der gesamten AS,
⇒ Eigenfertigung / Fremdbezug von einzelnen Programmen.

- ‚Inhouse Outsourcing‘

Organisation eines betrieblichen Funktionsbereichs als Profit-Center, deren Leistungen auch Dritten zur Verfügung gestellt werden können.

- ‚Facilities Management‘

wird oft als Synonym zum Outsourcing verwendet, bildet jedoch eigentlich einen Teilbereich bzw. eine Unterform, nämlich den Betrieb des Rechenzentrums durch Dritte.

4.2.2 Formen des Outsourcing

4.2.2.1 Zukauf von Standardsoftware

- Definition ‚Standardsoftware‘

⇒ übernimmt eine genau beschriebene Problemlösung,
⇒ ist generell bei unterschiedlichen Organisationsstrukturen hardware- und betriebssystem- unabhängig einsetzbar,
⇒ läßt sich hinsichtlich des Aufwandes für die organisatorische Anpassung genau eingruppie- ren,
⇒ wird zu einem Festpreis angeboten.

- Vorteile von Standardsoftware

⇒ Preisvorteil (5-20% der Kosten einer Individualsoftware),
⇒geringe Lieferfristen,
⇒ ausgetestete und erprobte Software,
⇒ Möglichkeit des Imports betriebswirtschaftlichen Know-Hows,
⇒die Entwicklung nicht sinnvoller Parallelentwicklungen wird vermieden,
⇒höhere Qualität,
⇒ erübrigt den Aufbau eines eigenen Entwicklungsteams mit Spezialkenntnissen,
⇒wird laufend weiterentwickelt.

- Nachteile von Standardsoftware

⇒ entspricht meist nicht voll den Anforderungen,
⇒bewirkt eine Abhängigkeit vom Hersteller,
⇒ bei Hardwareanbietern ist sie meist nicht portierbar (proprietär),
⇒ enthält höchstwahrscheinlich eine Vielzahl von Funktionen, die nicht verwendet werden,
⇒viele redundante Möglichkeiten wirken sich negativ auf die Benutzerfreundlichkeit aus.

4.2.2.2 Outsourcing von Hardware und Personal

- Einführung entweder

⇒ eigenständig,
⇒ allein durch den Outsourcer oder
⇒mit Unterstützung des Outsourcers.

- Outsourcing-Verträge im Hardware-Bereich haben eine relativ lange Laufzeit von etwa 5-10 Jahren.

- Vorteile und Chancen

⇒ Zugang zu Know-How, das selbst nur schwer und teuer aufzubauen oder zu halten ist,
⇒Freisetzung von Kapazitäten für strategisch wichtige Aufgaben,
⇒ Reduktion von technischen und personellen Risiken,
⇒bessere Leistungen zu evtl. niedrigeren Kosten,
⇒ bessere Transparenz und Steuerbarkeit der Kosten, d.h. variable statt fixe Kosten,
⇒Freisetzung von Finanzmitteln für Investitionen,
⇒ evtl. positive Auswirkungen auf den Jahresabschluß.

- Nachteile und Risiken

⇒ u.U. schlechte Leistungen des Outsourcers,
⇒langfristig Verlust von Know-How und Kompetenz,
⇒ eine umfassende Outsourcing-Entscheidung ist extern schwer rückgängig zu machen,
⇒bei Daten mit hoher strategischer Bedeutung erscheint die Verarbeitung durch Dritte be- denklich,
⇒ evtl. Motivationsprobleme bei den Mitarbeitern,
⇒ personalpolitische und arbeitsrechtliche Probleme beim Übergang zum Fremdbezug,
⇒instabile Leistungen des Outsourcers mit gravierenden Folgen,
⇒ Intransparenz und Unkontrollierbarkeit der verlangten Preise,
⇒dauerhafte Liquiditätsbelastung.

- Möglichkeiten zur Minderung der genannten Probleme

⇒ Die gesamte ablauforganisatorische Kompetenz ist beim Unternehmen zu belassen. Trotz Outsourcing behält das Unternehmen dann den maßgeblichen Einfluß auf IV-technische Entscheidungen und Lösungen.
⇒ Das Projektmanagement hat ein höheres Maß an Steuerung und Kontrolle zu übernehmen.
⇒eindeutige Festlegung wichtiger Vertragspunkte (Zielsetzung, Aufgabenabgrenzung, Projektleitung, -organisation, ...)

4.2.3 Ein Modell zur Unterstützung von Outsourcing-Entscheidungen

- Portfolio-Technik
- Gesichtspunkte der Positionierung

⇒ Unternehmensspezifität,
⇒Unsicherheit,
⇒ Strategische Bedeutung,
⇒Häufigkeit.

- Normstrategien

⇒ reiner bzw. intern unterstützter Fremdbezug,
⇒ koordinierter Einsatz interner und externer Aufgabenträger (Mischstrategie),
⇒reine bzw. extern unterstützte Eigenleistung.

4.2.4 Vorgehensweise bei der Einführung von Outsourcing-Projekten

- strukturiertes und systematisches Vorgehen unbedingt notwendig!

⇒ Erstellen eines Anforderungskataloges und Abstimmung mit der Unternhemens-IV-Strate- gie,
⇒ Einholen und Vergleich von Angeboten verschiedener Outsourcer,
⇒Überprüfung der Referenzen (!),
⇒ Information der Mitarbeiter,
⇒Erstellen eines Zeitplans,
⇒ Schaffung der Rahmenbedingungen für den Outsourcing-Vertrag und dessen organisatori- sche Abwicklung.

4.3 Zentralisierungs- / Dezentralisierungsentscheidungen

- Dimensionen

⇒ räumlich,
⇒technisch,
⇒ organisatorisch.

- Sizing-Strategien

⇒ Downsizing,
⇒Rightsizing,
⇒Smartsizing.

- kennzeichnende Merkmale

⇒ zentral

- ASCII-Arbeitsplatz,
-zentrale Anwendungen,
-zentrale Datenbank,
-proprietäres System.

⇒Downsized

- PC-Windows-Arbeitsplatz,
-verteilte Anwendungen,
-zentrale Datenbank,
- proprietäre-heterogene Systeme.

⇒Rightsized

- OSF / Motif-Arbeitsplatz,
-verteilte Anwendungen,
-zentrale Datenbank,
- offene Systeme.

⇒Smartsized

- PC-Windows-Arbeitsplatz,
-verteilte Anwendungen,
-zentrale Datenbank,
- offene-heterogene Systeme.

⇒ Dezentral

- PC-Windows / OSF / Motif-Arbeitsplätze,
-verteilte Anwendungen,
- verteilte Datenbank,
-offene-heterogene Systeme.
- Primärziele der IV-Organisation nach WALL

1. Befriedigung des berechtigten IV-Bedarfs aller organisatorischen Einheiten
2. Wirtschaftlichkeit der IV
3. Gestaltungsfreiheit der allgemeinen Unternehmensorganisation gegenüber der IV-Organisa- tion

4. Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter

4.4 Grundsätzliche Eingliederungsmöglichkeiten des IV-Bereichs im Unternehmen

4.4.1 TraditionelleEingliederungsformen

a) IV als Teil einer Fachabteilung
b) IV als Stabsstelle
c) IV als Linienabteilung funktionsorientierte marktorientiere Gliederung

4.4.2 Der Lenkungsausschuß und seine Bedeutung für die Organisation der IV

4.4.2.1 Ziele und Aufgaben des Lenkungsausschusses

- Das übergeordnete Ziel bei der Einrichtung eines Lenkungsausschusses ist die Koordination aller unternehmensweiten IV-Aktivitäten. Daraus lassen sich zwei Aufgabenebenen ableiten:

⇒strategische Planung,
⇒ Entscheidung und Bewilligung von Projekten.

- Zusammenfassend ergeben sich folgende Aufgaben:

⇒ Zielfestlegung für das IM,
⇒ Abstimmung des IM mit der Unternehmensstrategie,
⇒Festlegung von Auswahlkriterien für Projekte,
⇒ Festlegung von Anforderungen für die Entwicklung neuer Anwendungen,
⇒Verteilung von monetären und personellen Ressourcen auf die Projekte.

4.4.2.2 Organisatorische Realisierung des Lenkungsausschusses

- Mitglieder des Lenkungsausschusses sollten die Leiter der Fachabteilungen, der Leiter des IM und die Geschäftsleitung sein.

- Funktionen desLenkungsausschusses:

⇒ Information,
⇒Beratung,
⇒ Entscheidung.

4.5 Möglichkeiten der Aufbauorganisation einer IV-Abteilung

- (...)

4.6 Möglichkeiten der Benutzerbetreuungsorganisation

4.6.1 Ziele und Aufgaben der Benutzerbetreuung

- Übergeordnetes Ziel ist die Betreuung von Endbenutzern.
- Aufgaben

⇒ Richtlinienerstellung für Auswahl und Beschaffung,
⇒Beratung bei Hard- und Software-Investitionen,
⇒ Demonstration von Hard- und Software,
⇒Installation und Betrieb der IDV,
⇒ Einweisung und Schulung bzgl. Hard- und Software,
⇒Hilfe bei Benutzerproblemen.

4.6.2 Organisatorische Realisierung der Benutzerbetreuung

a) Die Benutzerbetreuung als Teil eines zentralen IM

⇒ Vorteile

- fachliche Kompetenz auf dem Gebiet der EDV,
-Zentralisierungsvorteile,
- bietet eher adäquate Weiterbildungs-, Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für den EDV-Spezialisten.

⇒ Nachteile

- fehlender Kontakt mit den Benutzern,
- DV-Kenntnisse der Benutzer reichen u.U. nicht aus,
- Reibungsverluste zwischen der Benutzerbetreuung und den Fachabteilungen. b) Die Benutzerbetreuung als Teil einzelner Fachabteilungen

⇒ es ergeben sich genau die umgekehrten Argumente! c) Mischform insbesondere bei Vorliegen folgender Voraussetzungen bietet sich die organisatorische Misch- form an:
⇒ geringe Nachfrage nach Benutzerbetreuung (kleinere Unternehmen),
⇒ die personelle Ausstattung der Abteilung ‚Anwendungsentwicklung‘ ist zu gering, so daß diese Abteilung keine weiteren Aufgaben wahrnehmen könnte,
⇒ in der Nutzung der Software existieren nur geringe Überschneidungen zwischen stark diver- sifizierten Unternehmensbereichen, so daß eine zentrale Betreuung überflüssig ist,
⇒ das Unternehmen besteht aus geographisch getrennten Unternehmensbereichen, so daß eine zentrale Betreuung nur schwer wirken kann.

- Ein weiteres Problem aller vorgestellten Organisationsformen könnte im Fehlen einer klar defi- nierten Anlaufstelle liegen. Abhilfe kann eine ‚Hotline‘ schaffen, über die im Bedarfsfall ent- weder eine bestimmte Person oder die Benutzerbetreuung als erster Anlaufpunkt erreicht wer- den kann.

4.7 Ablauforganisation der IV

4.7.1 Ablauforganisation der IV innerhalb der Unternehmung

- erfüllt den Zweck, die regelmäßigen Kommunikationsbeziehungen der Fachabteilungen zur IV festzulegen.

- Folgenden Aspekten kommt besondere Bedeutung zu:

⇒ Aufbau von Informationsbeziehungen

-Installation von Terminals, Mailboxes etc.,
- Schnittstellen zwischen unterschiedlichen IS.

⇒Generelle Informationsversorgung

- mit welchen Daten,
- mit welchen Anforderungen,
-zu bestimmten Zeitpunkten,
-mit vorgegebenen Prioritäten.

⇒Jobsteuerung

- Festlegung von Batchverarbeitungen,
- Festlegung der Dialognutzungszeiten für bestimmte Anwendungen.

4.7.2 Ablauforganisation in der IV

- Bereitstellung der Formulare,
- Festlegung der Parameter für die Jobsteuerung,
- Sicherung der veränderten Daten,
- Trennung und Verteilung gedruckter Formulare.

4.8 Personalmanagement

4.8.1 Grundlagen und Abgrenzung

- Personalmanagement gliedert sich in die Aktionsfelder ‚Personalwirtschaft‘ und ‚Personalfüh- rung‘.

- Die zunehmende Informationsorientierung in den Unternehmen führt zu Problemen, die durch

das Personalmanagement zu lösen sind. Als beispielhafte Änderungen sind in diesem Zusam- menhang zu nennen:

⇒ das Entstehen neuer Tätigkeiten mit neuen Qualifikationen,
⇒die Substitution von Tätigkeiten durch andere,
⇒ das Entstehen oder Wegfallen hierarchischer Gruppen,
⇒das Entstehen oder Wegfallen von Unternehmensbereichen.

Damit gewinnt die Beschaffung qualifizierter neuer Mitarbeiter sowie Motivation und Erhaltung des Personalbestandes erheblich an Bedeutung.

4.8.2 Berufsbilder innerhalb des IM

- Berufe der DV- / IV-Gesamtleitung

⇒ DV-Leiter,
⇒ Informationsmanager.

- Berufe in der Anwendungsentwicklung

⇒ Systemanalytiker / Systemingenieur / DV-Organisator,
⇒Programmierer,

- Berufe im Systemkernbereich der DV

⇒ Datenbankadministrator,
⇒Systemprogrammierer.

- Berufe im DV-Betriebsbereich (Rechenzentrum)

⇒ Rechenzentrumsleiter,
⇒Operator.

- Anwender- und Systemberatung

⇒ Anwenderberater,
⇒DV-Ausbilder.

- Neuere Berufe

⇒ Toolmanager,
⇒CIM-Organisator,
⇒Netzwerkmanager,
⇒ Netzwerkorganisator, -spezialist,
⇒Wissensmanager,
⇒ XPS-Designer,
⇒ Knowledge-Engineer,
⇒ Knowledge-Base-Administrator,
⇒Multimedia-Experte.

5 Organisation der Entwicklung von Informationssystemen

5.1 Projektmanagement

- Definition

ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen innerhalb eines vor- gegebenen Zielsystems.

- gekennzeichnet durch die Einmaligkeit der folgenden Bedingungen

⇒ seine Zielvorgaben,
⇒ zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzungen,
⇒die Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben,
⇒ eine projektspezifische Organisation.

- weitere Merkmale

⇒ Einmaligkeit für das Unternehmen,
⇒Zusammensetzung aus Teilaufgaben,
⇒ Beteiligung verschiedener Stellen des Unternehmens,
⇒Teamarbeit,
⇒ Konkurrenz um Betriebsmittel mit anderen Projekten,
⇒definierter Anfang / definiertes Ende,
⇒ Mindestdauer bzw. Mindestaufwand.

- Projektmanagement

Gesamtheit aller Tätigkeiten, mit denen Projekte geplant, gesteuert, kontrolliert und überwacht werden.

- Schaffung und Formulierung der Rahmenbedingungen

⇒ Formulieren des Projektauftrages,
⇒ Bestimmen der Projektbeteiligten und Ernennen eines Projektleiters,
⇒Festlegung der Projektorganisation,
⇒ Festlegen der Kompetenzen des Projektleiters und beteiligter Gremien,
⇒Mitwirkung der betroffenen Fachbereiche / -abteilungen an dem Projekt,
⇒Festlegen von Regeln zur Austragung von auftretenden Konflikten.

5.1.1 Projektbeteiligte

- Gremien

⇒ Beratungsgremium,
⇒Entscheidungsgremium,
⇒Bewilligungsgremium.

- fallweise

⇒ Rechtsabteilung,
⇒ Datenschutzbeauftragter,
⇒Revision,
⇒ Personalvertretung,
⇒Personalabteilung.

5.1.2 Formen der Projektorganisation

- reine Projektorganisation

Das Projektteam und der Projektleiter bilden eine eigenständige Organisationseinheit.

- Stabs- oder Einflußprojektorganisation

Die Projektgruppe wird als reine Stabsstelle eingerichtet.

- Matrix-Projektorganisation

Eine beliebige Unternehmensorganisation wird durch die Vergabe zusätzlicher, projektbezoge- ner, zeitlich befristeter Weisungsrechte erweitert.

5.1.3 Aufgaben des Projektmanagements

- Projektplanung

umfaßt die Planung

⇒ der auf den Projektzielen aufbauenden Anforderungen,
⇒des Vorgehens und damit
⇒ die Ableitung und Gliederung von Teilaufgaben
⇒der Abläufe und damit

- der Termine,
- der Qualität des Softwareproduktes anhand von Qualitätskriterien,
-der Ressourcen,
- der Kosten.
- Projektsteuerung / Projektkontrolle
- Überwachung des Projektablaufs,
-Eingreifen bei Planabweichungen,
- Zuweisen von Aufgaben, Verantwortung und Kompetenz,
-Anleitung und Motivierung der Projektmitglieder,
- Koordination verschiedener Projektgruppen untereinander,
- Koordination zwischen dem Auftraggeber, den beteiligten Gremien und dem Projektteam.
- Projektrealisation
- Projektdokumentation
- Projektinformation

5.2 Vorgehensmodelle für die Entwicklung von IS

5.2.1 PhasenorientierteVorgehensmodelle

- Kennzeichnend für eine Phase ist

⇒ die Eröffnungsentscheidung,
⇒die Zielbildung,
⇒ die Überprüfung der Entscheidungsvorgänge.

- Sequentielle Vorgehensmodelle

(streng sequentielle Abfolge einzelner in sich abgeschlossener Softwareentwicklungsphasen)

⇒Nachteile

- impliziert die genaue Kenntnis der Aufgabenstellung mit Abschluß der Spezifikations- phasen,
- keine Möglichkeit, flexibel auf evtl. Modifikationen zu reagieren,
-Methodenbruch zwischen Analyse- und Designphase,
- ‚Strukturierte Analyse‘ und ‚Strukturierter Entwurf‘ beschreiben lediglich die prozedu- ralen Aspekte eines Systems,
- ERM beschränkt sich auf die Abbildung statischer Daten bzw. Informationsstrukturen des zu modellierenden Realitätsausschnitts,
- konventionelle Vorgehensmodelle realisieren somit eine weitgehend getrennte Modellie- rung von Daten und den auf diese zugreifenden Funktionen,
- zukünftige Benutzer werden kaum in den Lösungsprozeß einbezogen,
- sequentielle Phasenmodelle sind äußerst abhängig von den Phasenergebnissen und von den Resultaten der vorangegangenen Phasen,
- sequentielle Phasenmodelle werden kaum beim Einsatz vorhandener und bei der Pro- duktion neuer wiederverwendbarer Softwarekomponenten unterstützt.
- Wasserfall-Phasenmodell nach BOEHM, 1976

⇒ Am Ende einer jeden Phase werden die bisherigen Arbeitsergebnisse auf Korrektheit und Vollständigkeit geprüft. Durch neue Erkenntnisse oder begangene Fehler kann es erforder-
lich sein, daß zu bereits abgeschlossenen Phasen zurückverzweigt wird.
⇒ Die Rückwirkung von nachfolgenden Produktionsschritten auf bereits abgeschlossene Pro- dukte wird modellierbar.
⇒ Dennoch weist dieses Modell Nachteile auf:

- Erfassung der Benutzerwünsche ist wiederum ausschließlich Teil der ersten Entwick- lungsphase,
- eine weitere Partizipation der Benutzer am Softwareentwicklungsprozeß ist nicht vorge- sehen,
- methodischer Bruch beim Übergang von der Analyse- zur Designphase bleibt.
- V-Form-Phasenmodell

⇒ stellt Konstruktions- und Validierungsphasen als gleichwertige Entwicklungsphasen gegen- über.

- Sichten-Phasenmodell

⇒ Kennzeichnend für das Sichten-Phasenmodell ist die Anordnung von Phasen als Folge von Aktivitäten mit klar definierten Vorwärts- und Rückwärtsverweisen. Jede Sicht beschreibt die Aktivitäten, die in einem bestimmten Zeitpunkt der Entwicklung anfallen

- Evolutionäre, inkrementelle Systementwicklung nach BOEHM, 1981

⇒ Komplexe Aufgaben sollten in überschaubare Schritte zerlegt werden und der Entwick- lungsprozeß dem wachsenden Verständnis des Anwendungsbereiches angepaßt werden.

- Iterative Systementwicklung nach BOEHM, 1988

⇒ beschriebt die Systementwicklung als eine evolutionären Prozeß, bei dem die einzelnen Phasen während der gesamten Systemlebensdauer wiederholt durchlaufen werden.

- Partizipative Systementwicklung

⇒ Einbeziehung aller zukünftigen Benutzer in die Entwicklungsteams,
⇒ Softwareentwicklung als Folge von verschiedenen, aufeinander aufbauenden Versionen, wobei eine neue Version aus einer Mischung von ungeänderten, geänderten und neuen Mo- dulen besteht,
⇒ Aktualisierung der Dokumentation mit jeder Version.

5.2.2 Prototyping

- Methode zur Systementwicklung, bei der möglichst früh in einem Pilotprojekt eine erste verein- fachte Version (Prototyp) realisiert wird, um in wichtigen, aber noch offenen Bereichen (z.B. Benutzerschnittstellen, Datenstrukturen) Erfahrungen zu sammeln.
- Arten des Prototyping:

⇒ explorativ,
⇒experimentell,
⇒evolutionär.

- Vorteile

⇒ Der Prototyp eignet sich dazu, die Suche nach Benutzeranforderungen zu unterstützen.
⇒Die späteren Benutzer können frühzeitig feststellen, ob ein so geplantes IS ihren Bedürfnis- sen entspricht.
⇒ Es kann mit verschiedenen Alternativen experimentiert werden.
⇒ Die Entwickler werden gezwungen, sich bereits am Anfang der Entwicklung Gedanken zu machen über

- den gewünschten Output,
-den dazu erforderlichen Input,
-die Verarbeitungsfunktionen.

⇒ Die Beurteilung, ob sich ein geplantes IS überhaupt realisieren läßt, wird verbessert.
⇒Prototypen können genutzt werden, um Verbesserungen zu erzielen bei

- denWirtschaftlichkeitsanalysen,
-der Systemkonstruktion,
- der späteren Akzeptanz des Systems durch die Benutzer,
-der Erhöhung der Zuverlässigkeit und Robustheit des zu entwickelnden Systems.
- Nachteile

⇒ Die Entwicklung von Prototypen erfordert ggf. vermehrt Ressourcen.
⇒Es können technische Realisierungsprobleme auftreten.
⇒ Es wird teilweise zusätzliche Software benötigt.
⇒ Der Softwareentwicklungsprozeß wird hinsichtlich Planung und Kontrolle erschwert.
⇒Prototyping ermöglicht die frühzeitige Mitwirkung der Benutzer bei der Gestaltung eines IS.

Die Dialogabläufe können so genau nach den Vorstellungen der Benutzer entwickelt wer- den. Nachteilig ist dies deshalb, weil dadurch die Entwicklung einer einheitlichen Oberflä- che mit den nötigsten Funktionen bei vielen Extrawünschen erschwert wird.

⇒ Die Gefahr ist groß, daß Prototypen ‚Quick And Dirty‘ erstellt werden und diese später zur regelmäßigen Anwendung führen.

- Tools zur Prototypentwicklung

⇒ Maskengeneratoren,
⇒Programmgeneratoren,
⇒Testdatengeneratoren,
⇒Reportgeneratoren,
⇒ Simulatoren,
⇒ Endbenutzersprachen.

5.2.3 Datenbankorientierte Vorgehensmodelle: Fourth Generation Techniques

- Eine 4GT-Entwicklungsumgebung sollte folgende Werkzeuge umfassen:

⇒ nicht-prozedurale Sprachen für Datenbankabfragen,
⇒Reportgenerator,
⇒ Maskengenerator,
⇒Codegenerator,
⇒Graphik,
⇒ Tabellenkalkulation.

- Problembereiche

⇒ Die Anwender können ihre Anforderungen evtl. nicht in einer für 4GT erforderlichen Ex- aktheit benennen.
⇒ Für größere Projekte ist es unumgänglich, eine entsprechende Design-Strategie zu entwer- fen.
⇒ Die automatische Generierung des Sourcecodes könnte sich als ineffizient (bzw. subopti- mal) erweisen, was wiederum Auswirkungen auf die Wartbarkeit haben kann.

5.2.4 KombinierteVorgehensmodelle

- Man sollte und darf die vorgestellten Vorgehensweisen der Softwareentwicklung nicht als Al- ternativen betrachten, sondern muß sie vielmehr als einander ergänzend ansehen. In vielen Fäl- len können die Vorgehensmodelle kombiniert werden, um somit von den einzelnen Vorteilen für das Gesamtprojekt zu profitieren.

5.3 Rahmenkonzeption für die Entwicklung eines ganzheitlichen IS

5.3.1 Phase 1: Die Problemspezifikation (Anwendungsspezifikation)

- Ziel:

Ermittlung der Problembereiche des gegenwärtigen Systems, Feststellung der subjektiven In- formationsbedarfe, Festlegung der daraus resultierenden Anforderungen

- Methoden: IST-Analyse und Informationsbedarfsanalyse
- Teilaufgaben

a) Zielanalyse und strategische Ausrichtung
b) Groberfassung
c) Funktionsanalyse

⇒ Arbeitsabläufe in den Funktionen,
⇒Materialflüsse,
⇒ Informations- und Kommunikationsbeziehungen,
⇒ Analyse der in den Funktionen verwendeten Informationen mit Erfassung der benötigten Dokumente,
⇒ Verarbeitungszeiten.

d) Inhaltliche Datenanalyse

e) Qualitative Datenanalyse

⇒ ob die Daten stets vollständig erhoben und auch gespeichert werden können,
⇒inwieweit sie repräsentativ sind,
⇒ ob sie aktuell sind.

f) Schwachstellenanalyse

5.3.2 Phase 2: Die Systemspezifikation

- Festlegung aller Schnittstellen des gerade betrachteten (Sub)Systems nach der Veränderung des

IS zu seiner Umgebung im Betrieb.

- anschließend Termin- und Kapazitätsplanung
- Teilschritte

a) Datenbereitstellungsplanung
b) Informationssystemdesign
c) Kommunikationsnetzdesign

⇒ LAN
⇒ WAN
⇒ GAN

5.3.3 Phase 3: Die Systemkonstruktion

- Teilschritte

a) Gliederung / Teilung des Gesamt-IS in Teilsysteme
b) Konstruktion der Module
c) Festlegung des Bedarfs und Beschaffung von Hard- und Software
d) Dokumentation

5.3.4 Phase 4: Die Systemimplementierung und -tests

a) Realisierung / Programmierung der Module
b) Modultest
c) Zusammenfügen der Module zu Programmen
d) Programmtest
e) Sukzessives Zusammenfügen aller Programme zum Gesamt-IS

5.3.5 Phase 5: Systemverifikation

5.3.6 Phase 6: Systemeinführung und Übergabe

5.3.7 Phase 7: Die Systemwartung

6 Methoden zum ganzheitlichen Informationsmanagement

6.1 Methoden zur Aufstellung eines Zielsystems

6.1.1 Methoden zur Zielfindung

6.1.1.1 Logische Methoden

- Funktionsanalye
- morphologische Analyse
- Delphi-Methode
- Portfolio-Methoden

6.1.1.2 Intuitive Methoden

- Brainstorming (mit Moderator)
- Metaplan
- Synektik
- Methode 635
- Collective Notebook (CNB)
- Informationsmarkt

6.1.2 Entwicklung des Zielsystems

- Zielsuche und Formulierung
- Ordnen der Ziele zu einem Zielsystem
- Operationalisierung der Ziele
- Zielbewertung
- Revision des Zielsystems

6.1.3 Zieldetaillierung durchZiel-Mittel-Hierarchie

6.2 Methoden zur Strategiefindung

6.2.1 Methoden zur Abschätzung von Stärken und Schwächen

- Szenario-Technik
- Wertkettenanalyse

6.2.2 Methoden zur Informationsbedarfsanalyse und zur Planung der strategischen Informa- tionsinfrastruktur

- Methode der kritischen Erfolgsfaktoren
- Business Systems Planning (BSP)
- Korrelationsanalyse
- Portfolio-Technik

6.2.3 Methoden zur Hardware-Software-Distribution

- Entscheidungsmodell nach ROCKART et al.
- Kennzahlensysteme

6.3 Methoden zur Erhebung und zur Darstellung und zur Dokumentation eines Sy- stemzustandes (IST-Analyse)

6.3.1 Erhebungsmethoden

- Dokumentenstudium
- Interview
- Fragebogen
- Mitarbeiterbesprechung und Konferenz
- Beobachtung
- Selbstaufschreibung
- Schätzung

6.3.2 Darstellungs- und Dokumentationstechniken

- Organisationsdarstellungen
- Kapazitätsdiagramme
- Formularverzeichnisse
- Formular- oder Belegflußpläne
- Ablaufpläne
- Petri-Netze
- Entwicklungsorientierte Darstellungstechniken
- Kommunikationsdiagramme
- Soziogramme
- Datenflußpläne
- Struktogramme

6.4 Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

6.4.1 Methoden der klassischen Investitionsrechnung

6.4.1.1 Statische Verfahren

- Kostenvergleichsrechnung
- Gewinnvergleichsrechnung
- Rantabilitätsvergleichsrechnung
- Amortisationsrechnung

6.4.1.2 Dynamische Verfahren

- Kapitalwertmethode
- Annuitätenmethode
- Interne Zinssatz Methode

6.4.2 Mehrdimensionale Verfahren

- Nutzenanalyse
- Multifaktoren-Methode
- Nutzwertanalyse
- Argumente-Bilanz

6.4.3 Grobe und detaillierte Schätzverfahren

- Grobe Schätzung der Kosten / Leistung
- Analogiemethode
- Relationsmethode
- Multiplikatormethode
- Gewichtungsmethode
- Methode der parametrischen Schätzgleichungen
- Prozentsatzmethode
- Function-Point-Methode

6.5 Verfahren zur zeitlichen Koordination

- Balkendiagramme (Gantt-Diagramme)
- Methoden der Netzplantechnik

⇒ CPM (Critical Path Method)
⇒ PERT (Program Evaluation and Research Technique)
⇒ MPM (Metra Potential Method)

- Kapazitäts- und Kostenanalysen

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Informationsmanagement
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Autor
Jahr
2000
Seiten
26
Katalognummer
V98785
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsmanagement
Arbeit zitieren
Marco Luthe (Autor), 2000, Informationsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98785

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Informationsmanagement



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden