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Märchen und Partnerschaft

Title: Märchen und Partnerschaft

Essay , 2011 , 18 Pages

Autor:in: Dipl.-Psych. Andreas Schulz (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Märchen und Geschichten weisen neben ihrem Erzählrahmen auf wesentliche Elemente hin, die im persönlichen Leben, Partnerschaften und Familien auftauchen und gelöst werden müssen. Anhand orientalischer und westlicher Märchen werden typische Entwicklungsprobleme aufgegiffen und diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Geschichtenerzähler, der keine Geschichte mehr wusste

Die Pantoffeln des Abu Kasim

Der Mond und seine Gemahlinnen

Die Geschichte von der hölzernen Jungfrau und ihren Liebhabern

Der Wanderer

Der Schlangenprinz

Das Mädchen ohne Hände

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Dimension von Märchen, Mythen und Legenden als Spiegel individueller und partnerschaftlicher Entwicklungsprozesse sowie als Instrumente zur Selbsterfahrung und Bewältigung innerer Konflikte.

  • Die symbolische Bedeutung von Märchenbildern für das innere Wachstum
  • Märchen als Modelle für die Loslösung aus familiären Verstrickungen
  • Die Analyse von Kollusionsmustern und Machtstrukturen in Partnerschaften
  • Die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten und der Integration verdrängter Anteile

Auszug aus dem Buch

Der Wanderer

Eine Geschichte auf den Weg: In der persischen Mystik wird von einem Wanderer erzählt, der mühselig auf einer scheinbar endlosen Straße entlang zog. Über und über war er mit Lasten behangen. Ein schwerer Sandsack hing an seinem Rücken, um seinen Körper war ein dicker Wasserschlauch geschlungen. In der rechten Hand schleppte er einen unförmigen Stein, in der linken Hand einen Geröllbrocken. Um seinen Hals baumelte an einem ausgefransten Strick ein alter Mühlstein. Rostige Ketten, an denen er schwere Gewichte durch staubigen Sand schleifte, wanden sich um seine Fußgebete. Auf dem Kopf der Mann einen halb faulen Kürbis. Ächzend und stöhnend bewegte er sich Schritt für Schritt vorwärts. Bei jedem Schritt klirrten die Ketten und er beklagte sein hartes Schicksal und die Müdigkeit, die ihn quälte.

Auf seinem Weg begegnete ihm in der glühenden Mittagshitze ein Bauer. Der fragte ihn: "Oh, müder Wanderer, warum belastest du dich mit diesen Felsbrocken?" "Zu dumm, antwortete der Wanderer, aber ich habe ihn bislang noch überhaupt nicht bemerkt". Darauf warf er den Brocken weg und fühlte sich viel leichter. Wiederum ihm nach langer Wegstrecke ein Bauer entgegen, der sich erkundigte: Sag, müder Wanderer, warum plagst du dich mit dem halb faulen Kürbis auf deinem Kopf herum?" "Warum schleppst du so viele Eisenketten mit dir herum?" "Ich bin sehr froh, dass mich darauf aufmerksam machst; ich habe nicht gewusst, was ich mir damit antue", und der müde Wanderer schüttelte die Ketten ab und schleuderte den Kürbis in den Straßengraben. Wieder fühlte er sich leichter. Doch je weiter er ging, desto begann er wieder zu leiden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor führt in die Bedeutung von Märchen als Symbole für lebensnahe Probleme ein und betont ihre Rolle als Werkzeuge zur Selbsterfahrung für Erwachsene.

Der Geschichtenerzähler, der keine Geschichte mehr wusste: Dieses Kapitel thematisiert die existenzielle Angst des Erzählers beim Verlust seiner inneren Quelle und die Notwendigkeit, sich auf Wanderschaft zu begeben.

Die Pantoffeln des Abu Kasim: Anhand dieser Erzählung wird der Umgang mit der eigenen "Selbstverwünschung" und der mühsame Weg zur Anerkennung verborgener Anteile illustriert.

Der Mond und seine Gemahlinnen: Das Kapitel nutzt diesen Mythos, um starre Interaktionsmuster, sogenannte Kollusionsmuster, in partnerschaftlichen Beziehungen zu analysieren.

Die Geschichte von der hölzernen Jungfrau und ihren Liebhabern: Es wird die Thematik des Besitzanspruchs zwischen Menschen sowie die historische Unterdrückung weiblicher Autonomie behandelt.

Der Wanderer: Hier wird die psychologische Last des "Nicht-Merken-Wollens" und die Befreiung durch die Wahrnehmung des eigenen Selbst durch die Wanderschaft erörtert.

Der Schlangenprinz: Dieses Kapitel befasst sich mit der Partnerreise und der Notwendigkeit, Tabus zu brechen, um durch individuelle Wanderschaft zu einer echten Begegnung zu gelangen.

Das Mädchen ohne Hände: Der Autor analysiert die Loslösung von familiären Verstümmelungen und den schwierigen Weg zur eigenen Handlungsfähigkeit trotz der Last väterlicher Prägungen.

Schlüsselwörter

Märchenanalyse, Selbsterfahrung, Partnerschaft, Kollusion, Unbewusstes, Individuation, Schattenarbeit, Autonomie, Verschmelzung, Psychotherapie, Wanderschaft, Symbolik, Identität, Schwarze Pädagogik, Beziehungsdynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Märchen, Mythen und Legenden als psychologische Landkarten dienen, um menschliche Entwicklungsprozesse, Beziehungsdynamiken und die Suche nach dem eigenen Ich zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Überwindung von Kollusionsmustern in Partnerschaften, die Loslösung aus familiären Abhängigkeiten und die Integration des eigenen Schattens durch Selbsterfahrung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Märchen keine bloßen Kindergeschichten sind, sondern tiefe Einblicke in menschliche Abspaltungsprozesse bieten und Wege zur persönlichen Reifung und Heilung weisen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefenpsychologischen Analyse und Interpretation verschiedener Märchenmotive, ergänzt durch systemtheoretische Ansätze und Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Erzählungen wie "Abu Kasim", den "Schlangenprinzen" oder das "Mädchen ohne Hände", um jeweils unterschiedliche Aspekte von Selbsttäuschung, Macht und Transformation herauszuarbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Individuation, Schattenarbeit, Kollusion, Selbsterfahrung und die Metapher der Wanderschaft charakterisiert.

Wie deutet der Autor die Rolle des Vaters in den analysierten Märchen?

Der Vater erscheint oft als Symbol für eine erstarrte Geisteshaltung, die die Tochter an ihrer Autonomie hindert, wodurch das Kind gezwungen wird, den Kampf um Selbstwerdung stellvertretend auszufechten.

Warum ist das Motiv der Wanderschaft so zentral?

Die Wanderschaft symbolisiert den notwendigen Prozess der Ablösung von alten Rollenbildern und den Weg in die Tiefe des Unbewussten, um die eigene Identität jenseits fremder Erwartungen zu finden.

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Details

Title
Märchen und Partnerschaft
Author
Dipl.-Psych. Andreas Schulz (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V98798
ISBN (eBook)
9783638972499
ISBN (Book)
9783640868049
Language
German
Tags
Märchen Partnerschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Psych. Andreas Schulz (Author), 2011, Märchen und Partnerschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98798
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