Vergleich der Medien "Film" und "Buch". Am Beispiel von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2,0

Romano Wieczorek (Autor)


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Medium Buch
2.2 Das Medium Film
2.3 Literaturverfilmung

3. Inhaltsangabe Roman

4. Vergleich Buch und Film
4.1 Hauptcharaktere im Vergleich
4.1.1 Hazel Grace Lancaster
4.1.2 Augustus Waters
4.2 Unterschiede in den Handlungen

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Während es die Literatur schon seit Jahrtausenden gibt, ist das Medium Film ein vergleichbar sehr junges Medium. Erst innerhalb des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Film zu einem der dominierenden Medien und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Buch rückt im Laufe der wechselnden Generationen vermehrt in den Hintergrund. Gerade für den Zweck der Unterhaltung greifen die jüngeren Generationen nur noch selten zum Buch und bevorzugen stattdessen die Massenmedien Film und Fernsehen. Da heutzutage viele Bestseller- Romane verfilmt werden, wird häufig auf das Lesen dieser verzichtet und stattdessen die Form des Films bevorzugt. Gerade beim Konsumieren des Films durch den Gang ins Kino steht hierbei gar nicht zwangsweise nur der Inhalt des Films im Vordergrund. Es geht hierbei auch um die gemeinsame Freizeitaktivität, wogegen beim Lesen eines Buches ausschließlich der Inhalt dessen entscheidend ist. (vgl. Elsaesser, T. 2002: 70)

Gerade bei Literaturverfilmungen sind jedoch diejenigen Kinobesucher, die sowohl die Literatur als auch den Film rezipiert haben oftmals enttäuscht.

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit folgender Fragestellung: Kann das Medium Film beim Rezipienten eine vergleichbare Wirkung, bezogen auf die Atmosphäre und die Inneneinsicht in die Charaktere erzielen, wie das Medium Buch? Dies will ich besonders am Beispiel des Romans „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green und der dazugehörigen Verfilmung untersuchen. Als Literaturvorlage dient in dieser Arbeit das Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green als Taschenbuch in der 16. Auflage aus dem Jahre 2015.

2. Theoretische Grundlagen

Im Folgenden werden die theoretischen Grundlagen zum Medium Buch, zum Medium Film und zur Literaturverfilmung kurz behandelt.

2.1 Das Medium Buch

Die Entwicklung des Buches erfolgte erst mit durchschlagender Kraft durch den Beginn des Buchdrucks. Vorher waren die Kosten für handgeschriebene Manuskripte außerordentlich hoch und die Verbreitung schriftlich fixierter Informationen im Vergleich zur Zeit nach Erfindung der Drucktechnik nur sehr eingeschränkt möglich (vgl. Ludes, P. 1998: 63). Das Buch dient zum Zwecke der individuellen Aufnahme von Fachwissen, welches vorher hauptsächlich mündlich übermittelt werden musste (vgl. Ludes, P. 1998: 65). Außerdem dient das Buch zu Unterhaltungszwecken, wie zum Beispiel in Form eines Romans. Um das Buch als kommunikatives Mittel zu nutzen, werden Kompetenzen wie das Schreiben und das Lesen vorausgesetzt. Ab dem fünfzehnten Jahrhundert lernten immer mehr Menschen in den industrialisierenden und demokratisierenden Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas das Lesen. Der freie Zugang zu Zeitungen und Büchern war jedoch lange Zeit nur den elitäreren Kreisen vorbehalten (vgl. Ludes, P. 1998: 67). Im 19. Jahrhundert wurde das Buch neben Zeitungen und Zeitschriften eines der dominierenden Medien.

Wenn man festlegen möchte, ab wann man von einem Buch sprechen kann, hat man einen relativ groß gesteckten Rahmen. So kann nicht alles Handgeschriebene oder Gedruckte als Buch bezeichnet werden. Es gibt diverse Kriterien, die hierbei beachtet werden müssen. So kann zum Beispiel das Kriterium der Veröffentlichung, die herstellerische Verarbeitung sowie die Seitenanzahl in Betracht gezogen werden. Die UNESCO spricht von mindestens 49 Seiten, die ein Buch vorweisen muss (vgl: Wunderlich, W. 2008: 70).

Dem Verfasser eines Textes sind in Punkten wie Inhalt, Ausführlichkeit und der Art und Weise des Sprachgebrauchs keine Grenzen gesetzt. Bei Texten, die eine bloße Wissensweitergabe zum Ziel haben, wie es zum Beispiel bei Rezepten der Fall ist, gibt es, wenn überhaupt bloß einen geringen Interpretationsspielraum. Anders ist dies bei anderen Textformen, wie zum Beispiel bei Romanen. Hier hat der Rezipient diverse Möglichkeiten, den Text zu interpretieren und zu deuten.

2.2 Das Medium Film

Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden neue Medien, die Gespräche und Lektüre ergänzten. Zu diesen Medien gehörte der Film. Um dieses Medium nutzen zu können, benötigt man, anders als beim Buch, ein technisches Gerät. Die erste öffentliche Filmvorführung in Deutschland fand im Jahr 1895 statt. Der Film war vorerst um 1900 auf Rummelplätzen und Kirchweihfesten vorzufinden, wobei er vor allem der Belustigung des meist minder gebildeten Publikums diente. Rasch entwickelte sich das Kino jedoch zu einem Ort des Geschichtenerzählens (vgl. Maiwald,K. 2015:11-12).

Die anfänglichen stummen schwarz-weiß-Filme wurden von Live- Musik begleitet. Erst im Jahr 1921 gab es den ersten Licht-Ton-Film zu sehen (vgl. Ludes, P. 1998: 67).

In den zwanziger Jahren bekamen die Kinos Konkurrenz durch die in der Produktion wesentlich billigeren Radioprogramme und seit den fünfziger Jahren konkurrierte zusätzlich das Fernsehen mit dem Kino. Die Zahl der im Fernsehen ausgestrahlten Kinofilme stieg rasant an, wodurch das Konsumieren der Filme auch im heimischen Wohnzimmer möglich war und somit die Besucherzahlen der Kinos sanken.

Der Film als Medium lässt sich den tertiären Medien zuordnen. Bei den tertiären Medien benutzen beide Kommunikationspartner ein technisches Hilfsmittel. Im Gegensatz dazu wird beispielsweise das Buch als Medium den sekundären Medien zugeordnet, bei denen zum Übermitteln von Informationen lediglich ein technisches Hilfsmittel benutzt wird. Wie auch beim Buch gibt es beim Medium Film eine Sender-Empfänger-Beziehung, die für den Medienbegriff grundlegend ist (vgl. Petersen, J. 2009:241). Der Produzent eines Films produziert wie auch der Autor eines Buches eine Geschichte, die einzig dem Zwecke dient von dem Rezipienten empfangen zu werden. Filme lassen sich unterschiedlichen Genres zuordnen. Neben rein sachlich-informativen Filmen, wie zum Beispiel Dokumentarfilmen gibt es auch Filme, die der Belustigung dienen (Komödien), Filme die Spannung und Nervenkitzel erzeugen sollen (Thriller) und viele weitere Genres.

2.3 Literaturverfilmung

Literaturverfilmungen sind Filme, denen eine mehr oder weniger eng literarische Textvorlage zu Grunde liegt. Hierbei wird für das Drehbuch Literatur herangezogen, an die sich mehr oder weniger detailgenau gehalten wird. Schon früh bediente sich das Kino dem Zurückgreifen auf literarische Vorlagen, was beispielsweise dadurch begründetet war, dass für das neue Medium schnell Ideen für Verfilmungen gebraucht wurden. Außerdem empfahlen sich Verfilmungen auf Grund literarischer Vorlagen, da die noch stummen Filme so leichter verständlichen waren (vgl. Maiwald, K.2015:11-12).

Eine Literaturverfilmung ist allgemein gesehen der Prozess und das Produkt der Umsetzung eines schriftlich fixierten Textes in das audio-visuelle Medium des Films (vgl. Maiwald, K.2015:13).

Die Bezeichnung Literaturverfilmung führte oft zu Diskussionen. Gegner des Begriffes Literaturverfilmung assoziierten mit der Vorsilbe ver- Verschlechterung gegenüber der Originalliteratur. Um diese abwertend negativen Konnotationen zu umgehen und eine Eigenständigkeit des Films zu signalisieren, verwendet man unter anderem Begriffe wie Adaption oder Transformation (vgl. Maiwald, K. 2015:15).

Bei der Verfilmung auf der Grundlage literarischer Texte, wird sich manchmal mehr und manchmal weniger detailliert an dem Originaltext orientiert. So ist es beispielsweise keine Seltenheit, dass die Rezipienten vorher in der Literatur kennengelernte Charaktere im Film nicht wiederfinden oder sogar zusätzliche Charaktere auftauchen. Da dem Interpretationsspielraum und der eigenen geistigen Kreativität beim Lesen der Literatur keine Grenzen gesetzt sind, sind die Vorstellungen der einzelnen Leser sehr unterschiedlich. Bei einhundert verschiedenen Lesern, gibt es einhundert verschiedene Interpretationsvorstellungen. Beim Betrachten des Films wird nun allen Zuschauern die vom Regisseur geschaffene Interpretation aufgezwungen. Hierdurch kommt es häufig zu enttäuschten Reaktionen bei den Kinobesuchern, da ihr Wunsch, die eigens kreierten Vorstellungen nun auf der Leinwand zu sehen, nicht erfüllt werden kann. Außerdem ist beim Betrachten eines Films bei Weitem nicht dasselbe Ausmaß an Konzentration und Vorstellungskraft gefragt. Wie eingangs bereits erwähnt, ist der Film im Gegensatz zum Buch ein Medium, was oft nicht individualistisch sondern kollektiv konsumiert wird. Während beim Buch ausschließlich der Inhalt entscheidend ist, können beim Film ausreichend Gags, über die gemeinsam gelacht werden kann, ausreichen, um einen positiven Effekt zu erzielen (vgl. Elsaesser, T. 2002:70). Es sollte stets beachtet werden, dass die Literaturverfilmung nicht zu sehr mit dem Text verglichen und bezogen auf die Werktreue an diesem gemessen werden sollte (Petersen, J. 2009: 244). Es ist nahezu unmöglich, einen umfangreichen literarischen Text in einen etwa 2 stündigen Film abzufassen, in dem alles detailgenau so wiedergegeben wird, wie es in der Literatur der Fall ist.

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Details

Titel
Vergleich der Medien "Film" und "Buch". Am Beispiel von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Veranstaltung
Literatur- und Medienwissenschaft II
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V988198
ISBN (eBook)
9783346348128
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienwissenschaft Medium Buch Film Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Arbeit zitieren
Romano Wieczorek (Autor), 2019, Vergleich der Medien "Film" und "Buch". Am Beispiel von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988198

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