Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC) legt in seinem ersten Standard DRS l fest, dass gemäß § 292a HGB Unternehmen von der Aufstellung eines HGB-Konzernabschlusses befreit sind, wenn diese Abschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsstandards aufgestellt werden. Zu diesen Standards zählen nur die US-amerikanischen Rechnungslegungs- vorschriften (United States Generally Accepted Accounting Principles = US-GAAP) und die International Accounting Standards (IAS).
US-GAAP = nationaler Rechnungslegungsstandard mit Weltgeltung
Ein internationaler Rechnungslegungsstandard beinhaltet alle rechtlichen und sonstigen Regelungen für die Erstellung und Veröffentlichung eines Jahresabschlusses, der in seinen Auswirkungen über eine rein nationalstaatliche Grenze hinausgeht und Vorschriften für die Unternehmen auf internationaler Ebene beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis
1 Zunehmende Bedeutung internationaler Rechnungslegungsvorschriften
2 Börsenzulassung und Rechnungslegung in den USA
2.1 Die amerikanische Bilanzierungswelt
2.2 Offenlegung und Prüfung
2.3 Normensetzende Institutionen
2.4 Wesentliche Rechnungslegungsunterschiede
2.5 Der Gang an die Wallstreet
3 Bewertungskonzepte
4 Ansatz und Bewertung einzelner Bilanzpositionen des Current assets
4.1 Cash and cash equivalents
4.2 Marketable securities
4.3 Accounts receivable
4.4 Inventories
4.5 Deferred income tax asset
4.6 Prepaid expenses
4.7 Other current assets
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bewertungsvorschriften für das Umlaufvermögen nach US-GAAP im Vergleich zu deutschen Standards. Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Konzepte der amerikanischen Rechnungslegung für Investoren und Unternehmen transparent zu machen und die Unterschiede in der Bilanzierungspraxis sowie bei der Börsenzulassung in den USA zu verdeutlichen.
- Grundlagen der US-amerikanischen Rechnungslegung und Bilanzierungswelt
- Strukturen und Institutionen der Normensetzung (SEC, FASB)
- Konzeptuelle Unterschiede in der Bewertung von Vermögensgegenständen
- Spezifische Bilanzierungsregeln für Positionen des Umlaufvermögens
- Anforderungen für ausländische Unternehmen beim Marktzugang in den USA
Auszug aus dem Buch
4.2 Marketable securities
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens, die unter den current assets auszuweisenden marketable securities, enthalten sämtliche marktgängigen Wertpapiere, die voraussichtlich innerhalb des nächsten Berichtsjahres fällig bzw. veräußert werden. Die Bestimmungen über ihren Ansatz und ihre Bewertung sind durch FAS 115 erfaßt (Abb.2).
Allgemein umfassen marketable securities alle Eigenkapitalpapiere, soweit es keine Anteile an verbundenen oder nach der equity Methode konsolidierten Unternehmen sind, für die ein bestimmbarer Marktpreis existiert (für alle börsennotierten Anteile existiert grundsätzlich ein börsennotierter Marktpreis) sowie sämtliche Gläubigerpapiere. Zu den marketable securities gehören zum Beispiel Aktien, Anteile an Investmentfonds, Schuldverschreibungen oder festverzinsliche Wertpapiere. Eine Klassifizierung der marketable securities ist abhängig von der Absicht, mit der die Wertpapiere erworben bzw. gehalten werden, möglich.
Nachfolgend werden die drei Wertpapierkategorien, die zusammen-geschlossen den gesamten Wertpapierbestand eines Unternehmens ergeben, mit ihren Ansatz- und Bewertungsvorschriften unabhängig von ihrer Klassifizierung als current oder noncurrent vorgestellt.
Die held-to-maturity securities sind jene Gläubigerpapiere, bei denen das bilanzierende Unternehmen die Absicht und die Fähigkeit besitzt, diese bis zum Fälligkeitstermin zu halten. Die Bewertung der held-to-maturity securities erfolgt grundsätzlich zu den fortgeführten Anschaffungskosten (amortized cost). Im Fall einer vorübergehenden Wertminderung ist diese bilanztechnisch nicht zu erfassen, da die Wertpapiere annahmegemäß bis zur Fälligkeit gehalten werden sollen. Ist die Wertminderung dagegen voraussichtlich von Dauer, so ist in dem Jahr der Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung der Wertpapiere auf ihren fair value vorzunehmen, wobei eine Wertaufholung bei Wegfall des Grundes der Wertminderung nicht möglich ist. Der fair value eines Wertpapieres entspricht dem Betrag, der durch die kurzfristige Veräußerung des Wertpapieres zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern erzielt werden könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zunehmende Bedeutung internationaler Rechnungslegungsvorschriften: Erläutert die wachsende Relevanz internationaler Standards wie US-GAAP und IAS für die Unternehmensberichterstattung.
2 Börsenzulassung und Rechnungslegung in den USA: Analysiert das amerikanische Bilanzierungssystem, die Rolle der SEC/FASB sowie die Bedingungen für ausländische Unternehmen am US-Kapitalmarkt.
3 Bewertungskonzepte: Beschreibt die zentralen Bewertungsmaßstäbe wie historische Anschaffungskosten, Wiederbeschaffungskosten und Zeitwerte nach US-GAAP.
4 Ansatz und Bewertung einzelner Bilanzpositionen des Current assets: Detaillierte Darstellung der Bilanzierung spezifischer Umlaufvermögensposten wie Vorräte, Forderungen und Wertpapiere.
5 Fazit: Führt die Gründe für den Trend zu international einheitlichen Rechnungslegungsvorschriften zusammen.
Schlüsselwörter
US-GAAP, Bilanzierung, Umlaufvermögen, Current assets, Jahresabschluss, Bewertung, Fair Value, FASB, SEC, Marketable securities, Inventories, Accounts receivable, Anschaffungskosten, Rechnungslegung, Internationale Standards
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Bewertungsvorschriften des Umlaufvermögens nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsstandards (US-GAAP) und deren Abgrenzung zur deutschen Rechnungslegung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Fokus stehen die US-Bilanzierungswelt, die Rolle der normensetzenden Institutionen, verschiedene Bewertungskonzepte sowie die detaillierte Behandlung von Bilanzpositionen des Umlaufvermögens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Verständnisses der amerikanischen Bilanzierungspraxis für das Umlaufvermögen, um die Unterschiede und Anforderungen für Investoren und Unternehmen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich von Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP vs. deutsches Recht/HGB) unter Heranziehung offizieller Standards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bilanzierungswelt in den USA, die verschiedenen Bewertungsmaßstäbe und die konkrete Bilanzierung von Positionen wie Vorräten, Forderungen und Wertpapieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie US-GAAP, Bilanzierung, Umlaufvermögen, Fair Value, FASB, SEC und internationale Rechnungslegungsstandards charakterisiert.
Wie werden "Marketable Securities" nach US-GAAP unterteilt?
Die Unterteilung erfolgt in drei Kategorien: Trading Securities, Available-for-Sale Securities und Held-to-Maturity Securities, wobei für jede Kategorie spezifische Bewertungsregeln gelten.
Welche Rolle spielt der „Normal Operating Cycle“ bei der Definition des Umlaufvermögens?
Er ermöglicht eine unternehmensspezifische Definition des Umlaufvermögens, indem er jene Vermögensgegenstände umfasst, die innerhalb dieses Zyklus oder innerhalb eines Jahres in Geld umgewandelt oder verbraucht werden.
- Quote paper
- Stanislav Vichniakov (Author), 2002, Bewertung von Umlaufvermögen nach US-GAAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9882