Gesundheitsfördernde Ernährung mit wenig Geld. Einfluss von knappem Budget auf Lebensmittelauswahl und Küche


Hausarbeit, 2021

7 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Armut führt zu Mangelernährung

Gesunde Ernährung eine Frage des Geldes?

Armut macht krank

Einfluss von Armut auf das Sozialleben

Auswahl und Begründung fünf themenbezogener Rezepte
Bauerntopf
Haferflocken-Bratlinge
mediterraner Brokkoli-Salat
Schmortomaten
Zwiebelbrot

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der heutigen Gesellschaft geht die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend weiter auseinander. Durch immer höhere Anforderungen in Beruf, Bildung, Sozialleben, etc. steigt der Leistungsdruck auf die Bevölkerung, dem nicht alle Mitglieder gewachsen. Diejenigen, die an diesen Erwartungen scheitern, landen nicht selten in der Arbeitslosigkeit und in der sogenannten unteren Gesellschaftsschicht, in der Armut durch Geldmangel ein besorgniserregendes Thema ist. Auch viele Kinder sind davon betroffen und leben in der sozialen Unterschicht, wo ihnen finanziell und bildungstechnisch viele Hindernisse im Wege stehen. Diese Benachteiligung wirkt sich darüber hinaus auch auf das Ernährungsverhalten aus „da das Wissen um gesunde bzw. ungesunde Ernährung in benachteiligten Statusgruppen geringer ist als in privilegierten“ (Muff und Weyers, 2010, S. 86). Zahlreiche Untersuchungen belegen, „dass die Qualität der Ernährung mit abnehmendem Sozialstatus sinkt“ (Muff und Weyers, 2010, S. 85). In solchen Situationen ist es besonders wichtig, betroffenen Kindern mit auf den Weg zu geben, wie man sich gesund und ausgewogen ernähren kann und dabei nur wenig Geld ausgeben muss.

Armut führt zu Mangelernährung

Ein eingeschränktes Budget soll kein Auslöser für eine weniger gesunde und ausgewogene Ernährung sein. Jedoch wird nach Aussagen vieler Sozialhilfeempfängern an erster Stelle bei den Lebensmitteln gespart, obwohl die Ernährung ein Grundbedürfnis für den Menschen darstellt (vgl. Kaiser, 2001, S. 31). Das geringe Einkommen der Eltern beeinflusst unmittelbar die Gesundheit der Kinder. „Bis zu 70 Prozent der Sozialhilfeempfänger sparen beim Essen, zwei Dritteln reicht das Budget nicht aus für eine bedarfsgerechte Ernährung“ (Selke, 2010, S. 95). In Extremfällen sparen ALG II-Empfänger sogar in der Anzahl ihrer Mahlzeiten, denn „fast die Hälfte der ALG II-Empfänger [verzichtet] aus finanziellen Gründen sogar auf eine tägliche warme Mahlzeit“ (Selke, 2010, S. 95).

Im Hauswirtschaftsunterricht ist es dabei von besonderer Bedeutung, den Schülerinnen und Schülern hilfreiche Tipps an die Hand zu geben, bei denen man auf regionale und saisonale Lebensmittel zurückgreifen sollte und den Verzehr von Fleisch und Fisch nicht täglich in seinen Mahlzeitenplan aufzunehmen. Den Lernenden müssen Konsumhilfen und Erklärungen gegeben werden, dass sie durch nachhaltiges Handeln Geld sparen und ihre Gesundheit unterstützen können.

Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung sichert und ermöglicht die täglichen Vorgänge in unserem Körper und beeinflusst auch das Lern- und Konzentrationsvermögen und setzt eine Grundlage für einen durch Bewegung ergänzten Lebensstil. „Essen und Nahrung erhalten und fördern die Gesundheit, womit ein positiver Zustand von Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Realisierung von psychischen, physischen und sozialen Fähigkeiten gemeint ist“ (Kaiser, 2001, S. 28).

Gesunde Ernährung eine Frage des Geldes?

Viele Studien belegen konkrete Beispiele, die die Unterschiede in der Ernährung aufzeigen. „In zahlreiche Studien wurde in niedrigen sozialen Schichten ein geringerer Obst- und Gemüsekonsum als in höheren Vergleichsgruppen beobachtet […]“ (Muff und Weyers, 2010, S. 84). Oftmals resultiert die geringere Verzehrmenge frischer Lebensmittel daraus, dass mit ihnen höhere Kosten verbunden sind.

Vergleichbar zu Haushalten der höheren Schicht sind in ärmeren Haushalten vermehrt „Konserven, fettreiches Fleisch und billige Wurstsorten“ (Kessner, 2007) vorzufinden. Auffällig erhöht ist auch das Vorkommen von sehr fettigen Fertigprodukten mit geringer Nährstoffdichte.

„Für die Analyse schichtspezifischer Ernährungsweisen ist bedeutsam, dass energiedichte und dadurch teilweise ungesunde Lebensmittel […] meist preiswerter sind als gesunde Lebensmittel mit geringer Energiedichte […] und diese preislichen Differenzen die Lebensmittelwahl insbesondere bei sozial Benachteiligten beeinflussen“ (Muff und Weyers, 2010, S. 85).

Armut macht krank

Doch nicht nur im Bereich der Lebensmittel ernähren sich und leben Arbeitslose oder Geringverdiener vergleichsweise schlechter als andere Menschen, die aus höheren Schichten stammen.

„Arme trinken nicht nur bis zu viermal mehr zuckerreiche Limonaden als Personen der Oberschicht, sie konsumieren auch mehr Alkohol. Zu allem Überfluss rauchen Arme auch noch mehr – [so]dass ihr Morbiditäts- und Mortalitätsraten deutlich höher liegen […]“ (Selke, 2010, S. 94).

Doch auch im Aspekt der täglichen Bewegung kommt es zu drastischen Mangelerscheinungen bei Menschen aus niedrigeren Schichten. „Arme sind das Gegenteil von hungrig – sie sind „fett““ (Selke, 2010, S. 94). In ärmeren Familien und Sozialkreisen konnte belegt werden, dass das geringe Wissen über gesunde Lebensmittel auch den Body-Mass-Index und die körperliche Fitness negativ beeinflusst.

„In Deutschland ist jeder fünfte Bundesbürger adipös, d.h. er hat einen Body Mass Index (BMI) von über 30. […] Je höher der Schulabschluss und je höher das Pro-Kopf-Nettoeinkommen, desto geringer der BMI. […] Die so genannte Unterschicht […] verzehrt weniger Lebensmittel mit günstiger Nährstoffzusammensetzung und greift stattdessen verstärkt zu fetten und süßen Lebensmittel“ (Selke, 2010, S. 94).

Einfluss von Armut auf das Sozialleben

Der Mangelzustand von beruflicher Tätigkeit oder einem Rückhalt gebenden sozialen Netzwerk wirkt sich ebenfalls auf die Lebensführung aus. „Die Forscher vermuten, dass der Konsum von energiedichten Lebensmitteln als Strategie zur Bewältigung der durch die Erwerbslosigkeit entstandenen psychosozialen Belastungen eingesetzt wird“ (Muff und Weyers, 2010, S. 86). Somit ist anzunehmen, dass überwiegend Alleinstehende und Personen mit unzufriedenem Gemütszustand mit ungesunden Lebensmitteln ihre Situation kompensieren wollen.

„Weyers untersuchte den Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Ernährungsverhalten und konnte zeigen, dass sozial isolierte Personen oder Personen mit fehlender emotionaler Unterstützung eher einen mangelhaften Obst- und Gemüsekonsum aufweisen als Personen mit großen sozialen Netzwerken und ausreichender emotionaler Unterstützung“ (Muff und Weyers, 2010, S. 86).

Doch die Tatsache, dass in einem wirtschaftlich und ökonomisch erfolgreichen Land in vielen Haushalten ein derartiger Mangelzustand vorherrscht, ist sehr schockierend. „Es gibt Hunger und Ernährungsarmut mitten in der vermeintlichen Überflussgesellschaft und damit ist auch eine sozial-existenzielle Dimension alimentärer Teilhabe berührt“ (Selke, 2010, S. 91).

Viele Wissenschaftler und Forscher gehen darüber hinaus davon aus, dass die zukünftige Tendenz nicht in eine positive Verbesserung umschlagen wird. Sie äußern die „Prognose […], dass Hunger und Ernährungsarmut zukünftig in Deutschland weiter zunehmen werden“ (Selke, 2010, S. 93). Diese Tatsache sollte das eigene Denken und Handeln beeinflussen und einen bewussteren,

weniger verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln und Gütern hervorrufen. „Und vielleicht ist momentan nicht entscheidend, wie viele Menschen es wie lange, wie intensiv und wie oft betrifft – sondern dass Hunger und Ernährungsarmut überhaupt passieren, mitten in unserer Überfluss- und Wohlstandsgesellschaft“ (Selke, 2010, S. 96).

„Allerdings bedeutet der heutige Überfluss sowohl an Lebensmitteln als auch an Informationen, dass Ernährung zu einer komplexen Organisations- und Managementaufgabe geworden ist“ (Kaiser, 2001, S. 31). Heutzutage ist das Thema Ernährung zu einer anspruchsvolleren Aufgabe geworden. Durch den Einfluss der Medien wird die Gesellschaft mit neuen Trends, (Schönheits-)Idealen und Werbung überhäuft. Wer da stets auf dem aktuellen Stand sein möchte, muss Zeit investieren und sich regelmäßig informieren. „Gerade hier sind die Ressourcen Zeit, Bildung und haushälterische Fertigkeiten in erheblichem Maße bestimmend dafür, wie materielle und monetäre Ressourcen für eine gesunde Ernährung genutzt werden können“ (Kaiser, 2001, S. 31). Der Zugang und das Verständnis für diese Komplexität kann nicht von allen Schichten der Gesellschaft erwartet werden, was zu einer Benachteiligung der geringer gestellten führt.

Auswahl und Begründung fünf themenbezogener Rezepte

Die folgenden Rezepte wurden unter Berücksichtigung einiger verschiedener Aspekte ausgewählt. Zunächst unter Beachtung der DGE-Empfehlungen, wonach die Rezepte eine hohe Vielfalt unterschiedlicher, größtenteils auch frischer und energiearmer Lebensmittel aufweist. Des Weiteren wurde Rücksicht auf die Saisonalität und Regionalität der Lebensmittel genommen, welche einen Einfluss auf die Nachhaltigkeit und den Preis der Lebensmittel haben, der in der späteren Schulküche besonders wichtig ist. Zur abwechslungsreichen und angemessenen Handhabung der Lebensmittel wurden unterschiedlicher Garverfahren ausgewählt. Darüber hinaus haben alle Rezepte eine geringe Zubereitungszeit.

Bauerntopf

Dieses Rezept beinhaltet viele günstige Lebensmittel und ist bei einem geringen Budget sehr empfehlenswert. Mit verschiedenen Gemüsesorten, wenig Zugabe von Öl und einem Anteil von fettarmem Fleisch ist es nach den DGE-Empfehlungen gut zu bewerten. In der Zubereitung ist es darüber hinaus leicht herzustellen und somit für die Schulküche gut geeignet.

Haferflocken-Bratlinge

Auch dieses Rezept kann mit geringen finanziellen Ausgaben hergestellt werden. Es beinhaltet ein fettarmes Milchprodukt und Haferflocken, die ein langanhaltendes Sättigungsgefühl geben. Die Bratlinge können darüber hinaus individuell gewürzt werden. Bei der Herstellung handelt es sich außerdem um ein weiteres Garverfahren. Die Bratlinge stellen eine attraktive vegetarische Alternative zu fleischhaltigen Bratlingen dar.

mediterraner Brokkoli-Salat

Durch das Garverfahren Dünsten in diesem Rezept wird das Gemüse schonend gegart und behält viele wichtige Nährstoffe. Die Zutaten sind sehr gesund, auch bei der Auswahl des Fettes in Form von Olivenöl wird auf gesunde Fettsäurezusammensetzungen geachtet. Für Schülerinnen und Schüler wird somit Gemüse und Käse, welche sonst wahrscheinlich nicht bevorzugt werden, attraktiv und schmackhaft kombiniert. Alle Zutaten sind wiederum für wenig Geld käuflich, wenn man die Saisonalität von Brokkoli beachtet, welcher von Mai bis November Hauptsaison hat (vgl. Verbraucherzentrale, Heimisches Obst und Gemüse, 2015).

Schmortomaten

Dieses schnelle und einfache Rezept beinhaltet die geschmackvolle Zubereitung von Gemüse durch Schmoren. Durch den Einsatz vieler Kräuter und Gewürze werden die Tomaten raffiniert verfeinert, obwohl auch hierbei keine großen Kosten im Einkauf anfallen. Für Schülerinnen und Schüler ist es einfach in der Herstellung.

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Details

Titel
Gesundheitsfördernde Ernährung mit wenig Geld. Einfluss von knappem Budget auf Lebensmittelauswahl und Küche
Note
2,0
Jahr
2021
Seiten
7
Katalognummer
V988766
ISBN (eBook)
9783346350831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitsfördernde, ernährung, geld, einfluss, budget, lebensmittelauswahl, küche
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Gesundheitsfördernde Ernährung mit wenig Geld. Einfluss von knappem Budget auf Lebensmittelauswahl und Küche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988766

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