Im heutigen digitalen Zeitalter, das in der Gesellschaft auch als Industrie 4.0 bezeichnet wird, stehen Unternehmen durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung vor immer neueren Herausforderungen. Vor allem im Marktkonkurrenzkampf mit anderen Unternehmen ist es heute unverzichtbar, die unternehmensinternen Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse ständig zu optimieren und zu verbessern, um auf dem Markt durch eine steigende Effizienz und Transparenz langfristig erfolgreich zu sein. Die schnelle Beschaffung, Bereitstellung und Verarbeitung von Informationen ist dabei ein wesentliches Merkmal, die in der Informationstechnik durch ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning-System) sichergestellt werden. Wenn ein integriertes Gesamtsystem alle wesentlichen operativen und Führungsfunktionen unterstützt spricht man von einem Enterprise-Resource-Planning-System (ERP-System). Dieses besteht aus einem Basissystem und funktionsbezogenen Modulen wie externes Rechnungswesen, Controlling, Beschaffung, Produktionsplanung- und Steuerung, Vertrieb- und Projektmanagement.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1) Problemdarstellung für das Mittelstandsunternehmen „CasesAndMore GmbH“
1.2) Ziel und Umsetzung der planerischen Unternehmensanwendung für die „CasesAndMore GmbH“
2. Beschreibung und Dokumentation des zu digitalisierenden Prozesses „Kundenverwaltung“
2.1) Von der Datenmodellierung zum ERM-Modell
2.2) ERM-Modell für den Prozess „Kundenverwaltung“ der „CasesAndMore GmbH“
3. Erfolgreiche Gestaltung des Workshops durch Konkretisierung prozessrelevanter Anforderungen und IT-relevanter Vorgaben
3.1) Prozessrelevante Anforderung an das Anwendungssystem
3.2) IT-relevante Vorgaben an das Anwendungssystem
4. Schlussfazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, für das mittelständische Unternehmen „CasesAndMore GmbH“ die Anforderungen an ein modernes Anwendungssystem zur digitalen Kundenverwaltung zu definieren und zu dokumentieren, um eine effiziente Transformation in den Online-Handel zu ermöglichen.
- Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Mittelstand
- Datenmodellierung mittels Entity-Relationship-Modell (ERM)
- Konkretisierung prozessrelevanter Anforderungen für Workshops
- IT-Compliance und regulatorische Rahmenbedingungen
- Implementierung von Cloud-Computing-Lösungen
Auszug aus dem Buch
2.2 ERM-Modell für den Prozess „Kundenverwaltung“ der „CasesAndMore GmbH“
Das ER-Modell ist durch klare Definitionen und eine übersichtliche grafische Darstellung gekennzeichnet. Das ER-Modell aus Abbildung 1 besteht dabei aus Entities (Rechtecke), Attributen (Ovale) und Beziehungen (Rauten).
Entitäten werden dabei als Rechtecke, Attribute als Ovale und Beziehungstypen in Form von Rauten dargestellt. „Entities sind reale oder abstrakte „Dinge“ (Objekte), die für eine Unternehmung von Interesse sind.“ In Abbildung 1 fallen darunter z.B. „Artikel“, „Bestellung“, „Kunde“ und „Mitarbeiter“. „Werden gleichartige Entities zu einer Menge zusammengefasst, wird dieses als Entitytyp bezeichnet. Die einzelnen Ausprägungen des Entitytyps sind die Entities.“ „Attribute sind Eigenschaften von Entities oder Beziehungen.“ In Abbildung 1 fallen darunter z.B. Personalnummer, Artikelbeschreibung oder Name. „Beziehungen sind in logische Verknüpfungen zwischen zwei oder mehreren Entitytypen. Nach der Komplexität (Kardinalität) können 1:1, 1:n (bzw. n:1) und n:m Beziehungen unterschieden werden.“ Mit diesen Bestandteilen lässt sich das ER-Modell in Abbildung 1 folgendermaßen beschreiben.
Ein Mitarbeiter betreut einen Kunden, während ein Kunde von genau einem Mitarbeiter betreut wird (1:1-Beziehung). Ein Kunde kann keine, eine oder mehrere Bestellungen beauftragen. Jede Bestellung kann aber nur von einem Kunden beauftragt werden (1:n-Beziehung). Eine Bestellung kann einen oder mehrere Artikel enthalten. Ein oder mehrere Artikel enthalten jedoch auch eine oder mehrere Bestellungen (n:m-Beziehung). Jeder Artikel wird von einem Mitarbeiter verwaltet. Ein Mitarbeiter verwaltet aber keinen, einen oder mehrere Artikel (n:1-Beziehung).
Aus dieser Beschreibung des Diagramms ergeben sich nun die Anforderungen, die später das System nach seiner Fertigstellung erkennen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Relevanz der Digitalisierung im Rahmen von Industrie 4.0 für mittelständische Unternehmen und definiert die Problemstellung für die „CasesAndMore GmbH“.
2. Beschreibung und Dokumentation des zu digitalisierenden Prozesses „Kundenverwaltung“: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Datenmodellierung mittels ER-Modell gelegt und konkret auf den Prozess der Kundenverwaltung angewendet.
3. Erfolgreiche Gestaltung des Workshops durch Konkretisierung prozessrelevanter Anforderungen und IT-relevanter Vorgaben: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise zur Definition von Anforderungen für ein neues IT-System, inklusive IT-Compliance und technischer Spezifikationen.
4. Schlussfazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von Datenschutz und Cloud-Computing unter Berücksichtigung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung zusammen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Industrie 4.0, ERP-System, Kundenverwaltung, Datenmodellierung, ERM-Modell, Prozessoptimierung, IT-Compliance, Cloud-Computing, Mittelstand, Geschäftsprozesse, Anforderungen, IT-Strategie, Datenschutz, Online-Handel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Planung und Anforderungsanalyse eines modernen Anwendungssystems zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen, speziell für das mittelständische Unternehmen „CasesAndMore GmbH“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Digitalisierung im Mittelstand, die Modellierung von Datenstrukturen (ERM), die IT-Compliance sowie die Einführung von Cloud-basierten Anwendungssystemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Prozess der „Kundenverwaltung“ zu digitalisieren und hierfür die notwendigen Anforderungen und Vorgaben für ein neues IT-System so zu konkretisieren, dass ein erfolgreicher Workshop mit allen Beteiligten durchgeführt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Methode der Datenmodellierung (Semantische Datenmodellierung), um Prozesse transparent abzubilden, kombiniert mit einer prozessorientierten Anforderungsanalyse für IT-Systeme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ist-Analyse des Prozesses „Kundenverwaltung“, die Erstellung eines ER-Modells sowie die Definition von prozessrelevanten Anforderungen und IT-Vorgaben für die Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Digitalisierung, Datenmodellierung, Cloud-Computing, IT-Compliance und Prozessoptimierung beschreiben.
Warum ist die Wahl eines Cloud-Modells für das Unternehmen relevant?
Die Cloud bietet laut Arbeit Kostenvorteile, entlastet von Server-Wartungskosten, ermöglicht Skalierbarkeit und bietet durch moderne IT-Dienstleister eine hohe Ausfallsicherheit.
Welche Rolle spielt die EU-Datenschutzgrundverordnung im Fazit?
Die DSGVO stellt neue Anforderungen an das Datenschutzniveau und die Auftragsdatenverarbeitung, was eine frühzeitige Anpassung des geplanten Anwendungssystems sowie entsprechende Zertifizierungen erforderlich macht.
- Arbeit zitieren
- Alexander Langenfaß (Autor:in), 2018, Planung von Unternehmensanwendungen in der mittelständischen Produktion. Vernetzung und Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988775