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Die "Wegwerfgesellschaft" und das Meer. Eine Geschichte des Plastikproblems

Title: Die "Wegwerfgesellschaft" und das Meer. Eine Geschichte des Plastikproblems

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ines Wafa Boebers-Salim (Author)

History - Miscellaneous
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Diese Arbeit untersucht die Ursprünge der sogenannten Wegwerfmentalität und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf das ökologische System. Um dies zu ergründen, befasst sich der erste Teil mit den theoretischen Ansätzen der sozioökonomischen Entwicklung Europas seit 1950 und überprüft die Korrelation des Wertewandels und der Abfallwirtschaft. Im Weiteren wird insbesondere die Problematik von Kunststoffen sowie, auf Grundlage diverser statistischer Untersuchungen, die folgenschweren Auswirkungen des Plastikkonsums auf den natürlichen Lebensraum Meer dargestellt. Im Schlussteil wird unter Berücksichtigung bisheriger Forschungserkenntnisse die Entwicklung des Umweltbewusstseins thematisiert sowie Beweggründe des umweltorientierten Handelns herausgearbeitet.

Insofern wird mit dieser Ausarbeitung ein längst überfälliger Warnschuss gegeben, der in aktueller Zeit, in welcher das Meer aufgrund des maßlosen Konsumwahns zu verenden droht, unentbehrlich ist, um bisherige präventive Maßnahmen zu überdenken und folglich die notwendige Zusammenarbeit von Forschung, Politik und Bevölkerung zu initiieren.

Insbesondere die Ära der „goldenen Jahre“ ab 1950 hat mit ihrem exponentiellen Konsumanstieg an fossilen Energieträgern eine enorme Umweltbelastung angefacht, welche sich besonders im heutigen Zeitalter kenntlich macht. Die kontemporäre Abfallwirtschaft sieht es vor, Müll gesondert voneinander zu ordnen, um diesen wiederzuverwerten und somit präventiv die Natur vor erheblichen Schaden zu bewahren. Werkstoffe, wie Glas, Metall oder Papier, lassen sich vorwiegend „recyceln“, problematisch sind jedoch Kunststoffe. Das Endprodukt erreicht letztlich nicht mehr die ursprüngliche Qualität des Ausgangsmaterials.

Jedoch ist nicht die Wiederverwertbarkeit von Kunststoffen das primäre Problem, sondern vielmehr die Zusammensetzung des Stoffes selbst sowie ihre Auswirkungen auf die Umwelt und speziell auf den Lebensraum Meer. Schlagzeilen im World Wide Web, wie „Konzerne und Unis sortieren Plastik und Einmalbecher aus“ oder „Umweltschutz: EU-Unterhändler einigen sich auf Verbot von Einweg-Plastik“, erwecken den Eindruck, dass die europäische Gesellschaft die Gefahr der Kunststoffproduktion sowie des -konsums frühzeitig erkannt habe. Diverse Forschungen weisen jedoch vor, dass sich die Weltbevölkerung bereits in der Apokalypse der Kunststoffübermüllung befindet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der deutschen Kriegsgesellschaft zur Wohlstandgesellschaft

2.1. Das „1950er Syndrom“- von der Bedürftigkeit zum Massenkonsum

2.2. Die Wegwerfgesellschaft und die ansteigende Müllproblematik

3. Das undurchsichtige Plastikproblem

3.1. Begriffsbestimmung: Kunststoff und seine Beseitigung

3.2. Künstliche Stoffe im natürlichen Lebensraum Meer

4. Die langanhaltende „1970er Diagnose“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ursprünge der sogenannten Wegwerfmentalität in Deutschland seit 1950 und deren tiefgreifende ökologische Auswirkungen, insbesondere auf die Weltmeere. Dabei wird analysiert, wie sozioökonomische Entwicklungen und der Wandel der Werteprioritäten zur heutigen Müllproblematik geführt haben und inwiefern sich das gesellschaftliche Umweltbewusstsein seit den 1970er Jahren verändert hat.

  • Historische Entwicklung der deutschen Konsumgesellschaft nach 1950.
  • Korrelation zwischen Werteverschiebungen und Abfallwachstum.
  • Die ökologische Problematik der Kunststoffakkumulation im Meer.
  • Analyse des Umweltbewusstseins anhand der „1970er Diagnose“.
  • Notwendigkeit politischer und gesellschaftlicher Präventionsmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

3.2. Künstliche Stoffe im natürlichen Lebensraum Meer

Plastik ist in der gegenwärtigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Es ist billig, leicht und lange haltbar. Insbesondere die Haltbarkeit jedoch wird der Umwelt, insbesondere dem Meer, immer stärker zum Verhängnis. Obgleich Deutschland zu den Spitzenreitern des Kunststoffrecyclings gehört31, gelangen insbesondere Mikroplastikpartikel auf Grund diverser Kosmetikprodukte, wie Zahncremes, Peelings, Duschgels u.Ä., durch die Abwasserkanäle ungeklärt in die Gewässer. Auch Waschmaschinen sammeln bei jedem Waschgang etwa 2000 Kunstfasern verschiedener Kleidung, welche ebenfalls auf Grund ihrer Größe ungeklärt ins Meer gelangen.32 Hinzu kommen verlorenen oder absichtlich auf See entsorgte Fischernetze und Angelleinen, illegale Entsorgung von Abfall auf See, verlorene Ladungen und Schiffsmaterial sowie Katastrophenmüll diverser Naturereignisse.33 Im Jahr 2017 wird geschätzt, dass ca. 31,9 Millionen Tonnen Kunststoffmüll weltweit unsachgemäß entsorgt werden, 4,8 bis 12,7 Tonnen davon gelangen ins Meer. Zu den „Top-20-Länder“ mit dem miserabelsten Kunststoff-Management gehören unteranderem China, Indonesien und Sri Lanka.34 Werden alle 23 EU-Küstenstaaten zusammengenommen würden sie Platz 18 in diesem Ranking einnehmen. Ergo produzieren zwei Drittel des weltweiten Plastiks Nordamerika, China und Europa.35 1997 berichtet der Skipper Charles J. Moore von einem „Superhighway aus Müll“ ca. 1500 Kilometer vor der amerikanischen Westküste und machte seine Entdeckung schließlich publik.36 Für viele Wissenschaftler sei dies keine überraschende Erkenntnis gewesen, da bereits im Jahr 1988 die US amerikanische Wetter- und Ozeanographiebehörde37 in einer Studie einen enormen Müllstrudel im Nordpazifik vermuten.38 Die Studie registrierte zwischen Japan und der amerikanischen Westküste bis zu 300.000 Kunststoffteile pro Quadratkilometer. Es wird vermutet, dass sich Müllstrudel dieser Art seit Jahrzehnten angesammelt haben müssen, Moore jedoch einer der ersten Menschen war, welche diese mit eigenen Augen wahrgenommen und medial beschrieben habe. Erst unmittelbar nach diesem Aufruf wird die Problematik von der Weltöffentlichkeit registriert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der weltweiten Plastikvermüllung ein und verknüpft diese mit der historischen Entwicklung der Konsumgesellschaft seit den 1950er Jahren.

2. Von der deutschen Kriegsgesellschaft zur Wohlstandgesellschaft: Dieses Kapitel erörtert anhand des theoretischen Ansatzes von Christian Pfister, wie sich die deutsche Gesellschaft nach dem Krieg zur Konsumgesellschaft wandelte.

2.1. Das „1950er Syndrom“- von der Bedürftigkeit zum Massenkonsum: Hier werden die massiven gesellschaftlichen Umbrüche und die Verschiebung der Werteprioritäten infolge des Wirtschaftswunders beschrieben.

2.2. Die Wegwerfgesellschaft und die ansteigende Müllproblematik: Das Kapitel belegt den exponentiellen Anstieg des Abfallvolumens pro Kopf seit 1950 und dessen Korrelation mit dem Massenkonsum.

3. Das undurchsichtige Plastikproblem: Dieser Abschnitt bietet eine Einführung in die stofflichen Eigenschaften von Kunststoff und erläutert die Herausforderungen bei seiner Beseitigung und Wiederverwertung.

3.1. Begriffsbestimmung: Kunststoff und seine Beseitigung: Es erfolgt eine Definition des Begriffs Kunststoff sowie eine Erläuterung der Schwierigkeiten beim Recycling komplexer chemischer Verbindungen.

3.2. Künstliche Stoffe im natürlichen Lebensraum Meer: Die Darstellung konzentriert sich auf die Eintragungswege von Plastik in die Ozeane und die massiven Auswirkungen auf die Meeresfauna durch Mikroplastik und Müllstrudel.

4. Die langanhaltende „1970er Diagnose“: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung des Umweltbewusstseins seit den 1970er Jahren und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung wirksamer Therapiemaßnahmen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz wachsenden Problembewusstseins in der Bevölkerung bisher keine fundamentalen Verhaltensänderungen stattgefunden haben und fordert ein konsequenteres Handeln von Politik und Industrie.

Schlüsselwörter

Wegwerfgesellschaft, Plastikproblem, Konsumgesellschaft, 1950er Syndrom, Abfallwirtschaft, Mikroplastik, Umweltbewusstsein, Meeresverschmutzung, Wertewandel, Nachhaltigkeit, Umweltpolitik, ökologisches System, Ressourcenverbrauch, Kunststoffrecycling, Wohlstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung der Wegwerfgesellschaft in Deutschland seit der Mitte des 20. Jahrhunderts und deren negativen ökologischen Folgen, insbesondere für die Weltmeere.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die sozioökonomische Transformation nach 1945, die Entwicklung des modernen Massenkonsums, die Problematik der Kunststoffabfälle sowie die Genese des gesellschaftlichen Umweltbewusstseins.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie strukturelle gesellschaftliche Umbrüche zu einer Umweltbelastung geführt haben, die heute eine ernsthafte Bedrohung für die marinen Ökosysteme darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische Analyse unter Rückgriff auf sozioökonomische Theorien, wie das „1950er Syndrom“ von Christian Pfister und die „1970er Diagnose“ von Patrick Kupper.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Ursachen des Konsumverhaltens, die Materialeigenschaften von Kunststoffen sowie die spezifischen Gefahren für die Ozeane durch Plastikmüll und Mikroplastik detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die Wegwerfmentalität, das 1950er Syndrom, Kunststoffübermüllung, ökologischer Wandel und die Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und tatsächlichem Handeln.

Warum ist das 1950er Syndrom für die Argumentation wichtig?

Es dient als Erklärungsmodell für den globalen exponentiellen Anstieg des Energie- und Ressourcenverbrauchs, der den Übergang zur modernen Wegwerfgesellschaft einleitete.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin in Bezug auf das Umweltbewusstsein?

Die Autorin stellt fest, dass ein hohes Problembewusstsein in der Bevölkerung existiert, dieses jedoch bisher nicht ausreicht, um die notwendigen fundamentalen Veränderungen im Konsumverhalten und in der Politik herbeizuführen.

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Details

Title
Die "Wegwerfgesellschaft" und das Meer. Eine Geschichte des Plastikproblems
College
University of Paderborn  (Historisches Institut)
Course
(Umwelt-)Geschichte der Ozeane seit der Industriellen Revolution
Grade
1,7
Author
Ines Wafa Boebers-Salim (Author)
Publication Year
2019
Pages
23
Catalog Number
V988779
ISBN (eBook)
9783346389091
Language
German
Tags
Umweltgeschichte Wegwerfgesellschaft Industrielle Revolution Kriegsgesellschaft Wohlstandsgesellschaft Platikproblem Müllproblematik 70er Diagnose 1950er Syndrom
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Wafa Boebers-Salim (Author), 2019, Die "Wegwerfgesellschaft" und das Meer. Eine Geschichte des Plastikproblems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988779
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