Die Arbeit widmet sich der Untersuchung von Einkommenskonvergenz und Einkommensdivergenz. Innerhalb der Volkswirtschaftslehre gehen Ökonomen mittels unterschiedlicher Modelle der Frage nach, inwiefern das Wachstum von Einkommen begründet werden kann und welche möglichen Ursachen für diesen Effekt verantwortlich sind.
Innerhalb des vorangegangenen Jahrhunderts entwickelte die Industrialisierung in den damaligen Industriestaaten eben jenen Effekt, welcher heute durch die internationale Globalisierung zu beobachten ist. Unter dem Gesichtspunkt eines weltweiten Wachstums kann die Fragestellung aus wissenschaftlicher Hinsicht begründet werden, inwiefern die theoriegeleiteten Modelle des Wachstums innerhalb der Realwirtschaft funktionieren und nachgewiesen werden können. Aus diesem Anlass setzt sich die Arbeit das Ziel, Wachstumsmodelle aus theoretischer Sicht zu betrachten und deren Relevanz im Bezug zur Einkommenskonvergenz und Divergenz in der Realwirtschaft nachzuvollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Definition Einkommenskonvergenz und –Divergenz
2.1.1 Absolute und bedingte Konvergenz
2.1.2 Beta/Sigma Konvergenz
2.1.3 Klubkonvergenz
2.2 Definition der Wachstumstheorie
3. Die Wachstumstheorie der Einkommen
3.1 Neoklassische Wachstumstheorie
3.1.1 Solow-Modell
3.1.2 Romer Modell
3.1.3 Ramsey-Modell
3.2 Neue Wachstumstheorie
3.2.1 Ziele der neuen Wachstumstheorie
3.2.2 AK Modell
3.3 Unified Growth Theory
3.4 Vorläufige Zusammenfassung der Wachstumstheorien
4. Relevante Forschungsergebnisse und Ländervergleiche
4.1 Aktuelle empirische Untersuchungen zur Einkommenskonvergenz und -divergenz
4.2 Ländervergleiche unter Bezug zum Einkommenswachstum
4.3 Erklärungsversuche und Schlussfolgerungen
4.4 Die Ökonomietheorie versus die Verhaltensökonomie
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene der Einkommenskonvergenz und -divergenz innerhalb globaler Volkswirtschaften. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Wachstumsmodelle sowie aktueller empirischer Studien zu ermitteln, unter welchen Bedingungen eine Angleichung der Einkommen erfolgt und welche Faktoren zu divergenten Entwicklungen führen.
- Theoretische Fundierung des Wirtschaftswachstums (neoklassische und neue Wachstumstheorie)
- Empirische Analyse der Einkommenskonvergenz in der EU und weiteren globalen Regionen
- Bedeutung von Spillover-Effekten und Agglomerationsvorteilen
- Rolle der Verhaltensökonomie bei der Interpretation ökonomischer Entwicklungen
- Einfluss von Technologie und Humankapital auf das Einkommenswachstum
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Solow-Modell
Im Rahmen des Solow Modelles müssen daher zunächst die folgenden Begrifflichkeiten nachhaltig definiert werden, welche zum einen die Produktionsfunktion und zum anderen die Kapitalakkumulation sind. Die Produktionsfunktion beschreibt das unternehmerische Verhalten, wonach Unternehmen dann Investitionen durchführen, wenn diese einen positiven (>0) Beitrag zum Gewinn des Unternehmens erwarten lassen und dabei als finanzierbar für das Unternehmen gelten. Innerhalb der theoretischen Betrachtung wird dabei oft von einem Modell ausgegangen wonach, ein perfekter Kapitalmarkt vorliegt und ein Unternehmen unbegrenzte Kredite zur Verfügung hat. Somit beschreibt die Produktionsfunktion die Transformation von Inputfaktoren zu Outputfaktoren, welche formal mit Y = F(K,L) Dargestellt werden können. Y beschreibt dabei die Menge der produzierten Güter welche aus den Produktionsfaktoren Kapital (K) der Arbeit (L) entsteht. Die Kapitalakkumulation beschreibt innerhalb dieses Kontextes die Ansammlung von Kapital und die Kapitalbildung und Vergrößerung (Vermehrung) des Kapitals durch Investitionen zur Entwicklung des Kapitals.
Das Solow- Modell welches durch Robert SOLOW und Trevor SWAN (Oft auch Solow- Swan- Modell genannt), in 1956 begründet worden ist stellt ein Modell des ökonomischen Wachstums dar und stellt die Grundlage der neoklassischen Wachstumstheorie. Kernbestandteil des Modells bildet dabei das Wachstumsgleichgewicht (steady state), welches sich aus der Akkumulation von Kapital als Gleichgewicht für Investitionen und Abschreibungen zeigt. Kern des Modells ist dabei die Aussage, dass kleinere Volkswirtschaften zunächst Kapital akkumulieren (ansparen), um daraus Investitionen und somit höheres Wachstum zu erzeugen, bis ein langfristiges Gleichgewicht mit geringerem Wachstum zustande kommt (Beta- Konvergenz). Das Gleichgewicht (steady state) bildet in der Zukunft jenen Punkt, an dem das BIP- pro Kopf Wachstum = 0 entspricht. Weiteres Wachstum kann zum Zeitpunkt des Gleichgewichts nur noch von außen (exogen), wie etwa durch technologischen Fortschritt erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Einkommensunterschieden zwischen Regionen ein und formuliert das Ziel, Wachstumsmodelle theoretisch zu betrachten und deren Relevanz für die Realwirtschaft zu prüfen.
2. Definitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Einkommenskonvergenz, -divergenz, verschiedene Konvergenzarten (Beta, Sigma, Klub) sowie die Grundlagen der Wachstumstheorie.
3. Die Wachstumstheorie der Einkommen: Es werden neoklassische Modelle (Solow, Romer, Ramsey) und die neue Wachstumstheorie sowie die Unified Growth Theory analysiert, um die theoretischen Erklärungsansätze für Wirtschaftswachstum darzustellen.
4. Relevante Forschungsergebnisse und Ländervergleiche: Dieses Kapitel vergleicht theoretische Modelle mit empirischen Daten aus der EU und China und diskutiert Ursachen für Konvergenz sowie die Rolle der Verhaltensökonomie.
5. Zusammenfassung und Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei festgestellt wird, dass eine konvergente Entwicklung nur teilweise empirisch nachweisbar ist und die Modelle in der Realwirtschaft aufgrund von Faktoren wie Agglomeration und Anlageverhalten nicht vollständig replizierbar sind.
Schlüsselwörter
Einkommenskonvergenz, Einkommensdivergenz, Wirtschaftswachstum, Solow-Modell, Romer-Modell, Humankapital, Kapitalakkumulation, Agglomerationseffekt, Verhaltensökonomie, Beta-Konvergenz, Sigma-Konvergenz, Klubkonvergenz, BIP, Strukturförderung, Innovationskraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, ob sich die Einkommensverhältnisse zwischen verschiedenen Volkswirtschaften durch Wachstumsprozesse angleichen (Konvergenz) oder auseinanderentwickeln (Divergenz).
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Wirtschaftswachstums, die empirische Überprüfung dieser Theorien anhand von Länderdaten sowie der Einfluss von Verhaltensökonomie und Strukturfaktoren auf die Einkommensentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Wachstumsmodelle aus theoretischer Sicht zu analysieren und deren Relevanz und Replizierbarkeit im Hinblick auf die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung in der Realwirtschaft zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Vergleich verschiedener Wachstumsmodelle vorgenommen, der durch eine empirische Analyse aktueller Studien und statistischer Daten (Ländervergleiche) ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Wachstumsmodelle (neoklassische und neue Wachstumstheorie) und eine praktische Anwendung dieser Erkenntnisse auf empirische Daten aus der Europäischen Union und China.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Einkommenskonvergenz, Kapitalakkumulation, Humankapital, Agglomerationseffekte und die kritische Auseinandersetzung mit der klassischen Ökonomietheorie durch die Verhaltensökonomie geprägt.
Wie unterscheidet sich das Romer-Modell vom klassischen Solow-Modell?
Während das Solow-Modell Wachstum primär durch Kapitalakkumulation und exogene Faktoren erklärt, betont das Romer-Modell die endogene Entstehung von Wachstum durch technologischen Fortschritt, Innovationen und Investitionen in Humankapital.
Welche Rolle spielt die Verhaltensökonomie in der Schlussfolgerung?
Die Verhaltensökonomie bietet eine Erklärung für die unvollständige Replizierbarkeit ökonomischer Modelle, da sie irrationale Entscheidungen und individuelle Spar- bzw. Anlageverhalten einbezieht, die von den Annahmen des rationalen "homo oeconomicus" abweichen.
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- Anonym (Autor), 2020, Konvergenz und Divergenz von Einkommen. Modelle der Wachstumstheorie und deren Wirksamkeit in der Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988810