Klimakonferenz in Den Haag & Umweltzertifikate


Ausarbeitung, 2000

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Klimakonferenz in Den Haag & Umweltzertifikate Andreas Eggert

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November, 2000

Ich denke an dieser Stelle muß nicht mehr an die Dringlichkeit einer Einigung appeliert werden - die menschlichen Einflüsse auf unser Erdsystem haben eine Quantität und Qualität erreicht, welche Wirkungen zeigen werden. Es sei aber auch bemerkt, dass derzeit die Schwerpunkte in der Umweltforschung darin liegen, zu unterscheiden was menschlich und was natürliche Veränderungen des Erdsystems sind[1].

Die seit Kyoto heiß diskutierten Umweltzertifikate sind vielleicht die letzte Hoffnung, wenn nicht die größte Hürde bei der Verminderung der Treibhausgase. Was ist ein Umweltzertifikat? Nehmen wir an die Länder einigen sich auf eine bestimmte Gesamtmenge, welche emmitiert werden soll (z.B. 1000 t CO²/a ) und stückeln diese in beliebig kleine Partien (z.B. 100 mal 10 t CO² /a )[2]. Für jede Partie wird ein Zertifikat ausgestellt, welche das Land berechtig die ausgewiesene Schadstoffmenge zu emittieren. Diese sogenannten „Verschmutzungsrechte“ können nun unter den Ländern gehandelt werden. Nimmt ein Land die Verschmutzungsrechte nicht im vollem Umfang war, so kann es die ungenutzten verkaufen. Auf diese Weise entsteht ein Markt für Umweltzertifikate mit bekannter Angebot und Nachfrage. Auch ohne hinreichendökonomische Kenntnisse, kann man sich rein intuitiv vorstellen, dass sich schließlich ein gleichgewichtiger Preis einstellen wird. Sind bei einem Land die Kosten zur Vermeidung von Schadstoffen niedriger als der am Markt zu erzielende Preis, so wird es Aktivitäten zur Vermeidung von Emmissionen betreiben und überschüssige Zertifikate verkaufen. Langfristig wird bei Vermeidung von Schadstoffen das Angebot an Zertifikaten steigen und der Preis solange fallen, bis sich die Mehrkosten für Vermeidungsaktivitäten dem Zertifikat-Preis gleichen. Übertragen heiß das, es kommt tatsächlich zu einer Reduktion von Schadstoffen. Das dies funktionieren kann, beweisen uns seit einigen Jahren die USA. Zwar handelt es sich dort nur um eine sehr abgeschwächte Form des Zertifikathandels, denn die Emmissionsgutschriften können nur unter bestimmten Auflagen übertragen werden. Dennoch zeigt der Erfolg in der Senkung von SO² Emmissionen die Vorteilhaftigkeit dieses Systems.

Aber die Uneinigkeit der Staaten bezieht sich nicht auf das Ziel: Verminderung der Treibhausgase, denn da sind sich alle einig - vielmehr sind Fragen hinsichtlich der Erstvergabe der Zertifikate zu klären. Welches Land bekommt wieviel, was kostet ein Zertifikat oder sind sie gar kostenlos ?

Insbesondere Russland, bedingt durch die z.T. brachliegende Industrie, erhofft sich einen großen Kuchen abschneiden zu können um gleichzeitig die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen.

Nach meiner Meinung zu recht, kritisieren die ärmeren Länder die hohen Umweltauflagen und Barrieren seitens der Industrieländer. Waren es nicht sie, welche fleißig risikoreiche Chemieanlagen in Entwicklungsländer verlagert hatten[3]. Insbesondere in Lateinamerika und Afrika waren die uns bekannten Katastrophen zu beobachten.

Bei einer gerechten Vergabe der Emmissionsgutscheine und das weiter hohe Engagement der Subpolitik (Grean Peace etc.), sehe ich auf lange Sicht ein Licht am Horizont, welches wir unserer Zukunft schuldig sind.

Literatur

Beck, Ulrich (1996): Weltrisikogesellschaft, Weltöffentlichkeit und globale Subpolitik, Wien, S. 39- 44.

Beck, Ulrich (1998): Was ist Globalisierung? Irrtümer des Globalismus - Antworten auf Globalisierung, Frankfurt a. M., S. 73-80.

Schellnhuber, H.-J., (1998): Earth System Analysis: The Scope of the Challenge, in: Schellnhuber, H.-J., Wenzel, V. (eds.), Earth System Analysis, Berlin, S. 3-195.

Weimann, Joachim (1995): Umweltökonomik - Eine theorieorientierte Einführung, Magdeburg, S. 157-181.

[...]


[1] Vgl. dazu Schellnhuber, H.-J., Earth System Analysis: The Scope of the Challenge, S. 3-195 ff., Berlin 1998.

[2] Vgl. dazu Weimann, J., Umweltökonomik - Eine theorieorientierte Einführung, S. 157 ff., Magdeburg 1995.

[3] Vgl. dazu Beck, U., Weltrisikogesellschaft, Weltöffentlichkeit und Subpolitik, S. 40 f., Wiener Vorlesungen im Rathaus 1996. Vgl. auch Beck, U., Was ist Globalisierung? - Irrtümer des Globalismus - Antworten auf Globalisierung, S. 77 f., Frankfurt a. M. 1998.

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Details

Titel
Klimakonferenz in Den Haag & Umweltzertifikate
Autor
Jahr
2000
Seiten
2
Katalognummer
V98896
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Manuskript eines Zeitungsartikels über die in letzter Zeit diskutierten Umweltzertifikate
Schlagworte
Klimakonferenz, Haag, Umweltzertifikate
Arbeit zitieren
Andreas Eggert (Autor), 2000, Klimakonferenz in Den Haag & Umweltzertifikate, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98896

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