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"Tschick" als Adoleszenzroman? Zur Funktion von Lektürehilfen am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman

Titel: "Tschick" als Adoleszenzroman? Zur Funktion von Lektürehilfen am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman

Seminararbeit , 2016 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Johanna Friedrich (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Seminararbeit soll es darum gehen, inwiefern das in den Lektürehilfen vorgestellte Wissen den Blick auf einen beziehungsweise den Zugang zu einem Text beeinflussen kann. Das erste Kapitel der Arbeit befasst sich zunächst mit der Problematik einführender Literatur sowie der Vermittlung von Praxiswissen an der Universität. In einem zweiten Schritt werden zwei ausgewählte Lektürehilfen vor dem Hintergrund der Fragestellung, ob Wolfgang Herrndorfs ‚Tschick‘ als Adoleszenzroman zu lesen ist, untersucht.

Der Jugendroman ‚Tschick‘ von Wolfgang Herrndorf erschien im Jahr 2010 und gehört seitdem zu den Pflichtlektüren für das Abitur, wird aber auch im allgemeinen Deutschunterricht verwendet. Die Erzählung handelt von zwei 14-jährigen Außenseitern, die Freundschaft schließen und während Sommerferien in einem gestohlenen Auto durch Berlin reisen und an ihren Erlebnissen und Erfahrungen wachsen. Mit Themen wie Identitätssuche, Reise, Entwicklungsprozess, Familie und Freundschaft, Sexualität sowie der Phase der Adoleszenz greift Herrndorf mehrere Aspekte auf, die für eine Interpretation mehrere Herangehensweisen zulassen.

Mit der Aufnahme des Romans in die Pflichtlektüren für das Abitur erschienen auch die Lektürehilfen, die die Schüler (und Studierenden in spe) mit einer Übersicht über alle wichtigen Informationen beim Kennenlernen und Erschließen des Werks unterstützen und somit bestmöglich auf die Prüfung vorbereiten wollen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Problematik einführender Literatur

1.1 Zur Vermittlung von Forschungswissen an der Universität

1.2 Zur Vermittlung von Praxiswissen

1.3 Modellinterpretationen in der Praxis

2. Wolfgang Herrndorf – ‚Tschick‘

2.1 Zum Begriff ‚Adoleszenzroman‘

2.2 Zur Funktion von Lektürehilfen

2.3 Interpretations- und Themenschwerpunkte in ausgewählten Lektürehilfen

a) Königs Erläuterungen

b) Reclam

3. ‚Tschick‘ als Adoleszenzroman der Gegenwartsliteratur?

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion von Lektürehilfen bei der Vermittlung von Literaturwissen an Universitäten und Schulen am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman ‚Tschick‘. Dabei wird analysiert, wie diese Hilfsmittel den Interpretationszugang der Lesenden beeinflussen und inwiefern sie den Übergang von schulisches zu wissenschaftlichem Verständnis begleiten oder durch schematische Vorgaben einschränken können.

  • Die Problematik einführender wissenschaftlicher Literatur und die Vermittlung von Praxiswissen.
  • Die Definition und Einordnung des Adoleszenzromans als literarische Gattung.
  • Der Einfluss von Modellinterpretationen auf die individuelle Lesart und den Interpretationsspielraum.
  • Vergleichende Analyse der Lektürehilfen von Königs Erläuterungen und Reclam im Hinblick auf ihre Themenschwerpunkte.

Auszug aus dem Buch

1.3 Modellinterpretationen in der Praxis

Der Schriftsteller Umberto Eco stellte zur Literatur der Postmoderne das Theorem auf, dass diese auf verschiedenen Ebenen zu lesen sei. Weiter äußerte sich der Literaturwissenschaftler Karl Eibl zu ‚guten‘ Interpretationen, dass diese so transparent angelegt sein müssen, dass sie falsifizierbar sind. Die Frage nach einer vollständigen, unvollständigen, richtigen oder falschen Interpretation ist folglich schwierig zu beantworten. Nach Werner Strube ist das ‚literaturwissenschaftliche Interpretieren [...] interessengebunden und perspektivisch‘ – nichts am Text zwingt den Interpreten dazu, den Text nur in dieser oder nur in jener Art zu interpretieren. So hängt die Wahl der Art vom Interesse, der Sozialisation und Fingerspitzengefühl der Interpreten ab. Das Verstehen eines Textes ist keine Expertentätigkeit und hängt auch vom Stand der literarischen Bildung des Interpreten ab. Dieser Aspekt ist besonders bei der Vermittlung von Interpretationswissen im Rahmen der universitären Lehre von Bedeutung – sie funktioniert über die Einsicht in Gründe für bestimmte Interpretationsentscheidungen.

Die Praxis der Modellinterpretation, die seit langem zum Alltag der Literaturwissenschaft gehört, hat sich in den letzten 100 Jahren zu einer eigenständigen Textsorte entwickelt. In Modellinterpretationen wird die Tätigkeit des Interpretierens selbst zur Schau gestellt. Sie wurden im Wissen darüber geschrieben, dass sie mit anderen Interpretationen verglichen werden und weichen von den alltäglichen Routinen der Interpretationspraxis ab.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Lektürehilfen und die Forschungsfrage zur Beeinflussung des Textzugangs durch didaktische Aufbereitungen.

1. Zur Problematik einführender Literatur: Analyse der Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Forschungswissen und Praxiswissen im universitären Kontext.

2. Wolfgang Herrndorf – ‚Tschick‘: Vorstellung des Autors und des Werks sowie theoretische Klärung zentraler Begriffe wie Adoleszenzroman und die Funktion von Lektürehilfen.

3. ‚Tschick‘ als Adoleszenzroman der Gegenwartsliteratur?: Kritische Diskussion der Gattungszuordnung und Synthese der Erkenntnisse über die Rezeption des Romans.

Schluss: Zusammenfassendes Fazit über den Nutzen und die Einschränkungen von Lektürehilfen für Studierende und Schüler.

Schlüsselwörter

Adoleszenzroman, Lektürehilfen, Wolfgang Herrndorf, Tschick, Literaturwissenschaft, Interpretation, Modellinterpretation, Didaktik, Literaturdidaktik, Germanistik, Wissensvermittlung, Textanalyse, Reclam, Königs Erläuterungen, Bildungsroman.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und dem Einfluss von Lektürehilfen, wie sie von Verlagen für Schüler und Studierende zur Analyse literarischer Werke angeboten werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die universitäre Vermittlung von Literaturwissen, die Gattungstheorie des Adoleszenzromans sowie die kritische Reflexion von Interpretationsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern Lektürehilfen den Zugang zum Roman ‚Tschick‘ von Wolfgang Herrndorf strukturieren und beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und praxisorientierte Analyse, indem sie existierende Lektürehilfen auf ihre inhaltlichen Schwerpunkte und didaktischen Ansätze hin vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Problematik einführender Literatur, die Definition des Adoleszenzromans und den direkten Vergleich der Lektürehilfen von Königs Erläuterungen und Reclam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adoleszenzroman, Interpretationspraxis, Wissensvermittlung und Literaturdidaktik definieren.

Warum wird ‚Tschick‘ als Fallbeispiel gewählt?

‚Tschick‘ dient als prominentes Beispiel für einen modernen Adoleszenzroman, der sowohl im Unterricht als auch in der universitären Literaturwissenschaft intensiv rezipiert wird.

Welchen Unterschied stellt die Autorin zwischen den untersuchten Lektürehilfen fest?

Während Königs Erläuterungen den Fokus stark auf die Adoleszenzthematik legen, öffnet die Reclam-Ausgabe das Werk für breitere Interpretationsmöglichkeiten wie Roadmovie oder Abenteuerroman.

Können Interpretationen jemals „richtig“ oder „falsch“ sein?

Die Arbeit argumentiert im Anschluss an literaturwissenschaftliche Positionen, dass Interpretationen eher durch Argumentation plausibel gemacht werden müssen, statt als absolut wahr oder falsch zu gelten.

Was schließt die Autorin über den Nutzen von Lektürehilfen?

Sie schließt, dass Lektürehilfen zwar nützliches Basiswissen bieten, jedoch die Gefahr bergen, das eigenständige Denken durch zu starre Interpretationsvorgaben einzuschränken.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Tschick" als Adoleszenzroman? Zur Funktion von Lektürehilfen am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Note
1,7
Autor
Johanna Friedrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V989034
ISBN (eBook)
9783346349057
ISBN (Buch)
9783346349064
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tschick adoleszenzroman funktion lektürehilfen beispiel wolfgang herrndorfs roman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Friedrich (Autor:in), 2016, "Tschick" als Adoleszenzroman? Zur Funktion von Lektürehilfen am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989034
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Leseprobe aus  20  Seiten
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