Die Bildungstheorie nach Wilhelm von Humboldt. Eine Frage nach der Aktualität


Hausarbeit, 2018

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wilhelm von Humboldt Biographie

3 Bildungsbegriff nach Wilhelm von Humboldt
3.1 Wechselwirkung von Ich und Welt

4 Bildungstheorie Hinführung zeitlich und geschichtlich

5 Bildungsprozess Kräftebildung

6 Bildungswesen
6.1 Allgemeinbildung
6.2 Elementarunterricht
6.3 Schulunterricht
6.4 Universitätsunterricht

7. Wie aktuell ist Humboldts Bildungsgedanke heute noch?

8 Fazit, Ausblick

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Wilhelm von Humboldt, ein Name den jeder schon mal gehört hat. In Berlin kennen ihn viele als den Menschen der unter dem Namen der heutigen Humboldt- Universität bekannt ist. Das er ein vielfältiger und sehr spannender Charakter war und auch noch immer ist, braucht man nicht weiter ausführen. Womit man Humboldt aber am häufigsten identifiziert ist der Begriff der Bildung. Weitergeführt mit dem Bildungsgedanken und dessen Theorie. Humboldt definierte allerdings nicht nur den Begriff der Bildung und den Bildungsgedanken, sondern beschäftigte sich auch intensiv mit der Auseinandersetzung von Bildung und Staat. Er machte sich vor allem für die jüngere Generation stark, damit diese ein freies und unabhängigeres Leben führen konnten. Humboldt lebte zurzeit in der die Gesellschaft vom Staat unterdrückt wurde. Sein Ziel war es das Individuum in den Mittelpunkt zu stellen und von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien. Nicht nur damals galt Wilhelm von Humboldt als ein geachteter und gefragter Bildungsreformer. Auch heute noch genießt er großes Ansehen. In vielen Studiengängen an Universitäten werden die Bildungsgedanken von Humboldt thematisiert. Außerdem werden seine Theorien häufig neu interpretiert oder mit aktuellen und anderen Theorien verglichen.

So wird sich auch diese Hausarbeit mit der Bildungstheorie beziehungsweise dem Bildungsgedanken von Wilhelm von Humboldt befassen. Es wird zunächst auf seine Person und seinen Werdegang eingegangen. In weiteren Punkten wird der Begriff der Bildung und der Bildungsgedanke sowie das Bildungswesen, mit mehreren Unterpunkten angesprochen. Zuletzt wird die Frage beantwortet in wie weit Humboldts Bildungstheorie in der heutigen Zeit anzuwenden ist, beziehungsweise welche Parallelen erkennbar sind oder welche Unterschiede sich herauskristallisieren.

2 Wilhelm von Humboldt Biographie

Wilhelm von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in Potsdam geboren. Im September 1769 kam sein Bruder Alexander auf die Welt. Vater Alexander Georg von Humboldt war ein adeliger Major und Grundbesitzer. Mutter Marie- Elisabeth von Colombe entstammte einer Kaufmanns- und Hugenottenfamilie aus Südfrankreich.

Die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt erhielten eine, für den gehobenen Stand ihrer Familie übliche Bildung durch Hofmeister und Privatlehrer. Im Jahr 1785 wurden die Brüder in das gesellschaftliche Leben in Berlin eingeführt und erhielten nun allein oder in kleinen Gruppen Privatunterricht (vgl. Borsche 1990, S. 19ff). 1787 begann Humboldt ein Jura Studium an der Universität Frankfurt/Oder. Bereits ein Jahr später (1778) wechselte er an die Universität Göttingen, an der er sein Jura Studium fortsetzte. Die Universität Göttingen galt zu dieser Zeit als eine der renommiertesten deutschen Universitäten. Durch ein Eigenstudium machte er sich unteranderem mit der kritischen Philosophie Kants vertraut (vgl. ebd.)

Humboldt beendete sein Jurastudium nach vier Semestern und begab sich im Revolutionsjahr 1789 auf eine Bildungsreise, die damals für adlige üblich war.

Humboldt lernt durch seine Verlobte Caroline von Dacheröden Friedrich Schiller, Wolfgang von Goethe kennen.

Durch viele Reisen beschäftigte er sich intensiv mit den romanischen Sprachen und verfasste zahlreiche linguistische Untersuchungen.

In Rom erwirbt er ein breites Wissen über die Geschichte und Kunst der Antike. Das Haus der Humboldts galt als zentrale Anlaufstelle für Künstler und Politiker. Er selbst bezeichnete diese Zeit als Höhepunkt seines geistigen und gesellschaftlichen Lebens (vgl. ebd.).

Humboldt veröffentlichte viele wichtige Schriften und hielt verschiedene Vorträge an Universitäten und Kongressen. Für seine Studien erhielt er diverse Auszeichnung und erntete viel Anerkennung. Im April 1835 verstarb Wilhelm von Humboldt in Tegel.

3 Bildungsbegriff nach Wilhelm von Humboldt

Der Begriff der Bildung ist nicht einfach zu definieren. Weder heute noch in der Zeit als Humboldt lebte gab es eine genaue Definition dafür, was Bildung ist. Humboldt begann damit den Bildungsbegriff von zwei Seiten zu untersuchen. Auf der einen Seite betrachtet er das Innere und auf der anderen Seite betrachtet er das Äußere. Mit anderen Worten, das Ich und die Welt. Es handelt sich also um eine Entfremdung von sich selbst und zugleich mit der Rückkehr aus dieser Entfremdung.

Bei der Entfremdung handelt es sich um neue Abschnitte im Leben des Individuums, es geht darum neue Erfahrungen und Lebenseindrücke zu sammeln. Eine gewisse Neugier und Offenheit und natürlich auch Mut gehören hierbei dazu. Das Individuum soll hinaus in die Welt gehen und mit offenem Geist die Welt erkunden, immer im Hinblick auf das Zukünftige (vgl. Wagner 1995, S. 83 f.).

Bei der Rückkehr von der Entfremdung, die in dem Punkt zuvor angesprochen wurde, sprach Humboldt von einer Reflexion, einer Verarbeitung der neuen Erfahrungen. Das Verarbeiten der gesammelten Erfahrungen führt dazu, dass der menschliche Geist gefordert wird. Jedes Individuum hat laut Humboldt die Aufgabe auf die Welt einzuwirken, allerdings nicht von außen, sondern von innen heraus. Unter dem Bildungsbegriff versteht Humboldt keinen individuellen, sondern einen gesellschaftlichen Prozess, es müssen alle Menschen mitwirken.

Wie schon erwähnt ist immer der Mensch der Mittelpunkt beziehungsweise der Ausgangspunkt für all das, was in der Welt geschieht. Das, was das Individuum zum Individuum macht sind laut Humboldt die ,Kräfte seiner Natur‘. Diese ,Kräfte‘ entwickelt der Mensch Zeit seines Lebens und kann diese erweitern und fördern. Im Bildungsprozess des Menschen sollen die ,Kräfte‘ nun gleichmäßig gestärkt werden. Allerdings kann der Mensch seine Kräfte nicht an sich selber abarbeiten, sondern nur an einem Gegenstand der außerhalb seiner selbst ist. Laut Humboldt ist das die Welt. Somit wir auch deutlich weshalb immer wieder über eine Wechselwirkung von Ich und der Welt gesprochen wird (vgl. Dörpinghaus und Uphoff 2012, S. 76 ff).

Kurz zusammengefasst geht es Humboldt um die Entfaltung der menschlichen Kräfte sowohl als Individuum als auch als gesellschaftlicher Prozess, sowie der Wechselwirkung von Ich und Welt.

3.1 Wechselwirkung von Ich und Welt

Dafür Humboldt die Wechselwirkung vom Ich und der Welt ein zentraler Punkt war, wird dieser nochmals genauer definiert. Die Welt, also das äußere, betrachtet Humboldt als all das, was nicht der Mensch ist. Das Innere, also der Mensch wird als „verborgener Charakter“ bezeichnet. Der Mensch soll Zeit seines Lebens die Zukunft gestalten und daran arbeiten neue Antworten zu finden und sich nicht bloßen, schon gegeben Systemen hingeben. Dafür muss sich der Mensch allerdings erst selbst kennen und sich in eine sogenannte Einheit bringen. Humboldt sagt „die Wechselwirkung zwischen dem Innen des verborgenen Charakters und dem Außen der Welt ist von der Art des Genies, das eine bildende (dem verborgenen Charakter betreffende) und eine zeugende (seine Idee und Werke bzw. Kunstwerke, sowie Nachkommen betreffende) Wirkung hat.“ (Zöllner,1989, S.58).

Die Wechselwirkung ist somit die Bestimmung des Menschen. Die Wechselwirkung zwischen Ich und Welt hat weder einen Anfang noch ein Ende, sie ist immer und beständig da. Der Mensch und auch die „Nicht-Mensch“ (die Welt) Seite sind in jeglichem Prozess voneinander abhängig und gleichermaßen beteiligt. Wenn man von Welt und Ich spricht, betrachtet man auch immer zwei unterschiedliche Seiten, denn dem Ich ist die Welt immer auf neue und andere Weise fremd. Genau hier beginnt nun der Bildungsprozess. Das Ich, das neues und fremdes in der „Welt“ erkundet, entfremdet sich von sich selbst und kann sich dadurch auch verlieren. Wichtig ist nun die Rückkehr aus der Entfremdung. Ein verlieren muss vermieden werden. Es gilt, dass „von allem, was er außer sich vornimmt, immer das erhellende Licht und die wohltätige Wärme in sein Inneres zurückstrahle“ (Dörpinghaus und Uphoff 2012, S. 78 ff). Wenn dies geschaffen ist, ist das Individuum gefestigt und kann seinen Standpunkt definieren.

Somit ist für Humboldt Bildung keine fertige Vorstellung, die nur nach einer Umsetzung sucht oder einen geraden Weg vorgibt. Es geht auch nicht um das fertige Produkt, sondern vielmehr darum die Idee von Bildung zu realisieren. Der Mensch soll sich als eigenständiges Individuum von innen heraus frei entfalten und weiterentwickeln. Mit Bildung meint Humboldt, Tätigkeiten frei und individuell nachzugehen. Dies funktioniert aber nur im Zusammenspiel mit der Gesellschaft also der „Welt“ und einem selbst (vgl. Benner 1995, S. 49).

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Bildungstheorie nach Wilhelm von Humboldt. Eine Frage nach der Aktualität
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V989061
ISBN (eBook)
9783346348913
ISBN (Buch)
9783346348920
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildungstheorie, wilhelm, humboldt, eine, frage, aktualität
Arbeit zitieren
Cassandra Götz (Autor), 2018, Die Bildungstheorie nach Wilhelm von Humboldt. Eine Frage nach der Aktualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989061

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