Landwirtschaft im Alpenraum. Entwicklung und Strukturen der Berglandwirtschaft


Hausarbeit, 2021

15 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Berglandwirtschaft im Alpenraum
2. Beeinflussung der Berglandwirtschaft
3. Entwicklung der Berg- und Almlandwirtschaft im Alpenraum bis Beginn des 21. Jahrhunderts
4. Strukturelle Veränderungen der Berglandwirtschaft im Alpenraum
5. Zukünftige Entwicklungen hinsichtlich einer nachhaltigen Förderung der Berglandwirtschaft in den Alpen

III. Schluss

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Im Rahmen des Begleitseminars zum Großen Geländeseminar Alpen setzte man sich unter anderem mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Alpen auseinander. Die vorliegende Arbeit befasst sich spezifisch mit der Struktur der Berg- und Almlandwirtschaft im Alpenraum.

Generell kann in diesem Skript nicht über die gesamte landwirtschaftliche Vielfalt des Alpenraumes erschöpfend berichtetet werden. Jedoch bietet die Betrachtung ausgewählter Regionen die Möglichkeit einen Überblick über die Veränderung der Berg- und Almlandwirtschaft im Laufe der Zeit und die aktuellen Herausforderungen und deren Bewältigung zu erhalten. Letztendlich sollen auch zukünftige Entwicklungen beleuchtet werden.

Zu Beginn dieser Arbeit geht es um die Begriffsklärung der Berglandwirtschaft. Im Folgenden wird darauf eingegangen, durch welche Faktoren die Berglandwirtschaft im Alpenraum beeinflusst wird. Zudem wird die geschichtliche Entwicklung der Berglandwirtschaft betrachtet, um im Anschluss näher auf die strukturellen Veränderungen der Berglandwirtschaft im Alpenraum Bezug zu nehmen. Anschließend wird sich mit aktuellen Entwicklungen, sowie Strukturen und Funktionen der Berglandwirtschaft beschäftigt. Zum Schluss geht es um die Frage, wie Berglandwirtschaft nachhaltig gefördert werden kann und wie diese in Zukunft aussehen kann.

II. Hauptteil

1. Berglandwirtschaft im Alpenraum

Die Landwirtschaft im Alpenraum umfasst sowohl die Berglandwirtschaft als auch die Almlandwirtschaft. Was unter Berglandwirtschaft zu verstehen ist, wird häufig unterschiedlich definiert, was nicht zuletzt an der länderschematischen Aufteilung des Raumes liegt. Um dennoch Verständnis dafür zu entwickeln, was unter dieser Form der landwirtschaftlichen Nutzung zu verstehen ist, wird auf eine Erklärung des Bund Naturschutz zurückgegriffen. Dieser bezieht sich demnach auf Gebiete oder Gemeindeteile, welche über 800m NN oder 600-800m NN liegen und eine Hangneigung von mindestens 80% auf mindestens 50% der Wirtschaftsfläche aufweisen (Ruppert 2003 nach Bund Naturschutz 2004: 2). In Hinblick auf die Betrachtung der Landwirtschaft in den Alpen, müssen die in der Definition angesprochenen Gebiete oder Gemeindeteile im Alpenraum liegen. Aufgrund der heterogenen Vorstellungen, wie sich der Alpenraum begrenzen lässt, muss zunächst definiert werden, welches Alpenbild zugrunde liegt. Wie bei Bätzing (2015) soll verhindert werden, die Alpen zu weit beziehungsweise zu eng abzugrenzen. Dementsprechend wird auf die mittlere Alpenabgrenzung zurückgegriffen, unter anderem da diese auch in der Alpenkonvention greift. Sie umfasst einen Raum von 190 000 km2 und besteht aus 6124 Gemeinden, welche sich über Deutschland, Österreich, Schweiz, Lichtenstein, Italien, Monaco, Frankreich und Slowenien erstrecken.

2. Beeinflussung der Berglandwirtschaft

Die im Alpenraum liegenden Bergbauernbetriebe unterliegen aufgrund unterschiedlicher naturräumlicher Gegebenheiten diversen Einflüssen, welche sich letztendlich auch auf die Struktur der Berglandwirtschaft auswirken.

Unter anderem sind hier die klimatischen Differenzen zwischen Nord und Süd, Ost und West, sowie bezüglich der Höhenlage zu nennen. Ersichtlich wird dies, wenn man die naturräumliche Großgliederung der Alpen in den Blick nimmt (s. Abb. 1). Folglich herrscht im Bereich der mitteleuropäisch geprägten Nordabdachung ein kühleres und feuchteres Klima als im Süden. Auch muss sich die Landwirtschaft an die Niederschlagsverteilung anpassen. Im Norden verteilen sich Niederschläge über das ganze Jahr und im Süden muss mit einer Trockenzeit im Sommer und niederschlagreichen Wintermonaten umgegangen werden. Allgemein ist der südliche Teil der Alpen trockener und wärmer. Trotz der allgemein extremeren Wetterlagen im Süden sind die inneralpine Trockenzone, die mediterran geprägte Südabdachung sowie südexponierte Hänge beliebt für die agrarische Nutzung. Gleichermaßen wirkt sich die stärkere geologische Faltung Westalpen und die dort ausgeprägteren inneralpinen Trockenzonen auf die Nutzung aus (Bätzing 2015: 44). Besonders der Ackerbau ist durch die klimatischen Bedingungen gefährdet, was einen hohen Arbeitsaufwand zur Folge hat. Betrachtet man beispielsweise den Getreidebau ergeben sich unterschiedliche Verhältnisse. In der collinen Stufe ist die Vegetationszeit für das Getreide ausreichend lange, während mit steigender Höhe die Bedrohung aufgrund höherer Feuchtigkeit und einer kürzeren Vegetationszeit zunimmt. Die Viehwirtschaft ist hiervon weniger betroffen, da sich die Mattenvegetation in den Alpen adaptiv hinsichtlich der klimatischen Verhältnisse zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Naturräumliche Großgliederung der Alpen. Quelle: Bätzing 2015:45.

Jedoch wirken sich nicht nur die naturräumlichen Gegebenheiten auf die Landwirtschaft im Alpenraum aus. In Hinblick auf den Agrarstrukturwandel spielen exogene als auch endogene Einflussfaktoren eine entscheidende Rolle und beeinflussen den Agrarstrukturwandel (s. Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Hauptteinflussgrößen auf den Agrarstrukturwandel. Quelle: Streifeneder 2010:109.

3. Entwicklung der Berg- und Almlandwirtschaft im Alpenraum bis Beginn des 21. Jahrhunderts

Mit Beginn der Agrarwirtschaft wandelte sich auch die landwirtschaftliche Nutzung der Alpen. Dementsprechend wurde die Natur durch erste Bauerngesellschaften, welche ab 7000 v.Chr. über Mittelmeer und Donau die Alpenränder erreichten, zweckmäßig für die Produktion von Lebensmitteln umgewandelt. Dies brachte sowohl den Ackerbau als auch die Viehwirtschaft in den Alpenraum. Da die überschwemmungsgefährdeten Böden den Ackerbau und teilweise auch die Viehwirtschaft erschwerten, entwickelten sich die Wanderschafhaltung oder Transhumanz und die Selbstversorger- oder Subsistenzlandwirtschaft. Die räumlichen und klimatischen Gegebenheiten forderten Bauern heraus, ein adaptives Nutzungssystem zu entwickeln, welches eine Kombination aus Ackerbau im Tal und Almwirtschaft am Berg zum Vorschein brachte (Bätzing 2009: 48ff.).

Den Beginn der Bergbauernwirtschaft exakt zu datieren ist schwierig, jedoch sind schon in der römischen Zeit Hinweise auf diese zu finden. Sie schafften ein wirtschaftliches und kulturelles Fundament mit weiträumigen Verflechtungen und einer hohen Bevölkerungs- und Nutzungsdichte. Diese beschränken sich jedoch vornehmlich auf die mediterran geprägte Südabdachung und die inneralpinen Trockenzonen (Bätzing 2015: S. 55ff.). Im Mittelalter kam es zu einem gewaltigen agrarischen Ausbau, wobei nicht nur Wirtschaft, sondern auch die Bevölkerung und im Zuge dessen auch Kulturen einen Aufschwung erlebten. Mit steigender Bevölkerungszahl änderte sich auch die Landwirtschaft, demnach sich in Europa arbeitsteilig spezialisiert wurde, um der Nahrungsmittelnachfrage gerecht werden zu können. In den Alpengebieten berief man sich hier auf die Käse- und Viehproduktion (ebd. 2015: 72f.). Im Verlauf der Neuzeit sollen schließlich durch produktivere Nutzungsformen und Veränderung der Kultur- und Naturlandschaften höhere Erträge erwirtschaftet werden, um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden. Bis zu Beginn des Industriezeitalters stellte das für die Bauern zur Verfügung stehende Land die Existenzgrundlage dar. Mit Einbruch der Industrialisierung veränderte sich auch die wirtschaftliche Lage der Bauern, welche sich nun in einer Agrarkrise befanden. Ab 1880 ist ein Rückgang der Zahl an Bergbauernbetrieben zu verzeichnen, welcher mit einer radikalen Verbilligung der Transportkosten sowie neuen Territorialstrukturen

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Landwirtschaft im Alpenraum. Entwicklung und Strukturen der Berglandwirtschaft
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Jahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V989082
ISBN (eBook)
9783346348876
ISBN (Buch)
9783346348883
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alpen, Landwirtschaft, Kulturgeographie, Regionalentwicklung, Geographie, Alpenraum, Nutzung
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Landwirtschaft im Alpenraum. Entwicklung und Strukturen der Berglandwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989082

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