Work-Life-Balance als Faktor für ein gelungenes Familienleben. Anforderungen an die Arbeitswelt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Definition Familie
2.2 Definition Stress Definition Work-Life-Balance

3. Neue Arbeitsanforderungen in der Arbeitswelt
3.1 Verschiedene Formen der Work-Life-Balance
3.1.1 Segmentierung
3.1.2 Generalisation und Kompensation
3.1.3 Interaktion und Integration
3.2 Ab wann ist die Work-Life-Balance nicht mehr im Gleichgewicht?

4. Gesundheitliche Faktoren

5. Schluss

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Wenn man abends, nach der Arbeit, nach Hause kommt, hört man häufig als erstes die Frage „Wie war die Arbeit, gibt es was Neues?“. Es ist ganz normal geworden, dass man in seiner Freizeit über den Beruf spricht und dies in aller Ausführlichkeit. Oft gibt es auch nicht viele weitere Gesprächsthemen als die Arbeit. Hinzu kommen geschäftliche Telefonate, die im Privatleben noch schnell erledigt werden oder das sogenannte Home Office. Auch eine E-Mail kann noch schnell nachts aus dem Bett verschickt werden, damit sie pünktlich am Morgen für die Kollegen bereitliegt. Um zu arbeiten muss man schon längst nicht mehr das Haus verlassen und kann schnell noch einige Dinge nebenbei erledigen, wie Beispielsweise die Wäsche waschen, oder das Kind beim Hausaufgaben machen betreuen. Oft haben vor allem selbstständige Personen ein zusätzliches Büro zu Hause und klären berufliche Anliegen längst nicht mehr in den 8 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Familien mit Kindern sehen flexible Arbeitszeiten vielleicht sogar, in Verbindung mit Home Office, als besonderen Vorteil an. Dabei wird dadurch häufig die 40-Stunden Woche überschritten. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, ob Kinder dann das Bild vermittelt bekommen, dass Arbeit immer präsent sein muss. In wie weit wird hier noch Privatleben vom Berufsleben getrennt? Ist es überhaupt noch möglich eine klare Linie zu ziehen, um diese Bereiche voneinander abzugrenzen?

Betrachtet man die heutige Arbeitswelt, so stellt man fest, dass die Digitalisierung sehr weit fortgeschritten ist. Ohne Digitalisierung würde das ganze „System“ nicht mehr funktionieren. Die Gesellschaft befindet sich in einer Zeit des immer schnelleren Wandels. Das Streben nach Profit hat heute einen viel größeren Stellenwert als früher. Die individuellen Interessen beziehungsweise Fähigkeiten des Einzelnen sollen mehr gefördert werden, um die Motivation der Mitarbeiter zu stärken. Die Motivationssteigerung nutzen die Unternehmen um bessere wirtschaftliche Erfolge zu erzielen-

Man ist immer online, egal ob zu Hause oder im Büro. Selbst im Urlaub schaltet man den Laptop oder das Handy nicht aus. Falls man sein Arbeitspensum nicht in seiner regulären Arbeitszeit schafft, kann man dies entspannt in seiner Freizeit nachholen. Die Arbeitszeiten können so gelegt werden, dass man alle Termine ohne Probleme managen kann. In der heutigen Zeit passen sich die viele Unternehmen jeglichen Wünschen der Mitarbeiter an, was für ein hohes Maß an Selbstbestimmung sorgt.

Immer öfter hört man den Begriff „Work-Life Balance“. Damit ist ein sogenanntes ideales Gleichgewicht von Beruf und Privatleben gemeint, und wie man die Balance findet, um ein zufriedenes und ausgewogenes Leben zu führen. Wie schon erwähnt ist dies in vielen Berufen nicht möglich und die Grenzen von Arbeitswelt und Privatleben verschmelzen ineinander, so dass die Mitarbeiter oft keine klare Grenze mehr zwischen Arbeit und Freizeit ziehen können.

Die nachfolgenden Generationen werden in eine Welt hineingeboren, in der Freiheit, Flexibilität und Leistung zentrale Punkte sind. Für sie ist es selbstverständlich, dass Eltern länger arbeiten oder sich das Gesprächsthema beim Abendessen um den Arbeitstag dreht.

In unserer heutigen Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass man sich immer Weiterbilden und Weiterentwickeln muss, um in seinem Beruf erfolgreich und anerkannt zu sein. Wir leben in einem Zeitalter, in dem jeder danach strebt schneller und besser zu sein. Dabei spielt das Alter eines Individuums keine Rolle.

Dabei stellt sich die Frage, welche Probleme in der Familie auftreten können, wenn sich die Work-Life- Balance nicht im Gleichgewicht befindet. Um dieser Frage nachgehen zu können werden zunächst Begriffe wie „Familie“, „Stress“ und „Work-Life-Balance“ geklärt. Daraufhin werden die Anforderungen in der Arbeitswelt dargestellt um abschließend klären zu können ab wann die Work-Life-Balance nicht mehr im Gleichgewicht ist.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Definition Familie

Das Wort „Familie“ stammt aus dem Französischen und war ab dem 17./18. Jahrhundert in der deutschen Alltagssprache zu finden. Zuvor wurde der Begriff des „Hauses“ verwendet (vgl. Gestrich 2003, S. 4). Wie in fast jedem Grundbegriff der Pädagogik gibt es auch für den Begriff der Familie keine eindeutige Definition. Umgangssprachlich verstehen viele Menschen unter dem Begriff der Familie, wenn ein Kind aus einer Partnerschaft zweier Menschen hervorgeht. Aber auch ohne ein oder mehrere Kinder definieren sich manche Menschen als Familie.

Wissenschaftlich betrachtet umfasst die „Familie“ mehrere Merkmale. Das erste Merkmal beinhaltet die Reproduktions- und Sozialisationsfunktion (vgl. Huinink, Kanietzka 2007, S. 25). Damit ist gemeint, dass der Mensch aus biologischer Sicht für die Reproduktion verantwortlich ist und daraufhin für die Integration in der Gesellschaft.

Als zweites Merkmal wird von einer Generationendifferenzierung gesprochen. Dies kann sich sowohl auf die Kernfamilie, also Mutter-Vater-Kind beziehen, als auch auf die Mehrgenerationen-Familie gerichtet sein (vgl. Nave-Herz 2013, S.37).

Als drittes Merkmal wird das Kooperations- und Solidaritätsverhältnis erwähnt. Hierbei geht es um die schlichte Rollenverteilung innerhalb der Familie.

2.2 Definition Stress

Das Wort „Stress“ stammt aus dem Altfranzösischen und hatte die Bedeutung, dass man sich unter Druck gesetzt fühlt. Später wurde es ins Englische übertragen und es bildete sich der heute bekannte Begriff „Stress“ (vgl. Fontana 1991 S.25f).

Zunächst ein kurzes Zitat, welches die Bedeutung des Begriffs „Stress“ sehr gut veranschaulicht: „Stress ist ein Muster spezifischer und unspezifischer Reaktionen eines Organismus auf Reizereignisse, die sein Gleichgewicht stören und seine Fähigkeiten zur Bewältigung strapazieren oder überschreiten. Diese Reizereignisse umfassen eine ganze Bandbreite externer und interner Bedingungen, die allesamt als Stressoren bezeichnet werden.“ (Zimbardo, Gerring, 1999, S.370).

Heutzutage versteht man also unter „Stress“ einen gewissen Belastungszustand, dem man sich im Alltag und vor allem am Arbeitsplatz ausliefert. Stress wird vor allem dann ausgelöst wenn beispielsweise Unsicherheiten auftreten. Dies kann am Arbeitsplatz vorkommen, wenn man wichtige Entscheidungen treffen muss oder Ärger mit Kollegen oder dem Vorgesetzten hat. Stress ist also eine „Reaktion auf als unannehmbar oder bedrohlich erlebte, konflikthafte Fehlbeanspruchungen, erwachsend aus starker Über- oder Unterforderung der Leistungsvoraussetzungen bzw. dem Infrage stellen wesentlicher Ziele einschließlich sozialer Rollen.“ (Richter 1998,S.125). Aber auch im familiären Kontext, wenn zum Beispiel die Kinder in der Schule Schwierigkeiten haben, kommt es zu zusätzlichen Belastungen. Des Weiteren unterscheidet man zwischen zwei Typen von „Stress“, zum einen den Arbeitsstress und zum anderen den Familien,- oder Alltagsstress.

Definition Work-Life-Balance

Der Ursprung des Diskurses über die Work-Life-Balance liegt im wachsenden Forschungsinteresse an den Wirkungszusammenhängen zwischen Familie und Erwerbstätigkeit. Aus personalpolitischer Sicht wurde das Thema seit den 80er Jahren unter den Begriffen Work-Family-Balance und Work-Life-Balance bekannt. (vgl. Freier 2005, S. 19f). Der Schwerpunkt der Forschung lag zu Beginn auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Häufig wurde die Thematik als ein Problem angesehen, das vor allem die Frauen betrifft. In der Personalpolitik wurde es daher oft auch mit Frauenförderung gleichgesetzt (vgl. Freier 2005, S.19f).

Um der heutigen Zeit gerecht zu werden muss das Verständnis von Work-Life-Balance erweitert werden, indem es die Person umfassender in den Blick nimmt. Es geht darum ein Individuum mit seinen vielfältigen Anforderungen, Bedürfnissen und Aufgaben in der Erwerbstätigkeit, aber auch im individuellen, sozialen und privaten Lebensbereich zu betrachten. Ziel ist dabei dem Individuum die Möglichkeit zu geben diese Bereiche nach Wertevorstellungen und Bedarf so zu gestalten, dass sie eine sinnerfüllende und zufriedene Lebensweise zulassen (vgl. Freier 2005, S.21).

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Work-Life-Balance als Faktor für ein gelungenes Familienleben. Anforderungen an die Arbeitswelt
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V989093
ISBN (eBook)
9783346348609
ISBN (Buch)
9783346348616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
work, life, balance, faktor, familienleben, anforderungen, arbeitswelt
Arbeit zitieren
Cassandra Götz (Autor:in), 2020, Work-Life-Balance als Faktor für ein gelungenes Familienleben. Anforderungen an die Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989093

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