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Niklas Luhmanns „Liebe als Passion“. Zur Codierung von Intimität

Title: Niklas Luhmanns „Liebe als Passion“. Zur Codierung von Intimität

Essay , 2020 , 5 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cassandra Götz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Niklas Luhmann berichtet in seinem Buch über die Liebe. Laut Autor ist die Liebe kein Gefühl, sondern vielmehr eine Deutung von verschiedenen Gefühlen. Dabei beruhen die sogenannten Deutungen auf Kommunikation. Damit sind beispielsweise Kommunikationsmedien wie Bücher, Musik oder Filme gemeint. Man muss jedoch beachteten, dass Liebe vor allem durch Erfahrungen geprägt ist und man sie nicht pauschalisieren kann. Denn jeder Mensch empfindet Gefühle anders und mit unterschiedlicher Intensität. Empfindungen, wie Erregung, Verstörung, Glücksgefühle oder Verlangen, interpretiert jedes Individuum für sich selbst anders.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie der Liebe bei Niklas Luhmann

2.1 Liebe als Kommunikationscode

2.2 Soziale Systeme und zwischenmenschliche Beziehungen

3. Gesellschaftliche Strukturen und Intimität

3.1 Vorderbühne und Hinterbühne

3.2 Erleben und Zuvorkommen in der Interaktion

4. Wandel der Familiengründung und Geschlechterrollen

5. Fazit und kritische Würdigung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der soziologischen Perspektive Niklas Luhmanns auf das Phänomen der Liebe auseinander. Sie untersucht insbesondere die Forschungsfrage, inwiefern Liebe nicht als bloßes psychisches Gefühl, sondern als funktionaler Kommunikationscode zur Codierung von Intimität innerhalb sozialer Systeme zu verstehen ist.

  • Die Dekonstruktion von Liebe als Kommunikationsmedium statt als psychischer Zustand.
  • Die Analyse von zwischenmenschlichen Beziehungen im Kontext von Vorder- und Hinterbühne.
  • Die Untersuchung der Möglichkeit, das Erleben anderer zu antizipieren und zu deuten.
  • Der soziologische Wandel der Familiengründung und die Entwicklung neuer gesellschaftlicher Werte.

Auszug aus dem Buch

Die Codierung von Intimität und das Problem des Erlebens

Laut Luhmann ist Liebe kein Gefühl sondern eine Codierung von Intimität. Man weiß nicht, was der Einzelne empfindet, wenn er von Liebe spricht oder Liebe empfindet. Zudem kann man nie genau sagen, wie aufrichtig die Liebe zu sich selbst und/oder zu Anderen ist. Der Andere ist sich dessen aber auch nicht sicher. Das Gefühl scheint einmal so und in einem anderen Moment wieder anders. Deshalb nimmt sich Luhmann das Medium der Kommunikation zur Hilfe.

Eine weitere These von Luhmann besagt folgendes: „Man kann sich nach dem Erleben des anderen richten, auch wenn er noch nicht entsprechend gehandelt hat, auch wenn er noch keinen Wunsch geäußert, noch keine Zurechnung auf sich selbst genommen hat“. Mit dieser These meint er, dass man die Chance hat, dem Gegenüber zuvorzukommen. Allerdings ist das Erleben des Gegenübers „nicht direkt beobachtbar, sondern lediglich durch das Individuum selbst ergründbar“. Dies macht ein Zuvorkommen recht schwierig. Allerdings kann man die Emotionen bzw. das Erleben des Gegenübers deuten, indem man beispielsweise versucht seine Mimik und Reaktionen zu verstehen.

Aufgrund dieser Deutung kann man anschließend versuchen entsprechend des vermuteten Erlebens dieser Person zu handeln. Somit ist es bis zu einem gewissen Grad möglich sich auf eine Person einzustellen und ihr so zu begegnen, wie man vermutet, dass es ihrem Erleben entspricht. Dazu muss sie nicht erst Wünsche äußern oder handeln. In diesem Sinne kann man dem Gegenüber zuvorkommen, indem man sich nach dem vermuteten Erleben des Gegenübers richtet und seine eigenen Verhaltensweisen darauf abstimmt. Allerdings ist es nicht möglich, wie Luhmann sagt, sich direkt nach dem Erleben einer anderen Person zu richten, da dieses nicht beobachtbar ist sondern im Inneren des Menschen stattfindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich Luhmanns Verständnis von Liebe als soziales System.

2. Die Theorie der Liebe bei Niklas Luhmann: Erläuterung der Kernthese, dass Liebe ein Kommunikationscode ist und keine bloße Ansammlung von Gefühlen.

3. Gesellschaftliche Strukturen und Intimität: Untersuchung der Unterscheidung zwischen oberflächlichen sozialen Kontakten und tiefgründigen, intimen Beziehungen.

4. Wandel der Familiengründung und Geschlechterrollen: Historische Analyse des Wandels hin zur freien Partnerwahl und der damit verbundenen neuen gesellschaftlichen Werte.

5. Fazit und kritische Würdigung: Zusammenfassende Betrachtung der Hypothesen sowie eine kritische Reflexion der Anwendbarkeit von Luhmanns Thesen.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Liebe als Passion, Intimität, Kommunikationscode, soziales System, Interpenetration, Vorderbühne, Hinterbühne, Familiengründung, zwischenmenschliche Beziehungen, Erleben, Gesellschaftsstruktur, Kommunikation, Gefühl, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Sichtweise von Niklas Luhmann auf das Thema Liebe, insbesondere dessen Werk "Liebe als Passion".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffe Intimität, soziale Systeme, Kommunikation und den historischen Wandel von Beziehungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Luhmanns Verständnis von Liebe als Kommunikationscode im Gegensatz zur landläufigen Meinung, Liebe sei nur ein Gefühl, wissenschaftlich zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf der systemtheoretischen Perspektive Niklas Luhmanns basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Luhmanns Thesen zur Interaktion, zur Unbeobachtbarkeit des Erlebens und zur Veränderung von Familienstrukturen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kommunikationscode, Intimität, soziale Systeme, zwischenmenschliche Interaktion und der soziologische Wandel.

Kann man nach Luhmann das Erleben einer anderen Person wirklich vorhersagen?

Nein, da das Erleben laut Luhmann nicht direkt beobachtbar ist; man kann sich lediglich durch Deutung von Mimik und Verhalten bis zu einem gewissen Grad darauf einstellen.

Warum unterscheidet Luhmann zwischen Vorder- und Hinterbühne?

Dies dient der Veranschaulichung, dass Menschen in der Gesellschaft je nach Anlass verschiedene Rollen einnehmen, um den sozialen Anforderungen zu entsprechen.

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Details

Title
Niklas Luhmanns „Liebe als Passion“. Zur Codierung von Intimität
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,3
Author
Cassandra Götz (Author)
Publication Year
2020
Pages
5
Catalog Number
V989095
ISBN (eBook)
9783346349309
Language
German
Tags
niklas luhmanns liebe passion codierung intimität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cassandra Götz (Author), 2020, Niklas Luhmanns „Liebe als Passion“. Zur Codierung von Intimität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989095
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