Nick Hornby: "Fever Pitch" - der Protagonist und sein Verhalten im Stadion


Seminararbeit, 2002

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Nick Hornby und seine Werke

3.0 Stadionkultur in England / Der Arsenal FC und das Highbury-Stadion in London

4.0 Stadionerlebnisse des Protagonisten
4.1 Von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter
4.2 Ein Fan wird älter
4.2.1 Die Katastrophen von Heysel und Hillsborough
4.4 Zusammenfassung: Vergleich des jungen Fans mit dem älteren Fan

5.0 Literaturverzeichnis
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur
5.2.1 Internetquellen
5.2.2 Printmedien

1.0 Einleitung

„Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.“[1]

Das wohl bekannteste Zitat aus „Fever Pitch“ soll hier den Einstieg zu dieser Hausarbeit ermöglichen, zumal es die urplötzliche Besessenheit vom „Fansein“ eines Fußballvereins am deutlichsten erläutert. Keineswegs abwegig erscheint der Vergleich mit der Liebe; der Fußball wird genauso zum Lebensmittelpunkt des lyrischen Ichs (beziehungsweise Hornbys) im Buch wie es bei anderen Menschen meist die Liebe zu einem Partner ist.

Dabei steht die schmerzhafte Erfahrung im Zusammenhang mit seinem Club Arsenal London im Vordergrund; die anhaltende Erfolglosigkeit zur damaligen Zeit mit zahlreichen Niederlagen lassen ihn die ganze Verzweiflung als Fan spüren:

„...eine Anzahl von Leuten, die mindestens achtzehnmal loszogen, um den schlechtesten Fußball jener und vermutlich der meisten anderen Spielzeiten zu sehen. Naja, eigentlich muß man sich fragen, warum überhaupt irgendein Mensch ins Stadion gegangen ist.“

Nick Hornbys autobiographischer Roman, der heute zu den erfolgreichsten Büchern gehört, die das Thema Fußball behandeln, entstand in den achtziger Jahren, in einem Zeitraum in welchem der Fußballsport in England stark an Ansehen einbüßte. Eine militante englische Hooliganszene und die beiden größten Stadionkatastrophen von Heysel (Brüssel) und Hillsborough (Sheffield, England) machten der einst so populären Sportart schwer zu schaffen. Vor diesem Hintergrund behandelt die Arbeit einen besonderen Aspekt des Romans, welcher mit folgenden Fragen umschrieben werden kann:

Wie stark beeinflussen die Stadionbesuche die Persönlichkeit der Fans, insbesondere die des Autors?

Welches Verhältnis hat Hornby zu seinem Fußballverein hinsichtlich der Stadionbesuche; wie wird die Stadionatmosphäre aus der Sichtweise des Autors erlebt?

Und welche Rolle spielt das Alter in Bezug auf die Verhaltensweisen als Fan im Stadion, wie verändern sich dabei nach und nach frühere Gewohnheiten?

Dies sind nur einige Aspekte, die das Ziel der Arbeit darlegen sollen.

Umfassend betrachtet soll somit das „Fansein“ des Protagonisten in Bezug zu den meisten wichtigen Stadionerlebnissen gebracht werden.

Das erste Kapitel stellt den Autor Nick Hornby und seine Werke kurz vor, damit das nötige biographische Hintergrundwissen gewährleistet ist.

Da „Fever Pitch“ hauptsächlich Bezug auf den englischen Fußball nimmt und die Geschehnisse im Buch sich ebenso größtenteils in Großbritannien abspielen, wird

im folgenden Kapitel zunächst auf den authentischen geschichtlichen Hintergrund der Stadionkultur Englands eingegangen.

Im Mittelpunkt steht in diesem Abschnitt vor allem die Entwicklung des Highbury - Stadions in London, welches Spielstätte des Arsenal Londons, Hornbys Mannschaft, ist.

Dabei werden auch die wichtigsten Fakten zu dieser Mannschaft und deren Erfolge genannt.

Den Anschluss bildet eine Interpretation über die frühe Lebensphase Hornbys bis hin zur Pubertät und den Bezug auf die Verhaltensweisen und erlebten Eindrücke im Stadion.

Analog dazu behandelt das folgende Kapitel dieselben Aspekte hinsichtlich des fortgeschrittenen Alters des Erzählers: hat sich etwas in der Persönlichkeit Hornbys als Stadionbesucher geändert und wenn ja, wie äußert sich dies?

Gibt es womöglich einen Bruch der Verhaltensweisen als Fan und inwiefern spielen die äußeren kulturgeschichtlichen Hintergründe des Fußballs dabei eine Rolle?

Unter anderem werden in den anschließenden Kapiteln ebenso die bereits oben erwähnten „Stadionkatastrophen“, sowie die Reaktionen und die Meinungen des Erzählers diesbezüglich betrachtet.

Vor dem thematischen Einstieg noch einige Anmerkungen zur Auswahl der Quellen: Fußball ist in der Literatur ein noch relativ junges Themengebiet, was somit auch zur Folge hat, dass so gut wie keine Sekundärliteratur zu vorhandenen „Fußballbüchern“ zur Verfügung steht.

Im Literaturverzeichnis werden einige Werke aufgeführt, die Fußballsport hinsichtlich bestimmter Aspekte, wie zum Beispiel Vereinsgeschichte, Kommerzialisierung, Gewalt usw. behandeln.

Was die Sekundärliteratur betrifft, bietet das Internet momentan mehr Möglichkeiten, denn dort lassen sich Rezensionen (aus Tageszeitungen, privaten Meinungen, Archiven usw.) zu den meisten vorhandenen Büchern finden.

2.0 Nick Hornby und seine Werke

Nick Hornby wurde 1957 in London geboren, studierte später in Cambridge englische Literatur und arbeitete eine Zeit lang als Lehrer und Journalist, bis er schließlich 1983 als freier Autor beschäftigt war. Nicht nur sein erfolgreichstes Buch „Fever Pitch (deutscher Titel: „Ballfieber“), sondern auch die nachfolgenden Romane, wie „High Fidelity“ und „About a boy“ wurden Bestseller. Hornby lebt heute im Norden Londons, wo er „von einem Leben in Kalifornien“[2] träumt.

Er schreibt neben seinen Büchern zusätzlich noch in regelmäßigen Abständen für die Sunday Times, Time Out und Times Literary Supplement.

Das Buch „Fever Pitch“ erscheint 1992 zum ersten Mal und wird von Fans oft als „Fußballbibel“, als Klassiker des Genres im allgemeinen bezeichnet.

Für die damalige Zeit war Hornbys Roman zudem etwas völlig Neuartiges, denn eine Verknüpfung einer nebensächlichen Sache wie Fußball mit dem Bedeutenden einer Lebensgeschichte gab es bis dato nicht. Die relative Bedeutungslosigkeit des Sports wird somit gleichzeitig zum alles bestimmenden Laster, sowie zu einer lebenslangen Liebe zum Verein.

„Die Höhen und Tiefen, in die er seine Romanfiguren stürzt, abgleiten und aufsteigen lässt, sie sind in gewisser Hinsicht selbst erlebt.“[3]

Inwiefern „Fever Pitch“ als Autobiographie betrachtet werden kann, bleibt dennoch dahingestellt. Die Aspekte der Fußballbesessenheit und das zwanghafte Fanverhalten als Anhänger Arsenal Londons stehen im Mittelpunkt des Romans.

Fußball als schönste Nebensache der Welt wird sozusagen zum Nabel der Welt; dazu Katja Hemmer:

„Doch indem Hornby selbst um die Lächerlichkeit seiner Obsession weiß und sich kritisch und reflektierend mit ihr auseinandersetzt, erlangt der Fußball und die damit verbundene Passion eine andere, sinngebende, intellektuell ansprechende Dimension.“[4]

Drei Jahre nach "Fever Pitch" erscheint schließlich im Jahr 1995 "High Fidelity", ein Roman, in dem wie auch in Hornbys erstem Buch das Thema Erwachsenwerden eine Rolle spielt.

Die Hauptfigur im Buch ist der 35-jährige Rob Fleming, der sich als Mitbesitzer eines kleinen Londoner Plattenladens gerade so über Wasser halten kann.

Nachdem ihn seine Freundin Laura verlässt, sinkt seine Laune auf einen Tiefpunkt und er beginnt über sein Leben nachzudenken. „High Fidelity“ ist ein tragikomischer Roman, der sich mit den Themen Liebe, Leben und Popmusik auseinandersetzt.

Nick Hornbys drittes Buch, „About a boy“ (1998) handelt von dem Schicksal zweier „Männer“, dem 36-jährigen Will Freeman und dem 12-jährigen Marcus, der ziemlich unter der Trennung seiner Eltern leidet.

Die Wege der beiden kreuzen sich und es stellt sich heraus, dass sich beide in ihrer Art, sich vor Verantwortung zu drücken und andere für die eigenen Zwecke zu benutzen sehr ähneln.

Hornby erzählt in einer kurzweiligen Geschichte, wie die beiden sich fanden und warum sie sich gegenseitig ergänzen. Die Schwierigkeiten der beiden, die alltäglichen Probleme zu lösen finden sich in einem humorvollen Roman über Singles, Eltern und Kinder wieder.

„Speaking with an Angel“ (2001) ist eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Der Zweck dieses Buches ist vordergründig, Spenden für „Tree House“ zu sammeln; ein Schulprojekt in dem schwer autistische Kinder fachgerechte Betreuung erhalten.

Hornby, dessen Sohn Danny ebenfalls Autist ist, lädt in dieser Sammlung zu einem Streifzug durch die aktuelle englische Literatur ein. Neben Nick Hornby als Herausgeber selbst sind einige bekannte englischsprachigen Schriftsteller wie unter anderem Roddy Doyle und Irvine Welsh vertreten. Inhaltlich gibt es Erzählungen unterschiedlichster Stilrichtungen und Stimmungen zu lesen: spannend, faszinierend, witzig oder traurig. Diese ganze Bandbreite an unterschiedlichen Kurzgeschichten machen den Band zu einem abwechslungsreichen Lesevergnügen.

Aus der Perspektive einer Frau - der Ärztin Katie Carr - ist „How to be good“ (2001) geschrieben. Katie hat eine normale, leicht chaotische Familie, zwei Kinder und einen Mann und versucht, ihre Aufgabe im Beruf und zuhause gut zu erfüllen.

Als jedoch der wunderliche Heiler DJ GoodNews auftaucht und sie sich auf einen Seitensprung mit ihm einlässt, gerät alles ins Trudeln.

Seltsamerweise lehnt Katies Mann die von ihr vorgeschlagene Scheidung ab und somit sieht sie sich plötzlich als Egoistin und mit der Forderung konfrontiert, ein besserer Mensch zu werden.

3.0 Stadionkultur in England / Der Arsenal FC und das Highbury-Stadion in London

Zum allgemeinen Verständnis der später folgenden Interpretation werden nun zunächst einige wichtigen Fakten und Hintergründe zum Arsenal FC London und dessen Heimstätte, das berühmte „Highbury -Stadion“ dargelegt. Den Anschluss daran bilden einige Aspekte zur allgemeinen nationalen Entwicklung der englischen Stadionkultur.

[...]


[1] Hornby, Nick. „Fever Pitch“. Kiepenheuer und Witsch, 1.Auflage 2001. S.19.

[2] Höpfner, Mark. DIE ZEIT. LEBEN. „Ich habe einen Traum“, 04/2002. 17.1.2002

http://www.zeit.de/2002/04/Leben/200204_traum___nick_hor.html

[3] Wegmann, Barbara. „titel“ – Magazin für Literatur, Film und Crossover. Literatur: Porträts und Gespräche –

Nick Hornby.

http://www.titel-magazin.de/hornby_por.htm

[4] Hemmer, Katja. Abebooks.de. „Autor im Blickpunkt: Nick Hornby.“

http://www.abebooks.de/docs/ReadingRoom/Archive/nickHornby.shtml

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Nick Hornby: "Fever Pitch" - der Protagonist und sein Verhalten im Stadion
Hochschule
Universität Augsburg  (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Aus der Tiefe des Raumes – Fußball als literarisches Thema
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V9892
ISBN (eBook)
9783638164849
ISBN (Buch)
9783640202607
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball Nick Hornby Stadion Fan
Arbeit zitieren
Rene Jochum (Autor), 2002, Nick Hornby: "Fever Pitch" - der Protagonist und sein Verhalten im Stadion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9892

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nick Hornby: "Fever Pitch" - der Protagonist und sein Verhalten im Stadion



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden