Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Monetary theory and policy

Deutschland ohne Bargeld? Folgen einer Bargeldabschaffung in der Eurozone

Title: Deutschland ohne Bargeld? Folgen einer Bargeldabschaffung in der Eurozone

Bachelor Thesis , 2019 , 43 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julian Weil (Author)

Economics - Monetary theory and policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird für Deutschland und die Eurozone die Implementierung eines bargeldlosen Bezahlungssystems untersucht. Es findet eine Analyse der Folgen statt, wenn in der Eurozone als offizielles Zahlungsmittel eine Digitalwährung, beispielsweise einen „E-Euro“, simultan zur vollständigen Bargeldabschaffung eingeführt würde. Hierbei werden auf Basis geldtheoretischer Grundlagen potentielle Chancen und Risiken verglichen.

"Bargeld ist geprägte Freiheit", hat der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing (2014), in Anlehnung an Fjodor Dostojewski (1862) formuliert. Aktuell wachsen jedoch länderübergreifend bargeldkritische Stimmen. Zahlreiche renommierte Ökonomen fordern unter anderem, die Bargeldnutzung durch Obergrenzen einzuschränken, Noten mit hoher Denomination dem Zahlungsverkehr zu entziehen oder das Bargeld sogar vollständig abzuschaffen. Zwar versicherte Finanzminister Wolfgang Schäuble noch 2016 bezüglich einer möglichen Bargeldabschaffung: "In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen."

Doch nicht zuletzt durch den Beschluss der EZB vom 04.05.2016 die Produktion und Ausgabe des 500 Euro Scheins bis Ende 2018 einzustellen, hat sich die Brisanz und Aktualität des Themas im Euroraum widergespiegelt. Spätestens durch ein Interview Peter Bofingers mit dem Spiegel, unter dem Titel "Bargeld ist ein Anachronismus", in welchem er argumentiert, Bargeld sei ein zu teures Zahlungsmittel, welches das Aufkommen schattenwirtschaftlicher Aktivitäten begünstige, ist die Diskussion auch in Deutschland angekommen. 12 europäische Staaten, darunter Frankreich, Italien und Spanien, haben bereits eine Obergrenze für Barzahlungen eingeführt. Auch wenn es in Deutschland bisher keine Bargeldobergrenze gibt, steht diese zur Debatte. Befürworter des Bargeldes sehen dies als erste Schritte in Richtung einer vollständigen Abschaffung. Kritiker des Bargelds argumentieren weiterhin, dass dieses durch seine Existenz Zentralbanken eine Geldpolitik unterhalb der Nullzinsgrenze größtenteils verhindere und eine Abschaffung somit die geldpolitischen Handlungsmöglichkeiten ausweiten würde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Geldtheorie

2.1 Geldfunktionen

2.2 Geldvarianten

2.3 Umsetzungsmodell: Schweden

3. Chancen einer Bargeldabschaffung

3.1 Bekämpfung der Schattenwirtschaft

3.2 Effizienz der Geldpolitik

3.2.1 Schwundgeld

3.2.2 Flexibler Wechselkurs zwischen Bargeld und Buchgeld

3.2.3 Vergleich der Instrumente

3.3 Stabilität des Finanz- und Bankensektors

4. Risiken einer Bargeldabschaffung

4.1 Effizienz des Bargeldes

4.2 Anonymität des Bargeldes

4.3 Verletzung der Konsumentensouveränität

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die potenziellen Folgen einer vollständigen Abschaffung des Bargeldes in der Eurozone für Deutschland und stellt dabei Chancen und Risiken gegenüber, um die Auswirkungen auf die Wirtschaftsordnung und das Konsumentenverhalten zu analysieren.

  • Analyse der ökonomischen Auswirkungen (Schattenwirtschaft, Geldpolitik)
  • Untersuchung der Stabilität des Finanz- und Bankensektors bei Bargeldverzicht
  • Bewertung von Risiken wie Anonymitätsverlust und Einschränkung der Konsumentensouveränität
  • Vergleich zwischen bargeldbasierten und digitalen Zahlungssystemen (z. B. CBDC)

Auszug aus dem Buch

3.1 Bekämpfung der Schattenwirtschaft

Eines der Hauptargumente, welches von Befürwortern einer Bargeldabschaffung zumeist verwendet wird, ist, dass Bargeld, vor allem Noten mit hoher Denomination, schattenwirtschaftliche Aktivitäten erleichtern (Bofinger 2015). Die Begründung, anhand welcher die EZB am 4. Mai 2016 die Ausgabe von 500-Euro-Noten zu beenden beschlossen hat, lautete wie folgt:

„Damit hat der EZB-Rat Bedenken Rechnung getragen, dass diese Banknote illegalen Aktivitäten Vorschub leisten könnte” (EZB 2016). Folglich würde eine Abschaffung mehr Transparenz ermöglichen und dem Staat mehr Steuereinnahmen verschaffen.

Der Begriff „Schattenwirtschaft“ bezeichnet hierbei im Sinne Schneiders und Bookmanns (2018, S.4f) alle ökonomischen Aktivitäten, die zwar zur Wertschöpfung beitragen, allerdings nicht staatlich erfasst werden. Somit beinhaltet sind neben legalen, lediglich nicht dokumentierten Tätigkeiten, auch illegale Tätigkeiten gewinnorientierter Kriminalität. Anhand dieser Definition lässt sich bereits die Schwierigkeit einer akkuraten Schätzung des Gesamtvolumens ablesen, da es im Wesenskern genannter Aktivitäten liegt, dass diese nicht aufgedeckt werden sollen. In ihren Berechnungen schätzen Schneider und Bookmann die Größe der deutschen Schattenwirtschaft, Stand 2018, auf 9,5% des gesamten Bruttoinlandproduktes, mit sinkender Tendenz in den letzten Jahren. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 11,2% (Schneider, Bookmann 2018, S.24).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die Bargeldabschaffung im Euroraum, motiviert durch bargeldkritische Stimmen und geldpolitische Überlegungen.

2. Grundlagen der Geldtheorie: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen des Geldes sowie eine Klassifikation der Geldvarianten und beleuchtet das schwedische Umsetzungsmodell.

3. Chancen einer Bargeldabschaffung: Es werden potenzielle Vorteile wie die Eindämmung der Schattenwirtschaft, eine effizientere Geldpolitik unter der Nullzinsgrenze und die Stabilität des Finanzsektors diskutiert.

4. Risiken einer Bargeldabschaffung: Das Kapitel analysiert die Nachteile, insbesondere die Ineffizienz für Kleinstbeträge, den Verlust der Anonymität und die Verletzung der Konsumentensouveränität.

5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, wobei die Chancen kritisch bewertet und die Bedeutung des Bargeldes als Freiheitsgarant hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Bargeld, Bargeldabschaffung, Schattenwirtschaft, Geldpolitik, Negativzinsen, Konsumentensouveränität, Finanzstabilität, Zentralbankgeld, CBDC, Anonymität, Datensicherheit, E-Krona, Eurozone, Zahlungsverkehr, Digitalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die möglichen Folgen einer vollständigen Abschaffung des Bargeldes in Deutschland und der Eurozone unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Auswirkungen auf die Schattenwirtschaft, die Wirksamkeit der Geldpolitik (insbesondere bei Negativzinsen), die Stabilität des Finanzsektors sowie grundrechtliche Aspekte der Privatsphäre.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, eine differenzierte Analyse der Auswirkungen eines solchen Eingriffs zu liefern, um zu prüfen, ob die Vorteile eine Abschaffung rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken sowie ökonomischen Modellen verschiedener Experten und Institutionen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Chancen (Schattenwirtschaftsbekämpfung, Geldpolitik, Finanzstabilität) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Risiken (Effizienz, Anonymität, Grundrechte).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bargeldabschaffung, Geldpolitik, Schattenwirtschaft, Konsumentensouveränität und digitale Zentralbankwährung (CBDC) geprägt.

Welche Rolle spielt das Schweden-Modell in der Argumentation?

Das Schweden-Modell dient als praktisches Beispiel für einen bereits weit fortgeschrittenen Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr, verdeutlicht jedoch auch die damit verbundenen Herausforderungen.

Warum wird die Anonymität des Bargeldes als so entscheidend angesehen?

Der Autor argumentiert, dass Bargeld als einziges Zahlungsmittel Anonymität garantiert und damit das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung schützt, was bei elektronischen Systemen gefährdet ist.

Inwiefern ist die Geldpolitik ein Argument für die Abschaffung?

Befürworter argumentieren, dass ohne Bargeld Negativzinsen einfacher durchsetzbar wären, um die Nullzinsgrenze zu überwinden und die Konjunktur zu steuern.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Konsumentensouveränität?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Wahl des Zahlungsmittels dem Markt bzw. dem Bürger überlassen bleiben sollte, da eine staatlich forcierte Bargeldabschaffung eine Einschränkung bürgerlicher Freiheiten darstellt.

Excerpt out of 43 pages  - scroll top

Details

Title
Deutschland ohne Bargeld? Folgen einer Bargeldabschaffung in der Eurozone
College
University of Bayreuth
Grade
2,0
Author
Julian Weil (Author)
Publication Year
2019
Pages
43
Catalog Number
V989438
ISBN (eBook)
9783346350152
ISBN (Book)
9783346350169
Language
German
Tags
Bargeldabschaffung Kryptowährung Digitale Währung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Weil (Author), 2019, Deutschland ohne Bargeld? Folgen einer Bargeldabschaffung in der Eurozone, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989438
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  43  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint