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Gefallenengedenken und Totenkult am Beispiel der Düsseldorfer 39er Denkmäler

Title: Gefallenengedenken und Totenkult am Beispiel der Düsseldorfer 39er Denkmäler

Term Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: gut plus

Autor:in: Marc Zivojinovic (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Summary Excerpt Details

In dieser Seminararbeit soll der Umgang mit dem Gedenken an den ersten Weltkrieg und seine Opfer anhand der beiden 39er Denkmäler in Düsseldorf aufgezeigt werden.
Die Denkmäler eignen sich meines Erachtens besonders für eine eingehende Analyse der verschiedenen politischen-kulturellen Erinnerungstraditionen und ihrer jeweiligen Formgebung, da sie sowohl die Erinnerungskultur der Weimarer Republik als auch den Totenkult des nationalsozialistischen Regimes veranschaulichen und auf die politischen Kulturen verweisen können.
Die bewegte Geschichte der beiden Denkmäler steht hierbei exemplarisch für den nicht zu überbrückenden Widerspruch zwischen demokratischen und diktatorischen Konzeptionen des Gefallenengedenkens. In der Arbeit wird die Entstehungsgeschichte der Denkmäler und ihrer jeweiligen Ausschreibung (Wettbewerbe) berücksichtigt. Daneben wird versucht zu ergründen, wie die Denkmäler zum Zeitpunkt ihrer Enthüllung wirkten bzw. ob sie die erhoffte Wirkung zu erzielen vermochten.
Zudem wird gezeigt, welcher unterschiedlichen Interpretationen der Frage nach dem Sinn der Opfer bzw. ihres Opfertodes, die verschiedenen Systeme anhingen und, ob das Gedenken an die Gefallenen politisch nutzbar gemacht wurde.
Die Beschäftigung mit Denkmälern, ihrer Wirkung und Zielsetzung, ist mittlerweile in der Geschichtswissenschaft durchaus etabliert. Wenn sie auch erst im Gefolge der Aufarbeitung der Geschehnisse des zweiten Weltkrieges an Intensität zugenommen hat, finden sich auch Arbeiten aus der Zwischenkriegszeit, in der die Errichtung von Kriegerdenkmälern geradezu boomte.
Für die Geschichtswissenschaft ergeben sich aus der Analyse von Denkmälern, als Überlieferungsform historischer Ereignisse, wertvolle Impulse, da sie, wie Johann Gustav Droysen bereits 1857 erkannte, als spezifische Quellenform verstanden werden müssen. Droysen charakterisierte die Denkmäler dabei als Mischform der beiden anderen Gattungen (Überreste und Quellen), weil sie Überreste aus einer vergangenen Zeit seien und doch Zeugnis über bestimmte Vorgänge ablegen sollten.
Die Erkenntnis, dass jede Denkmalsform auf die soziale und politische Lage verweist, in der sie entstanden ist, dient im folgenden als Fundament der Analyse. Dabei werden die gesellschaftlichen Bedingungen, die politischen Absichten, aber auch die Aussage der Denkmäler berücksichtigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0.Einleitung

2.0.Der Weg zum ersten 39er Denkmal

2.1.Grundsteinlegung am Volkstrauertag

2.2.Die Enthüllung des ersten 39er Denkmals

2.3.Der Denkmalsstreit

3.0.Denkmalsturz und nationalsozialistische Denkmalspolitik

3.1.Der Weg zum zweiten 39er Denkmal

3.2.Formsprache und Aussage des zweiten 39er Denkmals

4.0. Die Wiederaufstellung des 39er Denkmals von Rübsam

5.0. Das 39er Denkmal am Reeser Platz in der Nachkriegszeit

6.0. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg anhand der beiden Düsseldorfer 39er Denkmäler. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich politische Konzeptionen des Gefallenengedenkens – von der Weimarer Republik bis zum Nationalsozialismus – in Formgebung, Rezeption und politischer Nutzbarmachung der Denkmäler widerspiegelten.

  • Vergleich der unterschiedlichen Erinnerungskulturen der Weimarer Republik und des NS-Regimes.
  • Analyse der Entstehungsgeschichte und der öffentlichen Kontroversen um die Denkmäler.
  • Untersuchung der Formensprache und deren politischer Symbolik.
  • Erforschung der Instrumentalisierung des Totenkults für die nationalsozialistische Ideologie.
  • Dokumentation der Standortwechsel und der Denkmalpolitik in der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

2.3. Der Denkmalstreit

Der Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern des Kunstwerkes wurde in den folgenden Wochen und Monaten in der Presse in zum Teil rüdem Tonfall ausgetragen und entwickelte sich mehr und mehr zum Proteststurm. Eine umfassende Darstellung seines Ablaufes ist im Rahmen dieser Arbeit zwar nicht realisierbar, dennoch sollen im folgenden einige Schlaglichter der Auseinandersetzung beleuchtet werden, da dies für eine Interpretation der Frage, wie das Denkmal auf seine Zeitgenossen wirkte, unvermeidlich ist. Delvos bringt es, trotz seiner eigenen Ressentiments gegenüber dem Werk, in seiner „Geschichte der Düsseldorfer Denkmäler“ treffend auf den Punkt: „Tausende verließen den Denkmalsplatz mit einem Gefühl bitterer Enttäuschung und tiefer Empörung. Mit einem schillernden Mißklang hatte die Feier geendet. Das Denkmal, das eine Stätte ehrenden Gedenkens sein sollte, war zum Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen geworden.“

Die Gegner des Denkmales fanden sich dabei sowohl am linken als auch am rechten Rand des politischen Spektrums und der Streit zog alsbald weite Kreise. General Ludendorff, dessen Deutschvölkische Gesinnung hinlänglich bekannt war, nahm in einem Protestbrief an den Düsseldorfer Oberbürgermeister Lehr, der später von der Presse abgedruckt wurde, am 24. September 1928 zu dem Denkmalstreit Stellung. Er erwies sich als scharfer Kritiker des Werkes und sah in ihm „eine Verhöhnung der Helden des Weltkrieges“ zudem wollte er seinen „guten Deutschen Namen von weltgeschichtlichem Klang“ vom Sockel des Denkmals, „auf dem die viehischen Rohling liegen“, entfernt wissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0.Einleitung: Einführung in die Thematik der Denkmalsanalyse als spezifische historische Quellenform und Darstellung der Fragestellung.

2.0.Der Weg zum ersten 39er Denkmal: Historischer Hintergrund des 39er Regiments und die Genese des ersten, umstrittenen Denkmals von Jupp Rübsam.

3.0.Denkmalsturz und nationalsozialistische Denkmalspolitik: Untersuchung der Entfernung des ersten Denkmals und der nationalsozialistischen Umgestaltung des Gedenkens.

4.0. Die Wiederaufstellung des 39er Denkmals von Rübsam: Darstellung der wechselvollen Geschichte des Rübsam-Denkmals bis zur erneuten Aufstellung nach dem Zweiten Weltkrieg.

5.0. Das 39er Denkmal am Reeser Platz in der Nachkriegszeit: Erörterung der alliierten Vorgaben zum Denkmalschutz und der fortdauernden Kontroverse um das zweite 39er Denkmal.

6.0. Schlussbemerkung: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über den Bedeutungswandel von Denkmälern im historischen Kontext.

Schlüsselwörter

Gefallenengedenken, 39er Denkmal, Düsseldorf, Jupp Rübsam, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Denkmalspolitik, Totenkult, Kriegerdenkmäler, Erinnerungskultur, Bildhauerei, Rezeption, Denkmalsstreit, Geschichtswissenschaft, politische Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Umgang mit dem Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges anhand zweier spezifischer Denkmäler in Düsseldorf, die unterschiedliche politische Epochen und deren Ideologien widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, die ästhetische Formgebung, die öffentliche Rezeption sowie die politisch motivierte Nutzung und Umgestaltung von Kriegerdenkmälern im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Konzepte des Gefallenengedenkens zwischen demokratischen und diktatorischen Systemen unterschieden und wie Denkmäler als Ausdruck politischer Kulturen funktionierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein quellenbasierter, historisch-analytischer Ansatz gewählt, der formale Aspekte der Kunstwerke mit zeitgenössischen Rezeptionsdokumenten und politisch-historischen Hintergründen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Denkmalsgeschichte des Ersten 39er Denkmals, den massiven öffentlichen Protest dagegen, den Abriss unter dem NS-Regime sowie die Errichtung und spätere Einordnung des zweiten Denkmals am Reeser Platz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gefallenengedenken, Erinnerungskultur, Denkmalsstreit, politische Instrumentalisierung und die Transformation von Gedenkstätten durch den Nationalsozialismus.

Warum stieß das erste Denkmal von Jupp Rübsam auf so heftigen Widerstand?

Das Werk wurde als "nicht deutsch genug" empfunden und aufgrund seiner ungewohnten, teils pazifistisch wirkenden Formensprache von konservativen und nationalistischen Kreisen als Verhöhnung der Gefallenen diffamiert.

Inwiefern änderte sich die Gedenkpraxis nach der nationalsozialistischen Machtübernahme?

Die Gedenkpraxis verschob sich von einer eher individuellen Trauer hin zu einer ideologisch aufgeladenen Heldenverehrung, bei der Denkmäler als Bühnen für politische Masseninszenierungen und zur Kriegspropaganda dienten.

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Details

Title
Gefallenengedenken und Totenkult am Beispiel der Düsseldorfer 39er Denkmäler
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Historisches Seminar Abteilung Neuere/ Neueste Geschichte)
Course
Die Darstellung des Ersten Weltkrieges in ausgewählten internationalen Dokumentarfilmes
Grade
gut plus
Author
Marc Zivojinovic (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V9894
ISBN (eBook)
9783638164863
ISBN (Book)
9783656899730
Language
German
Tags
Denkmäler Gefallenengedenken Totenkult
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Zivojinovic (Author), 2002, Gefallenengedenken und Totenkult am Beispiel der Düsseldorfer 39er Denkmäler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9894
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