Sophokles - Antigone - Vortragsnotizen zum Thema - Antigone im Wandel der Zeit


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
5 Seiten, Note: 14

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Einleitung

Als Vergleich - ,,die Berliner Antigone" - Vorhaben der Nacherzählung u. anschließende Wertungen wie Vergleiche

Novelle handelt zw. 1939 - 1945 zur Zeit des 2. Weltkrieges

Anne ist ein Mädchen welches vor Gericht angeklagt wird, weil sie ihren toten Bruder aus der Anatomie entwendet und begraben hat. Dieser starb, weil er als Überlebender, schwerverletzt aus Russland bei Stalingrad, Zuhause nach seiner Genesung erklärte, das nicht die Russen die 6. Armee zugrunde gerichtet hätten, sondern der Führer. Er wurde zur Todesstrafe verurteilt u. sollte in ein Gemeinschaftsgrab (Massengrab) kommen. Doch sie entwendete seine Leiche u. begrub ihn an der Marienkirche in der Nähe von der Universität, wo er sich vorher befand. - Anklage u. drohende Todesstrafe

Der Generalrichter der die Verhandlung leitet ist der Vater ihres Verlobten, Bodos, . Dieser steht im Konflikt mit seiner Familie, da diese meint Anne retten zu müssen. Er versucht also die Tat zu verharmlosen u. Anne zum Geständnis zu bewegen, wo sie ihren Bruder begraben u. wer ihr dabei geholfen hat.

Bodos Vater gibt ihr Bedenkzeit u. läßt sie im Gefängnis nachdenken.

Anne hat Angst um ihr Leben, sie wußte nicht das ihr eine so hohe Strafe dafür droht, aber sie weicht nicht von ihrer Überzeugung ab, obwohl sie Probleme mit der Isolation im Gefängnis hat. Sie beruhigt sich mit den Worten ,,so viele müssen sterben können, Tag für Tag, und die meisten wissen nicht einmal wofür - ich werde es auch können" od. ,,... so viele sind schon drüben, dass alle nach drüben kommen, das muss mir, das muss mir genügen.".

Doch die größten Sorgen machte sich Anne um ihren Verlobten der als Soldat für Deutschland in Russland war. Sie ließ also über den Pfarrer, der sie in der Zelle hin u. wieder besuchte, einen Brief Bodo zukommen indem sie ihre aussichtslose Lage schilderte u. die Liebe zu ihm erwähnte.

Durch die Planierung des Gerichtshofes, wegen einer Luftmine, verlängerte sich Annes Bedenkzeit auf elf Tage.

Vier Tage u. Nächte teilte sie dann die Zelle mit einer neunzehnjährigen polnischen Zwangsarbeiterin, die in Lodz heimlich während eines Fliegeralarms in einer Dresdner Bäckerei sich satt gegessen hat u. deshalb als Plünderer geköpft werden sollte. Die Polin war nicht tapfer, aber stoisch, so dass ihre Gegenwart Anne erleichterte - während der Generalrichter gehofft hatte, das Zusammensein mit der rettungslos Verlorenen, die nicht einmal Angehörige benachrichtigen durfte, mache Anne geständig. Am zehnten Tag v. Annes Bedenkzeit, wurde die Polin dann abgeholt und sie umarmten sich wie Schwestern vor dem Henker und Fallbeil geköpft. Damit wurde Anne innerlich von der Tat abgeschnitten und ,,sie begriff das Mädchen nicht mehr, das seinen Bruder bestattet hatte - wollte es nicht mehr sein, wollte zurücknehmen. Damit war sie vernichtet."

Später kam dann der Pfarrer u. sie wollte ihre Tat zurücknehmen, doch sie kam nicht dazu. Er verkündete ihr, das ihr Verlobter, Bodo, sich in einem russischen Bauernhaus erschossen hat. Bodo wußte nicht, dass ihre Frist sich verlängerte und ihm war laut Führerweisung klar das den Frauen das Beil verordnet ist und er dachte sie sei schon Tod, da er auch nichts neues hörte.

,,Hitler zeichnete alsbald den Generalrichter mit der höchsten Stufe des Kriegsverdienstkreuzes aus und empfing den durch häufiges Weinen noch treuer gewordenen Mann persönlich im Hauptquartier. Bei Tisch sagte er an diesem Tag, und es war das erste Mal, dass seine Tafelrunde ihn erbittert über den entmachteten, aber von ihm noch immer sehr verehrten Mussolini sprechen hörte, der italienische Staatschef könne sich ein Beispiel nehmen an diesem deutschen Richter, der in heroischer Weise die Staatsräson seinen familiären Gefühlen übergeordnet habe und solle sich endlich dazu aufraffen, seinen Schwiegersohn, den Verräter Graf Ciano, in Verona erschießen zu lassen."

Damit war Annes Schicksal besiegelt. Der Generalrichter erschien für eine Weile erst mal nicht zum Dienst, er wäre aber wahrscheinlich auch nicht mehr imstande gewesen die Delinquentin noch aus der angelaufenen Vernichtungsmaschinerie zurückzureißen.

Seit Anne wußte wie Bodo ein Leben ohne sie eingeschätzt hatte, fand auch sie selbst in ihren starken Augenblicken, dass das Leben nur noch überwindenswert sei und doch hatte sie ein Gnadengesuch geschrieben, dem sie sich nun gedemütigt ausgeliefert sah. Sie sah im Tod eine Freiheit, zu der sie selber nicht imstande war. Im Gefängnis wurden sie gedemütigt indem man ihnen Essen u. Körperpflege verweigerte u. nur hin u. wieder ihnen etwas gab. In dem Gnadengesuch sah Anne ihre Chance auf Leben u. sie hielt durch, obwohl man ihr versuchte den Mut gänzlich zu nehmen.

Als es dann endlich so weit war, gewährte man ihr eine Formalität v. 90 Sekunden in der man ihr die unbegründete Ablehnung des Gnadengesuchs verlag.

Danach sah Anne keinen Ausweg mehr u. wehrte sich nicht ihren grausamen Schicksal zu entkommen.

Sie wurde zum Henker geführt u. die Herren des Gesetzes sahen die Enthauptung als Zeugen mit an.

Anatomie erhielt v. 1939 - 1945 die Leichen v. 269 hingerichteten Frauen

Personentausch:

Anne entspricht Antigone Bodo entspricht Hämon

Generalrichter entspricht Kreon

Götter entsprechen selbsternannten Gott Hitler

Polin ist Schwester Ismene im übertragenen Sinne

Vergleich ,,Antigone" mit ,,Die Berliner Antigone" :

- Personenübertragung u. Hitler als selbsternannten Gott
- Anne beweist Mut und am Ende menschliche Zerbrechlichkeit wie Antigone
- Generalrichter will Anne helfen - Kreon jedoch baut auf seine Macht
- Verlierer ist der Generalrichter weil er sich dennoch zu passiv Verhalten hat u. Hitler triumphiert - Kreon ist der Verlierer (keiner triumphiert)
- Anne u. Antigone sterben zu unrecht
- Selbstmord v. Bodo wie Hämon (aufrichtige Liebe der beiden)
- Frau des Generalrichters tötet sich nicht - Kreons Frau begeht Selbstmord (vielleicht Verbesserung der Endlage für den Generalrichter im Gegensatz zu Kreon weil er versuchte Anne zu helfen)
- Generalrichter stellt sich nicht zw. Anne u. Bodo im Gegensatz zu Kreon
- Heirat v. Anne u. Bodo nicht möglich wie zw. Antigone u. Hämon
- Hitler (Geistesgestörter) ist Gewinner - bei ,,Antigone" kein Gewinner
- kein Chor
- Religion ist hier nicht das Thema - für Antigone jedoch ein sehr wichtiger Punkt (bei den Toten ist sie ewig auf der Erde nur begrenzte Zeit)
- ,,Antigone" war zeitkritisch bezogen auf die zu große Macht der Herrscher u. der absoluten Sicherung der Macht durch Exempel od. Missetaten - ist auch zeitkritisch aber bezogen auf die Kriegszeiten u. die Greueltaten der Deutschen (hier hauptsächlich Hitler) u. die Nutzung solcher Geschehnisse für sich
- selbst sehr viele Jahre später kann durch wenige grundlegende Veränderung das Stück zeitbezogen werden
- erneuter aufgriff zeigt das es immer wieder Aktuell sein kann

1947 weitere Umsetzung im ferneren Sinne durch Elisabeth Laugner

In ihrer Kurzgeschichte ,,Die getreue Antigone" pflegt Carola, deren Bruder im KZ umgekommen ist, das Grab eines unbekannten Soldaten. Sie erweist die Grabesehren, die sie für ihren Bruder nicht leisten kann, als Zeichen der Versöhnung, weil sie nicht weiß, wer in dem Grab bestattet ist: Freund od. Feind. Ihr Verhalten ist ganz auf den Frieden der Toten gerichtet. Dabei geht es ihr um die Überlebenden, die dem Tod der Opfer einen Sinn geben und den Haß unter den Menschen überwinden sollen. Sie will diese Ruhe selbst erwerben, geborgen im Glauben, der durch Liebe gewonnen ist.

Schlußworte

Worterklärung:

Delinquent: lat. Verbrecher, Missetäter, Angeklagter

Anatomie: Forschungs- u. Lehrinstitut wo Leichen untersucht werden können Lodz: polnische Stadt

Staatsräson: Prinzip, dem zufolge es für Ausübung u. Erhaltung der staatl. Macht eine

Eigengesetzlichkeit gibt, die sich notwendig in gespanntem Verhältnis zur Moral u. Recht befindet

stoisch:

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Details

Titel
Sophokles - Antigone - Vortragsnotizen zum Thema - Antigone im Wandel der Zeit
Note
14
Autor
Jahr
1999
Seiten
5
Katalognummer
V98952
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sophokles, Antigone, Vortragsnotizen, Thema, Wandel, Zeit
Arbeit zitieren
Ronny Dierschke (Autor), 1999, Sophokles - Antigone - Vortragsnotizen zum Thema - Antigone im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98952

Kommentare

  • Gast am 22.10.2002

    thx.

    Guter, knapper und übersichtlicher Vergleich. Die suche wurde mir durch den unspezifischen Titel erschwert.

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