Vortrag zum Thema Barock


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

9 Seiten


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Gliederung

1. Begriffserklärung

2. Barock in Spanien
2.1 Barock in Italien

3. Barock in Deutschland
3.1 Dreißigjähriger Krieg
3.2 Entwicklung und Autoren

4. Merkmale

Barock

- aus der italienischen1 Renaissance um 1600 entstandener Kunststil, der sich über Europa und Kolonien verbreitete und in den bildenden Künsten um 1770 abstarb
- 1758 def. frz. Enzyklopädie das Wort Barock als ,,superlatif du bizarre"
- Klassizismus ((Kunst)Stil des 19. Jahrhunderts, der die Kunst der griechischen u. römischen Antike zum Vorbild hatte) nannte die ,,Unnatur" v.a. der bildenden Kunst des 17.-18. Jh. als Barock
- Barock anfangs nur auf Italien + seine Einflussgebiete beschränkt, benennt heute aber Gesamtepoche
- schweizer Literarhistoriker Fritz Strich (1882- 1963) übertrug Begriff erstmals auf Literatur
- prägte neuen literar. Stilbegriff
- herzuleiten entweder vom mittellateinischen baroco oder dem portugiesischen p é rola barroca
- Adjektiv barock im 18. und 19. Jahrhundert als Geschmacksbegriff mit meist abwertender Bedeutung (bizarr, grotesk, schwülstig) verwendet

Spanien

- für Kunst und Literatur des 17. Jh. gebraucht worden
- in 2 Dingen zu unterscheiden: das barocke Lebensgefühl( conceptismo ) und die barocke Sprachgestaltung ( culteranismo )
- das Barockempfinden in Westeuropa am stärksten in Spanien entwickelt worden
- von dort über Nachbarländer verbreitet worden
- Sprachstil kaum ohne den italien. Einfluß im Sp. Des 16. Jh. vorstellbar
- Lebensbewusstsein dieser Zeit von tiefen unauflösbaren Gegensätzen geprägt
- neben unbändigen Lebenswillen und Immoralismus (von der Nichtbeachtung moralischer Grundsätze u. Werte geprägte Haltung) steht vergeistigte Religiösität und neben Machtwille das Bewusstsein der Fragwürdigkeit aller Macht und aller menschl. Dinge überhaupt
- Ungewissheit über Realität oder Traumhaftigkeit des Lebens beliebter Gedanke des barocken Lebensgefühls
- außergewöhnlicher Reichtum an Metaphern, Bildern, kunstvollen Wortverbindungen und metr. Varietät für Pedro Calder n de la Barca ( bedeutendster Dramatiker des 17. Jh.) kennzeichnend
- Prosa eines B. Graci n y Morales finden sich Versuche, durch ausgeklügelte Ausnutzung aller Möglichkeiten eines Vergleichs, der Metapher usw. Leser zum scharfen Nachdenken und Kombinieren zu veranlassen oder den versteckten Sinn nur durch eine gelehrte Interpretation zum Vorschein zu bringen

Italien

- B. kündigte sich bereits in der Sinnenfreudigkeit der Lyrik von Toquato Tasso an
- barocke Lyrik der 17. Jh. undenkbar ohne Wiederbelebung des antiken Mythos in der Renaissance und die Sprachreinigung durch Pietro Bembo (italienischer Humanist und Dichter)
- petrarkist. Lyrik des 16. Jh. sich erschöpft (stilistisch als auch inhaltlich)
- erst Giambattista Marino zum Durchbruch
- nicht Befriedigung des Gefühls, sondern des Verstandes bei ihm und seinen Nachahmern zum Anliegen der Poesie
- Dichtung des Marinismo (wie man sie in I. nach ihrem Begründer benennt) nicht gefühlsmäßig subjektiv, sondern objektiv
- nicht in erster Linie Erlebnis und Beichte, sondern gesellschaftsbezogen und repräsentativ

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- der Wechsel vom Anmutigen zum Grotesken, gegensätzliche Metaphern, die überraschende untraditionelle Umgestaltung des antiken Mythos wie die Vielfalt der Themen und Stimmungen, der Ggs. zw. Lebensfreude und Todesbangen, verblüffen die Leser
- wichtigster Theoretiker E. Tesauro/ bedeutendste Zeugnis barocker Prosa ist Giambattista Basiles Märchensammlung ,,Lo cunto de li cunti"(erschienen 1634-1636, dt. 1846)

Deutschland:

- Dreißigjähriger Krieg Barock gekennzeichnet
- Video
- Machtkampf innerhalb der herrschenden Klasse, der Land verwüstete
- 3 Jahrzehnte zerstampften Armeen Felder der Bauern, die in Wälder flohen, als Partisanen gegen Soldaten kämpften oder selbst in Aufstand traten
- im Krieg am meisten gelitten und in Massen gemordet
- vor allem in Oberösterreich lokal begrenzte Kämpfe durch Soldatenplünderungen ab 1620
- bedeutendste Aufstand gegen kaiserliche Heer im Mai 1626 unter Stefan Fadinger und Christoph Zeller
- weiterer Kampf der oberschwäbischen Bauern gegen Gustav Adolf (1632)
- gezwungen, Unternehmungen in Süddeutschland aufzugeben
- in dieser Zeit vornehmlich von bügerl. Gelehrten Literatur zutage gefördert, verband sich mit Leid des Vaterlandes und Sehnsucht des Menschen nach Frieden
-Literatur des 17. Jh. in Händen des Bürgertums
- bürgerlichen Dichter hielten sich aus existenziellen Gründen eng an Hof oder an städtische Oberschicht
- neben Geistlichen und Schulmann rückten auch Gelehrte in Vordergrund
- für Schriftsteller war Wissen + Instrument des Kampfes gegen Unwissenden (gegen Großteil des Adels und Fürsten)
- Gelehrtendasein zur Absonderung vom Volk
- ebenfalls haben Schriftsteller nicht Bauern verachtet wie für frühbürgerliche Literatur des 16. Jh. charakteristisch
- im Gegenteil, manche Schriftsteller z. B. Johann Rist, hat in Werken den geschundenen und ausgeplünderten Bauern Mitgefühl + Annerkennung zugesprochen
- in Nachbarstaaten wie z. B. Italien, Spanien, Portugal und Frankreich Dichtkunst von nationaler Eigenprägung entstanden
- jeweilige Volkssprache hohen Anteil daran
- neue Literaturen in Nationalsprache gewannen neue Aussagemöglichkeiten und Kunstformen
- räumten Platz neben Dichtung der Antike und des Mittelalters ein
- Shakespeare in England, Ariost in Italien Ronsard in Frankreich usw. großer Ansporn zum Schaffen ebenso bedeutender Werke
- in D gelangte Francesco Petrarca zu großem Einfluß
- seine Sonette als nachahmenswertes Vorbild einer persönlich empfundenen und ,,schönen Dichtung"
- zum einen neben fortwirkenden lateinischen eine deutsche Dichtersprache zu entwickeln, Stil und Ausdruck zu kultivieren und Kampf gegen fremdsprachige Überwucherung, besonders an Höfen Mode
- fast gleichzeitig 3 Dichter deutsche Nationalliteratur gefordert
- 1618 Georg Rudolf Weckherlin mit seinen ,,Oden und Gesängen"
- 1624 folgten ,,Teutschen Poemata" von Martin Opitz
- um dieselbe Zeit Friedrich Spee mit seinen Gedichten, aber erst nach Tod unter Namen ,,Trutznachtigall oder Geistliches-Poetisch Lust-Wäldlein" herausgegeben

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- alle 3 Dichter nach grundsätzlicher neuer und nationaler Dichtung gestrebt Martin Opitz: - mit seiner Lyrik wurde Martin Opitz (1597-1639) zu einer zentralen Figur des deutschen Barock
- 1625 wurde zum Poeta laureatus gekrönt
- mit seiner Dichtung reformierte er die deutsche Metrik, einen Anspruch, den er mit seinem Buch von der deutschen Poeterey (1624) und Teutsche Poemata (1624) auch theoretisch zu untermauern suchte
- darüber hinaus übersetzte er aus dem Niederländischen, Italienischen und Französischen.
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
- 1617 in Weimar ,,Fruchtbringende Gesellschaft" gegründet
- ähnliche Vereinigungen bald darauf in Hamburg, Nürnberg und Straßburg
- sahen Aufgabe darin deutsche Sprache von Fremdwörtern zu reinigen
- einige auch Erforschung der Sprache, Klärung literaturtheoretischer Fragen, gemeinsame Kritik der Werke ihrer Mitglieder
- wachsende Gefühl für Würde der Dichtung verhalf Schriftsteller zu gesellschaftlicher Achtung
- Dichtung nicht nur Freude sondern auch nützlich und lehrreich
- Wissenschaft und Dichtung eng miteinander verknüpft
- Grenzen zwischen Dichtung und Geschichtsschreibung, Philosophie, Religion noch nicht klar
- für Dichter spielte das Sichzurechtfinden und die Klärung ihres bürgerl. Denkens und Empfindens inmitten höfischer Welt große Rolle
- Andreas Gryphius (1616-1664):
- überragender Lyriker und Dramatiker des Jh.
- seine düsterschwermütige Männlichkeit, die keine Beschönigung und klägliche Demut kennt, macht zum dichterischen Sinnbild deutschen Schicksals im Dreißigjährigen Krieg
- in Sonetten, Oden und Epigrammen von selbsterlebter menschl. Not und geistigen und seelischen Erschütterungen berichtet
- Jakob Balde (1604-1668):
- einer der bedeutendsten neulateinischen Dichter

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-trat auch als Dramatiker, Historiograph und Epiker hervor
- Paul Fleming (1609-1640):
- gefühlsstark und von bürgerlichem Selbstbewusstsein ausgeprägt/ Dichtung gleichermaßen von schäumender Lebensbejahung und elegischer Todesstimmung erfüllt
- schilderte in Werken mehr leid- als freudvolle Stationen seines Lebens
- Drama konnte während 30-jährigen Krieg nicht gedeihen
- Theatervorstellungen fast vollständig zum erliegen
- Bindung an Tradition des 16. Jh. allmählich verloren
- Stücke in erster Linie Bürgern und Bauern gewandt
- durch Machtzuwachs der Territorialfürsten, Autoren des ökonomisch und politisch geschwächten Bürgertums angewiesen Förderung an fürstlichen Höfen zu suchen
- Haupt- und Staatsaktionen und prunkvolle Oper in Mode
- Stoffe vorzugsweise aus Heiligen- und Märtyrerlegenden, Altem und Neuen Testament, antiker Literatur und Geschichte entnommen
- Jakob Bidermann hervorragender Autor
- sein Werk ,,Cenodoxus oder der Doktor von Paris" Faustsage zu Grunde und von großer Wirkung
- als wieder Frieden - deutsche Wandertruppen (von Ort zu Ort auf Jahrmärkten, Gasthäuser usw.)
- zu Aufführung gehörten musikalische und tänzerische Einlagen und akrobatische Kunststücke
- exotisch-geschichtliche Stoffe und oft improvisierte Darstellung
- Anregungen im Trauerspiel des Andreas Gryphius eigene Gestalt gewonnen
- seine Werke überragen dramatische Produktion seiner dt. Zeitgenossen
- ebenfalls Versuch ebenbürtiges deutsches Kunstdrama dem Ausland entgegenzusetzen
- aus düsteren Erlebnis des Krieges entstand Gestaltung eines pessimistischen, vom Schicksal überschatteten, doch noch im Untergang heroischen Lebensgefühls, dem Wechsel von Glück und Unglück und Vergänglichkeit und irdischen Jammertal als unvermeidliche Gegebenheit erschienen
- Gryphius' sprachgewaltige Tragödien lassen Helden im Kampf gegen sein Schicksal und für sein Recht untergehen
- oft treffen verschiedene Meinungen aufeinander
- Gryphius' Komödien, in Prosa verfasst, vermitteln durch treffende Charakterisierung und realistische Sprachgestaltung ein Bild damals wenig beachteter Volksschichen und ihrer Sitten und Anschauungen
- auch im 17. Jh. bahnten sich mystisch-ketzerische Bewegungen ihren Weg
- knüpften an eine sich über Jh. erstreckende Entwicklung an
- vor allem Johann Arndts weitverbreitetes und in vielen Sprachen übersetztes Werk ,,Vier Bücher vom wahren Christentum" machte Front gegen herrschenden kirchlichen Dogmatismus
- im Jahrzehnt nach Friedensschluß neue Phase der Literaturentwicklung begonnen
- in erster Jahrhunderthälfte Fühlen und Denken vom Kampf um eigenständige Nationalliteratur und vom Krieg bestimmt worden
- jetzt im Frieden Umwandlung vollzogen
- zunehmendes ,,Höfischwerden" der meist von abhängigen Bürgern geschaffenen Literatur zu bemerken
- Bsp. für Höfischwerden der bürgerlichen Literatur - Nürnberger Kreis
- Mitglieder( z.B. Philipp Harsdörffer und Sigmund Birken) verfassten mit klangmalerischen Mitteln schäferliche Idyllen und priesen zeitlose Schönheitsideal
- Hang zum Preziösen und zum kunsthandwerklich dekorativen

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- Dichtung als unterhaltsames Gesellschaftsspiel vornehmer Kreise betrieben
- weitaus wichtiger Herausbildung des realistischen Romans
- am stärksten vertreten von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen(1621/22-1676)
- gehört zu großen Erzählern der Weltliteratur
- Sohn einer Bauernfamilie/ schrieb im bewussten Gegensatz zur ,,höfischen" Mode
- voll abenteuerlich-bunter Geschehnisse sein Werk ,,Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch"
- erschien 1669/ Hauptwerk

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- bedeutendster Roman der Epoche
- hat oft in Werken ganze Vielfalt des Lebens zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs, vor allem das der einfachen Menschen geschildert
- schrieb bewusst fürs Volk für dessen Belehrung und Besserung
- Einfallsreichtum, Anschaulichkeit und urwüchsige Kraft der Sprache charakteristisch für Grimmelshausen
- im Mittelpunkt vom Hauptwerk steht Lebensgeschichte eines einfachen Menschen bäuerlicher Herkunft/ erfährt während des dreißigjährigen Krieges das Leid des Volkes am eigenen Leib und bekennt sich schließlich wieder zum Einsiedlerdasein aufgrund der Unzulänglichkeit und Verderbtheit seiner Umwelt
- Schriftsteller des 17. Jh. schufen wesentlichen Voraussetzungen für kommende Blüte der dt. Dichtung

Merkmale

- Dichter überwiegend Beamte (Pastoren gehörten auch dazu)
- ernste Lebensstimmung (durch 30igjährigen Krieg)
- Unbeständigkeit alles Irdischen war Grunderlebnis
- meisterhafter Gebrauch aller Darstellungsmittel führte nicht selten zu Übertreibungen
- höchst beliebt und verbreitet war das Lied

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- vorherrschend waren Liebes-, Trink- und Spottlieder, Hochzeits- und andere Gelegenheitsgedichte
- anspruchsvollere Strophenformen = Oden
- daneben Sonett gepflegt
- als tragisch galt Untergang hochgestellter Personen
- gefühlsstark und von bürgerlichem Selbstbewusstsein ausgeprägt/ Dichtung gleichermaßen von schäumender Lebensbejahung und elegischer Todesstimmung erfüllt
- historischen Tatsachen stets quellengetreu verwendet
- Hauptfiguren zu Vorbildern an Haltung und Vertretern ewiger Werte
- für Dichter spielte das Sichzurechtfinden und die Klärung ihres bürgerl. Denkens und Empfindens inmitten höfischer Welt große Rolle
- ausgeprägte Rhetorisierung der Sprache, gesteigerte Bildlichkeit, Artistik der Form
- übersteigerter Lebensgnuß, aber auch tiefe Frömmigkeit und Todessehnsucht
- christliche Standhaftigkeit und fester Glaube an gnädigen Gott

Quellen

Meid, Volker: Barock. In: Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993- 1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Albrecht, Günter

Böttcher, Kurt

Greiner-Mai, Herbert

Krohn, Paul Günter

Mittenzwei, Johannes: Deutsche Literaturgeschichte in Bildern1. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1968, Seite 128-171

Hrsg. und bearb. von Habicht, Werner

Lange, Wolf-Dieter u. d. Brockhaus-Redaktion: Der Literatur Brockhaus. F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1988, Seite 186, 187

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Vortrag zum Thema Barock
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V98964
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vortrag, Thema, Barock
Arbeit zitieren
Richard Bohl (Autor), 2000, Vortrag zum Thema Barock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98964

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