Kleist, Heinrich von - Die Marquise von O.


Facharbeit (Schule), 2001
18 Seiten, Note: 10P / 2-

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Biographie Heinrich von Kleist in Bezug auf die „Marquise von O...“

2. Hauptteil
2.1. Inhaltsangabe der Erzählung „Die Marquise von O...“
2.2. Charakteristiken der zwei Hauptpersonen
2.2.1. Charakteristik der Marquise
2.2.2. Charakteristik des Grafen F...
2.3. Szene der Vergewaltigung
2.4. Vergleich von damals mit heute: Warum ist die Erzählung auch heute noch so aktuell?

3. Schluss
3.1. Fazit

Literaturverzeichnis

Erklärung

Anhang

1.Einleitung

1.1. Vorwort

Ich habe mir die Erzählung „Die Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist ausgesucht, da sich dieses Buch auch schon in der Vergangenheit mit dem Thema „Vergewaltigung“ beschäftigt hat. Mittlerweile habe ich schon viele moderne Bücher zu diesem Thema gelesen, die ich als sehr interessant empfunden habe. Ich möchte mit meiner Facharbeit das Unverständnis, das in der Bevölkerung über Vergewaltigungen besteht, näher erläutern. Es handelt sich um ein abscheuliches Verbrechen, welches meines Erachtens nach kaum durch eine adäquate Strafe geahndet werden kann.

Die Erzählung „Die Marquise von O...“ ist ein vielseitig zu interpretierendes Werk, bei dem es - bedingt durch die vorgegebene Zeit und den Umfang der Facharbeit - nicht möglich ist, die gesamte Bandbreite der verschiedenen Aussagen dieses Buches zu erfassen.

Diese Arbeit liegt folgender Ausgabe zu Grunde:

Heinrich von Kleist: „Die Marquise von O...“, Stuttgart 1996.

1.2. Biographie Heinrich von Kleist in Bezug auf die „Marquise von O...“

Heinrich von Kleist wurde am 10. oder 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Nach dem Privatunterricht im Frankfurter Elternhaus absolvierte Kleist eine Ausbildung in einer Berliner Pension, die er aber nach einem halben Jahr abbrach. Von 1792-99 war er Soldat im Ersten Koalitionskrieg mit Frankreich. Nach seinem Austritt aus der Armee im April 1799 entstand ein sog. Glücksaufsatz. Er studierte drei Semester an der Universität in Frankfurt an der Oder. Im Jahre 1800 verlobte er sich mit Wilhelmine von Zenge. Diese Verlobung wurde allerdings zwei Jahre später wieder gelöst. 1801, zur sog. Kantkrise, lebte von Kleist in Paris, wo er Interesse an bildender Kunst zeigte. Er verfasste dort auch einige neue Denkansätze in Briefen, die sich auf Kant bezogen. 1802 arbeitete er in der Schweiz an „Familie Schroffenstein“, „Robert Guiskard“ und am „Zerbrochenen Krug“. In den folgenden zwei Jahren reiste Kleist sehr viel, bis er 1803/4 zwei Zusammenbrüche (körperlicher und seelischer Art) erlitt. Von 1804 - 1807 arbeitete er erst im Finanzdepartment in Berlin und anschließend in der Domänenkammer in Königsberg. Außerdem schrieb er weiter am „Zerbrochenen Krug“, „Amphitryon“ und an „Penthesilea“, bis er 1807 wegen angeblicher Spionage für Preußen verhaftet und nach Frankreich deportiert wurde. Dort wurde er in Fort Joux und Chalsons-sur-Marne gefangen gehalten1. Heinrich von Kleist hat dort laut Thomas Wichmann u.a. auch die „Marquise von O...“ geschieben2. In französischer Gefangenschaft war Kleist von März - Juli 1807. Nach seiner Freilassung nahm er diese Erzählung („Die Marquise von O...“) mit nach Dresden. Der zeitliche Rahmen und die eigentlichen Geschehnisse während dieses Lebensabschnittes sind aber nur sehr ungenau belegt und beweisbar. Ganz sicher ist nur, dass Kleist in „zwei Briefen vom 17. Dezember 1807“3 die „Marquise von O...“ als abgeschlossen ansieht und diese Erzählung somit vor dem 17. Dezember 1807 geschrieben haben muss. Erstmals erschien die „Marquise von O...“ im Februar 1808 in der zweiten Ausgabe des „Phöbus“. In einer etwas abgeänderten Form erschien die „Marquise von O...“ „in der ersten Sammlung der Erzählungen“ ein zweites Mal. In der heutigen Zeit wird fast ausschließlich nur noch diese abgeänderte Form, somit die zweite Veröffentlichung, benutzt4.

Hier ein paar Beispiele für die Ursprungsform in „Phöbus“ und der abgeänderten Form in den „Erzählungen“:

„Phöbus“: „Der Arzt antwortete, er würde eher Berge, als seine feste Meinung von ihr, versetzen können;“

„Erzählungen“: „Der Arzt antwortete, daß er seine Aussage vor Gericht beschwören könne:“5

Von Mai bis Oktober 1809 lebte Kleist in Prag. Er besuchte einige Kriegsschauplätze und wollte ein antinapoleonisches Wochenblatt namens „Germania“ herausbringen, womit er aber scheiterte. Ab Februar 1810 lebt er wieder in Berlin, wo er ab dem 1. Oktober die „Berliner Abendblätter“ herausgab. Dort fand er einen Verleger und stellte einige Novellen, u.a. „Michael Kohlhaas“, Anekdoten, Kurzgeschichten etc. fertig. Im Frühjahr 1811 begann Kleist einen Streit mit der Staatskanzlei um die Weiterführung der „Berliner Abendblätter“, die seit November 1810 zensiert wurden. Der Streit war vergeblich, denn die letzte Ausgabe des „Berliner Abendblattes“ erschien am 30. März 1811. Kleist beschloss, nun zum Militär zurückzukehren, wurde aber nicht angenommen. Am Donnerstag, dem 21. November 1811 um 16 Uhr, beging Heinrich von Kleist mit seiner Lebensgefährtin Henriette Vogel Selbstmord am Wannsee bei Berlin6.

2. Hauptteil

2.1. Inhaltsangabe der Erzählung „Die Marquise von O...“

In der Erzählung „Die Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist geht es darum, dass die Marquise7 von O...(seit drei Jahren verwitwet) ohne ihr Wissen schwanger wird und nun mit dem Konsequenzen leben muss. Die Erzählung beginnt damit, dass erzählt wird, dass die Geschichte in M... (Stadt in Oberitalien) spielt und dort eine Marquise „mit vortrefflichen Ruf“ lebt, die zwei Kinder hat und verwitwet ist. Sie gibt eine Annonce in der Zeitung auf, um den Vater ihres ungeborenen Kindes zu finden. Die Anzeige lautet folgendermaßen: „Daß sie, ohne ihr Wissen, in andre Umstände gekommen sei, daß der Vater zu dem Kinde, das sie gebären würde, sich melden solle; und daß sie, aus Familienrücksichten, entschlossen wäre, ihn zu heiraten.“ Kurz danach wird in einem Rückblick dargestellt, wie es überhaupt zu dieser Anzeige gekommen ist.

Die Marquise lebt nach dem Tod ihres Ehemannes, dem Marquis von O..., sehr isoliert mit ihren beiden Kindern auf Bitten ihrer Mutter (Obristin8 von G...) wieder bei ihren Eltern. Ein Krieg bricht nun auch in der Gegend, wo die Familie lebt, aus. Die Zitadelle, wo das Schloss der Familie steht, wird erobert. Die Festung des Schlosses wird von russischen Truppen belagert. Während der Belagerung bricht ein Feuer im Schloss aus, und die Marquise gerät bei ihrer Flucht vor dem Feuer in die Hände eines russischen Trupps, bestehend aus fünf Männern. Von denen wird die Marquise misshandelt, bis ein russischer Offizier (Graf F...) als „Retter“ erscheint.

Er befreit sie von dem Trupp und schleppt sie in einen Teil des Schlosses, der noch kein Feuer gefangen hat. Die Marquise wird ohnmächtig, und der Graf F... vergewaltigt sie nun. (Diese Handlung ist allerdings nur durch einen Gedankenstrich angedeutet worden.) Nach der Vergewaltigung finden die Mutter der Marquise und andere Frauen die Marquise und den Grafen F... Dieser verschwindet wieder in den Kampf. Als nächstes werden die fünf Männer aus dem russischen Trupp, dass die Marquise misshandelt haben, hingerichtet, obwohl sie vom Grafen F... nicht genannt werden. Die Marquise will sich noch bei dem Grafen F... für ihre Rettung bedanken, schafft dies aber nicht mehr. Kurze Zeit später wird von einem Kurier mitgeteilt, dass der Graf F... im Krieg umgekommen sei und seine letzten Worte angeblich waren:

„Julietta! Diese Kugel rächt dich!“ Die Marquise, die ebenfalls auf den Namen Julietta getauft worden war, fühlt sich nicht angesprochen und glaubt an eine Namensverwandte.

In den nächsten Wochen fühlt sich die Marquise häufig unwohl. Sie glaubt sogar daran, schwanger zu sein, denn ähnliche ersichtliche Anzeichen hatte sie auch während ihrer anderen Schwangerschaften. Die Mutter sagt dazu nur, dass dies Träumerei (siehe Phantasus und Morpheus9 ) wäre. Der Graf F... erscheint auf einmal wieder bei der Familie. Die Verwunderung darüber, dass er nun doch am Leben sei, wird von der Beharrlichkeit, mir der er der Marquise unverzüglich einen Heiratsantrag macht, noch übertroffen. Während des Abendessens erzählt er der Familie, was er in den letzten paar Monaten so alles mitgemacht habe. U.a. erzählt er von einem merkwürdigen Traum, in dem er indirekt die Marquise mit einem Schwan aus seiner Kindheit vergleicht. Bevor er sich aber der Marquise nähern kann, muss er erst einen Auftrag in Neapel erfüllen. Der Vater der Marquise (Obrist von G...) sagt ihm, dass er, wenn er den Auftrag erledigt habe, noch einmal Gast in diesem Hause sein werde. Dann würde sich entscheiden, ob er die Marquise heiraten dürfe oder nicht. Nach seiner Abreise wird die Marquise erneut schwer krank. Es wird ein Arzt gerufen, der behauptet, dass die Marquise schwanger sei, so wie sie es schon geahnt hat. Die Marquise will diese Diagnose nun aber nicht glauben und beschimpft den Arzt als Lügner. Sie ist unsicher, ob ihre Schwangerschaft nicht doch den Tatsachen entsprechen könne, und berät sich mit ihrer Mutter. Die Mutter wiederum sagt, dass alles nur Träumerei sei und es gar nicht stimmen könne. Als die Marquise merkt, dass ihre Schwangerschaft doch stimmen kann, lässt sie die Hebamme rufen. Diese bestätigt ihr, genauso wie der Arzt, dass sie schwanger sei. Daraufhin wird die Marquise wieder ohnmächtig. Wegen der nun feststehenden Schwangerschaft wird sie aus dem Elternhaus verstoßen und lebt von nun an mit ihren beiden Kindern sehr zurückgezogen auf dem Landsitz der Familie. Dort gewinnt sie an Selbstbewusstsein und fängt langsam an, ihr Leben neu zu ordnen. Sie findet sich mit dem unehelichen Kind ab und hat bald darauf die Idee mit der Anzeige, mit der die Erzählung beginnt. Mittlerweile kehrt Graf F... von seinem Auftrag aus Neapel zurück. Er besucht die Marquise in ihrem Landhaus, wird aber vorher über die Umstände in der Familie aufgeklärt. Als er ihr erneut einen Heiratsantrag macht, wird er zurückgewiesen, weil sich die Marquise vor ihm wegen ihrer Schwangerschaft schämt. Anschließend fährt er in ein Gasthaus, wo er die Anzeige der Marquise liest und sofort weiß, dass er damit gemeint ist.

Der Rückblick ist nun zu Ende, und die Erzählung spielt in der damaligen Gegenwart weiter.

Die Eltern der Marquise sind entsetzt über die Anzeige ihrer Tochter. Die Mutter hält zu ihrer Tochter, weil sie davon überzeugt ist, dass ihre Tochter die Wahrheit über den Ablauf ihrer Vergewaltigung erzählt hat. Ihr Mann, der Vater der Marquise von O , glaubt seiner Tochter aber weiterhin nicht. Es kommt deshalb zu einem Streit zwischen den Eheleuten. Zu einer Versöhnung mit der Tochter kommt es aber vorerst nicht.

Graf F... gibt indes eine „Gegenanzeige“ auf, die folgendermaßen lautet: „Wenn Frau Marquise von O... sich, am 3ten... 11 Uhr morgens, im Hause des Herrn von G..., ihres Vaters, einfinden will: so wird sich derjenige, den sie sucht, ihr daselbst zu Füßen werfen.“

Der Obrist von G... nimmt an, dass diese Anzeige nur eine List von der Marquise sei, und will deshalb nicht, dass dieses Treffen stattfindet. Die Mutter der Marquise besucht - ohne Wissen ihres Mannes - mit dem Hintergedanken eines Plans die Marquise. Sie erzählt ihr, dass sich der Anonyme schon gemeldet habe und sie raten solle, wer es gewesen sein könne. Die Mutter erzählt, dass es Leopardo, der Diener ihres Vaters gewesen sei. Die Marquise hält dies durchaus für plausibel, da sie sich an eine Situation erinnern kann, wo sie aus dem Schlaf erwachte, als Leopardo gerade das Zimmer verließ. Es findet danach eine Versöhnung mit der Mutter statt. Die Marquise kehrt im Anschluss daran zusammen mit der Mutter zurück in die Stadt, damit der Vater sich bei der Marquise entschuldigen kann. Der Vater und der Bruder der Marquise glauben jetzt ihrer Darstellung der Geschehnisse und versöhnen sich mit ihr.

Am nächsten Tag findet dann das Treffen mit dem Anonymen statt. Der Anonyme ist Graf F..., und somit ist er der Vater des ungeborenen Kindes. Als dies feststeht, ist die Marquise darüber so entsetzt, dass sie den Grafen F... nicht mehr heiraten will. Der Vater der Marquise besteht aber auf der Hochzeit und schließt mit dem Grafen F... einen Ehevertrag ab. In diesem wird festgelegt, dass der Graf auf alle ehelichen Rechte verzichtet, aber alle seine diesbezüglichen Pflichten zu erfüllen hat. Die Marquise ist nun damit einverstanden, den Grafen F... zu heiraten. Bei der Trauung bleibt die Marquise regungslos und schaut den Grafen nicht einmal an. Der Graf F... lebt von nun an in einer Wohnung in M..., hält sich aber von der Familie fern.

Das Kind (ein Junge) wird geboren. Die Marquise schickt dem Grafen F... eine Einladung zur Taufe seines Sohnes. Unter den Taufgeschenken befinden sich zwei Umschläge vom Grafen F... In dem einen Umschlag sind zwanzigtausend Rubel für seinen Sohn und in dem anderen Umschlag sein Testament, in dem er festlegt, dass die Marquise nach seinem Tod die Alleinerbin seines Besitzes sei. Von da an darf der Graf öfter seine Familie besuchen. Im Laufe der Zeit entsteht zwischen der Marquise und dem Grafen F... langsam eine tiefe Liebe. Es findet eine zweite Hochzeit zwischen ihnen statt, die zu einer „richtigen“ Ehe führt. Es wird erzählt, dass sie noch mehr Kinder bekommen „Eine ganze Reihe von jungen Russen folgte jetzt noch dem ersten“10.

Im letzten Satz dieser Erzählung wird der Leser durch die orakelhafte Deutung der Marquise zu ihrem Verhältnis mit dem Grafen F... dazu angeregt, die Erzählung noch einmal zu lesen, um diese Deutung verstehen zu können. Die Marquise meint, dass sie den Grafen F... zunächst als Engel angesehen habe, da er sie vor dem russischen Trupp rettete. Im nächsten Moment vergewaltigt er sie aber und ist aus dem Grund ein Teufel in Menschengestalt11.

2.2. Charakteristiken der beiden Hauptpersonen

2.2.1 Charakteristik der Marquise

Die Marquise von O... ist seit drei Jahren verwitwet. Sie war mit dem im Krieg verstorbenen Marquis von O... verheiratet und hat von ihm zwei Kinder. Sie lebt zu Anfang dieser Erzählung sehr zurückgezogen12 und ist auch sehr zurückhaltend. Dies könnte aber auch daran liegen, dass sie ständig von ihren Eltern eingeschüchtert wird und sie ihren Eltern nicht zu widersprechen weiß. Ein Beispiel dafür ist, dass sie nach dem Tod ihres Ehemannes auf Wunsch der Mutter in ihr Elternhaus zurückkehrt. Sie kann sehr emotional reagieren, wie es bei der Verstoßung aus der Familie der Fall ist13. Diese gefühlsbetonte Art kann auch darin begründet sein, dass sie zu Anfang als nervlich ziemlich schwach eingestuft wird, da sie ständig krank ist und zu Ohnmachtsanfällen neigt. Oft ist es auch so, dass sie nicht nach ihren eigenen Gefühlen handelt, sondern sich von ihren Eltern lenken lässt14. Es kommt sogar so weit, dass sie schon an ihren Verstand zweifelt, weil sie nicht weiß, ob sie glauben soll, dass sie schwanger ist oder nicht.

Es tritt ab dem Zeitpunkt eine Wende in ihrem Leben ein, als sie von der Familie verstoßen wird und ihre zwei Kinder bei ihrer Mutter lassen soll. Sie setzt sich das erste Mal gegen ihre Eltern durch, weil ihre Mutterinstinkte einfach stärker sind, als die Instinkte, ihren Eltern gegenüber gehorsam zu. Schmidt spricht dabei von dem ersten Höhepunkt der Emanzipation15. Die Marquise wird nun selbstsicherer und beginnt, selbständig zu handeln. Sie lebt zwar wiederum zurückgezogen mit ihren beiden Kindern in dem Landhaus der Familie, muss ihr Leben aber selbst in die Hand nehmen. Durch diese neugewonnene Selbständigkeit kommt ihr die Idee mit der Anzeige16. Die Marquise ist sich im Klaren darüber, dass sie damit die Schande, die sie über ihre Familie gebracht hat, öffentlich machen wird. In dieser Bekanntmachung sieht sie aber die einzige Chance, ihren Vergewaltiger zu finden, damit dieser sie heiratet und das ungeborene Kind nicht auch noch die Schande eines unehelichen Kindes ertragen muss. Sie bringt somit große Opfer für dieses Kind, von dem sie nicht einmal weiß, wer denn überhaupt der Vater ist. Als der Graf F... die Marquise auf ihrem Landhaus besuchen kommt, weist sie seinen Heiratsantrag zurück, obwohl sie damit die Gelegenheit hatte, aus ihrem unehelichen Kind auf einfache Art und Weise ein eheliches Kind zu machen. Sie will unbedingt ihren Vergewaltiger finden und ihn heiraten. Kurze Zeit später, nachdem die Annonce des Vergewaltigers in den Zeitungen erschienen ist, kommt die Mutter die Marquise besuchen. Die Marquise durchschaut den Plan der Mutter bald und lässt sich darauf ein, dass Leopardo der Vater des Kindes sei17. Damit steht einer Versöhnung mit der Familie nichts mehr im Wege. Nachdem sie am nächsten Tag erfahren hat, wer nun der Kindsvater ist, sträubt sie sich, den Grafen F... zu heiraten. Sie hat durch ihre Selbständigkeit gelernt, dass man auch widersprechen darf. Sie hat bis jetzt immer geglaubt, dass der Graf F... für sie ein Engel und kein Teufel sei, was sich aber durch die Bekanntmachung der Vaterschaft des Grafen F... ändert18. Der Vater der Marquise besteht aber auf einer Heirat mit dem Grafen F... Sie ordnet sich aus familiären Zwängen wieder ihren Eltern unter, heiratet den Grafen, will aber nichts weiter mit ihm zu tun haben. Erst nach einer Weile entwickelt sich aus der anfänglichen Abneigung gegen den Grafen F... Liebe zu ihm. Zum Schluss kommt es zu einer zweiten Hochzeit, weil sie eingesehen hat, dass er einen besseren Charakter besitzt, als sie es bei ihrer ersten Eheschließung mit ihm gedacht hat.

Die Marquise ist somit eine Frau, die beginnt sich selbst zu emanzipieren und lernt, mit dieser Emanzipation umzugehen.

2.2.2. Charakteristik des Grafen F...

Der Graf F... ist neben der Marquise die zweite Hauptperson in dieser Erzählung. Er stammt aus Russland, wo er beim Militär angestellt ist. Jochen Schmidt bezeichnet ihn als Draufgänger mit schlechtem Gewissen19. Dem stimme ich zu, denn er vergeht sich erst an der Marquise, bekommt im nachhinein aber ein schlechtes Gewissen. Ich habe den Eindruck, als ob er die Marquise erst wirklich nur von dem Trupp befreien will, dann aber seine männlichen Instinkte nicht bewältigen kann. Der Graf F... erscheint aus der Sicht der Marquise erst als „Engel des Himmels“20 und wird nach der Bekanntgabe seine Tat zum „Teufel“21. Er versucht durch die guten Taten nach der Vergewaltigung sein schlechtes Gewissen wieder rein zu machen22. Da ihm das noch nicht reicht, kehrt er einige Zeit später nochmals zu der Familie zurück und bittet um die Hand der Marquise. Es scheint, dass er bezüglich der Schwangerschaft einige Vorahnungen hat23. Die Familie kann sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen und urteilt aus seiner schnellen Vorgehensweise, dass er ein Frauenheld sei24.

Im Nachhinein stellt sich allerdings heraus, dass er genau weiß, was er tut und sich jeder Konsequenz bewusst ist. Nachdem er erfahren hat, dass die Marquise schwanger ist, besteht für ihn kein Zweifel daran, dass er der Vater ist. Er setzt diese „Gegenanzeige“ auf, um der Marquise zu beweisen, dass er der Vater ist; denn sonst hätte ihm keiner geglaubt, dass er ein verantwortungsbewusster Mensch ist. Weil die Marquise ihn trotzdem nicht heiraten will, lässt er einen Ehevertrag aufsetzen, in dem er auf alle Rechte ihr gegenüber verzichtet.

Nach der Hochzeit mit der Marquise hält er Abstand von ihr, weil er genau weiß, dass sie ihm seine Tat (Vergewaltigung) noch nicht vergeben hat25. Er nimmt sich aber eine Wohnung in ihrer Nähe, damit er immer da sein kann, wenn er einmal bei seiner Familie gebraucht wird.

Weil er sich mit der Marquise jedoch gerne versöhnen möchte, setzt er sie als Alleinerbin ein und schenkt seinen Sohn zur Taufe eine beträchtliche Summe Geld . Das schmeichelt ihr, und sie sieht ihn von da an öfter. Im Laufe der Zeit ist sie ihm dann immer mehr zugetan, so dass es zum Schluss doch noch zu einer Liebesheirat kommt.

Der Graf F... ist von Anfang an in die Marquise verliebt, will es aber nicht zugeben. Er ist für den Leser leicht durchschaubar, da er indirekt immer wieder verrät, dass er der Vergewaltiger ist26, was die anderen Personen der Erzählung aber nicht bemerken.

2.3. Szene der Vergewaltigung

Dieter Harlos vergleicht die Szene der Vergewaltigung mit der Kampfszene. Er setzt eine Parallele zwischen den beiden. Er sagt, dass die Eroberung des Forts in Zusammenhang der Eroberung der Marquise vom Grafen F... steht. Die Marquise wird also genauso grauenvoll erobert wie das Fort, was darauf hinweist, dass es eine Vergewaltigung war27. Er sagt ferner dazu, dass die Festung „im Sturm“ erobert werde, was damit gleichzusetzen wäre, dass die Marquise sich nach anfänglichem Gewaltakt ergeben hat und somit erobert wurde.

Er beruft sich bei der Parallele dieser beiden Ereignisse auf die Gefühlsregungen des Grafen F... und dem Vater der Marquise (Obrist von G...). Während der Vater der Marquise „mit sinkenden Kräften“ dasteht, ist der Graf F... „sehr erhitzt im Gesicht“. Das bedeutet, dass der Obrist von G... mit seine Tochter verglichen werden kann. Auch sie wehrt sich erst gegen den Feind (Graf F...) und muss sich schließlich ergeben, weil sie keine andere Möglichkeit in dieser Sache mehr sieht. Harlos sagt außerdem noch, dass der Graf F... nach der Vergewaltigung nur aus seinem schlechten Gewissen heraus Hilfe bei der Brandbekämpfung, bei Verletzten etc. leistet. Ihm wird klar, dass die Vergewaltigung der Marquise ein Fehler war, den er eigentlich auch durch die geschilderten Aktionen nicht wieder gut machen kann.

Jochen Schmidt sieht den Hergang der Vergewaltigung ganz anders. „Er erzählt den Hergang und zugleich verschweigt er ihn“28. So bezeichnet er den Verlauf der Vergewaltigung. Als Erläuterung dazu sagt er, dass er deshalb darauf kommt, weil dieser Gedankenstrich, der die Vergewaltigung darstellt, weder grammatikalisch noch rhythmisch einen Sinn ergibt. Er meint, dass dieser Gedankenstrich dazu da ist, um die Phantasie des Lesers besser anzuregen. Jeder Leser stellt sich somit etwas anderes unter der Vergewaltigung vor, was durchaus positiv sein kann. Der Gedankenstrich ist seiner Meinung nach genau an die richtige Stelle gesetzt worden, was soviel heißt, dass der Gedankenstrich nirgendwo anders hätte hingesetzt werden dürfen. Auch er ist der Meinung, dass der Graf F... sich durch sein merkwürdiges Verhalten nach der Vergewaltigung schuldig macht. Der Graf F... versucht auch in seiner Auslegung die Vergewaltigung durch Taten wiedergutzumachen, als ob sie dadurch gegenstandslos zu machen wäre.

Ingeborg Scholz interpretiert die Vergewaltigung ähnlich wie es schon Jochen Schmidt getan hat. Sie sagt erst einmal zu dem Gedankenstrich, dass dieser an der besagten Stelle nicht logisch sei, deshalb aber die Phantasie des Lesers anregt. Die Vergewaltigung selbst wird zwar verschwiegen, aber der Leser begreift ihrer Meinung nach sehr schnell, was dort passiert ist. Auch sie meint, wie schon Dieter Harlos und Jochen Schmidt, dass sich der Graf F... durch sein Verhalten schuldig macht. Aus den Verhalten des Grafen F... interpretiert sie, dass er die Marquise vergewaltigt und ihr auf jeden Fall Gewalt angetan hat. Ihr Interesse an der Tat gilt aber weniger dem Täter, sondern den Umständen der Tat, nämlich dem, was während der Vergewaltigung passiert ist29. Sie erläutert dieses „Was“ aber leider nicht näher.

Ich bin der Meinung, dass jeder Autor auf seine Weise mit der Interpretation dieser Szene Recht hat. Dieter Harlos z.B. hat die Szene mit dem Kampf gleichgestellt30, wogegen die anderen beiden Autoren die Ansicht teilen, dass der Gedankenstrich die Phantasie anregen soll. Ich finde, dass alle Interpretationen auf ihre Weise logisch sind und man sehr schlecht beurteilen kann, welche davon nun „richtig“ ist. Ich glaube, dass Kleist diese Szene absichtlich offen gelassen hat, damit jeder Leser sich seine Interpretation aussuchen kann. Ich bin auch der Meinung, dass jeder Autor seine Phantasie auf seine Weise angeregt hat und durch die Phantasie erst zu solchen Schlussfolgerungen kommen konnte.

2.4. Vergleich von damals mit heute: Warum ist die Geschichte heute noch aktuell?

Ich meine, dass die Erzählung „Die Marquise von O...“ auch heute noch z.T. relevant ist. Im Islam z.B. sieht es heute immer noch nicht anders aus als in der Erzählung. Die islamischen Frauen haben überhaupt keine Rechte und sind den Männern völlig untergeordnet. Bei der Marquise ist es ähnlich. Sie bekommt von ihrem Vater bestimmt, was sie zu tun hat und was nicht. Sie wird von der Familie verstoßen, als sie ein uneheliches Kind erwartet. Keiner glaubt ihr, dass sie nicht weiß, von wem dieses Kind nun ist. So ähnlich sieht es auch bei den Frauen im Islam aus.

Bis auf diese Ausnahme hat sich in der heutigen Zeit doch einiges in der Hinsicht geändert. Es gibt mittlerweile viele alleinerziehende Frauen, für die es keine Schande ist, ein uneheliches Kind zu haben.

In einem Artikel des Grenz- Echo wird ganz deutlich gesagt, dass 1998 „schon jedes vierte Kind“ in der EU unehelich geboren wurde, wobei es 1980 „nur etwa jedes zehnte Baby war“31.

In dem Artikel des Grenz- Echos vom 4.3.1999 heißt es weiterhin, dass allein in Deutschland 1997 21,8 % der geborenen Kinder unehelich auf die Welt kamen, 1,3% mehr als im Jahr davor32.

In der heutigen Zeit ist es auch wesentlich einfacher, eine Schwangerschaft festzustellen. Die Medizin ist so weit, dass es heute die Möglichkeit gibt, auch ohne einen Arzt die Schwangerschaft durch einen Schwangerschaftstest zu erfahren.

Auch heute ist die Zahl der Vergewaltigungen noch sehr hoch. Die Opfer der Vergewaltiger sind meistens schwächer und haben nur selten eine Chance, sich gegen den Täter zu wehren.

Laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes wurden 1998 7914 Fälle von Vergewaltigung registriert. 1997 waren es nur 6636 Fälle. In einem Jahr stieg die Zahl somit um 1278 Fälle. Aus den Statistiken geht deutlich hervor, dass die Vergewaltiger (Täter) fast ausschließlich Männer waren33. An den vorgenannten Beispielen von unehelichen Kindern und Vergewaltigungen ist zu erkennen, dass beide Themen heute immer noch eine große Rolle im täglichen Leben spielen. Die Zahl der Taten steigt, woran deutlich zu erkennen ist, dass es eine Parallele zur „Marquise von O...“ gibt. Damals war es eine Schande, ein uneheliches Kind zu haben (sowohl für das Baby als auch für die Mutter). Heute ist dies Alltag und wird deshalb kaum noch wahrgenommen. Die Vergewaltigungen (besonders von Frauen als Opfer) nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Heute versuchen viele Opfer an die Öffentlichkeit zu treten. Damals traute dies sich keiner, da es als eine sehr große Schande angesehen und man evtl. gleich als „Hure“ abgestempelt wurde.

Die Parallele zwischen der heutigen Zeit und der Zeit, in der die Erzählung spielt, ist offensichtlich.

Geändert haben sich teilweise lediglich die Ansichten, nicht die Tat als solche.

3. Schluss

Fazit

„Die Marquise von O...“ ist eine sehr interessante Erzählung. Sie ist gut verständlich und heute noch in einigen Punkten aktuell. Jeder der Autoren, die ich bislang kennengelernt habe, interpretiert „Die Marquise von O...“ anders. Nach intensiven Überlegungen bin ich schließlich dazu gekommen, dass jede Interpretation auf ihre Weise „richtig“ ist. Alle Deutungen sind auf ihre Art logisch und nachvollziehbar. Es wurden zwar immer ähnliche Aspekte genannt, aber Unterschiede gibt es trotzdem.

Ich hätte noch einige Aufgaben weiterführen können, wie z.B. die Szene der Vergewaltigung oder den Bezug zu heute, aber das hätte den Rahmen der Ausarbeitung überschritten.

Mir hat diese Arbeit an der „Marquise von O...“ sehr viel Spaß gemacht. Die Nachforschungen darüber waren vielseitig und interessant.

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erklärung

Hiermit versichere ich, dass ich die Arbeit selbstständig angefertigt, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt und die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt aus anderen Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht habe. Verwendete Informationen aus dem Internet sind dem Lehrer vollständig im Ausdruck zur Verfügung gestellt worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Aus: Barthel, W.: Heinrich von Kleist, Hauptdaten seines Lebens Internetadresse: http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/kleist/leben.html

2 Aus: Wichmann, Thomas: Heinrich von Kleist, Stuttgart 1988, S. 121

3 Aus: Doering, Sabine: Erläuterungen und Dokumente Heinrich von Kleist „Die Marquise von O...", Stuttgart 1993. S.44 -4-

4 Aus: Klaar, Alfred: Die Marquise von O... Die Dichtung und ihre Quellen. Berlin: Propyläen Verlag, (1922). S.71 In: Doering, Sabine: Erläuterungen und Dokumente Heinrich von Kleist Die Marquise von O..., Stuttgart 1993, S.44

5 vgl.: Kleist, Heinrich von: Die Marquise von O..., Stuttgart 1996, S 22,26f.

6 Aus: Barthel, W.: Heinrich von Kleist Hauptdaten seines Lebens, Internetadresse: http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/kleist/leben.html

7 Frau eines Marquis (französischer Adelstitel zwischen Herzog und Graf)

8 Frau eines Obristen (Obrist [Oberst] Befehlshaber eines Heeres oder einer Heeresabteilung

9 Traumgötter

10 vgl.: Kleist, Heinrich von: Die Marquise von O..., Stuttgart 1996, S. 50,1f.

11 Aus: Bacher, Suzan: Lektürehilfen Heinrich von Kleist „Die Marquise von O...“, Stuttgart 1990, 7. Auflage 1999, S. 27

12 Ebenda, S.3 Z.25/26

13 Ebenda, S.27 Z. 37; S.28 Z.1

14 Aus: Schmidt, Jochen: Interpretationen Kleists Erzählungen, Stuttgart 1998, S.76

15 Ebenda, S.76

16 vgl.: Kleist, Heinrich von, Die Marquise von O..., Stuttgart 1984, S.30 Z.26 ff.

17 Ebenda, S. 40 Z.10ff.

18 Ebenda, S.50 Z.7 ff.

19 Schmidt, Jochen: Interpretation Kleists Erzählungen, Stuttgart 1998, S.70

20 Kleist, Heinrich von: Die Marquise von O..., Stuttgart 1984, S. 5 Z.5

21 Ebenda, S.47 Z.9

22 Ebenda, S.5 Z.34 ff.; S.6 Z.1ff.

23 Ebenda, S.14 Z.23 f.

24 Ebenda, S.15 Z.18 ff.

25 Ebenda, S.49 Z.10 ff.

26 Ebenda, S.7 Z.12

27 Aus: Harlos, Dieter: Die Gestaltung psychischer Konflikte einiger Frauengestalten im Werk Heinrich von Kleists, Frankfurt am Main 1984, S.47

28 Aus: Schmidt, Jochen: Interpretationen Kleists Erzählungen, Stuttgart 1998, S.68

29 Aus: Scholz, Ingeborg: Analysen und Reflexionen Heinrich von Kleist Über das Marionettentheater Das Käthchen von Heilbronn Das Erdbeben in Chili Die Marquise von O..., Hollfeld 1979, 3. Auflage 1991, S.61/62

30 Aus: Harlos, Dieter, Die Gestaltung psychischer Konflikte einiger Frauengestalten im Werk

Heinrich von Kleists, Frankfurt am Main 1984

31 Ohne Autor: Immer mehr Kinder unehelich geboren, Grenz- Echo vom 6.8.1998, Internetadresse: http://www.euregio.net/ge/19980806/000.htm

32 Ohne Autor: Viele uneheliche Kinder in Deutschland, Grenz- Echo vom 4.3.1999, Internetadresse: http://www.euregio.net/ge/19990304/064.htm

33 Quelle: Bundeskriminalamt Berichtsjahr 1998, Internetadresse: http://www.bka.de/pks/pks1998/index2.html

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Kleist, Heinrich von - Die Marquise von O.
Note
10P / 2-
Autor
Jahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V98989
Dateigröße
744 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleist, Heinrich, Marquise
Arbeit zitieren
Nancy Keding (Autor), 2001, Kleist, Heinrich von - Die Marquise von O., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98989

Kommentare

  • Gast am 22.4.2001

    Eine oberflächliche Betrachtung dieser Facharbeit entdeckt bereits deren oberflächliche Behandlung des Themas.

    Ich halte diese Facharbeit für nicht zu empfehlen.
    Ich habe die "Marquise von O." gelesen und habe mehrere Unstimmigkeiten zwischen dieser Arbeit und dem tatsächlichen Text Kleists entdeckt (z.B. drückt sich die Autorin so aus, daß man meinen könnte, die Marquise habe sich gegen die Vergewaltigung durch den Grafen gewehrt, was nicht sein kann, weil sie davon gar nichts mitbekommen hat; auch tut sie so als bekomme die Marquise keinerlei eigene Rechte in der Gesellschaft in der sie lebt zugestanden,dies ist nicht der Fall, die M. ist eine eigenständige, finanziell unabhängige Frau). Auch die Parallelen, die zur modernen Zeit und dem Islam gezogen werden halte ich für oberflächlich, ungenau und teilweise schlicht unpassend bzw. falsch.

  • Gast am 12.6.2001

    Inhaltsangabe.

    Für eine Schulfacharbeit, ist es relativ gut geschrieben. Ich beziehe mich hauptsächlich auf die Inhaltsangabe. Du hättest Dich viel kürzer fassen können. Vile Eroflg

  • Gast am 5.4.2002

    Ist ganz gut....

    Die Arbeit ist nicht schlecht, nur gibt es sicherlich ein paar Schönheitsfehler. Den Grafen F.. würde ich in der Inhaltsangabe nicht als Vergewaltiger titulieren, da dies einer subjektiven Ansicht entspricht. Ausserdem ist es meiner Meinung nach nicht so, dass die Marquise den Hinterhalt ihrer Mutter vorzeitig entdeckt. Die Auseinandersetzung mit den versch. Interpretationsmöglichkeiten ist sicherlich auch teilweise unnötig, da es in der Tat keine richtigen oder falschen Interpretationen gibt, sondern nur plausibele oder nicht plausibele.

    Ansonsten ist die Facharbeit gut !!!

  • Gast am 22.9.2002

    traurig eklig peinlich.

    Der letzte Abschnitt ist vergleichbar mit einer von Asozialen geführten Talkshow, einerseits schämt man sich für Peinlichkeiten die traurige Existenzen von sich geben andererseits kann man, sich von der Belüstigung die ein Solches mit sich bringt nicht losreißen. Nichts für ungut aber sowas gehört nicht in die Öffentlichkeit

  • Nazife Öztürk am 2.4.2003

    marquise von o.

    liebe Nancy,
    deine Arbeit hat mir gut gefallen, jedoch muss ich dich verbessern. die frauen im islam sind den männern nicht unterworfen.ich bin eine muslimin und fand es schrecklich sowas zu lesen.im gegensatz zum alten christentum,wo die kirche die sexualität als solche nicht akzeptierte und die ehe als Zwangsbündnis,ist der islam sehr tolerant. die frauen sind die spitze der menschheit,da sie die mütter sind und versteh mich nicht falsch sie sind auch sonst nicht benachteiligt. die männer sollten nach dem Islam genauso jungfräulich in die ehe gehen wie die frauen. wie du siehst gibt es im islam keine unterwerfung der frauen. du solltest dich besser informieren bevor du eine aussage machst und es zudem ins internet setzt.

  • Gast am 20.2.2006

    10NP?.

    Was würde ich für dein/e Deutschlehrer/in geben.
    Für so einen Aufsatz hätte ich mich über 5NP freuen dürfen.
    Wenn man mal von dem katasrophalen Schreibstil eines Fünftklässlers absieht, ist nur die Inhaltsangbe brauchbar.
    Der Rest ist nicht gerade empfehlenswert.

  • Gast am 9.5.2006

    niveau:unterirdisch.

    Manchmal frage ich mich schon wie es leute wie du schaffen für so eine facharbeit 10 Punkte zu ergattern. Ich möchte gar nicht wissen wie gut der punkteschnitt war. hier ein paar kritikpunkte:
    1. Der schreibstil ist wohl nichteinmal dem eines fünftklässlers angemessen, das benutzte vokabular für eine wissenschaftliche arbeit eindeutig zu simpel.
    2. Schon mal was von konjunktiv in der indirekten Rede gehört??
    3. "weil sie nicht weiß, ob sie glauben soll"
    4. "die Erzählung beginnt damit, dass erzählt wird"
    5. man kann die marquise wohl kaum als nervlich schwach "einstufen", nur weil sie ein paar ohnmachtsattacken und kränklichkeiten hatte. Man sollte sich gerade als frau darüber im klaren sein, dass derlei "unpässlichkeiten" in den ersten wochen der schwangerschaft auftreten

  • Gast am 15.8.2006

    mies.

    wir lesen gerade die Marquise von O... und deshalb wollte ich mir ein paar Interpretationshilfen aus dem Internet suchen, aber auf was ich hier gestoßen bin, ist ja grottenschlecht. Vom Schreibstil angefangen, über Zitate die du aus irgendwelchen Büchern übernommen hast( total langweilig zu lesen), zu der Schlußfolgerung das es im Islam genauso ist: unterstes Niveau-abgeschrieben-Aufstellung von hirnlosen Behauptungen!

    Thema verfehlt-hinsetzten-sechs!

  • kreuzberg 361 am 13.9.2010

    Ja die Charakteriesierung isn bisschen fürn Arsch. a fehlen ja irgendwie auch die merkmale (Name, Alter,etc...).
    Okay, dikka, sonst top!
    Hauste

  • laura eichberg am 11.1.2011

    Der einzigste Punkt der mich an dieser ganzen Beschreibung stört ist der Vergleich im Bezug zu den islamischen Frauen. Es ist keineswegs so, dass islamische Frauen wie du schreibst überhaupt keine Rechte haben und unter ihren Männern geordnet sind. Das sind meist Bilder die durch die negative und einseitige Berichterstattung der Medien enstehen. Ich habe muslimische Freunde und ich habe sie auch gefragt wie das wirklich aussieht und sie meinten, dass laut dem Koran Mann und Frau gleichberechtigt sind. Klar gibt es Einzelfälle wo Frauen als Minderheit gelten (z.B. die Frauen die in Afghanistan unter der Taliban-Regime leiden)aber die Aussage, dass die islamischen Frauen - und wie ich vermute meintest du damit auch alle islamischen Frauen - seien untergeordnet und haben keine Rechte, ist falsch. Mir ist es einfach wichtig das dieses Bild der unterdrückten islamischen Frau nicht verallgemeinert und auf jede Muslima bezogen wird. Dementsprechend fand ich dieses Beispiel nicht besonders passen. LG Laura.

  • ebru gül am 25.4.2011

    EBRU GÜL
    ich finde es super gut wirklich du hast es sehr gut gemacht ausgezeichnet es hat mir echt weiter geholfen

    Kannst du das gleiche bitt nichmal von dem Buch "Das erdbeben in chile " machen
    dankee

  • Gast am 10.10.2011

    Liebe verfasserin
    Erstmals denke ich, dass Du vieles - bezüglich der Geschichte - FALSCH interpretierst hast. Aber ein no-go ist, dass du musliminnen mit der Marquise assoziierst. Natürlich gibt es im Islam eine Gleichstellung von Mann und Frau. Deine Hypothesen sind inakzeptabel und intolerant zugleich, weil du falsch und unwissend argumentierst, dich dabei aber auf keine Quellen beziehst- hinsichtlich- dem Vergleich zum Islam. Ich Frage mich, woher du diese Aussagen hast und wie du solch etwas formulieren konntest. Bitte achte beim nächsten Mal besser darauf und verwende einen besseren Schreibstil.

  • Gast am 9.12.2013

    Hallo Nancy,
    ist vielleicht schön, dass du die Arbeit eigenständig verfasst hast, aber es wäre schön, wenn du das nächste Mal Informationene über eine Religion von erwachsenen Menschen und nicht von den Aussagen von Terroristen und Fanatikern, die den Koran nicht einmal lesen können und die Menschen für ihre eigenen Interessen belügen was die Religion angelangt, besorgen würdest. Denn im Islam sind Frauen ganz und gar nicht den Männern untergeordnet. Viel mehr liegt ihnen das Paradies zu Füßen! [Muhammad: "Das Paradies liegt zu den Füßen der Mutter."(Hadith Buch Bukhari)]

    Ansonsten ist dein Schreibstil einfach gehalten und klar strukturiert. Vielen Dank, denn du hast mir bei den Hausaufgaben geholfen!

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Titel: Kleist, Heinrich von - Die Marquise von O.


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