Umsetzung des Modelles des Informationsmanagements in der Praxis am Beispiel von ALDI SÜD


Hausarbeit, 2020

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Informatikstrategie als Teil der Unternehmensstrategie
2.1.1 Bedeutung von Big Data für die Informatikstrategie eines Unternehmens
2.1.2 Herleitung der Informatikstrategie anhand strategischer Zielsetzungen
2.1.3 Datenschutz als Einflussfaktor auf strategisches Informationsmanagement
2.2 Informationsmanagement Model nach Krcmar
2.2.1 Aufgabe des Informationsmanagements
2.2.2 Bedeutung des Informationsangebot und dessen Nachfrage im 21. Jahrhundert
2.2.3 Management der Informationssysteme als Schlüsselrolle im 21. Jahrhundert
2.3 Bedeutung des Informationsmanagements im Handel
2.4 Zusammenfassung

3 Informationsmanagement im Handel am Beispiel von ALDI SÜD
3.1 Das Informationsmanagement des Discounters ALDI SÜD
3.1.1 Unternehmensvorstellung
3.1.2 Informatikstrategie des Unternehmens
3.2 Management der Informationswirtschaft bei ALDI SÜD
3.2.1 Angebot von Informationen
3.2.2 Nachfrage von Informationen
3.3 Management der Informationssysteme bei ALDI SÜD
3.3.1 Verwendung von Daten
3.3.2 Geschäftsprozessmanagement im Handelsunternehmen

4 Diskussion
4.1 Bewertung des Informationsmanagement von ALDI SÜD
4.1.1 Richtige Verwendung des Informationsangebots
4.1.2 Beurteilung der Systemlandschaft
4.2 Kritische Reflektion der empirischen Forschungsmethode

5 Lückenhaftes Informationsmanagement als Gefährdung für ALDI SÜD

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Balanced Score Card (Kaplan/Norton 1996)

Abbildung 2 - Handelsinformationssysteme (nach Becker und Schütte)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

„Der Erfolg von Handelsunternehmen hängt in hohem Maße von der Fähigkeit ab, verschiedene Datenquellen zu integrieren, um für König Kunde individuelle Angebote und Services anbieten zu können“, so Thomas Rudolph.1 Dieses Angebot kann nur erstellt werden, wenn das Angebot an Informationen bestens ausgeschöpft und der Informationsbedarf des Handelsunternehmens genaustes identifiziert wird. Durch die weitreichende Digitalisierung des Privat- und Berufsleben, ergeben sich immer neue Quellen für personenbezogene Daten, welche Aufschluss über die demografischen, sozialen und psychologischen Hintergründe zur Einkaufsentscheidung des Kunden geben.2 Jedes Unternehmen muss jedoch den strategischen Vorteil von Big Data erkennen, nur so kann es seine Wertschöpfungskette und deren Prozesse durch passende Systeme optimieren und besser ausschöpfen.3 Durch die Digitale Transformation entstehen immer mehr digitale Kontaktpunkte zwischen Händler und Kunden, bei welchen Daten einfach gesammelt werden können. Dadurch hat die Bedeutung eines geeignet Analyseinstruments enorm zugenommen.4 Die Branche äußert klare Zukunftsaussichten: die Personalisierung des Handels. Nur durch diese ist es möglich zeitgemäße Marketingmaßnahmen zu treffen, sowie Umsätze und Kundenwert zu steigern, so Stüber.5

Diese Zielsetzung muss sich selbstverständlich auch in der Strategie des Handelsunternehmens etablieren. Durch die Anpassung jedes Geschäftsprozesses auf die Unternehmensstrategie können alle strategischen Ziele einfacher gesteuert und erreicht werden. Hierbei trägt die Informatikstrategie und das Informationsmanagement einen entscheidenden Anteil zum Erfolg bei. Nur durch die Wahl der richtigen Systemlandschaft und der exakten Abdeckung des Informationsbedarfs, können Prozesse an die Kundenwünsche des 21. Jahrhunderts angepasst und kosteneffizient gestaltet werden.

Für die vorliegende Arbeit ergibt sich damit die klare Fragestellung: Welche Informatikstrategie verfolgt das analysierte Handelsunternehmen (in diesem Fall ALDI SÜD) und wie steuerte es die ersten zwei Teile des Informationsmanagement? Zusätzlich ergibt sich die Frage, ob es das Angebot an Informationen richtig nutzt und ob die richtigen Systeme zur Auswertung der Daten eingesetzt werden.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Hausarbeit ist es, diese Leitfragen zu beantworten und dem vorliegenden Unternehmen eine adäquate Handlungsempfehlung zu erteilen. Vorab sollen jedoch theoretischen Grundlagen im Vordergrund stehen und die wissenschaftlichen, methodischen Kompetenzen der Autorin im Diskussionsteil stützen.

1.3 Aufbau der Arbeit

In Kapitel zwei werden zunächst alle theoretischen Grundlagen für die Informatikstrategie, sowie das Informationsmanagement nach Krcmar erläutert. Die Bedeutung von Daten für Handelsunternehmen und deren Menge im 21. Jahrhundert steht hierbei klar im Vordergrund. Die erarbeiteten Grundlagen werden im dritten Kapitel auf den Lebensmitteleinzelhändler ALDI SÜD transformiert. Dort wird zunächst die allgemeine Strategie und damit auch die Informatikstrategie des Unternehmens vorgestellt. Anschließend steht das Management der Informationswirtschaft im Mittelpunkt. Hierbei wird das Angebot und die Nachfrage des Discounters nach Informationen beleuchtet. Im Folgenden wird die Verwendung dieser Informationen mittels Datenmanagement und dem Geschäftsprozessmanagement erörtert. Hierbei werden, aufgrund des Rahmens dieser Hausarbeit, lediglich das Warenwirtschaftssystem als Handelsinformationssystem und das Controlling als Bewertung des Geschäftsprozessmanagement detailliert betrachtet. Abschließend werden die gesammelten Informationsbedarfe in Form von Kennzahlen zusammengetragen und mit dem Idealbild einer Balanced Score Card verglichen. In Kapitel vier werden alle erarbeitet Informationen zum Informationsmanagement bei ALDI SÜD aufgrund wissenschaftlicher Kriterien bewertete und die gesamte Forschungsmethode kritisch auf Gültigkeit geprüft. Die Beurteilung stellt besonders die richtige Verwendung des Informationsangebots und der Systemlandschaft in den Vordergrund. Das letzte Kapitel gibt Aufschluss über die Zukunftsaussichten des Informationsmanagement in der Handelsbranche, sowie beim vorgestellten Unternehmen.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Informatikstrategie als Teil der Unternehmensstrategie

2.1.1 Bedeutung von Big Data für die Informatikstrategie eines Unternehmens

Laut der BITKOM (Deutscher Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neuen Medien) setzt sich der Begriff „Big Data“ aus der Datenmenge, der Datenvielfalt, ihrer Geschwindigkeit und Analyse zusammen.6 Durch die fortschreitende Digitalisierung verschiedenster Branchen bekommt „Big Data“ eine immer wichtigere Rolle im strategischen Wettbewerbsvorteil zwischen den einzelnen Unternehmen. Dieser Vorteil ergibt sich nach drei Kriterien: der Vorteil muss für den Kunden von besonderer Bedeutung sein, er muss wahrgenommen werden und dauerhaft sein.7 Die Gewinnung und adäquate Aufbereitung von Kundendaten ermöglicht z. B. ein individuelles Marketing und ermöglicht dem Kunden Angebote zu seinen favorisierten Produkten. Durch die Verankerung der IT in der strategischen Zielsetzung eines Unternehmens lässt sich dieser Vorteil bestens vorbereiten.

2.1.2 Herleitung der Informatikstrategie anhand strategischer Zielsetzungen

Durch das Strategic Alignment Model nach Henderson und Venkatramans wird die Vernetzung zwischen der Unternehmensstrategie und der Informatikstrategie besonders deutlich. Zudem ermöglicht die IT die Vernetzung zwischen der externen und internen Umwelt. Durch den aktiven Austausch dieser Welten lassen sich Prozesse besser steuern und vereinfachen.8 Zum bestmöglichen Erfolg müssen jedoch zuerst die strategischen Unternehmensziele festgelegt werden. Diese werden, nach Glasker und Jörgens in Sach- und Formalziele unterteilt. Letztere zielen immer auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ab. Diese bestehen jedoch nicht nur aus dem Ziel nach Liquidität und mehr Umsatz, sondern auch aus der effizienten Gestaltung von Prozessen zur Kostenreduktion. Ein Sachziel hingegen steht in engem Zusammenhang zu einer bestimmten Situation des Unternehmens und drückt sich z. B. durch die Gewinnung von Kundendaten zur besseren Warendisposition aus.9 Selbstverständlich zahlt auch die Erreichung dieses Ziels auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ein.

Die Informatikstrategie zählt zum strategischen Informationsmanagement und hat Einfluss auf alle Teilbereiche eines Unternehmens. Analog zur generellen Strategie eines Unternehmens, haben die Zielsetzungen Einfluss auf jede Handlung und Entscheidung der Organisation. Somit ist das Informationsmanagement auch in der taktischen und operativen Ebene des Unternehmens wiederzufinden.10 Hierbei werden besonders Entscheidungen zur Verarbeitung von Daten, Verbesserungen von Prozessen und die Planung von Produkten und Werbekampagnen durch das Informationsmanagement geprägt. Durch die Wahl bestimmter Systeme können Prozesse deutlich leichter und somit kostengünstiger durchgeführt werden. Zudem werden Softwaren zur Analyse und Verarbeitung von Daten im Hinblick auf Big Data unverzichtbar. Im Angesicht der wachsende Bedeutung von Big Data und der Zunahme an Datengröße, -vielfalt und Geschwindigkeit wird eine genaue Auswertung dieser Mengen ohne geeignetes Analysetool unmöglich. Mehanna und Rabe betonen, die Bedeutung der Datengewinnung und -auswertung mit Blick auf die zukünftige Marktentwicklung durch folgendes Zitat: „Als Ideal- und Zielbild werden innovative Unternehmen stilisiert, die in Echtzeit verschiedenste Datenquellen kombinieren und auswerten, um mit faktenbasierten Analysen und Erkenntnissen jederzeit im Wettbewerb und in der Verhandlung mit Zulieferern, Kunden und Partnern optimale Ergebnisse zu erzielen.“11

2.1.3 Datenschutz als Einflussfaktor auf strategisches Informationsmanagement

Besonders in Deutschland hat der Datenschutz eine sehr hohe Bedeutung. Laut einer Umfrage von YouGov im Jahr 2017 geben nur weniger als 7% der über 2000 Befragten an, dass ihnen der Datenschutz eher unwichtig ist.12 Diese Meinung spiegelt sich auch in der Gesetzgebung wider. Durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aus dem Jahr 2018 wird die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten verboten, außer es gibt eine Erlaubnis (z. B. Zustimmung des Kunden). Zusammengefasst sagt dieses Gesetz aus, dass nur so viele Daten erhoben werden dürfen, wie benötigt und dass ein besonderes Niveau an Schutz der Daten eingehalten werden muss. Für Unternehmen bedeutet dieses Gesetz besonders die Überwachung jedes Prozesses, welcher in Zusammenhang mit personenbezogenen Daten steht. Die Datengewinnung und -verarbeitung muss dabei auf ein Minimum reduziert werden.13 Dieser besonders hohe Standard hat selbstverständlich Einfluss auf die Gestaltung der Informatikstrategie im Unternehmen. Gewisse Prozesse sind dadurch erheblich eingeschränkt und durch die Überwachung kostenintensiver geworden. Jedoch ist eine Einhaltung der Regelungen im Hinblick auf das Strafmaß und die Bedeutung gegenüber den Kunden obligatorisch. Zudem schränkt das Gesetz auch die Wahl der Softwaren ein, da die Anbieter dieser auch, die in Deutschland geltenden, Anforderungen erfüllen müssen.

2.2 Informationsmanagement Model nach Krcmar

2.2.1 Aufgabe des Informationsmanagements

„Informationsmanagement (IM) ist ein Teilbereich der Unternehmensführung, der die Aufgabe hat, den für die Unternehmensziele bestmöglichen Einsatz der Ressource Information zu gewährleisten“, so Krcmar.14 Er unterteilt in seinem Modell zum IM vier Blöcke, welche in einer starken Beziehung zueinanderstehen. Erstens dem Management der Informationswirtschaft, welche sich besonders mit dem Angebot, der Nachfrage und der Verwendung von Daten (Informationen) beschäftigt. Zweitens dem Management der Informationssysteme. Hierbei werden die Daten, Prozesse und der Anwendungslebenszyklus des IM im Vordergrund. Drittens das Management der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), welches sich um die Speicherung, Verarbeitung und Kommunikation der Informationen kümmert. Und viertens die Führungsaufgaben des IM, die besonders durch die IT-Governance, -Prozesse und das Personal geprägt werden.15 Laut Krcmar steht das Management im 21. Jahrhundert durch die Digitalisierung vor einer schwierigen Aufgabe. Es ist wichtig, Innovationen, Schnelligkeit und Stimmigkeit im richtigen Verhältnis in die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse einfließen zulassen. Der Erfolg dieser Aufgabe wird vor allem durch den Digital Transformation Maturity Index nach Rossmann messbar. Hier werden Digital Capabilities und Leadership Capabilities durch je vier Bereiche gemessen und einer von fünf Entwicklungsstufen zugeteilt.16 Somit wird nicht nur das Management zur Entwicklung neuer Prozesse und Produkte unter die Lupe genommen, sondern auch die immer größer werdende Bedeutung von Leadership und der Umgang mit neuen Technologien beleuchtet. Die Aufgabe des Informationsmanagement ist es somit die richtige Infrastruktur, das richtige Konzept und vor allem die richtige Implementierung zu entwickeln, um den strategischen Unternehmenszielen den Weg zu ebnen, dem Markt einen Schritt voraus zu sein und den Kunden sowie Mitarbeiter an die Organisation zu binden.

2.2.2 Bedeutung des Informationsangebot und dessen Nachfrage im 21. Jahrhundert

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird das Management der Informationswirtschaft und -systeme besonders in den Vordergrund gestellt und im Folgenden anhand eines Praxisbeispiels verdeutlicht. Hierbei ist zunächst zu klären, wie das Angebot der Informationen zustande kommt und welche Nachfrage hier als Gegenspieler auftritt.

Per Definition handelt es sich bei Informationen um Anteile einer Nachricht, welche für den Empfänger einen bestimmten Wert besitzen. Zudem verändern diese Teile der Nachricht Entscheidungsurteile einzelner Wirtschaftssubjekte.17

Laut Prof. Dr. Reinhard Jung definiert sich das Angebot von Informationen durch die zur Verfügung stehenden Daten an unternehmensinternen und -externen Informationen. Zudem steht es ohne vorherige Äußerung des Bedarfs zur Verfügung. Er beton zudem, dass die Steuerung dieses Angebots eine Grundvoraussetzung zur effizienten Informationsversorgung des Unternehmens ist.18

Demzufolge ist zu klären welche Informationen welcher Umgebung zugeschrieben werden. Interne Unternehmensinformationen sind stark abhängig von externen Faktoren und Informationen. Zum Beispiel hat die Entscheidung eines Kunden, welche zum Kauf des Produktes führt, Auswirkungen auf die internen Bilanz- und GuV-Berichte. Zudem haben Informationen, welche aus dem Unternehmensinternen kommen, z. B. Informationen zu Produkteigenschaften und Preis, Einfluss auf die Kaufentscheidung des Kunden und ein festverbundener Kreislauf der Informationen entsteht. Feststeht bevor ein Unternehmen den ersten Kunden gewinnt, müssen unternehmensinterne Informationen angeboten und verarbeitet werden. Nachdem ein Unternehmen erfolgreich über eine Kundschaft verfügt, kann es von deren Informationen profitieren und sich diese für weitere Entscheidungen zunutze machen.

Davon abgeleitet lassen sich direkte Rückschlüsse zur Nachfrage von Informationen ziehen. Denn alle Seiten: Unternehmen, Kunde, Lieferant etc. benötigen Informationen zur Entscheidungsfindung. Eine Nachfrage drückt sich zusätzlich durch dem Streben nach Erwerben aus und wird durch einen Preis dotiert.19

Nachdem Informationen einen bestimmten Wert für den Empfänger bieten, ist es schlüssig, dass Geschäftsmodelle zur Beschaffung von Informationen und deren Vertrieb entstanden sind. Besonders durch die Digitale Transformation ist der Wert für Informationen gestiegen. Digitale und auch transformierende Geschäftsmodelle setzen Informationen gezielt ein, um Ihre Wertschöpfungskette zu optimieren.20 Besonders Google dient hierbei als Anbieter für Informationen. Denn dort können Unternehmen gezielt Werbung für definierte Kundengruppen und -segmente platzieren. Durch die Nutzung der kostenlosen Suchmaschine, sowie Cloudsysteme geben die Endverbraucher gezielt Informationen zu ihrem Einkaufsverhalten und Präferenzen preis.21 Zusätzlich werden durch aktive Marktforschungen weitere Informationen zu Kunden generiert, welche im Folgenden aufbereitet werden. Der Endverbrauchter / -user entscheidet sich somit aktiv oder passiv an diesem Informationsbeschaffungsprozess teilzunehmen.

Durch die Verwendung bestimmter Key Performance Indicators (KPIs) gibt das Unternehmen bereits seinen Informationsbedarfs an. Denn für jeden einzelnen Anteil eines KPIs müssen geeignet Informationen zugrunde liegen und als Daten aufbereitet werden.22

Im strategischen Managements und zur Planung und Steuerung von Unternehmenszielen und deren Erreichung hat sich die Balanced Score Card nach Kaplan und Norton als erfolgreiches Modell im Unternehmenscontrolling bewiesen.23 Nach Buttkus und Neugebauer eignet sie sich besonders zur langfristigen Planung.24 „Die Methode Balanced Scorecard ist ein Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs, das die Leistung eines Unternehmens als ausgewogenes Verhältnis (Balanced) zwischen Finanzwirtschaft, Kunden, Geschäftsprozessen und der Mitarbeiterentwicklung auf einer übersichtlichen Tafel (Scorecard) darstellt und diese Dimensionen mit der Vision und Strategie des Unternehmens verbindet“, so Krcmar.25 Ein Unternehmen sollte sich somit auf eine Auswahl an KPIs für diese Dimensionen einigen. Empfehlenswert sind hierbei je vier bis fünf Kennzahlen. Diese sollten durch Ziele, Vorgaben und Maßnahmen in Verbindung stehen.26 Durch die Festlegung dieser Kennzahlen werden Infor mationsbedarfe erkannt und können gedeckt werden. (s. Abbildung 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 – Balanced Scorecard (Kaplan/Norton 1996)

Im Hinblick auf die Nachfrage an Informationen und den damit gleichzusetzenden Bedarf, ist eine unternehmensinterne Bedarfsanalyse für die Beschaffung der richtigen Informationen obligatorisch. Die Erstellung einer Balanced Score Card vereinfacht diesen Prozess.

2.2.3 Management der Informationssysteme als Schlüsselrolle im 21. Jahrhundert

Um Informationen besser zu verarbeiten ist es wichtig, sie in Daten zusammenzufassen. Daten sind nach Dr. Siepermann „[…]zusammengefasste Zeichen, die aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen Informationen (d.h. Angaben über Sachverhalte und Vorgänge) darstellen.“27 Diese Datensätze (Menge von Daten) können durch bestimmte Systeme und Prozesse verarbeitet werden und somit nach bestimmten Kriterien (z. B. Demografie) gruppiert und gefiltert werden. Dadurch lassen sich die vorherigen Informationen den Zielgruppen des Unternehmens besser zuordnen und geben Aufschluss über die möglichen Entwicklungen des Unternehmenserfolgs. Im Bereich des Managements der Informationssysteme werden die Ziele der IKT umgesetzt. Als übergeordnetes Ziel ist hierbei die Befriedigung des Informationsbedarf zu sehen. Nur mit den richtigen Daten, in der richtigen Menge (repräsentativ) lassen sich die gesammelten Informationen richtig verarbeiten und dienen durch Analysen als Wegweiser für Unternehmensentscheidungen.

Besonders in der Digitalen Transformation hält die Datenverarbeitung eine Schlüsselrolle inne. Durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen, bis 2025 auf 175 Zettabyte prognostiziert28, ist dir richtige Verarbeitung und Aufbereitung wichtiger als je zu vor. Das digitale Zeitalter ist durch eine VUCA-Umwelt geprägt und Entscheidungen sind komplexer, unsicherer und volatiler als in traditionellen Marktverhältnissen. Eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen ist somit von strategischer Bedeutung für jedes Unternehmen. Nur durch eine attraktive Aufbereitung können Manager die gewonnen Informationen zur Grundlage Ihrer Entscheidung machen.29

Für eine effiziente Steuerung von Daten müssen gewisse Grundlagen geschaffen werden. Besonders im Bereich des Prozessmanagements müssen Standards für die Verwendung von Daten gesetzt und eingehalten werden. Zusätzlich ist es von großer Bedeutung, besonders im Anbetracht der wachsenden Datenmengen, einen Anwendungslebenszyklus zu schaffen und Daten nach bestimmter Zeit zu archivieren oder zu löschen. Selbstverständlich muss auch dieser Vorgang im Einklang mit den Datenschutzgesetzen ablaufen. Abschließend drücken sich all diese Vorgaben und Prozesse in einer einheitlichen Systemlandschaft aus. Das harmonische Zusammenspiel verschiedener Systeme in den verschiedenen Unternehmensbereichen trägt dabei maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.30 Durch die Wahl eines der Systemlandschaft entsteht auch ein Bedarf für bestimmte Daten. Durch das Datenmanagement (DM) wird geregelt, welche Daten für welches System benötigt werden und wie diese zu beschaffen sind.31

[...]


1 Rudolph/Linzmajer (2014), S.1.

2 Vgl. Kari et al. (2019), S.914.

3 Vgl. Kari et al. (2019), 915f.

4 Vgl. Kari et al. (2019), S.916.

5 Stüber/Hudetz (2017), S. 10f.

6 Vgl. BITKOM (2012).

7 Vgl. Hoepner (2019).

8 Vgl. Wehmeyer, S.247.

9 Vgl. Glasker/Jörgens, S.14.

10 Vgl. Krcmar (2015), 98ff.

11 Vgl. Buttkus/Eberenz (2014), S.90.

12 Vgl. Inhoffen/Schneider (2020).

13 Vgl. Siebert (2020).

14 Krcmar (2015), S.1.

15 Vgl. Krcmar (2015), 85ff.

16 Vgl. Rossmann (2016), 42ff.

17 Vgl. Schewe (2020).

18 Vgl. Jung (2020).

19 Vgl. Piekenbrok (2020).

20 Vgl. Herberg Systems (2020).

21 Vgl. Google (2020).

22 Vgl. Buttkus/Neugebauer (2012), S.40.

23 Vgl. Buttkus/Neugebauer (2012), S.10.

24 Vgl. Buttkus/Neugebauer (2012), S.24.

25 Krcmar (2015), S.127.

26 Vgl. Kaplan/Norton (2018), S.25.

27 Siepermann (2020).

28 Vgl. Statista (2020a).

29 Vgl. Deloitte Deutschland (2020).

30 Vgl. Krcmar (2015), 175f.

31 Vgl. Krcmar (2015), 179f.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Umsetzung des Modelles des Informationsmanagements in der Praxis am Beispiel von ALDI SÜD
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V990106
ISBN (eBook)
9783346351876
ISBN (Buch)
9783346351883
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umsetzung, modelles, informationsmanagements, praxis, beispiel, aldi
Arbeit zitieren
Alexandra Erhard (Autor), 2020, Umsetzung des Modelles des Informationsmanagements in der Praxis am Beispiel von ALDI SÜD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990106

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